Jana, Autor bei Forst erklärt https://forsterklaert.de/author/jana Wissen aus dem Wald Mon, 01 Jun 2026 10:40:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.6 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png Jana, Autor bei Forst erklärt https://forsterklaert.de/author/jana 32 32 Holz am Limit: Mit Seilkran und Helikopter am Steilhang  https://forsterklaert.de/seilkran https://forsterklaert.de/seilkran#respond Sun, 14 Jun 2026 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6641 Wer schon einmal in einem richtig steilen Hang stand, weiß: Schon das Hinaufgehen bringt den Puls hoch. Und jetzt stelle...

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Wer schon einmal in einem richtig steilen Hang stand, weiß: Schon das Hinaufgehen bringt den Puls hoch. Und jetzt stelle man sich vor, man soll hier mehrere Tonnen schwere Baumstämme sicher ins Tal oder auf einen Forstweg bringen… Willkommen in der Welt der Holzbringung im Steilgelände! Während im Flachland schwere Maschinen fast wie auf einer asphaltierten Straße arbeiten können, gelten am Hang andere Regeln: Schwerkraft und Sicherheit bestimmen hier die Technik. Manchmal reicht ein Traktor mit Seilwinde, manchmal braucht es aber auch Hightech-Seilkräne oder sogar Hubschrauber. Warum man Holz am Hang lieber nach oben zieht als nach unten rollen lässt, weshalb ein Seilkran eben kein Skilift ist – und was passiert, wenn selbst Seile nicht mehr reichen – genau das schauen wir uns jetzt an!

Einsatz des Seilkran – wenn das Gelände zu steil wird 

Um Euch das Ganze etwas bildhafter zu erklären, begleiten wir heute unsere imaginäre Maschinenführerin Carla, die unseren Seilkran bedient!

Sobald das Gelände mehr als etwa 50 % Hangneigung hat, können Forstmaschinen es nicht mehr befahren. In diesen Fällen kann ein Seilkran zum Einsatz kommen. 

Voraussetzung für den Seilkraneinsatz ist ein befahrbarer Weg oberhalb oder unterhalb des Waldstückes, in dem die Arbeiten stattfinden sollen, um den Seilkran auf diesem aufzubauen. Die Verwendung von Seilkränen ist eine der technisch anspruchsvollsten und kostenintensivsten Holzbringungsmethoden, weshalb eine genaue Planung notwendig ist. 

Bevor Carla also mit ihrer Arbeit loslegen kann, muss sie sich das Waldstück genau anschauen, um die Trassenführung und Aufstellung des Seilkrans festzulegen. 

Wusstest Du schon…?
Was bedeutet eigentlich 50 % Hangneigung? Die Prozentangabe beschreibt das Verhältnis von Höhenunterschied zur waagerechten Strecke. 50 % Hangneigung bedeutet: Auf 100 Meter waagerechter Strecke steigt das Gelände um 50 Meter an. Das entspricht einem Winkel von etwa 27°. 
Zum Vergleich: Eine normale Treppe hat etwa 30-35°. Viele Skipisten liegen zwischen 25 und 35°. Ab etwa 50 % Hangneigung wird es für Forstmaschinen kritisch. 

Seilkraneinsatz in Kärnten 

Den Seilkran sicher aufbauen

Stellt Euch vor, Ihr steht mit Carla, unserer Seilkrahnfahrerin, an einem steilen Hang. Von hier aus spannt sie ein dickes Stahlseil quer über den Hang – das sogenannte Tragseil. Eine Winde hält es gespannt, denn ohne ordentlich Spannung läuft hier gar nichts! Am anderen Ende der Strecke steht der Endmast. Er markiert das Ende der Trasse, also der Linie, über die später das Holz transportiert wird. Carla sucht diesen Punkt möglichst hoch im Gelände aus, denn dann können die Stämme später besser vom Boden abgehoben werden. 

Je nach Gelände und Länge der Trasse kann es sein, dass das Seil in der Mitte zu stark durchhängt. In solchen Fällen baut Carla zusätzliche Stützen ein, diese nennt man auch Sättel. Sie halten das Tragseil höher über dem Boden. Besonders bei längeren Trassen, meist ab etwa 200 Metern, kommen solche Sättel häufig zum Einsatz. 

Die Schwerkraft hilft

Auf dem gespannten Tragseil fährt der Laufwagen. Er hängt auf Rollen am Seil und transportiert später die Stämme. Die Schwerkraft hilft dabei mit: Der Laufwagen rollt von selbst hangabwärts. Hier liegt auch der Unterschied zum Skilift: Beim Skilift bewegt sich das Seil, wohingegen beim Seilkran das Tragseil fest gespannt ist und sich der Laufwagen auf diesem bewegt. 

Damit das Holz später wieder nach oben zum Weg kommt, nutzt Carla ein weiteres Seil – das Zugseil. Damit zieht der Seilkran den Laufwagen, an dem die Stämme hängen, wieder bergauf. Das Holz wird dabei meist aus einer seitlichen Entfernung von etwa 20 bis 40 Metern zum Seil gezogen. So kann eine einzige Trasse einen Bereich von bis zu 80 Metern Breite abdecken! 

Ist eine Trasse fertig bearbeitet, wird der ganze Seilkran abgebaut und an der nächsten Stelle wieder aufgebaut. Carla muss zudem die ganze Konstruktion in mehrere Richtungen mit Seilen abspannen, damit sie auch sicher stehen bleibt. Wir wollen ja nicht, dass sich der Seilkran oder Endmast neigt oder sogar umfällt. Ihr seht schon, so ein Seilkranaufbau ist ganz schön aufwendig! 

Kein passender Baum? Dann übernimmt ein Endmastbagger die Aufgabe des Endmasts.

Wusstest Du schon…?
Als Trasse bezeichnet man die gedachte Linie, entlang derer das Tragseil eines Seilkrans verläuft. Sie ist also nicht einfach nur “irgendein Seil im Wald”, sondern eine genau geplante Transportachse. 

Die Lage der Trasse entscheidet darüber: 

  • wie viel Holz von einem Standort des Seilkrans aus gerückt werden kann 
  • aus welcher Entfernung seitlich Holz zur Seillinie gezogen werden kann (meist 20-40 Meter je Seite) 
  • wie viele Stützpunkte (“Sättel”) nötig sind 
  • und wie wirtschaftlich der Einsatz insgesamt wird

Je länger die Trasse, desto größer sind die Spannkräfte im Seil und desto stabiler müssen Endmast und Abspannungen gebaut sein. 

Kurz-, Mittel- und Langstreckenseilkrane 

Seilkräne werden häufig nach der Länge ihrer Trasse unterschieden. Man unterscheidet dabei zwischen Kurz-, Mittel- und Langstreckenseilkränen:

  • Kurzstreckenseilkräne arbeiten auf Trassen bis etwa 200 Meter. 
  • Mittelstreckenseilkräne erreichen Entfernungen von bis zu 400 Metern. 
  • Langstreckenseilkräne können Holz über Strecken von bis zu 1000 Metern transportieren. 

Es gibt Seilkräne sowohl als Anbaugeräte für Schlepper als auch als eigenständige Maschinen, beispielsweise Gebirgsharvester. Dieser ist meistens eine auf einem LKW aufgebaute eigenständige Arbeitsmaschine, die aus einem Seilkran mit einem Prozessor besteht. Ein Prozessor ist ähnlich einem Harvesteraggregat mit dem Unterschied, dass Letzteres die Bäume ebenfalls fällt, während ein Prozessor lediglich die Entlastung und Einschneidung in die einzelnen Stammabschnitte übernimmt. 

Wird die Trasse noch länger, kommen sogenannte Seilbahnen zum Einsatz. Diese werden meist im hochalpinen Gelände verwendet und sind an beiden Enden fest verankert. Da ihr Aufbau aufwendig ist, bleiben sie oft länger an einem Standort und werden nur in besonderen Situationen eingesetzt. 

Gebirgsharvester im Schwarzwald: Hier übernimmt die Maschine das Entasten und Einschneiden der Stämme direkt am Seilkranstandort. 

Das Standardverfahren: Bergaufbringung mit dem Seilkran

Jetzt geht es ans Eingemachte! Wie läuft das Ganze genau ab? Wie bringt Carla die Stämme aus dem Bestand? 

Im einfachsten Fall steht der Seilkran auf einem Weg oberhalb des Waldstücks, in dem die Fällungen durchgeführt werden. Das ist die häufigste, einfachste und sicherste Seilkranbringung. 

Carlas Team, die Forstwirt:innen, fällen die Bäume im Bestand mit der Motorsäge. Anschließend befestigen sie sogenannte Chokerketten um die Stämme. Diese hängen am Zugseil des Seilkrans. Sobald alles eingehängt ist, geben sie Carla ein Signal und der Laufwagen fährt in Richtung Seilkran und zieht dabei die Stämme den Hang hinauf zur Maschine. 

Steht am Weg ein Gebirgsharvester, übernimmt dessen Kran die Stämme direkt vom Laufwagen. Ein Prozessor entastet sie und schneidet sie in die gewünschten Stammabschnitte. Danach zieht ein Forstspezialschlepper die Stämme noch ein Stück weiter und stapelt sie ordentlich am Wegrand. 

Ist ein Arbeitsgang abgeschlossen, rollt der Laufwagen durch die Schwerkraft von selbst wieder zurück in den Bestand. Carla muss ihn also nicht aktiv nach unten fahren lassen, der Hang erledigt das für sie. 

Die Bergaufbringung ist das Standard-Seilkranverfahren. Es ist das organisatorisch einfachste und sicherste Verfahren mit dem Seilkran.

Seilkranbringung bergab oder in der Ebene 

Manchmal funktioniert dieses System jedoch nicht. Wenn oberhalb des Waldstücks kein Weg vorhanden ist oder der Transport ins Tal sonst zu schwierig wäre, muss Carla den Seilkran unterhalb des Bestandes aufbauen. Dann arbeitet sie mit einer Bergabbringung. 

Das Problem: Die Schwerkraft hilft ihr jetzt nicht mehr. Der Laufwagen rollt nicht von selbst in den Bestand. Deshalb muss Carla ein 3-Seil-System aus Tragseil, Zugseil und Umlaufseil aufbauen. Das Umlaufseil zieht den Laufwagen aktiv vom Tal in den Bestand. 

Wenn eine Bergaufbringung nicht möglich ist, kann der Seilkran auch talseitig des Hangs aufgebaut werden, um das Holz bergab aus dem Wald zu bringen.

Solche Systeme kommen übrigens nicht nur im Steilhang vor. Auch auf sehr nassen oder weichen Böden kann Carla damit arbeiten, etwa wenn schwere Maschinen den Boden zu stark beschädigen würden oder wenn im Winter der Frost ausbleibt. 

Aus Sicht des Bodenschutzes ist der Seilkran daher oft die beste Lösung. Allerdings ist sein Aufbau aufwendig und teuer. Ob sich der Einsatz lohnt, hängt vor allem davon ab, wie viel Holz entlang einer Trasse anfällt. Je mehr Stämme Carla pro Trasse rücken kann, desto wirtschaftlicher wird das Verfahren. 

Heli-Logging – Bringung aus luftiger Höhe  

Verschiedene Helikoptermodelle können zur Bringung eingesetzt werden.

In ganz besonders abgelegenen Regionen, wie dem nördlichen Kanada oder unbefahrbarem hochalpinen Gelände in der Schweiz, können auch Hubschrauber zur Bringung eingesetzt werden. Da Hubschrauber in den 1970ern erstmals in Nordamerika zur Holzbringung eingesetzt wurden, spricht man auch bei uns vom Heli-Logging. 

Hubschrauber arbeiten hierbei noch bodenschonender als Seilkräne, da auf eine Erschließung durch Wege vollständig verzichtet werden kann. Aufgrund hoher Fix- und Betriebskosten ist die Hubschrauberbergung allerdings ein sehr kostspieliges Verfahren, wobei die Menge des pro Einsatz entfernten Holzes maximiert und die Flugzeit pro Einsatz minimiert werden sollte, um wirtschaftlich zu bleiben.

Die einzusetzenden Hubschrauber werden normalerweise nach der Nutzlast, welche sie heben können, in Schwerlast-, Mittel- oder Leichthelikopter eingeteilt. Schwerlasthubschrauber werden als solche definiert, die eine Außenlast von etwa 7 Tonnen heben können.  

Bringung aus der Luft – Heli-Logging in der Schweiz.

Ähnlich wie beim Seilkranverfahren werden die Bäume mit der Motorsäge gefällt. Mit speziellen Seilen oder Greifsystemen wird das Holz an einem langen Seil an der Unterseite des Hubschraubers befestigt und aus dem Bestand geflogen. An einem nahe gelegenen Ort lädt der Helikopter das Holz ab und es kann durch LKWs oder Züge weitertransportiert werden. 

Am Ende zeigt sich also, dass, was von unten oft nur “nach ein paar Stämmen am Hang” aussieht, in Wirklichkeit millimetergenaue Technikarbeit zwischen Schwerkraft und Sicherheitsabstand ist! 

Quellen:

LWF (2019) LWF Merkblatt 13. Holzernte in steilen Hanglagen. https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/wissenstransfer/bilder/mb-13-2019-holzernte-steile-hanglagen.pdf 

https://www.fs.usda.gov/forestmanagement/equipment-catalog/helicopter.shtml

Wolff, D. (2021) Holzernteverfahren. Lehrveranstaltung Holzernte. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.

Steiert, J. (2023) Seilkranplanung. Lehrveranstaltung Hiebsplanung. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.

Korneck, H. (2023) Seilkrantechnik. Lehrveranstaltung Hiebsplanung. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.

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Starke Maschinen im Wald – So funktioniert moderne Holzbringung https://forsterklaert.de/holzbringung https://forsterklaert.de/holzbringung#respond Sun, 17 May 2026 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6637 Ein gefällter Baum ist kein Leichtgewicht, ganz im Gegenteil! Ein einziger Festmeter Holz kann je nach Baumart rund eine Tonne...

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Ein gefällter Baum ist kein Leichtgewicht, ganz im Gegenteil! Ein einziger Festmeter Holz kann je nach Baumart rund eine Tonne auf die Waage bringen. Bei der Waldarbeit hat man es also schnell mit gewaltigen Massen zu tun. Ist ein Baum erstmal gefällt, beginnt die eigentliche Herausforderung: Wie bewegt man diesen schweren Stamm durch unwegsames Gelände aus dem Wald? Vom Holzfällen kommen wir zur Holzbringung.

Um einen gefällten Baum zu bewegen, braucht es spezielle und leistungsstarke Maschinen. Ein paar von diesen und wie sie arbeiten, zeigen wir euch in diesem Artikel und unserem neuen Video! 

Holzbringung – Wie kommt das Holz an den Waldweg? 

Sicherlich habt Ihr schon mal bei einem Waldspaziergang einen großen Stapel Stämme aufgeschichtet am Wegesrand liegen sehen. Bei solchen Haufen sprechen Förster:innen von Poltern. In solchen Poltern wird das Holz zwischengelagert, bis ein LKW es abholt und  zu z.B. einem Sägewerk transportiert. Doch wie kommt das Holz überhaupt aus dem Wald auf den Weg? 

Oft werden Holzstämme in sogenannten Poltern am Wegesrand zwischengelagert, bis sie weiter zum Sägewerk transportiert werden.

In früheren Zeiten brachte man das Holz nach der Fällung mit Pferden oder Flößen aus dem Wald. Während man die Flößerei nicht mehr praktiziert, werden heutzutage aber immer noch Pferde zur Rückung eingesetzt, vor allem bei sehr empfindlichen Böden. 

Mittlerweile ist die Holzbringung aber meistens ein hochtechnisches Unterfangen, das eine Erschließung des Waldbestandes erfordert. Innerhalb des Waldes legen Förster:innen sogenannte Rückegassen an, um das Holz einfacher aus dem Waldstück transportieren zu können. Diese Rückegassen legen sie meistens in einem Abstand von 20 bis 40 Metern an. Auf den Gassen können die Rückemaschinen fahren, gefällte Stämme einsammeln und aus dem Wald bringen.

Der Forstspezialschlepper ist eine der Standardmaschinen in der modernen Forstwirtschaft.

Der Normalfall in der Holzbringung: Der Forstspezialschlepper 

Die gewöhnlichste Maschine, die Forstwirte in vielen Situationen nutzen, ist der Forstspezialschlepper, der auch Skidder genannt wird. Diese Maschine fährt auf vier Rädern und hat einen angebauten Kran, mit welchem der/die Maschinenführer:in das Holz aus dem Bestand greifen und so an die Waldstraße transportieren kann. Der Kran kann ein Gewicht von bis zu 3 Tonnen heben. Ist der Abstand zwischen den Rückegassen jedoch so groß, dass die Kranreichweite nicht ausreicht, braucht der/die Maschinenführer:in ein Seil, um die Stämme aus dem Bestand zu ziehen. Die Seilwinde, die an einem Forstspezialschlepper eingebaut ist, hat meistens eine Auszugslänge von etwa 100 Metern und kann bis zu 8 Tonnen Gewicht ziehen. Liegen die Stämme also zu weit von der Rückegasse entfernt, zieht der/die Maschinenführer:in die Stämme mit Hilfe des Seils zur Maschine, welche dann die Stämme aus dem Wald fahren kann.

Um die schweren Stämme bewegen zu können, braucht der Skidder festen Halt. Beim Heranziehen eines Stammes wirken enorme Zugkräfte – ohne Gegenstütze könnte die Maschine nach vorne gezogen werden oder an Stabilität verlieren. Deshalb sind die meisten Forstspezialschlepper mit einem sogenannten Rückeschild ausgestattet. Dieses Schild wird vor dem Ziehen in den Waldboden gedrückt. Es wirkt wie ein Anker: Es vergrößert die Standfestigkeit der Maschine und verhindert, dass die durch das Gewicht und die Zugkraft des Stamms verrutscht oder kippt. So kann der Skidder die Last kontrolliert und sicher zu sich heranziehen. Die Seile haben zudem noch eine wichtige Sicherheitsfunktion: Handelt es sich um schwierige Fällungen, kann man das Seil am Baum befestigen und den Baum so aus den Gefahrenbereichen ziehen. So gewährleistet man die Sicherheit der Forstwirt:innen während der Holzernte.  

Ausgestattet mit einem Rückeschild fällt das Poltern leichter.

Der größere Fall in der Holzbringung: Der Tragschlepper 

Eine größere Maschine zur Holzbringung ist der sogenannte Tragschlepper. Den kann man je nach Länge des zu transportierenden Holzes in zwei Kategorien unterscheiden: Forwarder und Klemmbankschlepper. Die Tragschlepper haben dabei meistens sechs bis acht Räder und können mit einer Traktionshilfswinde ausgestattet sein, um auch in steilem Gelände fahren zu können. 

Der Forwarder ist klassischerweise das Fahrzeug, welches auf den Harvestereinsatz folgt. Er transportiert also kürzere Holzabschnitte, die der Harvester vorher in Sortimente einschneidet. Die Maschine hat ähnlich wie der Forstspezialschlepper einen Kran, mit welchem er die einzelnen Stämme greifen kann und “huckepack” in den sogenannten Rungenkorb ablegt. Der Rungenkorb ist dabei die Ladefläche des Forwarders, die von seitlichen, senkrechten Stangen, den sogenannten Rungen, eingefasst wird und das Holz sichert. Anschließend werden die Stämme aus dem Bestand transportiert. Ein Forwarder kann so viele Stämme auf einmal an die Waldstraße transportieren. Die Kombination von Fällung mit Harvester und Holzbringung mit Forwarder ist deshalb eine der kosteneffizientesten und schnellsten Holzfällungs- und Bringungsmethoden. 

So sieht ein Forwarder mit Rungenkorb zum Transport von Kurzholz (und Förster Jonas) aus.

Stämme, die einfach zu groß sind

Werden die Stämme mit der Motorsäge gefällt und nicht im Wald in kürzere Abschnitte eingeschnitten, sondern als ganze Stämme aus dem Wald gebracht, funktioniert der Transport mit dem Forwarder nicht mehr. Die Stämme sind dann zu lang, um in den Rungenkorb zu passen. Hierfür gibt es aber einen einfachen Trick: In vielen Fällen lässt sich ein Forwarder zu einem sogenannten Klemmbankschlepper umbauen. Verfügt er über ein variables Heck, kann man die Rungen einfach abnehmen. Ähnlich wie beim Transport vom Kurzholz fährt der Klemmbankschlepper auf der Rückegasse in den Wald und greift mit dem Kran links und rechts der Gasse nach den gefällten Stämmen, die er dann “auf seinem Rücken” in die Klemmbank legen kann. Da die Stämme unter anderem bis zu 20 Meter lang sein können, wird lediglich das vorderste Stück in die Klemmbank gelegt und der Rest des Stammes wird hinterhergezogen. 

Wird das Gelände steiler oder ist es durch Geländeformen wie Gräben oder Felsen unbefahrbar, kommen Systeme wie Seilkräne oder sogar Helikopter – ja wirklich – zum Einsatz, um das Holz aus dem Wald zu bergen. 

Klemmbankschlepper werden für die Bringung von Langholz eingesetzt. 

Wusstest Du schon…?
Tragschlepper können bis zu einer Neigung des Geländes von etwa 35 % ohne Unterstützung bergauffahren. Wenn eine Winde oder Bänder eingesetzt werden, ist auch der Transport in steilerem Gelände möglich.

Sicherheit bei der Arbeit mit großen Baumstämmen

Da bei der Holzrückung schwere Massen in Bewegung sind, ist es wichtig für den Schutz des/der Maschinenführer:in zu sorgen. Aufgrund dessen haben alle Forstmaschinen eine sogenannte Sicherheitsausstattung. Die Kabine besteht aus bruchsicherem Glas, um vor stürzenden oder splitternden Baumstämmen zu schützen. Des Weiteren ist die Kabine rundum verglast, um eine gute Umsicht zu gewährleisten. Für die Fahrer:innen ist vor allem Komfort wichtig, weshalb die Kabine, vor allem aber der Fahrersitz, vibrationsgedämpft ist. Zudem sind ergonomische Bedienelemente sowie ein rutschsicherer Einstieg in die Fahrerkabine bedeutend, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. 

Bodenschutz trotz Holzbringung mit schweren Maschinen

Wir wollen aber nicht nur die Menschen möglichst gut schützen, sondern auch auf den Boden Rücksicht nehmen. Wenn schwere Maschinen im Einsatz sind, ist Bodenschutz ein wichtiger Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Um Bodenverdichtung zu minimieren, fahren Rückefahrzeuge nur auf ausgewiesenen Rückegassen und nicht kreuz und quer durch den Wald. Für die Rückegassen ist es deshalb wichtig, dass sie immer technisch befahrbar bleiben müssen. Das heißt, dass man nur bei trockenen Witterungsverhältnissen oder im Winter, im Optimalfall bei Frost, das Holz aus dem Wald rücken sollte, um Bodenverwundungen zu minimieren. Bei besonders sensiblen Bodentypen können Pferde, Seilkräne oder Helikopter zur Bringung eingesetzt werden. 

Mit Hilfe von neuer, moderner Technik wird versucht, immer bodenschonender zu arbeiten. Mittlerweile kann man fernbedienbare Raupen einsetzen, um Stämme aus dem Wald zu rücken. 

Wusstest Du schon…?
Je mehr Räder die Rückefahrzeuge haben, desto größer ist die Auflagefläche und desto weniger verdichten sie den Boden, da sich der Druck auf mehr Fläche verteilt als bei Maschinen mit weniger Rädern.

Jetzt kennt Ihr das Grundprinzip und die wichtigsten Maschinen, aber natürlich entwickelt sich auch die Forstwirtschaft konstant weiter und immer mehr technische Möglichkeiten finden ihren Weg in den Wald. VR-Brillen sind gar nicht mehr nur zum Zocken da, sondern können beim Auszeichnen zum Einsatz kommen! Kennt Ihr da noch mehr Beispiele? Oder habt Ihr schon mal was gesehen und fragt Euch, wie das funktioniert? Schreibt es in die Kommentare! 

Quellen:

Wolff, D. (2021) Anforderungen an Rückeschlepper und Bauarten. Lehrveranstaltung Forsttechnik II. 10.11.2021. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg 

Wolff, D. (2021) Harvester und Forwarder. Lehrveranstaltung Forsttechnik II. 01.12.2021. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg 

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Lawinenschutzwald: Warum intakte Wälder Leben schützen https://forsterklaert.de/lawinen https://forsterklaert.de/lawinen#respond Sun, 25 Jan 2026 08:54:31 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6373 Auf den ersten Blick wirken verschneite Berggipfel ruhig und harmlos. Doch aus der weißen Pracht kann in Sekunden eine tödliche...

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Auf den ersten Blick wirken verschneite Berggipfel ruhig und harmlos. Doch aus der weißen Pracht kann in Sekunden eine tödliche Gefahr entstehen. Was im Winter idyllisch aussieht, kann im Gebirge schnell gefährlich werden. Schneemassen geraten ins Rutschen und Lawinen entstehen. Eine zentrale, aber oft unterschätzte Rolle spielt dabei der Lawinenschutzwald. Warum der Bergwald dabei eine wichtige Rolle spielt, erklären wir Euch in diesem Artikel.

Gebirgswälder sind mehr als Landschaft. Sie schützen Hänge und Täler vor Lawinen. 

Ursachen und Entstehung von Lawinen

Lawinen können durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Durch Tiere, Skifahrer:innen, die sich außerhalb der Piste befinden, oder auch von selbst. Vor allem wenn sich große Schneemassen in sehr steilem Gelände sammeln, steigt die Gefahr, dass diese plötzlich abrutschen können. Lawinen entstehen vor allem an Hängen, welche steiler als 30° sind. Besonders wenn in kurzer Zeit viel Neuschnee fällt, steigt das Risiko für Lawinen. 

Jedes Jahr gehen weltweit etwa 25.000 Lawinen ab – meist ohne dabei jemandem oder etwas Schaden zuzufügen. 

Wusstest Du schon…?
Oft ist beim Wald von drei Funktionen die Rede: Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion. In Gebirgsregionen, wie etwa in Österreich, wird jedoch genauer unterschieden, da der Wald dort besonders viele Aufgaben erfüllt. Neben der Nutzfunktion (z. B. Holzproduktion) und der Erholungsfunktion umfasst die sogenannte Wohlfahrtsfunktion unter anderem den Natur-, Klima- und Bodenschutz. Davon getrennt betrachtet man die Schutzfunktion des Waldes: Sie beschreibt den Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Erdrutschen. Gerade im Gebirge ist diese Schutzfunktion entscheidend, um Menschen, Siedlungen und Infrastruktur in den Tälern zu sichern. 

Die meisten Lawinen fügen niemandem Schaden zu. Der Lawinenschutzwald hilft dabei, dass das so bleibt.

Wie der Wald vor Lawinen schützt

Wälder können einen wirksamen Schutz vor Lawinen bieten, was eine der wichtigsten Funktionen des Gebirgswaldes ist. Dabei wirken sie auf zwei unterschiedliche Arten: vorbeugend und abschwächend. 

Besonders bedeutend ist die vorbeugende Schutzwirkung. Ein intakter Wald kann verhindern, dass sich Schneemassen überhaupt erst lösen und eine Lawine entsteht. Er stabilisiert die Schneedecke auf vielfältige Weise: Ein Teil des Schnees bleibt bereits in den Baumkronen hängen und erreicht den Boden gar nicht. Gleichzeitig sorgt der Wald für ein ausgeglicheneres Klima innerhalb des Bestandes. Im Vergleich zu offenen Flächen erwärmt sich der Schnee tagsüber weniger stark und kühlt nachts weniger aus. Dadurch entstehen seltener schwache Schichten im Schnee, die Lawinen begünstigen. Auch der Wind wird im Wald gebremst, sodass es zu weniger Schneeverfrachtungen kommt. Insgesamt wirkt der Wald damit stabilisierend auf die Schneedecke.

Die abschwächende Wirkung des Waldes ist dagegen nicht ganz so stark Lawinen, die weit oberhalb der Waldgrenze anbrechen, lassen sich meist nicht aufhalten. Besonders bei großen Schneemengen und hohen Geschwindigkeiten kann der Wald zerstört werden. Mitgerissene Bäume und Holz verstärken dann sogar die zerstörerische Kraft der Lawine. Zudem können niedrige, vollständig überschneite Bäume oder Arten mit biegsamen, buschartigem Wuchs,  wie etwa die Grünerle, die Lawinenbildung unter Umständen sogar begünstigen.

Hier liegt zum Glück bisher recht wenig Schnee, aber man sieht schon, was der Winterwald so aushalten muss.

Trotzdem kann der Wald eine bremsende Wirkung auf Lawinen haben. Wenn eine Lawine nur knapp oberhalb der Waldgrenze anbricht, kann sie je nach Beschaffenheit des Waldes auch vollständig vom Wald aufgehalten werden. Besonders in der Auslaufzone kann der Wald die Reichweite von Lawinen verringern. 

Doch wie muss ein Wald beschaffen sein, damit er seine Schutzfunktion bestmöglich erfüllen kann?

Schnee und Winter haben auch schöne Seiten.

Was einen guten Lawinenschutzwald ausmacht 

Damit ein Wald ideal vor Lawinen schützen kann, muss er gewisse Bedingungen erfüllen. Ein guter Lawinenschutzwald wird daher als Dauerwald bewirtschaftet, um seine Schutzfunktion langfristig zu sichern. 

Entscheidend ist, dass die Bäume die Schneedecke durchstoßen und so stabilisieren. Als Faustregel gilt: Die Bäume sollten mindestens doppelt so hoch wie die Schneedecke sein. Zusätzlich spielt eine Rolle, wie rau der Boden ist. Unebenheiten am Boden bremsen Schneebewegungen und senken so das Lawinenrisiko. Je nach Hangneigung und Schneehöhe wären dafür teilweise 500 bis 1.000 Stämme pro Hektar notwendig – eine Dichte, die in der Praxis jedoch nur selten erreicht wird.

Bei der Holzernte können Stöcke bewusst höher belassen werden, um die Bodenrauhigkeit zu erhöhen. 

Neben lebenden Bäumen tragen auch Totholz und höhere Stöcke dazu bei, die Bodenrauhigkeit zu erhöhen. Ebenso wichtig ist die Baumartenwahl: Winterkahle Arten wie die Lärche sind besonders widerstandsfähig und finden sich häufig an den Rändern von Lawinengängen. Für die vorbeugende Schutzwirkung sind jedoch vor allem immergrüne Baumarten mit höherer Schneerückhaltefähigkeit, wie etwa die Fichte, von großer Bedeutung. 

Neben der Baumartenwahl ist es ebenso wichtig, dass die Bäume eine gewisse Höhe haben, um effektiv vor Lawinen zu schützen. Eine Lawine kann erst aufgehalten werden, wenn die Bäume mindestens doppelt so hoch sind wie die Schneedecke.  

Wo Wald an Grenzen stößt, hilft Technik

Klimawandel, großflächige Borkenkäferkalamitäten und starker Wildverbiss setzen den Lawinenschutzwald zunehmend unter Druck. Ist der Wald geschädigt oder fehlt er ganz, kann er seine Schutzfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. In solchen Fällen kommen zusätzliche technische Maßnahmen zum Einsatz, um Täler und Siedlungen vor Lawinen zu schützen.

In Österreich übernimmt diese Aufgabe unter anderem die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) als Teil des Forsttechnischen Dienstes. Neben der gezielten Bewirtschaftung und Wiederherstellung von Schutzwäldern plant und realisiert die WLV auch technische Schutzmaßnahmen – insbesondere dort, wo kein Wald vorhanden ist oder ein zusätzlicher Schutz erforderlich ist. 

Stahlschneebrücken im Lesachtal verhindern das Anbrechen von Lawinen.

Das Spektrum dieser Maßnahmen ist breit: Es reicht von kleineren Eingriffen wie Seil- und Schneenetzen, die die Bodenrauhigkeit erhöhen und Schneebewegungen bremsen, bis hin zu großdimensionierten Bauwerken wie Stahlschneebrücken oder Lawinenauffangdämmen, die ganze Gemeinden in den Tälern schützen.

Aus wirtschaftlicher Sicht bleibt der intakte Schutzwald jedoch die effektivste und kostengünstigste Lösung. Technische Bauwerke verursachen häufig ein Vielfaches der Kosten im Vergleich zur langfristigen Erhaltung und Pflege eines funktionsfähigen Lawinenschutzwaldes.

Wusstest Du schon…?
Ein intakter Schutzwald ist deutlich kostengünstiger als technische Lawinenschutzmaßnahmen. Als Faustregel gilt: Die Kosten verhalten sich etwa wie 1:10:100 – für Erhaltung des Waldes, Wiederherstellung des Waldes und technische Bauwerke.

Lawinenauffangdämme halten Schneemassen auf, wie hier in der Steiermark.

Schutzwald – auch bei uns ein Zukunftsthema  

Die Schutzfunktion des Waldes, etwa vor Lawinen, Steinschlag oder Erdrutschen, spielt im deutschen Forststudium bislang eine eher untergeordnete Rolle. Das ist angesichts der Topografie Deutschlands nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigen zunehmende Extremwetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen, dass der Wald auch hierzulande eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. Diese wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. 

In alpinen Regionen ist das Wissen über den Lawinenschutzwald dagegen präsenter. Viele Wintersportler:innen begegnen ihm im Skiurlaub, oft ohne sich dessen Wirkung bewusst zu sein. Umso wichtiger ist es, die Schutzfunktion des Waldes sichtbar zu machen, nicht nur in den Bergen, sondern auch vor unserer eigenen Haustür. 

Habt Ihr schon einmal vom Lawinenschutzwald oder von der Schutzfunktion des Waldes gehört? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Quellen:

Huber, A.; Hainzer, E.; Kofler, A.; Fischer, J.-T. (2015) Die Schutzwirkung des Waldes in der Lawinensimulation. Ländlicher Raum. 03/2015 https://www.bmluk.gv.at/dam/jcr:57e4ab87-3216-41fb-a11f-0fc38baa089e/09_Schutzwirkungen%20des%20Waldes.pdf

Margreth, S. (2004) Die Wirkung des Waldes bei Lawinen. Forum für Wissen 21-26 https://www.waldwissen.net/assets/wald/schutzfunktion/schnee/wsl_wald_lawinen/download/wsl_wald_lawinen_originalartikel.pdf.pdf

Neumann, M. (2025) Schutzwirkung von Wald gegen Lawinen. Lehrveranstaltung Spezieller Waldbau für Schutzwälder. 10.04.2025. Universität für Bodenkultur, Wien 

https://www.wsl.ch/de/news/ab-wann-baeume-vor-lawinen-schuetzen

https://www.geo.de/geolino/natur-und-umwelt/18219-rtkl-weisse-wucht-wie-entsteht-eine-lawine

https://www.naturgefahren.at/naturgefahrenmanagement/diewildbachundlawinenverbauung.html

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