Holzverkauf Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/holzverkauf Wissen aus dem Wald Wed, 07 Aug 2024 10:25:23 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png Holzverkauf Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/holzverkauf 32 32 Holz verkaufen – Tausche zwei Holz gegen ein Lehm https://forsterklaert.de/holzverkaufen https://forsterklaert.de/holzverkaufen#comments Sun, 02 Jul 2023 15:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=4124 In einigen Artikel haben wir Euch schon erklärt, wie man den Wert von Bäumen bestimmt, welche Holzmerkmale dafür wichtig sind und wie mit Holz eigentlich Geld verdient werden kann. Aber eine Sache haben wir Euch noch nicht erklärt… Wie läuft eigentlich Holz verkaufen im echten Leben ab? Ganz so wie im Spiel Siedler klappt das nicht.

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In einigen Artikel haben wir Euch schon erklärt, wie man den Wert von Bäumen bestimmt, welche Holzmerkmale dafür wichtig sind und wie mit Holz eigentlich Geld verdient werden kann. Aber eine Sache haben wir Euch noch nicht erklärt… Wie läuft eigentlich Holz verkaufen im echten Leben ab? Ganz so wie im Spiel Siedler klappt das nicht.

Käufer suchen 

Der Holzhandel bzw. -verkauf läuft natürlich nicht wie im Supermarkt ab. Es gibt keine zentrale Stelle, wo alle Försterinnen und Förster ihr gesamtes Holz hinbringen und zum Verkauf anbieten. Das Holz lagert nämlich im Wald am Forstweg und es müssen sich die Kunden und Verkäufer selbstständig finden. 

Ein Beispiel: Förster Felix fällt zwanzig Eichen. Die unteren Stammabschnitte sind besonders schön und astfrei. Das Holz kann super zu Massivholzdielen verarbeitet werden. Also ruft Förster Felix die Firma Eichmann GmbH an, denn die stellen Eichendielen her. Er nennt ihnen Menge und Qualität. Daraufhin schickt die Eichmann GmbH den Holzeinkäufer Eichelbert Eichmann zu Felix in den Wald. Die beiden schauen sich jeden einzelnen Stamm genau an und einigen sich auf eine Qualitätsstufe, z.B. A oder B, und den damit verbundenen Durchschnittspreis, z. B. 300 € pro Festmeter (Forstfachsprache für: Kubikmeter). Alternativ, bei solch hohen Preisen üblich, wird für jeden Stamm ein eigener Preis festgelegt. Die Stämme liegen dann auch einzeln und nebeneinander am Waldweg. Felix notiert bei dieser sogenannten Holzabnahme Stammnummern, Qualität, Volumen und Preis. Danach schreibt er oder das Forstamt eine Rechnung und die Eichmann GmbH holt das Holz mit einem LKW ab. 

In diesem Video erklären Simon und Felix Euch, wie man das Volumen von Bäumen berechnet.

Ein anderer Fall ist das sogenannte Massensortiment. Kiefernstämme z.B. sind in der Regel Massensortimente. Die Qualität ist gleichbleibend und die Mengen sehr groß. Der Preis beträgt in der Regel etwa 100 € oder weniger pro Festmeter. Da hier Käufer:in und Verkäufer:in nicht groß über Preis und Qualität diskutieren müssen, melden Verkaufende die Menge bei den Kaufenden an. Das Polter wird vermessen, also die Verkaufsmenge abgeschätzt und das Holz vom Käufer abtransportiert. 

Wusstest Du schon…?
In der Regel verkauft man Holz aus dem Wald heraus. Ganz besonders wertvolle Stämme werden aber versteigert. Dazu sammelt man diese auf einem Submissionsplatz und Interessierte können bieten. Wie so eine stille Submission abläuft, erfährst Du hier.

Verkäufer finden

Der ganze Holzverkauf kann aber auch genau andersherum ablaufen. Ein Beispiel: Die Eichmann GmbH ist auf der Suche nach Eichenholz für Massivholzdielen. Letztes Jahr hat Förster Felix ganz tolle Eichenstämme liefern können. Da muss doch noch mehr zu holen sein… Eichelbert Eichmann ruft Förster Felix an und sagt, er benötigt 100 Festmeter schönstes Eichenholz. Förster Felix überlegt kurz und sagt zu. Daraufhin lässt er Eichen mit schönen Stämmen fällen, bis die 100 Festmeter zusammen sind. Dann kommt Eichelbert Eichmann wieder zur Holzabnahme vorbei. Die Stämme werden begutachtet und Preise diskutiert. 

Kiefer ist in der Regel ein Massensortiment. Große Polter mit Hunderten Stämmen sind keine Seltenheit. Eiche dagegen wird häufig als einzelner Stamm verkauft.

Ein anderes Beispiel: Brennholzpirat Bernd ist auf der Suche nach Feuerholz für seinen Kamin. Er sucht die nächste Försterei im Internet und fährt prompt sonntagsfrüh um 8.30 Uhr auf Förster Felix’ Hof. Bernd fragt Felix, ob er ein bisschen Brennholz kaufen kann. Förster Felix bietet ihm daraufhin einen bereits geschnittenen Brennholzpolter an. Bernd ist aber ein echter Macher und will unbedingt selbst Holz sägen, denn er hat eine nagelneue Motorsäge und außerdem ist selbst sägen günstiger. Daraufhin bietet Felix ihm die Eichenkronen an, die er Eichelbert Eichmann nicht verkaufen konnte. Bernd nimmt das Angebot an. Er schneidet die Krone klein und fährt das Holz nach Hause. Felix hat die Brennholzmenge vorher abgeschätzt und schreibt Bernd daraufhin eine Rechnung. Und zack, ist wieder etwas Geld verdient. So einfach geht Holz verkaufen.

Alternative Holzhandelswege

Neben den oben beschriebenen Verkaufsarten gibt es auch noch den Weg über einen Holzhändler. Dieser kauft zum Beispiel beim Förster größere Mengen und verschiedene Holzarten ein. Der Händler oder die Händlerin verkauft das Holz dann weiter an weitere Kunden. Der Holzhandel stellt damit also eine Zwischeninstanz dar. Das ist vor allem beim Holzexport der Regelfall. Da Förster Felix keinen guten Kontakt ins Ausland hat, wo z. B. Eschen gerade sehr gefragt sind, verkauft Förster Felix einfach an einen Holzhändler, der das Holz dann weiter verkauft.

Simon, wie er Lotti und Maira erklärt, worauf es beim Holzverkauf ankommt. Vielleicht übernehmen die beiden irgendwann Simons Job.

Aber auch das Internet hat im Forst Einzug gefunden. Mittlerweile gibt es auch Apps und Plattformen, über die Brennholz verkauft wird. Ein Foto, Menge und Preis reichen aus, um das Holz über das Internet zu verkaufen. Ähnlich wie eBay Kleinanzeigen, wird das Holz dann angeboten.

Das war’s auch schon mit unserem Artikel zum Holzverkauf. Wir hoffen, Ihr konntet etwas lernen oder wir haben Euch eine neue Beschäftigung fürs Wochenende beschert: Brennholzpolter im Internet bestaunen. Bewertet gerne unsere Artikel und schreibt uns Eure Fragen zum Thema Wald. Wir freuen uns!

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Submission – Ebay für Bäume https://forsterklaert.de/submission https://forsterklaert.de/submission#respond Sun, 13 Feb 2022 16:04:34 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2983 geht es um das wertvollste Holz, das in unseren Wäldern zu finden ist. Diese ganz besonderen Stämme sind extrem selten und werden auf einer sogenannten Submission verkauft. Warum dieses wertvolle Holz so selten ist und wie eine Submission abläuft, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Über 1.000€ für einen Baumstamm? Solche Erlöse sind der Traum aller Waldbesitzenden. Heute geht es um das wertvollste Holz, das in unseren Wäldern zu finden ist. Diese ganz besonderen Stämme sind extrem selten und werden auf einer sogenannten Submission verkauft. Warum dieses wertvolle Holz so selten ist und wie eine Submission abläuft, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

So kann ein Submissionsplatz aussehen.

Wie man Holz normalerweise verkauft

Die gewöhnliche Methode des Holzverkaufs besteht darin, dass Förster:innen das geerntete Holz in verschiedene Qualitätsklassen sortieren und anschließend zusammengefasst an der Waldstraße ablegen. Das sind die sogenannten Polter. Für Stammholz gilt in aller Regel die Sortierung anhand der “Rahmenvereinbarung für Rohholzhandel” (RVR), in der alle Kriterien zur Bewertung eines Stammes aufgelistet sind. Die Qualitätsklassen erstrecken sich von A (sehr gut) bis D (schlecht). Und wenn das Holz sogar noch schlechter und damit nicht mehr für ein Sägewerk brauchbar ist, dann wird es zum Beispiel als Industrieholz zu Papier verarbeitet oder dient als Brennholz zum Heizen im Winter. Wenn Ihr mehr darüber wissen wollt, schaut mal hier rein!

Die Créme de la Créme

Wir widmen uns heute den besonders guten Stämmen aus der Qualitätsklasse A. Das sind dicke Stämme ohne wertmindernde Fehler wie Äste, krummer Wuchs oder Fäule im Holz. Und sowas ist wirklich sehr selten zu finden. Warum? Wenn man durch den Wald läuft, könnte man denken, dass eigentlich viele “schöne” Bäume zu finden sein müssten. Der Teufel steckt jedoch im Detail. Oft erkennt man Fehler erst, wenn man den Baum bereits gefällt hat. Erst dann kann man in das Holzinnere schauen und überprüfen, ob eine Fäule oder Risse im Holz vorhanden sind. Und so kommt es zustande, dass lediglich 0,6 Prozent des gesamten Holzes diese hohe Qualität aufweist. Der überwiegende Teil besteht aus Holz in normaler Qualität, welches man hauptsächlich als Sägeholz für beispielsweise Dachstühle oder Möbel verwendet. Und über ein Drittel des gesamten Holzes lässt sich nur noch für die Verwendung als Industrieholz gebrauchen.

Wusstest Du schon…?
Wir haben zu dem Thema auch ein spannendes Video gedreht! Für noch mehr Infos, schaut doch gerne mal auf unserem YoutTube-Kanal vorbei:

Wieso es die Submission gibt

Das besonders gute Holz wird also als Qualitätsklasse A eingestuft und könnte auch regulär an Sägewerke oder andere Interessent:innen verkauft werden. Allerdings gibt es hierbei einige Hindernisse. Da es sich oft nur um wenige einzelne Stämme handelt, lohnt sich der ganze Aufwand für die Käufer:innen meistens nicht. Das Stichwort lautet hier “Mindestabnahmemenge”. Diese beträgt oft eine volle Lkw Ladung. Was soll ein großes Sägewerk auch mit einem einzelnen Stamm anfangen? Aus diesem Grund gibt es die sogenannte Submission. Hier können alle Förster:innen aus der Umgebung ihre wertvollsten Stämme zentral an einem Ort, dem Submissionsplatz, sammeln. Das ist dann sozusagen ein riesiger Polter für wertvolles Holz.

Ein weiterer Grund für den Holzverkauf auf einer Submission besteht darin, dass die RVR nicht auf jeden Stamm anwendbar ist. So kann es vorkommen, dass ein Stamm eine sehr gute Qualität aufweist, aber wegen einer Kleinigkeit in eine schlechtere Qualitätsklasse rutscht. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn Förster:innen genau wissen, wie Holz verarbeitet wird. Denn dadurch können sie beurteilen, ob es sich lohnt, diesen Stamm zur Submission zu bringen. Denn möglicherweise ist für bestimmte Verwendungsarten dieser Fehler total egal und Interessent:innen bieten trotz des Fehlers einen hohen Preis. Hier gilt der Spruch “Immer verwendungsbezogen denken”.

Was genau ist eine Submission?

Die Submission ist ein Verkaufsverfahren, bei dem potentielle Käufer:innen ihre Gebote auf einen Stamm schriftlich bei der Verkaufsleitung abgeben. Es ist also nicht wie bei einer öffentlichen Auktion, bei der sich die Bieter:innen laut schreiend gegenseitig überbieten. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Interessent:innen nicht wissen, wie hoch die anderen Gebote sind. Das verhindert weitestgehend geheime Absprachen untereinander.

Wusstest Du schon…?
Eine Submission ist immer für eine Überraschung gut. Oft erzielt man Preise, mit denen vorher niemand gerechnet hätte. Die Ergebnisse einer Submission werden regelmäßig veröffentlicht und dienen als Anhaltspunkt für die Preise auf dem Holzmarkt. Hier findet Ihr beispielhaft die Submissionsergebnisse der Niedersächsischen Landesforsten aus den letzten Jahren.

Wie läuft eine Submission ab?

Zuerst wählen die Förster:innen die wertvollsten Stämme in ihrem Revier aus. Anschließend übermitteln sie die wichtigsten Daten wie Baumart, Länge und Durchmesser an die Verkaufsleitung der Submission. Danach organisiert man den Transport zum Submissionsplatz, wo alle Stämme gesammelt und ordentlich nach Baumart sortiert aufgereiht liegen. Dann veröffentlicht man die fertige Verkaufsliste aller vorhandenen Stämme und schickt sie an potentielle Kund:innen gleichzeitig.

Der Kran legt die Stämme ordentlich ab, so können Käufer:innen sich alle genau anschauen.

Diese haben nun mehrere Wochen Zeit, um zu dem Submissionsplatz anzureisen und die Stämme zu begutachten. Der lange Zeitraum ist notwendig, da sogar Interessent:innen aus dem Ausland anreisen. Meistens wird ein bestimmter Zeitraum von etwa einer Woche festgelegt, in dem man die Stämme “sauber” hält. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es geschneit hat. Denn mit Schnee lassen sich die wichtigen Holzmerkmale nicht erkennen. Nach Begutachtung der Stämme schicken die Interessent:innen ihre Gebote in einem verschlossenen Briefumschlag an die Verkaufsleitung. Diese öffnet am zuvor festgelegten Stichtag alle Umschläge und vergibt die Zuschläge an die Bieter:innen mit den Höchstgeboten.

Hank muss diesen Stamm noch putzen.

Was passiert mit den Stämmen?

Wenn man bedenkt, dass es viele Jahrzehnte und mehrere Generationen von Förster:innen gedauert hat, bis man solche wertvollen Stämme ernten kann, sind solche hohen Preise mehr als gerechtfertigt. Denn auch die Bäume von schlechterer Qualität haben einen ähnlich hohen Aufwand gefordert, man kann sie aber nur zu einem sehr viel geringeren Preis verkaufen. Habt Ihr denn eine Idee, zu welchen Produkten die besten Stämme verarbeitet werden? Schaut Euch mal in Eurer Wohnung um und schreibt uns Eure Ideen in die Kommentare!

Quellen:
https://www.landesforsten.de/bewirtschaften/holz/holzverkauf/submissionen-2/
https://www.landesforsten.de/bewirtschaften/holz/holzverkauf/

https://www.rvr-deutschland.de/struktur.php?id=47

Vorlesungsunterlagen Holzaushaltung

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