jagen Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/jagen Wissen aus dem Wald Sun, 27 Oct 2024 18:48:59 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.6 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png jagen Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/jagen 32 32 Ist Jagen zeitgemäß? https://forsterklaert.de/jagen https://forsterklaert.de/jagen#comments Sun, 27 Oct 2024 18:48:56 +0000 https://forsterklaert.de/?p=5357 Ist es überhaupt noch notwendig, in einer modernen Welt auf die Jagd zu gehen? Diese Frage beschäftigt viele Leute. Kritiker:innen...

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Ist es überhaupt noch notwendig, in einer modernen Welt auf die Jagd zu gehen? Diese Frage beschäftigt viele Leute. Kritiker:innen beschreiben das Jagen als mörderisches Hobby, Befürworter:innen betrachten sie als notwendig in einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft. Hier entsteht ein teilweise heftiger Diskurs, der oftmals sehr emotional geführt wird. Zu Beginn von Forst erklärt (vor etwa 4 Jahren!) haben wir uns diesem Thema bereits angenommen. Damit dieses wichtige Thema nicht in Vergessenheit gerät, gehen wir der Frag wie zeitgemäß die Jagd noch ist, erneut auf den Grund.

Den Jagdschein erhält man nach Bestehen der Jägerprüfung, dem sogenannten “grünen Abitur”.

Nicht alle dürfen jagen

Die Jagd in Deutschland unterliegt strengen Regeln. Um überhaupt mit einer Waffe in das Jagdrevier fahren zu dürfen, muss man zuerst einige Hürden überwinden. Ein Jagdscheinkurs, bei dem Wildtierkunde, Waffenhandhabung, Jagdrecht und vieles mehr vermittelt wird, schließt mit dem “Grünen Abitur” ab. Außerdem überprüft man, ob die Jagdscheinanwärter:innen Vorstrafen haben. Das wäre ein Ausschlusskriterium für den Erwerb einer Jagdwaffe. Nachdem die Jagdprüfung bestanden ist, dürfen die frisch gebackenen Jungjäger:innen nicht einfach auf den nächsten Hochsitz steigen. Sie müssen sich zuerst um ein Jagdrevier bemühen, wo sie mitjagen dürfen. Das kostet meistens viel Geld. Außerdem sind sie dann für viele andere Dinge, neben dem typischen Abend- oder Morgenansitz, in diesem Revier zuständig. Zum Beispiel müssen sie kaputte Hochsitze reparieren oder sich um Verkehrsunfälle mit Wildtieren kümmern.

Durch landwirtschaftliche Flächen haben viele Wildtiere das ganze Jahr ausreichend Nahrung. Eine natürliche Regulierung ist nicht mehr möglich.

Ohne die Jagd gibt es zu viele Wildtiere

Ein beliebter Spruch unter Jagdkritiker:innen lautet “Die Natur reguliert sich selbst.” Damit geht einher, dass die Jagd überflüssig sei. Dabei wird außer Acht gelassen, dass es in Deutschland so gut wie keine Natur mehr gibt. Überall hat der Mensch seine Finger im Spiel. Dazu gehört die Zersiedelung der Landschaft durch Städte, Straßen und Bahngleise. Außerdem können natürliche Regulationsmechanismen nicht mehr greifen. Wildtiere finden in der Agrarlandschaft das ganze Jahr ausreichend Nahrung. So kann keine natürliche Selektion stattfinden. Auch große Beutegreifer wie der Wolf haben kaum Relevanz. Gleichzeitig wird die Vermehrungsrate von Wildtieren, wie zum Beispiel von Wildschweinen, maßgeblich von der Nahrungsverfügbarkeit bestimmt: Ist viel Nahrung vorhanden, gibt es viel Nachwuchs. Und dank des Klimawandels schaffen es zusätzlich viel mehr Jungtiere durch den Winter als es natürlicherweise der Fall wäre. Mit der Bejagung dieser Wildtiere, können wir versuchen ein “künstliches Gleichgewicht” zu schaffen, wenn das “natürliche Gleichgewicht” nicht mehr möglich ist.

Jagen für Naturschutz und Artenvielfalt

Es gibt sogenannte Kulturfolger und Kulturflüchter. Kulturfolger passen sich an uns Menschen gut an. Sie finden Nahrung und Unterschlupf in Siedlungsgebieten. Dadurch können sich ihre Lebensumstände sogar deutlich verbessern, im Vergleich zu ihren natürlichen Habitaten. Das führt oftmals zu ansteigenden Populationsgrößen. Beispiele für Kulturfolger sind Fuchs und Wildschwein. Das Gegenteil sind die Kulturflüchter. Sie leiden unter dem Einfluss des Menschen. Rebhühner finden auf großen Agrarflächen keine Deckungsmöglichkeiten mehr und sind leichte Beute für Prädatoren. Durch die Jagd können wir zwar keine Verbesserung der Lebensräume herbeiführen, aber den Druck durch Fressfeinde reduzieren. Besonders invasive Arten führen häufig zu Problemen. Sie verdrängen heimische Konkurrenten und werden zum Albtraum für Vögel, deren Nester komplett ausgeräumt werden. Hier kann die Jagd ebenfalls zu einer Verbesserung führen.

Die Jagd unterliegt strengen Regeln

Jede Wildart hat spezielle Jagdzeiten. Diese variieren je nach Bundesland. Man darf Wildtiere also nicht das ganze Jahr über bejagen, sondern nur in bestimmten Zeiträumen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass während sensibler Phasen, in denen zum Beispiel Jungtiere auf die Welt kommen, möglichst nicht gejagt wird. Außerdem gelten zu jeder Zeit strenge Tierschutzauflagen. Jäger:innen müssen immer alles daran setzen, dass sie einen sauberen Schuss abgeben, der möglichst schnell tötet und wenig Leid verursacht. Auch der Mutterschutz ist ein wichtiger Faktor. Es ist strengstens verboten, ein Muttertier zu erlegen, wenn Jungtiere noch von ihr abhängig sind.

Dafür müssen Jäger:innen sehr gute Kenntnisse darüber entwickeln, um ihre potentielle Beute richtig anzusprechen. Um nicht zu viele Wildtiere zu erlegen, erstellen die Jagdbehörden Abschusspläne. In ihnen ist die Anzahl der zu erlegenden Wildtiere vorgegeben. Auch Alter und Geschlecht spielen dabei eine wichtige Rolle. Insgesamt kann man also sagen: Jäger:innen müssen viele Dinge beachten, bevor sie ein Wildtier erlegen können.

Wusstest Du schon…?
Abschusspläne sind Jahres- oder Mehrjahrespläne, in denen die Zahl der zu erlegenden Wildtiere festgehalten wird. Sie werden in Zusammenarbeit zwischen Jagdausübungsberechtigten, Hegegemeinschaften und Jagdbehörden erstellt sowie behördlich genehmigt und kontrolliert. Für jede Schalenwildart (außer Wildschweine) wird festgelegt wie viele Tiere, aufgeschlüsselt nach Alter und Geschlecht, in jedem Jahr erlegt werden sollen, um festgelegte Ziele, wie zum Beispiel eine natürliche Waldverjüngung, erreichen zu können.

Während sensibler Phasen haben Wildtiere Schonzeit und dürfen nicht bejagt werden.

Jagen für den Wald von Morgen

Die Jagd im Wald dient der Sicherung eines klimastabilen Mischwaldes von Morgen. Viele Waldflächen sind in den letzten Jahren durch die Auswirkungen des Klimawandels abgestorben. Damit hier neue Wälder entstehen, pflanzen Förster:innen junge Bäumchen, die besser an das zukünftige Klima angepasst sind. Sie sind den Wildtieren ohne unser Zutun hilflos ausgeliefert. Mit dem Anknabbern von Knospen und Trieben stören Rehe & Co. das Wachstum der Bäume und können sogar zum Absterben führen. Zum Schutz können Zäune gebaut, Einzelschutzmaßnahmen durchgeführt und die Zahl der Wildtiere mit Hilfe der Jagd reduziert werden.

Wenn Wildtiere zu oft junge Bäume anknabbern, können die Bäumchen absterben.

Die Jagd ist ein sehr komplexes Thema mit unglaublich vielen Facetten. Insgesamt kann man sagen, dass die Jagd notwendig ist. Solange wir die Lebensräume der Wildtiere beeinflussen, ist auch ein gewisses Management notwendig. Die Jagd ist dabei nur ein Werkzeug von vielen. Wichtig ist, dass Jäger:innen sich ihrer Verantwortung bewusst sind und Tiere nicht wie Schädlinge abgeschossen werden. Und zum Schluss: Auch wenn man bei dem Thema schnell emotional wird, bleibt in einer Diskussion bitte immer lieb und sachlich zueinander!

Quellen:

https://forsterklaert.de/wieso-wir-jagen-muessen-teil-i

https://www.jagdverband.de/rund-um-die-jagd/der-jagdschein

https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/fragen-zur-jagd/ist-jagd-notwendig/

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Aus dem Wald in die Küche: Wilde Bolognese (Rezept) https://forsterklaert.de/wilde-bolognese https://forsterklaert.de/wilde-bolognese#respond Sun, 14 Feb 2021 16:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=1701 Statt des klassischen Sonntags- und Weihnachtsbraten, wollen wir Euch zeigen, wie sich Wildfleisch in die alltägliche Küche integrieren lässt. So geht nachhaltiger Fleischkonsum - für jede:n. Wir kochen mit Euch zusammen eine Bolgnese mit Wildfleisch.

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In vorherigen Artikeln haben wir Euch bereits erklärt, warum das Wild im Wald bejagt werden muss. Den Link zu diesen Artikeln findet Ihr hier. Heute soll es um die Verwertung des Wildfleischs gehen. Statt des klassischen Sonntags- und Weihnachtsbraten, wollen wir Euch zeigen, wie sich Wildfleisch in die alltägliche Küche integrieren lässt. So geht nachhaltiger Fleischkonsum – für jede:n. Unseren Rezeptvorschlag für eine Wildfleisch-Bolognese findet Ihr im folgenden Artikel.

Benvenuto Ihr Freund:innen des Waldes! Sie ist ein echter Klassiker unter den Pastagerichten. Heute möchten wir mit Euch zusammen eine leckere Bolognese mit Wildhack zubereiten. Wir haben uns dabei für Fleisch vom Reh entschieden, natürlich könnt Ihr aber ganz frei wählen, was in Eure Wilde Bollo rein darf… Das Reh haben wir Euch in einem anderen Artikel bereits vorgestellt. Das verwendete Wild wurde zuvor von Felix erlegt und selbstständig verarbeitet. Wo Ihr leckeres Wildfleisch aus Eurer Region herbekommt, erfahrt Ihr übrigens in einem unserer nächsten Artikel!

Das braucht Ihr für circa 4 Portionen:

  • einen EL Butterschmalz
  • zwei Zwiebeln
  • zwei Zehen Knoblauch (gerne auch mehr)
  • zwei EL Tomatenmark
  • 750 g Wildhack
  • 300 ml passierte Tomaten
  • 800 g gestückelte Tomaten
  • 200 ml Rotwein für Euch, 200 ml für die Soße und den Rest wieder für Euch
  • mediterrane Kräuter (Rosmarin, Oregano, Thymian, Basilikum)
  • zwei Lorbeerblätter (vor Verzehr aus der Soße holen)
  • Wacholderbeeren (wer es mag)
  • Pfeffer und Salz
  • 500 g Spaghetti
Die Zutaten für die Wilde Bollo

So wird’s gemacht:

Am besten verwendet Ihr für die Zubereitung einen großen Topf, damit die Wildfleisch-Bolognese darin anschließend schön durchziehen kann.

  1. Zuerst schneidet Ihr die Zwiebeln und den Knoblauch in feine Würfel. Diese werden dann in etwas Butterschmalz mit Tomatenmark angedünstet, bis sie glasig sind. Das Butterschmalz könnt Ihr natürlich auch durch normale Butter oder Öl ersetzen, aber gerade bei Wildgerichten gibt das Schmalz einen ganz besonderen Geschmack.
  2. Das Hackfleisch könnt Ihr am besten separat in zwei Portionen anbraten, da das Fleisch viel Flüssigkeit verlieren kann.  Durch das scharfe Anbraten entstehen Röstaromen, die Eurem Gericht später mehr Geschmack verleihen! Anschließend gebt Ihr das angebratene Fleisch in den Topf und löscht das Ganze mit Rotwein ab.
  3. Dazu kommen nun die passierten Tomaten und die Tomatenstücke. Alles sollte einmal kurz zusammen aufkochen, dann könnt Ihr aber schon auf mittlere Hitze reduzieren.  
  4. Zuletzt schmeckt Ihr mit Salz, Pfeffer und den mediterranen Kräutern ab.Thymian, Rosmarin, Oregano und Basilikum verleihen dabei das typische italienische Geschmackserlebnis! Am besten verwendet Ihr frische Kräuter.

Wenn Ihr die Wildfleisch-Bolognese zubereitet und sie dann noch für drei bis vier Stunden auf kleinster Flamme stehen lasst, schmeckt sie übrigens am besten! Dabei reduziert sich die Flüssigkeit, also seid vorsichtig mit dem Würzen. Ganz klassisch kann man dazu Spaghetti genießen, aber auch da könnt Ihr natürlich völlig frei wählen.

Falls Ihr beim Köcheln lassen noch Lust auf weitere Inspiration habt, könnt Ihr Euch zum Beispiel dieses Kochbuch anschauen.

Molto bene, wie das duftet! Lasst es Euch schmecken!

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Wem gehört das Wild? https://forsterklaert.de/wem-gehoert-das-wild https://forsterklaert.de/wem-gehoert-das-wild#comments Wed, 04 Mar 2020 16:22:29 +0000 https://forsterklaert.de/?p=284 Wald und Feld werden von unzähligen Tieren besiedelt. Bei manchen davon kommt uns die Ehre zuteil, sie erlegen zu dürfen und zu einem kostbaren Nahrungsmittel zu verwerten. Wem das Wild gehört, was und wo ich überall jagen darf und was ich davon behalten darf, das möchten wir Dir in diesem Beitrag erklären.

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„Und wenn Du dann etwas erlegst, dann darfst Du das auch behalten und mitnehmen?“

Jain…so einfach ist das leider nicht. Wald und Feld werden von unzähligen Tieren besiedelt. Bei manchen davon kommt uns die Ehre zuteil, sie erlegen zu dürfen und zu einem kostbaren Nahrungsmittel zu verarbeiten. Wem das Wild gehört, was und wo man überall jagen darf und ob man das gejagte auch behalten darf, das möchten wir Dir in diesem Beitrag erklären.

Das Jagdrecht ist leider nicht ganz unkompliziert, dennoch hoffen wir, dass wir alles verständlich erklären können. Wenn Du Fragen dazu hast, kannst Du natürlich gerne in die Kommentare schreiben!

Das Jagdrecht

„Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (Wild) zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. […]“

(Bundesjagdgesetz §1 (1))

Diesen Bandwurmsatz versuchen wir nun einmal aufzuschlüsseln und zu erläutern.

Was ist Wild?

Wild ist jedes wildlebende Tier (althochdeutsch für ungezähmt). Wichtig ist dabei, dass es jagdbar ist, das bedeutet, dass es dem Jagdrecht unterliegt.  Im Bundesjagdgesetz §2 kannst Du nachlesen, welche Tiere unter das Jagdrecht fallen. Die Amsel im Garten zählt also nicht als Wild, das Reh und das Wildschwein schon. Aus alten Zeiten stehen dort zum Beispiel auch noch der Luchs und der Seehund – der Wolf hingegen nicht. Diese seltenen Arten sind aber ganzjährig geschont, das heißt sie dürfen generell nicht bejagt werden.

Wild gilt vor der Erlegung als „herrenlos“, es gibt also keinen Aneignungsanspruch an lebendem Wild, es sei denn es ist krank oder verletzt. Wild gehört also niemanden, solange es lebt. Sobald es erlegt wird, gibt es aber einen Besitzer.

Wo darf ich jagen?

Als JägerIn darf man nicht überall jagen, wo man möchte, sondern nur „auf einem bestimmten Gebiet“. Entweder man besitzt ein zusammenhängendes, nicht eingezäuntes Gebiet von 75 Hektar (1 Hektar = 100x100m -> seeehr großer Garten). Dies ist dann ein sogenannter Eigenjagdbezirk. Oder, wenn man kein so großes Eigentum besitzt, hat man die Möglichkeit ein Jagdrevier zu pachten. Menschen mit kleinem Grundbesitz, zum Beispiel einem kleinen Bauernwald, schließen sich zu einer Jagdgenossenschaft (mind. 150 Hektar) zusammen und suchen dann einen Jagdpächter. Dieser darf dann auf dem fremden Eigentum jagen, es aber nicht land- oder forstwirtschaftlich nutzen.

Wusstest Du schon…?
Bis 1850 war es nur dem Adel erlaubt, die Jagd auszuführen, doch dann wurde das Jagdrecht an Grund und Boden gebunden. Weil viele Bauern daraufhin selbst auf kleinster Fläche alles Wild zur Nahrungsgewinnung erlegten, wurde zum Schutz des Wildes die Mindestgröße von 75 Hektar festgelegt.

In den beiden oben genannten Fällen wärst Du dann im Besitz der Jagdausübungs­berechtigung und damit gehört Dir jedes erlegte Stück Wild in seiner Gänze. Klingt kompliziert? Wir haben Dich ja gewarnt!

Doch haben nicht alle JagdscheininhaberInnen in Deutschland auch ein Revier gepachtet oder besitzen eine Eigentumsfläche von 105 Fußballfeldern. Ein Revier zu pachten erfordert viel Zeit und vor allem eines: Geld.

Für den Fall, dass Du eben nur einen Jagdschein aber kein Revier hast, kannst Du als Jagdgast eingeladen werden, bzw. gibt es dafür sogenannte Begehungsscheine. Das heißt, der Eigentümer oder Pächter erlaubt Dir in seinem Jagdbezirk zu jagen. Das kann mit einer Kostenpauschale verbunden oder unentgeltlich sein. Wenn Du in einem Revier jagen darfst, ohne dafür zahlen zu müssen, dann wirst Du aber wahrscheinlich häufig den ein oder anderen Hochsitz schleppen, Dinge reparieren oder bei anderen Arbeiten helfen müssen, die eben in einem Revier anfallen.

Wusstest Du schon…?
Das Jagdrecht ist nicht in jedem Land das Gleiche. In der Schweiz, Kanada und vielen anderen Ländern werden die sogenannten Abschüsse nach Lizenzen verlost. Man muss sich also für die Erlegung eines Tieres bewerben und bekommt mit etwas Glück die staatliche Erlaubnis. Der Staat hat dort die Hoheit über das Jagdrecht. Ein Reviersystem wie in Deutschland gibt es dort nicht.

Und dann darf ich Wild erlegen und behalten?

Wenn Du dann nun endlich ein passendes Revier gefunden hast, bekommst Du vom Eigentümer oder Pächter vorgegeben, was Du erlegen darfst. Dies ist an die Schonzeiten (Wild darf nur in bestimmten Monaten bejagt werden), den Abschussplan (es darf nur eine gewisse Anzahl gejagt werden) und die persönlichen Vorstellungen des Revierbesitzers gebunden. Was es mit den Schonzeiten und Abschussplänen auf sich hat, erfährst Du in kommenden Artikeln. Dran bleiben also!

Teil des Kleinen Jägerrechts – die Leber, hier Damwildleber mit Zwiebel und Apfel

Und dann ist es endlich so weit! Du sitzt im Mai (ab Mai darf man Rehböcke jagen) auf dem Hochsitz und es kommt ein Rehbock vorbei. Alles ist sicher und Du ziehst am Abzug. Der erlegte Bock wird nun ausgenommen und in die Kühlkammer gebracht. Dann darfst Du das sog. Kleine Jägerrecht behalten. Dies sind alle Innereien, wie die Lunge, das Herz (für‘s Ragout), Leber (mit Apfel und Zwiebeln – lecker!), Niere, Milz, das Gehirn, die Zunge und die Bäckchen (Delikatesse!). Und damit der Hund nicht hungern muss, darfst Du auch den Pansen mitnehmen. Und, für manch einen noch wichtiger, den Kopf des Tieres, also die Trophäe.

Möchtest Du Dir aber für Weihnachten den Rücken oder für den nächsten Grillabend Hack für Burger mitnehmen, dann musst Du es dem Pächter oder Eigentümer abkaufen, denn der ist ja nach dem Schuss der eigentliche Besitzer des Wildbrets (Wildfleisch).

Zusammengefasst muss also folgendes gegeben sein um jagen zu dürfen und das geschossene Wild auch zu behalten: Du besitzt ein mindestens 75 Hektar großes Grundstück oder hast Dir eine Fläche zur Jagdausübung gepachtet. Ist dies nicht der Fall, musst Du bei einem Freund nett fragen und im Revier helfen, damit er Dir erlaubt, bei ihm zu jagen. Im Gegensatz zu erlegtem Wild, ist lebendes Wild herrenlos. Das geschossene Wild gehört Dir nur, wenn Du Eigentümer oder Pächter bist, andernfalls musst Du es abkaufen. Trotzdem darfst Du als Erleger aber den Kopf und die Innereien behalten.


Wie Du Wild als hochwertiges alltägliches Lebensmittel genießen kannst und wie Du an Wildfleisch kommst, erfährst Du in nächster Zeit hier bei Forst erklärt!

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