NAchhaltigkeit Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/nachhaltigkeit Wissen aus dem Wald Tue, 22 Apr 2025 07:47:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png NAchhaltigkeit Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/nachhaltigkeit 32 32 WMADWR #27 – Warum Förster Jäger sind https://forsterklaert.de/wmadwr27warumfoersterjaegersind https://forsterklaert.de/wmadwr27warumfoersterjaegersind#comments Sun, 20 Apr 2025 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=5804 Im letzten Podcast haben wir mit Hans von der Goltz, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft über den Wald der...

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Im letzten Podcast haben wir mit Hans von der Goltz, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft über den Wald der Zukunft gesprochen. Weil so viele Leute kommentiert und sich eine zweite Folge gewünscht haben, sind wir nochmal zu Hans ins Sauerland gedüst. Zuerst “gab’s was auf die Gabel” (wie der Sauerländer sagt) und dann wurde über eine Stunde gequatscht. Zuerst haben wir noch einige Eurer Fragen geklärt, zum Beispiel wie man mit den kahlgeschlagenen Wäldern umgehen kann.

Weiter ging es dann völlig unaufgeregt und unemotional *hust* ums Thema Jagd. Wie viel Jagd braucht der Wald? Woran erkenne ich, ob zu viele Rehe im Wald leben und wie kann ich gegensteuern? Wen das große Thema Wald und Jagd interessiert, ist hier gut aufgehoben.

Die erwähnten Quellen sind unter anderem:

https://www.wild-wald-innovation.de

https://univerlag.uni-goettingen.de/bitstream/handle/3/isbn-978-3-941875-84-5/GoeForst5_Ammer.pdf?sequence=4&isAllowed=y und die in diesem Buch verlinkten Quellen.

Außerdem unser YouTube Kanal, wo Ihr demnächst die Weißtanne entdecken könnt: https://www.youtube.com/@Forsterklaert

Erzählt uns gerne, wie Ihr unseren Podcast findet, welche Gäste Ihr gerne hören würdet und welche Themen wir in den nächsten Folgen besprechen sollen. Tippt Eure Anregungen gerne einfach hier unten in die Kommentare! Oder wollt Ihr sogar selbst mal mit uns quatschen?

Viel Spaß beim Zuhören!

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WMADWR #21 – Arbeiten im Wald – mit Ausbilder und Forstwirtschaftsmeister Lars Busch https://forsterklaert.de/wmadwr21forstwirtschaftsmeister https://forsterklaert.de/wmadwr21forstwirtschaftsmeister#respond Thu, 04 Apr 2024 14:55:11 +0000 https://forsterklaert.de/?p=4723 In unserer 21. Podcastfolge von „Wie man aus dem Wald ruft…“ behandeln wir ein Thema, dass wir Euch eigentlich schon...

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In unserer 21. Podcastfolge von „Wie man aus dem Wald ruft…“ behandeln wir ein Thema, dass wir Euch eigentlich schon viel früher vorstellen wollten. Es geht um die Arbeit im Wald – und zwar die praktische Arbeit. Mit Lars Busch haben wir einen Forstwirtschaftsmeister als Gast, der seit über 10 Jahren schon im Wald als Forstwirt (aka „Waldarbeiter“) arbeitet und mittlerweile jungen Menschen den Beruf des Forstwirts bzw. der Forstwirtin näher bringt. Wir klären ein für alle mal was der Unterschied zwischen einem Forstwirt und einem Förster ist. Wir sprechen über die Gefahren, die die Arbeit im Wald mit sich bringt. Und Lars erklärt uns, wieso die Waldarbeit keine reine Männersache ist und Frauen in der Ausbildung herzlich willkommen sind. Außerdem erzählen Jan und Felix lustige Geschichten aus dem Waldbildungszentrum und Lars spricht darüber, wieso die Arbeit als Ausbilder so erfüllend und doch manchmal auch nervenaufreibend ist…. wir sagen nur: 16 Jährige mit einer Motorsäge in der Hand… Viel Spaß beim Zuhören.

Erzählt uns gerne, wie Ihr unseren Podcast findet, welche Gäste Ihr gerne hören würdet und welche Themen wir in den nächsten Folgen besprechen sollen. Tippt Eure Anregungen gerne einfach hier unten in die Kommentare!

Hier seht Ihr Lars und Felix in Action. Felix lernt, wie man eine Kettensäge ordentlich scharf macht.

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Vertragsnaturschutz – Geld fürs Nichtstun? https://forsterklaert.de/vertragsnaturschutz https://forsterklaert.de/vertragsnaturschutz#comments Sun, 27 Feb 2022 17:37:01 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3021 Doch wie sieht es eigentlich in bewirtschafteten Wäldern aus? Gibt es dort auch Möglichkeiten, naturschutzfachliche Ziele voran zu bringen? Und können sich Waldbesitzer:innen das überhaupt leisten? Eine Möglichkeit stellt zum Beispiel der Vertragsnaturschutz dar. Was das überhaupt bedeutet und welche Umsetzungsmöglichkeiten es hierbei gibt, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Alte Bäume mit Höhlen, abgebrochenen Ästen oder Rissen sehen nicht nur ästhetisch aus. In einigen Artikeln haben wir Euch bereits erklärt, dass es verschiedenste Strukturen gibt, die in einem Wald aus naturschutzfachlicher Sicht sehr bedeutsam sind. Sie können beispielsweise eine Nahrungsgrundlage oder Lebensraum für unzählige Arten sein. Damit führen sie zu einer erhöhten Biodiversität und helfen außerdem selten gewordene Tiere oder Pflanzen zu erhalten. In Deutschland gibt es unter anderem Nationalparks, in denen sich solche Strukturen wieder ohne menschlichen Einfluss entwickeln sollen. Doch wie sieht es eigentlich in bewirtschafteten Wäldern aus? Gibt es dort auch Möglichkeiten, naturschutzfachliche Ziele voran zu bringen? Und können sich Waldbesitzer:innen das überhaupt leisten? Eine Möglichkeit stellt zum Beispiel der Vertragsnaturschutz dar. Was das überhaupt bedeutet und welche Umsetzungsmöglichkeiten es hierbei gibt, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Was ist überhaupt Vertragsnaturschutz?

Den sogenannten Vertragsnaturschutz gibt es schon lange in Deutschland. Eventuell ist  Euch dieser Begriff bereits aus der Landwirtschaft bekannt. Nun ist der Vertragsnaturschutz seit einigen Jahren auch in der Forstwirtschaft bedeutsamer geworden. Doch was bedeutet das eigentlich? 

Es handelt sich dabei um Verträge, die Waldbesitzer:innen für einen bestimmten Zeitraum eingehen können. Teilweise handelt es sich dabei um fünf Jahre, aber auch längere Zeiträume bis zu zwölf oder mehr Jahren sind möglich. Es gibt auch Verträge, die ein ganzes Baumleben halten sollen. Für diesen Zeitraum verpflichten sich die Vertragspartner für eine bestimmte Bewirtschaftungsweise, die auf naturschutzfachliche Ziele ausgerichtet ist. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die Waldbesitzer:innen einige Bäume auswählen, die man als Biotopbäume ausweist. Aus diesen Bäumen entsteht kein Brett oder Stuhl, sondern sie verbleiben als Lebensraum für bestimmte Arten im Wald. Wenn Ihr Euch nochmal genauer zum Thema Totholz oder Mikrohabitate informieren wollt, schaut auch gerne in unseren Artikeln dazu vorbei. 

Wie kommen Waldbesitzer:innen trotzdem an Geld?

Eine andere Möglichkeit könnte aber auch sein, eine ganze Fläche des Waldes nicht mehr zu bewirtschaften und einfach sich selbst zu überlassen. 
Da Waldbesitzer:innen dadurch teilweise kein Geld mehr mit dem Holz verdienen oder auch ein Mehraufwand für die Umsetzung solcher Maßnahmen entsteht, bekommen sie eine Gegenleistung in Form von Geld. Durch die Honorierung der naturschutzfachlichen Maßnahmen soll ein Anreiz geschaffen werden, denn natürlich spielt die Ökonomie vor allem bei Wald in privater Hand eine große Rolle.

Der Zunderschwamm besiedelt gerne geschwächte Laubbäume, vor allem Buchen und Birken. Der Pilz sorgt für die weitere Zersetzung des schon liegenden Stammes. In einigen Jahrzehnten wird aus diesem Buchenstamm also wieder neuer Humus werden.

Die Finanzierung erfolgt dabei aus unterschiedlichen Töpfen. Teilweise handelt es sich um EU-Mittel oder, wie in Bayern, um eine Förderrichtlinie des Landes. In Hessen gibt es die Stiftung “Natura 2000”, aus welcher sich die Maßnahmen finanzieren. Der Betrag variiert je nach Maßnahme und wird entweder einmalig auch jährlich ausgezahlt. Außerdem unterscheiden sich in den jeweiligen Bundesländern die Maßnahmen, die förderfähig sind, sowie die dafür vorgesehenen Honorierungen.

Wusstest Du schon…?
Im Vergleich zu anderen Bundesländern setzt Bayern den Vertragsnaturschutz am häufigsten um. Wieso ist das so? Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass in Bayern ein großer Teil (57%) der Waldfläche in privater Hand liegt. 

Wieso braucht man das überhaupt im Wald?

Wieso brauchen wir Vertragsnaturschutz im Wald? Die Forstwirtschaft an sich ist doch schon relativ umweltschonend? Beispielsweise gibt es kaum Düngung oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Auch der Zeitraum, in dem man produziert, ist im Vergleich zur Landwirtschaft (Kartoffel) deutlich länger (Buche). In der naturnahen Forstwirtschaft gibt es sogar ein Verbot von Kahlschlägen. 

Wie schon erwähnt, gibt es in Deutschland bestimmte Gebiete in denen man die Natur wieder sich selbst überlässt. Ein bekanntes Beispiel dafür sind die Nationalparks. Hier sollen Bäume alt und schließlich zu Totholz werden können. Dieses bietet Tieren, Pflanzen und Pilzen einen wichtigen Lebensraum. Einige Arten sind sogar explizit auf Totholz angewiesen. Teilweise sogar auf bestimmte Baumarten, ein bestimmtes Alter, Größe und Zersetzungsgrades des Holzes. Vor allem diese Arten sind deshalb selten geworden, denn Totholz ist in bewirtschafteten Wäldern eher unterrepräsentiert. 

Wusstest Du schon…?
In Deutschland haben wir in bewirtschafteten Wäldern ca. 20,6 m³ Totholz je Hektar.

Vertragsnaturschutz fördert historische Nutzungsformen von Wäldern

Auch historische Nutzungsformen wie zum Beispiel Nieder- oder Hutewälder will man durch den Vertragsnaturschutz fördern und erhalten. Vor allem in Süddeutschland haben diese Formen der Bewirtschaftung einst eine wichtige Rolle gespielt. Durch den Rückgang dieser Nutzungsformen sind auch bestimmte Arten selten geworden und gelten heute als gefährdet. Viele Studien konnten das bestätigen. Insgesamt kamen Forscher:innen zu dem Ergebnis, dass die Forstwirtschaft trotz umweltschonender Nutzung zur Abnahme der Artenvielfalt beiträgt und einen Verlust von Arten verursacht. Dem muss man natürlich entgegen wirken. Also hat man sich überlegt wie man auch außerhalb von Naturschutzgebieten den Naturschutz weiter voran bringen kann. Innerhalb von bewirtschafteten Wäldern spricht man dabei von integrativem Naturschutz. Um diesen auch für Privatwaldbesitzer:innen reizvoll zu machen, hat man den Vertragsnaturschutz eingeführt.

Mal angenommen wir wären ein:e Waldbesitzer:in

Sagen wir mal wir wären ein:e Waldbesitzer:in in Bayern. Dort gibt es das sogenannte Vertragsnaturschutzprogramm. Das Land hat dieses Förderprogramm im Jahr 2005 eingeführt und finanziert es. Als Waldbesitzer:in könnte ich nun beim Amt und dort bei der zuständigen Förster:in einen Antrag auf eine bestimmte Maßnahme im Rahmen diesen Programms stellen. Im Internet finde ich als Waldbesitzer:in zuvor schon eine Übersicht über mögliche Maßnahmen. Als Beispiel möchte ich mir einige Bäume als Biotopbäume ausweisen lassen. Hierfür erhält man je nach Art und Alter der Bäume eine einmalige Summe von 125 bis 160 Euro je Baum. Diese Bäume dürften wir dann für einen Zeitraum von 12 Jahren nicht mehr nutzen.

Dieser Baum ist abgestorben und bereits in der Phase der Zersetzung. Damit bietet er unzähligen Lebewesen Nahrung und einen Lebensraum. Leider ist Totholz im Wirtschaftswald immer noch unterrepräsentiert. Durch den Vertragsnaturschutz erhalten Waldbesitzer:innen einen finanziellen Ausgleich, wenn sie solche Alt- und Habitatbäume stehen lassen und damit ihrem natürlichen Alterungsprozess überlassen.

Ist Vertragsnaturschutz ein Erfolgsmodell?

In Bayern nutzten 1.900 Betriebe das Vertragsnaturschutzprogramm im Jahr 2020 und bekamen dafür insgesamt 8,4 Mio. Euro. Damit ist Bayern ein Paradebeispiel für den Vertragsnaturschutz, steht jedoch auch ziemlich alleine da. Für viele andere Bundesländer bleiben diese Zahlen weiterhin nur wünschenswert. Je nach Bundesland kann es für Privatwaldbesitzer:innen deutlich schwieriger sein, Vertragsnaturschutz wahrzunehmen. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es momentan nur einen sogenannten Erschwernisausgleich, wenn die Waldflächen der Privatperson ausgewiesene FFH-Flächen sind. Also besonders naturschutzfachlich bedeutsame durch die EU ausgewiesene Flächen. Gebiete, die bisher keinen besonders naturschutzfachlichen Wert hatten, bleiben weiterhin auf dem bestehenden Level, denn Maßnahmen sind hier nicht förderfähig. Ganz schön unflexibel? Das finden die Waldbesitzer:innen leider auch…

Chancen für die Zukunft

Auch wenn der Vertragsnaturschutz im Wald bisher noch eine untergeordnete Rolle in Deutschland spielt, stellt er ein wichtiges Förderinstrument dar, um naturschutzfachliche Ziele auch in bewirtschafteten Wäldern zu verwirklichen. Dass es wichtig ist, diese Ziele umzusetzen, steht außer Frage. Wichtig ist, dass man den Vertragsnaturschutz für Waldbesitzer:innen durch eine faire Honorierung und einfache Abwicklung noch reizvoller macht!

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Der Wald als Klimaschützer https://forsterklaert.de/klimaschuetzer-wald https://forsterklaert.de/klimaschuetzer-wald#respond Wed, 01 Dec 2021 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2806 Der Wald spielt für Förster:innen eine sehr bedeutende Rolle. Neben den sogenannten Nutz- und Erholungsfunktionen gibt es auch noch die Schutzfunktion des Waldes. Der Wald ist ein wichtiger Klimaschützer für uns. Was genau Wälder für uns leisten und warum wir sie deshalb schützen und erhalten müssen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Der Wald spielt für Förster:innen eine sehr bedeutende Rolle. Er liefert den Rohstoff Holz und ist damit die Produktionsgrundlage im Bereich der Forstwirtschaft. Für viele Bürger:innen ist er gleichzeitig ein Ort der Erholung und Entspannung. Doch neben den sogenannten Nutz- und Erholungsfunktionen gibt es auch noch die Schutzfunktion des Waldes. Wie bedeutsam diese Funktion für uns ist, wird im Zuge des Klimawandels immer deutlicher. Wälder sind Kohlenstoffsenken und Sauerstoffproduzenten. Sie können große Städte im Sommer herunterkühlen und schützen vor Erdrutschen bei starken Regenfällen. Der Wald ist also ein wichtiger Klimaschützer für uns. Was genau Wälder für uns leisten und warum wir sie deshalb schützen und erhalten müssen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Wusstest Du schon..?
Neben diesem Artikel beschäftigt sich auch unsere „Forst erklärt – Exkursion“ auf unserem YouTube Kanal mit dem Thema Wald und Klimawandel. Schaut also gerne vorbei, wenn Ihr noch mehr Informationen dazu sehen wollt.

Wenn Holz in Form von Möbeln oder für den Bau von Häusern genutzt wird, kann es dazu beitragen, Kohlenstoff jahrzehntelang zu speichern.

Der Wald – ein Klimaschützer Multitalent

Der Wald als Kohlenstoffsenke

Weitgehend bekannt ist, dass Wälder unserer Atmosphäre CO2 entziehen und gleichzeitig Sauerstoff abgeben. Gleichzeitig wird im Holz selbst Kohlenstoff gespeichert. Beispielsweise besteht ein Buchenstamm zur Hälfte aus Kohlenstoff. Wenn Holz in Form von Möbeln, Dielen, Dachstühlen genutzt wird, kann es dazu beitragen, dass Kohlenstoff Jahrzehnte lang gespeichert wird. Gleichzeitig ersetzen Bäume Rohstoffe, deren CO2 Emissionen während der Gewinnung und Produktion deutlich höher ausfallen (bspw. Plastik oder Beton). Wenn Ihr zu diesem Thema noch mehr erfahren wollt, schaut doch gerne hier in Simons’ Artikel vorbei.

Wusstest Du schon…?
Je schwerer das Holz ist, desto mehr CO2 speichert es. Im Vergleich speichert eine Buche zum Beispiel mehr CO2 als eine Fichte, da ihre Holzdichte höher ist. Generell haben Laubbäume (ausgenommen Weichhölzer) eine höhere Holzdichte. 

Neben der Speicherung durch Nutzung kann ein im Wald verbleibender Stamm als Totholz ebenso Kohlenstoff speichern. Erst durch die vorangehende Zersetzung wird der Kohlenstoff, im Zuge eines natürlichen Prozesses, wieder in den Boden zurückgeführt. 

Der Wald und unser Wetter 

Der Wald nimmt aber nicht nur durch seine Senkung von Treibhausgasen eine bedeutende Rolle ein. Während heißer Sommertage trägt er dazu bei, dass vor allem große Städte runtergekühlt werden. Damit beeinflussen Wälder das lokale Wettergeschehen. Wenn wir im Zuge des Klimawandels mehr Hitze und Dürre erwarten, so kann der Wald dabei eine enorme Bedeutung einnehmen. Wie funktioniert diese Abkühlung? Die Blätter eines Baumes besitzen Spaltöffnungen. Über diese “Stomata” verdunsten die Blätter Wasser, welches sie aus der Wurzel aufgenommen haben. Durch die Transpiration kühlt sich der Baum selbst ab. Gleichzeitig beeinflusst er damit auch das lokale Wetter. Weltweit betrachtet tragen Wälder damit zum gesamten Erdklima bei.

Die Transpiration sorgt an heißen Sommertagen dafür, dass Städte durch umliegende Wälder herunter gekühlt werden.

Schutz des Grundwassers

Der Wald ist außerdem bedeutsam für die Grundwasserneubildung und unser Trinkwasser. Denn wo Wald steht, ist folglich auch kein landwirtschaftlicher Betrieb oder eine sonstige Industrie angesiedelt. Somit wird das Grundwasser auch nicht mit Düngemitteln, Pestiziden oder anderen schädlichen Stoffen belastet. Die Nitratgehalte im Grundwasser sind im Wald deutlich geringer als im Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wenn Ihr mehr zum Thema Wald und Wasser lesen wollt schaut auch gerne in diesem Artikel vorbei.

Wusstest Du schon…?
Auch die Baumartenzusammensetzung beeinflusst die Wasserqualität. So sind die Qualitäten in einem Laubwald besser als in einem Nadelwald. Das liegt zum Beispiel an der besseren Durchwurzelung des Bodens von Laubbäumen und deren Laubstreu. 

Schutz vor Erosion

Neben lang anhaltender Dürre werden auch andere Wetterextreme, wie beispielsweise starke Regenfälle, in Zukunft vermutlich häufiger. Auch bei diesen Szenarien helfen Wälder schlimme Katastrophen abzumildern oder gar zu verhindern. Bei starken Niederschlägen fällt der Regen zunächst auf die Krone eines Baumes. Von dort kann das Wasser entweder verdunsten oder sein Weg Richtung Boden wird zumindest verlangsamt. Auch im Boden spielt das Wurzelsystem des Baumes eine wichtige Rolle. Es wirkt bei starken Regenfällen wie ein Schwamm, speichert den Niederschlag und sorgt gleichzeitig für einen verzögerten Wasserabfluss. Außerdem schützt der Wald vor Erosionen, also vor Erdrutschen als Folge von starken Regenfällen.

Unsere Wälder haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Grundwasserneubildung und die Qualität unseres Trinkwassers.

Der Wald als “global player”

Unsere Erde ist insgesamt zu einem Drittel mit dem Klimaschützer Wald bedeckt. Das entspricht ungefähr 4 Milliarden Hektar. Vor allem Russland, Brasilien, Kanada und die USA gehören zu den waldreichsten Ländern. Sie stellen dabei einen wichtigen Lebensraum für Mensch und Tier dar. Tropische Wälder und die borealen Nadelwälder beeinflussen unser weltweites Klima maßgeblich. 

Wusstest Du schon…?
734 Tonnen Kohlenstoff werden in der lebenden Biomasse von tropischen Wäldern auf einem Hektar gespeichert. Im Vergleich dazu werden in deutschen Wäldern 113,7 Tonnen je Hektar gespeichert.

Die tropischen Regenwälder bieten einen wichtigen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig beeinflussen sie unser Weltklima und speichern Kohlenstoff in ihrer Biomasse.

Deutschland ist mit 11,4 Mio Hektar zu einem Drittel mit Wald bedeckt. Vor allem Süddeutschland ist sehr waldreich. Der pro Kopf CO2 Ausstoß liegt bei den Deutschen jährlich bei ca. 7,9 Tonnen. Wenn wir von ca. 83 Millionen Einwohner:innen in Deutschland ausgehen ergibt das pro Jahr Emissionen von 655.700.000 Mio. Tonnen CO2. Ganz schön viel, oder? Vor allem wenn man bedenkt, dass unser Wald in Deutschland der Atmosphäre “nur” 127 Mio. Tonnen CO2 im Jahr entzieht. Das ist ohne Zweifel sehr viel, doch am Ende des Tages bleiben noch sehr viele Tonnen CO2 übrig. Wir bräuchten also das 5fache an Wald in Deutschland (also fast die doppelte Fläche von Deutschland) um unseren CO2 Ausstoß zu kompensieren. Umso wichtiger ist es deshalb, dass jede:r von uns dazu beiträgt, seinen persönlichen CO2 Fußabdruck gering zu halten.

Was können wir tun?

Wie helfen wir unserem wichtigsten Klimaschützer? Jeder von uns kann dazu beitragen, dass CO2 Emissionen geringer werden. Dabei geht es vor allem darum den eigenen Lebensstil und vor allem unser Konsumverhalten zu überdenken. Desto weniger CO2 wir emittieren, desto weniger beschleunigen wir die Erderwärmung. Heißt also Fahrrad fahren wenig Fleisch und vor allem Strom sparen. Oder wie war das noch gleich?

Wusstest Du schon…?
In der Hauptstadt Estlands in Tallinn können Bürger:innen seit 2013 kostenlos mit Bus und Bahn fahren. Ein Paradebeispiel im Kampf gegen den Klimawandel?

Nein jetzt mal im Ernst. Weltweit verschwindet jährlich eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar. Doch was können wir dagegen tun? Wald wird meist gerodet, um die Fläche danach landwirtschaftlich zu nutzen. Vor allem für den Anbau von Futtermitteln oder tierische Produkte. Beispielsweise eine vegetarische Ernährung oder reduzierter Konsum von Fleisch helfen, Wälder zu schützen. Wenn man sich wirklich sicher sein will, wo das Fleisch seinen Ursprung hat, kann man zum Beispiel Landwirt:innen oder Jäger:innen aus der Umgebung kontaktieren. Dazu haben wir Euch bereits in diesem Artikel mehr erzählt. Ihr könnt weiterhin darauf achten, dass Ihr Holz oder Produkte auf Basis von Holz nutzt, die aus zertifizierten und nachhaltigen Quellen stammen. Im besten Fall sind die Produkte bereits recycelt oder recycelbar. Weiterhin macht vor allem eine langjährige Nutzung Sinn. Gerade bei Möbelstücken kann man bei guter Verarbeitung und pfleglichem Umgang sehr lange etwas von seinem Schrank, Bett oder Tisch haben. 

 Sauerstoffproduzent, Entziehung von CO2, Kohlenstoffspeicher, Luftfilter, Wasser- und Bodenschützer. Diese Eiche ist ein Paradebeispiel der Klimaschützer.

Habt Ihr Tipps, wie wir unseren Klimaschützer unterstützen können?

Ihr seht also, jede:r von uns kann mit teilweise minimalem Aufwand schon viel beitragen.

Unser Wald leistet einen enorm wichtigen Beitrag zum Schutz vor dem Klimawandel. Deshalb sollten wir unseren wichtigsten Klimaschützer schützen und erhalten und vor allem: selbst unterstützen. Versucht Ihr bereits im Alltag Euch Klima positiv oder “wald positiv” zu verhalten? Habt Ihr vielleicht noch Anregungen und Tipps für uns und andere? Wir freuen uns über Euer Feedback dazu!

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Forst erklärt immer mit dabei: unsere Bauchtasche https://forsterklaert.de/bauchtasche https://forsterklaert.de/bauchtasche#respond Tue, 30 Nov 2021 14:45:50 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2779 Können wir euch irgendwie unterstützen? Kann man bei euch noch was anderes kaufen als den Kalender? Habt ihr Merch? Endlich können wir die Frage mit einem dicken, fetten, stolzen JA beantworten! Ab sofort erhaltet Ihr unsere Bauchtaschen in unserem Shop. Alles, was ihr schon immer über die Bauchtasche erfahren wolltet, steht in diesem Artikel.

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Können wir euch irgendwie unterstützen? Kann man bei euch noch was anderes kaufen als den Kalender? Habt ihr Merch? Endlich können wir die Frage mit einem dicken, fetten, stolzen JA beantworten! Ab sofort erhaltet Ihr unsere Bauchtaschen in unserem Shop. Alles, was ihr schon immer über die Bauchtasche erfahren wolltet, steht in diesem Artikel.

Unser liebes Model Arnd präsentiert Euch die neue Bauchtasche.

Was ist das Besondere an der Bauchtasche?

Wir sind super stolz, Euch was neben dem Kalender im Shop bieten zu können. Natürlich fließt dann viel Zeit und Arbeit in so ein Produkt. Es gab mehrere Prototypen und Revisionen, bis wir endlich richtig glücklich mit der Bauchtasche waren. Die Tasche kommt also nicht “von der Stange”, sondern ist von uns selbst konzipiert worden.

Alles wichtige, auch mal ein größeres Portemonnaie, passt in die Tasche, die dank des Materials auch super robust ist und leicht abwischbar. Innen eingenäht ist eine kleine Tasche, damit der Schlüssel nicht den Handybildschirm zerkratzt oder Tampons immer griffbereit sind. Der Gurt ist größenverstellbar, passt also allen.

Die Bauchtasche ist groß genug für all Eure wichtigen Dinge.

Damit kommen wir auch zu dem Material, aus dem die Bauchtaschen gemacht sind. Wir wollten nicht einfach irgendwas nehmen, sondern unserer ökologischen Verantwortung gerecht werden. Deshalb sind die Taschen aus alten Turnmatten, wiederverwendetem Leder und Autogurten gefertigt. Ein echtes Upcycling Produkt also, das langlebig und nachhaltig ist. Diese besonderen Materialien sorgen außerdem dafür, dass jede Tasche ein Unikat ist. Das alte Leder der Turnmatten sieht an jeder Tasche etwas anders aus, die brüchige Optik verleiht ihr besonderen Charme und dabei noch Stabilität. Das Ganze wird übrigens von einer Näherin aus der Umgebung Göttingens per Hand genäht.

In die Bauchtasche eingenäht ist eine kleine Extratasche und unser Logo.

Die harten Fakten

  • Material: Upgecycelte Turnmatten und Autogurte
  • kleiner ökologischer Fußabdruck dank recycelter Materialien 
  • wir pflanzen pro verkauftem Artikel einen Baum
  • jede Tasche ein Unikat
  • das rissig aussehende Leder verleiht der Tasche Charme und Stabilität
  • mit extra Innentasche und größenverstellbarem Gurt
  • Preis: 35€ (5€ Rabatt möglich*) + Versandkosten
  • Versand ab dem 01.12.21

*für Studierende, Schüler:innen und Azubis geben wir einen Rabatt von 5 Euro. Falls Ihr das nicht seid, durch Corona oder andere Gründe aber momentan weniger Geld habt, gilt dieser Rabatt auch für Euch. Nutzt dazu einfach diesen Rabattcode im Shop: Fagussylvatica. Ihr braucht uns keine Erklärung und keinen Nachweis schicken, wir vertrauen Euch, dass Ihr verantwortungsvoll mit dem Code umgeht.

Was hat Upcycling mit dem Wald zu tun?

Upcycling bedeutet, dass Materialien, die man eigentlich wegwerfen wollte, einem neuen Zweck zugeführt werden. Manchmal bedeutet das, wir lackieren Omas alte Kommode neu und nutzen sie dann doch weiter, statt neue Möbel zu kaufen. In unserem Fall bedeutet es, Bauchtaschen aus alten Turnmatten zu fertigen. In jedem Fall sorgt Upcycling dafür, dass Stoffe und Produkte länger genutzt werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass weniger Müll entsteht. Zum anderen werden überhaupt erst weniger schwer abbaubare Materialien benötigt und hergestellt.

Das alles wirkt sich positiv auf unsere Klimabilanz aus. Und damit sind wir beim Wald. Bei Forst erklärt weisen wir immer wieder darauf hin, dass der Klimawandel schwerwiegende Folgen für den (deutschen) Wald hat. Zum Beispiel begünstigt er verschiedene Krankheiten wie Diplodia oder sorgt für eine starke Verbreitung von schädlichen Insekten wie dem Borkenkäfer. Gleichzeitig ist der Wald ein starker Klimaschützer. Dass er allein, auch bei starker Aufforstung, nicht gegen den Klimawandel ankommt, ist aber auch klar. Wir Menschen müssen also aktiv werden. Dazu gehört, dass wir unser Konsumverhalten hinterfragen und ändern. Ein erster Schritt ist getan, wenn wir nicht immer nur neu kaufen, sondern gebraucht. Oder eben, indem man gebrauchte Materialien wieder verwendet und so eine möglichst langfristige Nutzung sicherstellt.

Die Tasche besteht aus alten Turnmatten und Autogurten. Hättet Ihr das erkannt?

Wen unterstütze ich mit dem Kauf der Bauchtasche?

Uns, Ingo und den Wald. Ingo ist unser Partner bei den Taschen. Er ist derjenige, der durch das ganze Land düst, um noch verwendbare Turnmatten vor dem Wegwerfen zu retten. Als wir mit unserer Idee einer Bauchtasche zu ihm kamen, war er sofort begeistert. Er arbeitet zudem mit einer Näherin, die auch im Göttinger Umland lebt, zusammen. So sind die Lieferketten und Arbeitsbedingungen sichergestellt. Wenn Ihr mehr über Ingo wissen wollt, schaut doch mal auf seiner Website vorbei!

Warum Ihr den Wald mit dem Kauf einer Bauchtasche unterstützt? Pro verkauftem Artikel pflanzen wir einen Baum bei Simon im Forstgebiet. So stellen wir sicher, dass der Baum nicht irgendwo auf einer ungeeigneten und nicht weiter gepflegten Fläche steht, sondern in einem gut betreuten Wald. 

Die Bauchtasche im Detail.

Kommt da noch mehr?

Die Antwort ist ein ganz klares Vielleicht. Wir haben endlos viele Ideen für den Shop und wirklich wenig Zeit. Schließlich wollen wir weiterhin jede Woche einen Artikel veröffentlichen, das ein oder andere Video drehen, dann gibt es da noch Instagram und unseren Podcast. Übrigens studieren oder arbeiten wir auch alle Vollzeit. Aber wie gesagt, es gibt einige Ideen, und wir halten Euch auf dem Laufenden. Bis dahin heißt es: bis bald im Wald!

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Forst erklärt ist Smart Hero https://forsterklaert.de/smartheroaward https://forsterklaert.de/smartheroaward#comments Wed, 17 Nov 2021 11:54:16 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2752 Leute, wir können es selbst kaum glauben! Wir haben mit Forst erklärt den Smart Hero Award gewonnen! In der Kategorie “Ökologisch Wirtschaften” hat die Jury uns den ersten Preis verliehen. Wir sind überwältigt. Hier lest Ihr, warum.

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Leute, wir können es selbst kaum glauben! Wir haben mit Forst erklärt den Smart Hero Award gewonnen! In der Kategorie “Ökologisch Wirtschaften” hat die Jury uns den ersten Preis verliehen. Wir sind überwältigt. Hier lest Ihr, warum.

Der Smart Hero Award

Mit dem Smart Hero Award werden Projekte ausgezeichnet, die sich im Bereich Soziales Engagement verdient machen. Das Besondere ist, dass es um die Verbindung dieses Engagements mit Social Media geht. Es geht also um Projekte, die online ihr Bestes geben und ihre Reichweite nutzen, um aufzuklären, zu helfen, um für andere da zu sein.

Aufgrund der Pandemie waren nur Vertreterinnen von Meta und der Stiftung, die Moderatorin und Schirmherrin Elke Büdenbender live im Studio.

Stiftung Digitale Chancen und Meta, besser bekannt als facebook, richten den Award aus und stiften die Preisgelder. Wer in den einzelnen Kategorien gewinnt, entscheidet dann eine Jury. Die besteht aus Politiker:innen und Expert:innen aus Medien und Wirtschaft.

Was haben wir gewonnen?

Um es kurz zu machen: den ersten Platz in der Kategorie “Ökologisch wirtschaften”. Den Smart Hero Award, dotiert mit 15.000€ Preisgeld.

Haben wir uns Hoffnungen gemacht? Klar. Haben wir ernsthaft damit gerechnet, irgendwas zu gewinnen? Nee, echt nicht. Guckt Euch die Reaktionen von Jan und Felix im Livestream an und seht den Schock in den Gesichtern! Die Kategorie startet ab Minute 28, unseren Wortbeitrag seht Ihr ab Minute 35. Die Vergabe des ersten Platzes, und damit die wundervoll schockierte Reaktion von Felix und Jan, seht Ihr ab Minute 43.

Hier haben wir ein Short für Euch, in dem Ihr die Reaktion auch sehen könnt.

Der Smart Hero Award wird von der Stiftung Digitale Chancen und Facebook, jetzt Meta, verliehen.

Laudatio von Kerstin Andreae

Kerstin Andreae ist Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung und Mitglied des Präsidiums des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. Sie hat die Laudatio für den ersten Platz gehalten. Das sagt sie über Forst erklärt:

“Der erste Platz in der Kategorie “Ökologisch wirtschaften” geht an Forst erklärt. Das Motto “wie man aus dem Wald ruft” ist bei Forst erklärt nicht nur der Name ihres Podcasts, sondern vor allem auch das Motto ihrer Arbeit. Denn hier erklären drei Studierende die Umwelt vor der eigenen Haustür. Die Initiative soll die Themen Wald und Natur über Social Media in den Mainstream bringen, Menschen dazu anregen, nachhaltiger und umweltfreundlicher zu leben und sich für den Klimawandel und die Relevanz des Waldes sensibilisieren. Das Projekt Forst erklärt hat den Grundgedanken des Smart Hero Award perfekt umgesetzt: viele unterschiedliche Kommunikationskanäle, die Inhalte mit hohem Qualitätsanspruch anschaulich darstellen, auf informationsdichte und faktenbasierte Kommunikation genauso viel Wert legen wie auf eine visuell ansprechende Gestaltung. Ich danke den Initiatoren bei Forst erklärt für dieses großartige Projekt und ihren Einsatz. Deshalb meinen ganz herzlichen Glückwunsch!”

Dieser Smart Hero sagt Danke

An die Stiftung Digitale Chancen und Meta für das Ausrichten des Smart Hero Awards und an die Jury für die Anerkennung und Auszeichnung. Danke an Kerstin Andreae für die Laudatio. An Euch, die Ihr hier lest und mit uns das Projekt Forst erklärt so groß gemacht habt, dass es solche Preise gewinnen kann!

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Forst erklärt – Exkursion https://forsterklaert.de/exkursion https://forsterklaert.de/exkursion#comments Fri, 15 Oct 2021 21:27:54 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2604 Nach fast einem Jahr der Vorbereitung, Drehplanung und Dreharbeit, Schnitt und Korrektur dürfen wir nun endlich unsere große “Forst erklärt - Exkursion“ vorstellen. Gemeinsam mit Kieler Filmstudentinnen und -studenten haben wir dieses Projekt realisiert.

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Nach fast einem Jahr der Vorbereitung, Drehplanung und Dreharbeit, Schnitt und Korrektur dürfen wir nun endlich unsere große “Forst erklärt – Exkursion“ vorstellen. Gemeinsam mit Kieler Filmstudentinnen und -studenten haben wir dieses Projekt realisiert.

Das Kieler Film-Team sorgt für professionelle Bilder und Jan für professionellen Inhalt.

Worum geht’s bei unserer Exkursion?

Immer wieder berichten wir über die Folgen des Klimawandels, die Schäden, die am Ökosystem Wald entstehen. Aber wie drücken sie sich aus? Wieso hilft das Bäumefällen beim Kampf gegen den Klimawandel? Worauf muss ich als Konsument:in achten, wenn wir Holz kaufen und welche Produkte sind wahre Waldzerstörer? All diese Fragen wollen wir in in einer dreiteiligen Miniserie aufgreifen und beleuchten. Die Exkursion beginnt am 16.10. mit Folge 1, in der wir uns auf die Spuren des Klimawandels begeben werden. An den darauffolgenden Samstagen veröffentlichen wir dann die anderen beiden Folgen.

Eine weitere Besonderheit an unserer Exkursion ist, dass wir alle zu dritt einmal vor der Kamera stehen, sitzen und “Moin zusammen” sagen durften. Diese Chance haben wir genutzt und sind von den Filmstudentinnen inspiriert und angetrieben mit und über uns und Forst erklärt als Projekt zu sprechen. Ihr erfahrt also in unserer Dokureihe auch etwas über die Hintergründe von Forst erklärt. Wer ist der größte Chaot? Wer ist am besten strukturiert und wer sitzt Nächte lang vor dem Schnittrechner? Und wieso tun wir uns den ganzen Stress mit Forst erklärt eigentlich an? Was treibt uns wirklich an?

Beim Fotos machen mit der Drohne: v.l. Felix, Jan, Linda, Helene, Simon, Mathis und Jannes.

Tausend Dank

Ein ganz großes herzliches Dankeschön möchten wir an ganz viele Menschen richten, die dieses Projekt ermöglicht haben. Zu aller erst an Helene und Linda, die sich mit Drehplanung, Filmerei, dem Schnitt und der späteren Korrektur von uns Chaoten den letzten Nerv haben rauben lassen. Sie haben Großes realisiert und uns Jungs gemeinsam vor die Kamera gebracht. Im gleichen Zuge danken wir Jannes und Mathis, die mit ihrem Know-How und Gefühl für Bild und Ton die Videoreihe verfeinert haben.

Wild gestikulieren macht das Bild lebendig.

Dieses Projekt ist außerdem nicht aus eigener studentischer Tasche bezahlbar. Großes Glück haben wir mit Laura von der Stiftung WissenWecken die von unserem Projekt begeistert war und mit uns weiterhin in Zukunftsthemen unterwegs sein wird. Außerdem haben wir PEFC Deutschland begeistern können. Mit dem PEFC Siegel auf Holzprodukten, kann man sicher sein, dass das Holz, sowie deren Produktionskette die nachhaltige Forstwirtschaft fördern.Zuletzt fehlte uns dann noch Wald und Wissen. Großer Dank an die Kreisforsten Herzogtum Lauenburg und Dr. Justus Eberl, die uns in ihren schönen Wäldern drehen ließen. Außerdem stand uns Kolja von der Hoftischlerei Kiel mit seinem Wissen zur Verfügung und zeigte uns seine Tischlerei in der er Vollholzmöbel herstellt.

Trailer der Exkursion – Einblick gefällig?

Doku schauen oder nicht schauen, das ist hier die Frage.

Mit unserem Trailer machen wir Lust auf mehr. Nicht nur mit einem hohen Level an filmischer Qualität, sondern auch mit verständlichem und fundiertem Wissen wollen wir Euch von unseren Inhalten überzeugen.

Die drei Folgen könnt ihr hier oder bei YouTube angucken:

Folge 1 – Auf den Spuren des Klimawandels

Ab 16.10.21, 0:00 Uhr


Hier möchten wir Euch die Basics vermitteln. Wie wird der Klimawandel ausgelöst? Welche Rolle spielt der Wald und wie ist er betroffen? Wer das schon kennt, sollte trotzdem einschalten. Wir stellen erst Forst erklärt vor und erzählen, was uns antreibt. Eine besondere Rolle erhält in dieser Folge Jan, unser Medienmensch.

Folge 2 – Tische bauen gegen den Klimawandel

Ab 23.10.21, 0:00 Uhr

Was der Klimawandel für den Wald bedeutet, habt Ihr bereits in der ersten Folge erfahren. Wenn Bäume CO2 speichern und im Kampf gegen den Klimawandel wichtig sind, wieso werden sie dann gefällt und genutzt? Sollte dann nicht der ganze Wald in Deutschland stillgelegt werden? Neben diesen spannenden Fragen wird in dieser Folge Felix etwas genauer unter die Lupe genommen. Ist er immer noch der Chaot aus alten Tagen? Oder ist er der neue Kommunikator mit Terminkalender?

Folge 3 – Der Wald der Zukunft

Ab 30.10.21, 0:00 Uhr

Wir beginnen bei Kolja in der Hoftischlerei Kiel. Langlebige Vollholzmöbel speichern über Generationen Kohlenstoff und schützen so das Klima. Aber wie wird Kolja auch in Zukunft noch Holz für seine Möbel bekommen? Wir stellen den Wald der Zukunft vor. Aber nicht nur das erfahrt Ihr von – last but not least – Simon. Er ist strukturiert und zielstrebig und bringt Dinge zügig zu Ende… das sagen zumindest Jan und Felix über ihn. Außerdem reflektiert er für Euch sein Handeln in der Konsumgesellschaft. Wo kommt unsere Kleidung, unser Essen und unsere Möbel her?


Und damit seid Ihr zum Schluss unserer Serie gekommen. Wir hoffen es hat Euch Spaß gemacht und Ihr habt mehr über Klimawandel, Wald und Forst erklärt erfahren.
Wir sind sehr interessiert an Eurer ehrlichen Kritik und freuen uns sehr über Kommentare oder Mails. Bis bald im Wald!

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Nachhaltiger Fleischkonsum – Wildfleisch macht’s möglich https://forsterklaert.de/wildfleisch https://forsterklaert.de/wildfleisch#respond Sun, 21 Feb 2021 19:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=1721 Durch die Jagd ist für mich eine völlig neue Möglichkeit des ethisch und ökologisch vertretbaren Fleischkonsums entstanden. In diesem Artikel wollen wir Euch zeigen, warum Wildfleisch so ein tolles Lebensmittel ist und welche Möglichkeiten es für Euch gibt, dieses zu erwerben.

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Ich habe mich eine ganze Zeit vegetarisch ernährt. Auch heute würde ich mich eher als „Pflanzenfresser“ bezeichnen. Durch die Jagd ist für mich allerdings eine völlig neue Möglichkeit des ethisch und ökologisch vertretbaren Fleischkonsums entstanden. Wenn ich in die Heimat fahre bringe ich meiner Familie oft Wildfleisch mit. Doch es ist gar nicht so einfach als Nicht-Jäger:in an dieses Fleisch zu kommen. Wo bekomme ich es her und wie teuer ist das überhaupt? Kann ich Wild auch selber verarbeiten? In diesem Artikel wollen wir Euch zeigen, warum Wildfleisch so ein tolles Lebensmittel ist und welche Möglichkeiten es für Euch gibt, dieses zu erwerben.

TRIGGERWARNUNG

Achtung! Am Ende dieses Artikels sind Bilder von der Verarbeitung eines Tieres. Wir machen das, um einen realistischen Einblick in die Fleischverarbeitung zu bieten. Es ist aber auch vollkommen okay, wenn Ihr das nicht sehen möchtet. Scrollt nicht weiter als bis zu den Quellen.

Was ist Wildfleisch?

Wildfleisch ist das Fleisch von jedem Tier, das dem Jagdrecht unterliegt. Außerdem werden alle damit verbundenen Bestandteile, wie Fell, Knochen und Innereien, als Wild bezeichnet. In der Regel handelt es sich dabei um tatsächlich in der Natur lebendes Wild. Wild lebt von Geburt bis zur Erlegung oder dem natürlichen Tod frei und ohne (direkte) Einschränkungen durch den Menschen. Es frisst ausschließlich das, was in der Natur vorkommt, wobei auch landwirtschaftliche Flächen gerne als all-you-can-eat Buffet wahrgenommen werden. Wildschweine vergehen sich zum Beispiel sehr gerne an Weizen- und Maisfeldern.

Simon mit Maira auf der Jagd.

Was ist das Besondere an Wildfleisch?

Leider kann Wildfleisch genau aus diesem Grund kein Bio-Siegel erhalten. Es kann eben nicht kontrolliert werden, was es genau frisst. Dennoch heißt es häufig: Mehr bio geht nicht! Für mich sind diese Punkte unter anderem Gründe, wieso Wildfleischkonsum ethisch und ökologisch vertretbar ist. Die Tiere sind in ihrem Lebensraum und in ihrer Entscheidung weitestgehend frei. Ihnen werden keine Antibiotika und andere Nahrungsergänzungen zugeführt. Und sie sind nicht auf den maximalen Fleischertrag gezüchtet. Die Tötung erfolgt nach höchstem tierschutzrechtlichen Gewissen und mit der Absicht, den schnellstmöglichen und leidfreien Tod herbeizuführen. Konventionelle Fleischproduktion ist zudem für einen großen Teil des Ausstoßes klimaschädlicher Gase verantwortlich und sorgt für die Verunreinigung von Gewässern und dem Grundwasser. Das Erlegen von einigen Wildtieren ist außerdem wichtig für die Entstehung und Schaffung klimastabiler und artenreicher Wälder. Die Tötung findet also sowohl zum Wohle der Wälder als auch zur Gewinnung eines hochwertigen Lebensmittels statt.

Einige Menschen empfinden Wildfleisch als geschmacklich sehr streng. Klar, ist alles eine Sache des Geschmacks, aber auch der Gewöhnung. Außerdem ist eben das auch der natürliche Geschmack von Fleisch, wenn die Ernährung des Tieres im naturnahen Rahmen abläuft. Wildbret ist zudem sehr mager, nährstoffreich und arm an Cholesterin.

Wusstest Du schon…?
Es gibt auch sogenanntes Gatterwild, sprich Wild, das wie Rinder auf einer landwirtschaftlichen Fläche gehalten wird. Das ist meist Rot- und Damwild. Häufig ist das im Supermarkt verkaufte Wild importiertes Gatterwild, bspw. aus Polen oder sogar Neuseeland. 

Auch die feinen Teile des Wilds können in die alltägliche Küche integriert werden.

Wie komme ich an Wildfleisch?

Wer keine jagenden Forststudierende oder befreundete Jäger:innen in greifbarer Nähe hat, der hat es meistens schwieriger, wenn es um die Beschaffung von Wildfleisch geht. Eine Lösung ist die Nachfrage beim örtlichen Forstamt. Dort könnt Ihr häufig bereits zerwirktes (Jägerspr.: in die Einzelteile zerlegtes) Wild erwerben. Manch ein Forstamt hat sogar einen eigenen kleinen Laden. In jedem Falle kann man  auch ein ganzes Stück Wild kaufen, dazu aber unten mehr. Als Stück bezeichnet der:die Jäger:in übrigens ein einzelnes Individuum Wild, bspw. ein Stück Rehwild. Eine weitere Möglichkeit stellt die Initiative Wild auf Wild (vom Deutschen Jagdverband) dar. Hier könnt Ihr Wildverkäufer:innen vor Ort ausfindig machen und kontaktieren.

Wie wird Wildfleisch verarbeitet?

Wie oben bereits angedeutet, gibt es unterschiedliche Verarbeitungsstufen, in denen Wild gekauft werden kann. Im Ganzen, in grob zerlegten Teilen, also am Knochen oder aber vollständig verarbeitet und eingeschweißt. Manch einer verkauft sogar fertigen Räucherschinken oder fertige Salamis. Hier wird aber häufig Fett vom Hausschwein dazu gemischt, da Wild zu wenig eigenes Fett enthält – Nachfragen lohnt sich also! In welcher Form Ihr Wildfleisch kauft, ist eine Frage des Preises und der Motivation, das Tier eigenständig weiter zu verarbeiten. Umso weiter/feiner das Wild verarbeitet wurde, desto teurer wird es. Dazu sind die jeweiligen Teile unterschiedlich teuer. Gulasch oder Hack sind selbstverständlich preisgünstiger als das Filet, schmecken aber mindestens genauso gut! Wichtig ist hier keine Angst vor der eigen- und vollständigen Verarbeitung zu haben! Großartige Fehler können Euch nicht passieren. Alles ist eine Frage der Übung. Der Deutsche Jagdverband zeigt in einer Reihe auf YouTube bspw. sehr anschaulich, wie Wild vom Laien vollends verwertet werden kann. Also: Nur Mut!

Aus Wildhack kann man unsere Wilde Bollo, Burger Patties und viele andere leckere Gerichte kochen.

Wusstest Du schon…?
In deutschen Haushalten werden jährlich knapp 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf verzehrt. Wildfleisch hat mit nicht einmal 300 Gramm einen verschwindend geringen Anteil  – Zeit etwas daran zu ändern.

Wir hoffen wir konnten Euch verständlich erklären, wie Ihr Wildfleisch auch ohne jagdliche Kontakte kaufen könnt und welches Potential dahinter steckt. In unserem nächsten Artikel erklären wir Euch wie Wild letztendlich küchenfertig gemacht wird, damit es auch auf Eurem Teller landet. Spannende Rezepte für die Wilde Küche, findet Ihr in unserer Kategorie “Aus dem Wald in die Küche”.

Quellen:

Ammer C., Vor T., Knoke T. & S. Wagner (2010): Der Wald-Wild-Konflikt – Analyse und Lösungsansätze vor dem Hintergrund rechtlicher, ökologischer und ökonomischer Zusammenhänge. Band 5. Göttingen, Universitätsverlag. S. 184
Internetausg.: https://www.univerlag.uni-goettingen.de/bitstream/handle/3/isbn-978-3-941875-84-5/GoeForst5_Ammer.pdf?sequence=4&
Wildbretaufkommen: https://www.jagdverband.de/sites/default/files/2021-01/2021-01_Infografik_Wildbretaufkommen_2019_2020.jpg
Analytische Bestandteile Wildfleisch: https://www.medizinpopulaer.at/archiv/seele-sein/details/article/wohltat-wild.html
Wild auf Wild – Wildbretanbietersuche: https://www.wild-auf-wild.de/wildbretanbieter-suche?lat=52.3758916&lng=9.7320104&geolocation_geocoder_address=&field_rest_geo_proximity=60

Eine Jägerin zerwirkt das Stück grob.
Felix verarbeitet das Wild weiter.

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Wie sieht der Wald der Zukunft aus? https://forsterklaert.de/wald-der-zukunft https://forsterklaert.de/wald-der-zukunft#comments Wed, 18 Nov 2020 13:54:22 +0000 https://forsterklaert.de/?p=1251 Ein viel diskutiertes Thema ist die Frage, wie unser Wald in Zukunft aussehen wird. In diesem Artikel versuchen Wir, Euch...

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Ein viel diskutiertes Thema ist die Frage, wie unser Wald in Zukunft aussehen wird. In diesem Artikel versuchen Wir, Euch die weitreichende Problematik zur Veränderung und Umgestaltung unserer Wälder ein wenig näher zu bringen.

Ein Wald – viele Aufgaben

Wenn man Menschen fragt, was der Wald für sie ist, stellt man schnell fest, dass an unsere Wälder viele verschiedene Ansprüche gestellt werden. Am offensichtlichsten ist vielleicht die Nutzung des Waldes zur Holzernte. Denn wir alle wollen Holz als nachwachsenden Rohstoff nutzen. Wälder sind aber auch Lebens- und Schutzraum für eine Vielzahl von Lebewesen. Gleichzeitig übernehmen Wälder eine wichtige Funktion als Wasserspeicher, dienen uns als Erholungsort auf Wanderungen oder bei Spaziergängen und kämpfen als CO2 Speicher aktiv gegen den Klimawandel. Es gibt also viele verschiedene Wald-Funktionen, die es in ein Gleichgewicht zu bringen gilt. Die Aufgabe der Förster*innen ist es nun, all diese Ideen und Aspekte unter einen Hut zu bringen. Dabei helfen ihnen verschiedene Gesetze und Konzepte.

Das Problem mit dem Klimawandel

Eine Herausforderung, deren wirkliche Tragweite wir momentan nur ansatzweise erahnen können, ist der Klimawandel. Besonders in unseren Breiten wird er die Wälder in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig verändern: Bäume, die bisher bei uns gut gewachsen sind, werden wir in manchen Regionen künftig kaum noch antreffen. Das Bild der Wälder wird sich ändern. Nun stellt sich also die Frage, wie wird der Wald der Zukunft aussehen?

Aktuell ist in Deutschland Wald von einer Fläche des Saarlandes abgestorben oder gar nicht mehr als Wald zu identifizieren. Besonders betroffen ist die Baumart Fichte. Sie hat einen hohen Bedarf an Wasser. Die langanhaltenden Trockenperioden der letzten Jahre, also Zeiten in denen es kaum bis gar nicht geregnet hat, haben sie geschwächt und besonders anfällig für einen Schädling gemacht, den Borkenkäfer. Folgen sind das flächige Absterben von Fichten. Die so entstandenen waldlosen Flächen gilt es in Zukunft aufzuforsten und in einen “klimastabilen” Wald umzuwandeln. Auch die Rotbuche, unsere wichtigste Baumart unter den Laubbäumen, zeigt zum Teil Schwierigkeiten mit klimatischen Veränderungen. 

Klimastabile Wälder

Als “stabil” zeigen sich Wälder in denen mehrere Baumarten gemischt nebeneinander vorkommen (Mischwald). Reinbestände, also Teile von Wäldern mit lediglich einer Baumart, sind anfällig für Parasiten und Schädlinge. Diese finden durch den Klimawandel immer “bessere” Lebensbedingungen in Reinbeständen. In einem Mischbestand wird das Risiko von einem Parasitenbefall oder der Ausfall durch sich ändernde klimatische Bedingungen auf verschiedene Baumarten verteilt und ist damit geringer. 

Eine weitere Chance für den Wald der Zukunft stellen sogenannte fremdländische Baumarten dar. Diese sind in der natürlichen Waldgesellschaft (natürliches Auftreten von verschiedenen heimischen Baumarten nebeneinander) nicht zu finden und wurden künstlich durch den Menschen hier eingebracht. Ein Beispiel dafür ist die Douglasie, eine Baumart die aus Nordamerika stammt, mittlerweile aber auch häufig in unseren deutschen Wäldern zu entdecken ist. Sie kommt mit Trockenheit im Sommer gut zurecht und liefert tolles Bauholz.

Weitere fremdländische Baumarten sind beispielsweise die Roteiche, der Tulpenbaum und die Robinie. Sie alle bringen unterschiedliche Eigenschaften mit sich und sind für die kommenden klimatischen Verhältnisse hier zu Lande besser angepasst als manche heimische Baumart. Mit diesen Arten kann jedoch auch ein gewisses Risiko verbunden sein. Nichtheimische Arten können nämlich Einflüsse auf das heimische Ökosystem haben und es negativ beeinträchtigen. Ein Beispiel für so eine Beeinträchtigung stellen Parasiten dar, die durch fremdländische Arten eingeschleppt werden können und Schäden in der heimischen Flora und Fauna anrichten können. Ein weiteres Problem stellt zum Beispiel die spätblühende Traubenkirsche dar. Sie ist eine Pflanzenart die ebenfalls aus Nordamerika kommt und hierzulande andere heimische Arten verdrängt. 

Die Zukunft des Waldes

Der Wald wird sich weiter verändern. Förster*innen stehen mit der Aufgabe, den Wald an die klimatischen Veränderungen anzupassen und davor zu schützen, vor einer großen generationsübergreifenden Herausforderung.  

Da wir einfach nicht wissen, was uns in Zukunft noch erwarten wird, welche Krankheiten und klimatischen Bedingungen wir vorfinden werden und welches Holz besonders beliebt sein wird, liegt die Lösung in der Mitte: 

Nach aktueller Auffassung ist ein klimaangepasster Wald in verschiedensten Punkten durchmischt: Er besteht aus verschiedenen Baumarten, verschiedenen Altersstufen und ist an den Boden, auf dem er wächst, man spricht hier auch vom Standort, angepasst. Es wird nur so viel Holz entnommen, dass Bäume von selbst nachwachsen können und wenig künstlich gepflanzt werden muss. Dabei wird darauf geachtet, dass der Wald vielen Tieren, Insekten, Pilzen und Pflanzen ein Zuhause ist und trotzdem auch den Menschen willkommen heißt.

Das klingt jetzt zu schön, um wahr zu sein, findet Ihr? Ist es aber! Denn zum Glück vertreten nicht nur ein paar “Fachidioten” an den Unis diese Meinung. Immer mehr Waldbesitzer*innen in Deutschland bewirtschaften ihre Wälder nach den genannten Grundsätzen. Es gibt verschiedene Siegel und Gesetze, die genau definieren, wie nachhaltige Forstwirtschaft auch im Klimawandel funktionieren kann. Ein sehr bekanntes ist zum Beispiel die LÖWE Verordnung, die in ganz Niedersachsen Anwendung findet. 

Wir waren in einem Wald unterwegs, welcher schon seit Jahrzehnten naturgemäß bewirtschaftet wird. Im Video zeigen wir Euch, wie der Wald der Zukunft aussehen könnte. 

Wie sieht es bei Euch aus? Sind die Wälder bei Euch vor der Haustür schon bunt durchmischt, oder gibt es nur eine einzige Baumart und alle paar Jahre wird alles abgeholzt? Wir sind gespannt auf Eure Eindrücke, schreibt sie uns gerne in die Kommentare!

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8 Dinge, die Du noch nicht über den Wald wusstest! https://forsterklaert.de/8-dinge https://forsterklaert.de/8-dinge#comments Mon, 16 Mar 2020 15:18:37 +0000 https://forsterklaert.de/?p=325 Wald ist allgegenwärtig. Jeder kennt ihn und viele lieben ihn. Trotzdem gibt es jede Menge spannende Wald-Fakten, von denen viele...

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Wald ist allgegenwärtig. Jeder kennt ihn und viele lieben ihn. Trotzdem gibt es jede Menge spannende Wald-Fakten, von denen viele noch gar nichts wissen. Okay, zugegeben, Top-Listen sind eigentlich eher eine Sache für Boulevardmedien. Dennoch sind sie ein schönes Mittel, um exemplarisch zu zeigen, was für ein Potential überhaupt in unseren Wäldern steckt. Hier also unsere Top 8 der Dinge, die du (vermutlich) noch nicht über den Wald wusstest!

1. Die Nachhaltigkeit wurde im Wald erfunden

Hans Carl von Carlowitz

Kein Witz! Hans Carl von Carlowitz war ein Sächsischer Bergmann, der 1713 ein Buch über Wälder geschrieben hat. In seinem Buch trug er alles zusammen, was man zu der Zeit über den Wald wusste und fügte noch eigene Beobachtungen hinzu. Besonders negativ fiel ihm dabei die Übernutzung der Wälder in Folge des Bergbaus auf. Die tiefen Stollen schluckten Unmenge an Stützholz. So war er der erste, der erkannte, dass nachhaltiges Handeln im Wald dringend erforderlich ist. Besonders weil der Förster die Planzen, die er sät nie selber ernten wird!

2. Wälder betreiben aktiven Klimaschutz

Okay, das wusstest du vielleicht sogar schon über den Wald. Aber das Problem beim Klimawandel ist ja folgendes: Zu viel CO2 in der Atmosphäre führt dazu, dass das Klima immer wärmer wird. Wenn Bäume wachsen wandeln sie CO2 in atembare Luft um, und speichern das CO2 in ihrem Holz. Um so länger wir dieses Holz nutzen, desto länger wird das darin enthaltene CO2 also daran gehindert in der Atmosphäre unser Klima zu erwärmen. So kommt es, dass der Wald in seiner Funktion als CO2 Speicher ein super Mittel gegen den Klimawandel ist!

3. Wälder machen, dass es Menschen besser geht

Ursprünglich in Japan erfunden, ist Waldbaden mittlerweile ein Trend, der auch in Deutschland immer mehr zu finden ist. Mittlerweile gibt es sogar Untersuchungen, die ergeben haben, dass ein Aufenthalt im Wald das Stresslevel senkt, Wut und Depression verringert und insgesamt für Menschen wohltuend ist. Das Bad im Wald wird also immer beliebter, wie auch immer man dazu persönlich steht. Aus eigener Erfahrung wissen wir aber, dass nach einem langen Tag in der Uni wenige Dinge entspannender sind, als ein gemütlicher Spaziergang durch den Wald!

4. Über 45 Prozent des deutschen Waldes sind in Privatbesitz

Na gut, auch das könnte die ein oder andere schonmal gehört haben – schließlich haben wir zu dem Thema schon einen ganzen Artikel verfasst! Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, dass fast die Hälfte der Deutschen Wälder in privater Hand sind. Ein Großteil davon sind auch heute noch Adelsgeschlechter und Kirchen.

5. Bäume haben keine Gefühle

Anders als „Deutschlands berühmtester Förster“, Peter Wohlleben, in seinen Büchern manchmal behauptet, haben Bäume nur sehr wenig mit menschlichen Emotionen oder Sozialverhalten zu tun. Gesunde Bäume können durch eine Vernetzung des Wurzelwerks einen gefällten Baum wieder austreiben lassen. Das liegt aber daran, wie die Nährstoffe in den Zellen transportiert werden, nicht daran, dass die Bäume sich helfen wollen.

Hier findet ihr ein spannendes Interview zu dem Thema.

6. In toten Bäumen steckt oft mehr Leben als in lebendigen

Habitatbaum und Naturdenkmal

In Wäldern lässt man abgestorbene Bäume oft als so genannte Habitatbäume bestehen. Habitatbaum bedeutet, dass der abgestorbene Baum eine Heimat (=Habitat) für zahlreiche Bewohner des Waldes sein kann. Das sind oftmals Pilze, die das Holz nach und nach zersetzen, oder Insekten, die auf oder vom Holz leben. Das können aber auch große Tiere sein, wie der Specht, der im toten Holz Höhlen baut, oder Fledermäuse, die alte Spechthöhlen ebenfalls als Unterschlupf nutzen.

7. Man kann sich im Wald beerdigen lassen

Friedwald in der Nähe von Göttingen

Und das machen immer mehr Menschen! Ungefähr seit dem Jahr 2000 gibt es in Deutschland so genannte Bestattungswälder (oft auch Friedwald genannt). Dort können Menschen sich ohne den festen Bezug eines Grabsteines in einer Urne beisetzen lassen. Eine Option, die immer mehr Leute als Alternative zu einer herkömmlichen Bestattung in Erwägung ziehen. Und außerdem ein weiteres tolles Beispiel für die Nutzung von Wald jenseits des Holzverkaufs!

8. Der höchste Baum Deutschlands ist 66 Meter hoch!

„Waldtraut vom Mühlwald“, höchster Baum Deutschlands

Der höchste Baum Deutschlands ist eine Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und steht in einem Wald in der Nähe von Freiburg. Der Riese ist 108 Jahre alt und war im Jahr 2017 circa 66,5 Meter hoch! Weil so ein Baum etwas besonderes ist, hat er den Namen „Waldtraut vom Mühlwald“ bekommen und ist mittlerweile eine kleine Berühmtheit in der deutschen Forstszene.


Waren Dir alle Fakten neu, oder wusstest Du schon einige der Dinge über den Wald? Lass uns gerne einen Kommentar da, damit wir besser einschätzen können, was unsere Leser so interessiert!


Edit 03.07.2020: Anpassung unter 1. zum Buch von Carlowitz, da die Beschreibung zu oberflächlich war: „Besonders negativ fiel ihm dabei die Übernutzung der Wälder in Folge des Bergbaus auf. Die tiefen Stollen schluckten Unmenge an Stützholz.“

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