Wild Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/wild Wissen aus dem Wald Mon, 02 Mar 2026 14:06:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png Wild Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/wild 32 32 Ist Jagen zeitgemäß? https://forsterklaert.de/jagen https://forsterklaert.de/jagen#comments Sun, 27 Oct 2024 18:48:56 +0000 https://forsterklaert.de/?p=5357 Ist es überhaupt noch notwendig, in einer modernen Welt auf die Jagd zu gehen? Diese Frage beschäftigt viele Leute. Kritiker:innen...

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Ist es überhaupt noch notwendig, in einer modernen Welt auf die Jagd zu gehen? Diese Frage beschäftigt viele Leute. Kritiker:innen beschreiben das Jagen als mörderisches Hobby, Befürworter:innen betrachten sie als notwendig in einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft. Hier entsteht ein teilweise heftiger Diskurs, der oftmals sehr emotional geführt wird. Zu Beginn von Forst erklärt (vor etwa 4 Jahren!) haben wir uns diesem Thema bereits angenommen. Damit dieses wichtige Thema nicht in Vergessenheit gerät, gehen wir der Frag wie zeitgemäß die Jagd noch ist, erneut auf den Grund.

Den Jagdschein erhält man nach Bestehen der Jägerprüfung, dem sogenannten “grünen Abitur”.

Nicht alle dürfen jagen

Die Jagd in Deutschland unterliegt strengen Regeln. Um überhaupt mit einer Waffe in das Jagdrevier fahren zu dürfen, muss man zuerst einige Hürden überwinden. Ein Jagdscheinkurs, bei dem Wildtierkunde, Waffenhandhabung, Jagdrecht und vieles mehr vermittelt wird, schließt mit dem “Grünen Abitur” ab. Außerdem überprüft man, ob die Jagdscheinanwärter:innen Vorstrafen haben. Das wäre ein Ausschlusskriterium für den Erwerb einer Jagdwaffe. Nachdem die Jagdprüfung bestanden ist, dürfen die frisch gebackenen Jungjäger:innen nicht einfach auf den nächsten Hochsitz steigen. Sie müssen sich zuerst um ein Jagdrevier bemühen, wo sie mitjagen dürfen. Das kostet meistens viel Geld. Außerdem sind sie dann für viele andere Dinge, neben dem typischen Abend- oder Morgenansitz, in diesem Revier zuständig. Zum Beispiel müssen sie kaputte Hochsitze reparieren oder sich um Verkehrsunfälle mit Wildtieren kümmern.

Durch landwirtschaftliche Flächen haben viele Wildtiere das ganze Jahr ausreichend Nahrung. Eine natürliche Regulierung ist nicht mehr möglich.

Ohne die Jagd gibt es zu viele Wildtiere

Ein beliebter Spruch unter Jagdkritiker:innen lautet “Die Natur reguliert sich selbst.” Damit geht einher, dass die Jagd überflüssig sei. Dabei wird außer Acht gelassen, dass es in Deutschland so gut wie keine Natur mehr gibt. Überall hat der Mensch seine Finger im Spiel. Dazu gehört die Zersiedelung der Landschaft durch Städte, Straßen und Bahngleise. Außerdem können natürliche Regulationsmechanismen nicht mehr greifen. Wildtiere finden in der Agrarlandschaft das ganze Jahr ausreichend Nahrung. So kann keine natürliche Selektion stattfinden. Auch große Beutegreifer wie der Wolf haben kaum Relevanz. Gleichzeitig wird die Vermehrungsrate von Wildtieren, wie zum Beispiel von Wildschweinen, maßgeblich von der Nahrungsverfügbarkeit bestimmt: Ist viel Nahrung vorhanden, gibt es viel Nachwuchs. Und dank des Klimawandels schaffen es zusätzlich viel mehr Jungtiere durch den Winter als es natürlicherweise der Fall wäre. Mit der Bejagung dieser Wildtiere, können wir versuchen ein “künstliches Gleichgewicht” zu schaffen, wenn das “natürliche Gleichgewicht” nicht mehr möglich ist.

Jagen für Naturschutz und Artenvielfalt

Es gibt sogenannte Kulturfolger und Kulturflüchter. Kulturfolger passen sich an uns Menschen gut an. Sie finden Nahrung und Unterschlupf in Siedlungsgebieten. Dadurch können sich ihre Lebensumstände sogar deutlich verbessern, im Vergleich zu ihren natürlichen Habitaten. Das führt oftmals zu ansteigenden Populationsgrößen. Beispiele für Kulturfolger sind Fuchs und Wildschwein. Das Gegenteil sind die Kulturflüchter. Sie leiden unter dem Einfluss des Menschen. Rebhühner finden auf großen Agrarflächen keine Deckungsmöglichkeiten mehr und sind leichte Beute für Prädatoren. Durch die Jagd können wir zwar keine Verbesserung der Lebensräume herbeiführen, aber den Druck durch Fressfeinde reduzieren. Besonders invasive Arten führen häufig zu Problemen. Sie verdrängen heimische Konkurrenten und werden zum Albtraum für Vögel, deren Nester komplett ausgeräumt werden. Hier kann die Jagd ebenfalls zu einer Verbesserung führen.

Die Jagd unterliegt strengen Regeln

Jede Wildart hat spezielle Jagdzeiten. Diese variieren je nach Bundesland. Man darf Wildtiere also nicht das ganze Jahr über bejagen, sondern nur in bestimmten Zeiträumen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass während sensibler Phasen, in denen zum Beispiel Jungtiere auf die Welt kommen, möglichst nicht gejagt wird. Außerdem gelten zu jeder Zeit strenge Tierschutzauflagen. Jäger:innen müssen immer alles daran setzen, dass sie einen sauberen Schuss abgeben, der möglichst schnell tötet und wenig Leid verursacht. Auch der Mutterschutz ist ein wichtiger Faktor. Es ist strengstens verboten, ein Muttertier zu erlegen, wenn Jungtiere noch von ihr abhängig sind.

Dafür müssen Jäger:innen sehr gute Kenntnisse darüber entwickeln, um ihre potentielle Beute richtig anzusprechen. Um nicht zu viele Wildtiere zu erlegen, erstellen die Jagdbehörden Abschusspläne. In ihnen ist die Anzahl der zu erlegenden Wildtiere vorgegeben. Auch Alter und Geschlecht spielen dabei eine wichtige Rolle. Insgesamt kann man also sagen: Jäger:innen müssen viele Dinge beachten, bevor sie ein Wildtier erlegen können.

Wusstest Du schon…?
Abschusspläne sind Jahres- oder Mehrjahrespläne, in denen die Zahl der zu erlegenden Wildtiere festgehalten wird. Sie werden in Zusammenarbeit zwischen Jagdausübungsberechtigten, Hegegemeinschaften und Jagdbehörden erstellt sowie behördlich genehmigt und kontrolliert. Für jede Schalenwildart (außer Wildschweine) wird festgelegt wie viele Tiere, aufgeschlüsselt nach Alter und Geschlecht, in jedem Jahr erlegt werden sollen, um festgelegte Ziele, wie zum Beispiel eine natürliche Waldverjüngung, erreichen zu können.

Während sensibler Phasen haben Wildtiere Schonzeit und dürfen nicht bejagt werden.

Jagen für den Wald von Morgen

Die Jagd im Wald dient der Sicherung eines klimastabilen Mischwaldes von Morgen. Viele Waldflächen sind in den letzten Jahren durch die Auswirkungen des Klimawandels abgestorben. Damit hier neue Wälder entstehen, pflanzen Förster:innen junge Bäumchen, die besser an das zukünftige Klima angepasst sind. Sie sind den Wildtieren ohne unser Zutun hilflos ausgeliefert. Mit dem Anknabbern von Knospen und Trieben stören Rehe & Co. das Wachstum der Bäume und können sogar zum Absterben führen. Zum Schutz können Zäune gebaut, Einzelschutzmaßnahmen durchgeführt und die Zahl der Wildtiere mit Hilfe der Jagd reduziert werden.

Wenn Wildtiere zu oft junge Bäume anknabbern, können die Bäumchen absterben.

Die Jagd ist ein sehr komplexes Thema mit unglaublich vielen Facetten. Insgesamt kann man sagen, dass die Jagd notwendig ist. Solange wir die Lebensräume der Wildtiere beeinflussen, ist auch ein gewisses Management notwendig. Die Jagd ist dabei nur ein Werkzeug von vielen. Wichtig ist, dass Jäger:innen sich ihrer Verantwortung bewusst sind und Tiere nicht wie Schädlinge abgeschossen werden. Und zum Schluss: Auch wenn man bei dem Thema schnell emotional wird, bleibt in einer Diskussion bitte immer lieb und sachlich zueinander!

Quellen:

https://forsterklaert.de/wieso-wir-jagen-muessen-teil-i

https://www.jagdverband.de/rund-um-die-jagd/der-jagdschein

https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/fragen-zur-jagd/ist-jagd-notwendig/

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AdWidK – Wild auf den Grill https://forsterklaert.de/grill https://forsterklaert.de/grill#respond Sun, 23 Jun 2024 08:39:27 +0000 https://forsterklaert.de/?p=4956 Der Sommer ist da und das kann man in Deutschland ja synonym verwenden mit: Die Grillsaison ist wieder eröffnet. Wir möchten Euch daher heute zeigen, wie Ihr Wild ganz einfach und lecker auf dem Grill zubereiten könnt.

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Der Sommer ist da und das kann man in Deutschland ja synonym verwenden mit: Die Grillsaison ist wieder eröffnet. Wir möchten Euch daher heute zeigen, wie Ihr Wild ganz einfach und lecker auf dem Grill zubereiten könnt.

Was ist was?

Wir starten zunächst mit einer kleinen “Wildfleischkunde”. Welches Fleischstück des Wildes kann man für welches Gericht verwenden? Da gibt es schon einige Unterschiede.

  • Rücken: Eignet sich vor allem als Kurzgebratenes Fleisch und super zum Grillen.
  • Filet: Kann in Medaillons geschnitten werden und eignet sich super als Kurzgebratenes und zum Grillen.
  • Keule: Ist gut zum Schmoren geeignet, eignet sich aber auch gut für Steaks und Schnitzel
  • Nacken: Ragout, Gulasch, Hack
  • Blatt (Schulter): Ragout, Gulasch, Hack
  • Rippen: Grillen, Backen im Ofen als Rippchen, dafür ist fettreiches Fleisch vom Wildschwein am besten geeignet

Welches Wild eignet sich gut auf dem Grill?

Egal ob Reh-, Rot-, Dam- oder Schwarzwild. Ihr könnt alles super zum Grillen verwenden. Am besten geeignet sind besonders zarte und kurzfaserige Fleischstücke. Je jünger das erlegte Tier war, desto zarter ist das Fleisch. Besonders zart sind unter anderem der Rücken oder das Fleisch aus der Hüfte oder der Keule. Aus diesen Teilen lassen sich beispielsweise gut Steaks schneiden, die Ihr perfekt auf dem Grill zubereiten könnt.

So könnte Euer Grill auch bald aussehen!

Rückenstücke können beispielsweise mit den Rippenknochen zu Kotelettes geschnitten oder auch ausgelöst als Filet im Ganzen gebraten werden.

Schwarzwild besitzt im Gegensatz zu den anderen Wildarten einen höheren Fettanteil. Damit lassen sich leckere Spare-Ribs auf dem Grill zubereiten.

Wie grille ich das Wild am besten?

Die Kerntemperatur liegt für medium gegartes Wild bei 57° Grad. Wichtig ist vor allem, dass man Wildschwein immer durchgaren sollte. Dabei sollte die Kerntemperatur 70° Grad erreichen. Da Wildschweine Allesfresser sind, ist die Gefahr von übertragbaren Krankheiten hier am höchsten.

Wusstest Du schon…?
Wildschweinfleisch unterläuft immer eine tierärztliche Untersuchung, die sogenannte Trichinenschau, bevor man es als Lebensmittel nutzen darf. Hierbei wird getestet, ob sich im Muskelfleisch (man nimmt meistens ein Stück aus der Zunge oder dem Zwerchfell, da hier die Muskelfasern quer verlaufen), Trichinen befinden. Das sind kleine Fadenwürmer, die beim Verzehr Infektionen verursachen würden. Diese können neben Fieber, Durchfall bis hin zu Herzrhythmusstörungen führen und sogar tödlich enden.

Wie mariniere ich Wild am besten?

Ob Ihr Wildfleisch marinieren wollt oder es einfach so auf den Grill legt, bleibt natürlich Euch überlassen. Vielleicht möchtet Ihr dem puren Wildgeschmack auch keine zusätzlichen Aromen beigeben.

Wir marinieren unsere Wild-Steaks meist mit einer Marinade aus Bärlauch und Olivenöl. Dazu hackt Ihr einfach etwas Bärlauch klein und mixt diesen mit Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer.

Für Kräutermarinaden lassen sich natürlich auch weitere Kräuter aus dem Garten verwenden, die gerade “Saison” haben. Wenn Ihr Euch auch mal an Wildkräuter aus dem Wald heran traut, dann eignen sich beispielsweise Giersch oder Löwenzahn und Brennessel. Auch die Knoblauchsrauke findet Ihr an jedem Weges- und Waldrand. Und wie der Name bereits verspricht, schmeckt diese leicht nach Knoblauch und kann ähnlich wie der Bärlauch verwendet werden.

In einem leckeren Rezept von Haut Gout werden Rehsteaks in einer Marinade aus Chili und Holunderblütensirup eingelegt. Wie Ihr Euer eigenes Holunderblütensirup herstellen könnt, erfahrt Ihr hier.

Eine weitere leckere Marinade lässt sich ganz einfach aus etwas Sojasauce, Agavendicksaft, Sesamöl, Knoblauch und Chili herstellen. Je nachdem, wie scharf Ihr es mögt, könnt Ihr mit der Chilimenge natürlich variieren.

Bei der Würzung sind Eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt! Falls Ihr noch gute Ideen habt oder schon das ein oder andere Rezept ausprobieren konntet, freuen wir uns immer über Empfehlungen, zum Beispiel hier in den Kommentaren.

Quellen:

https://www.haut-gout.de/wordpress/wildfleisch-teilstuecke-und-zubereitung

Aus dem Wald auf den Tisch

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Unser Wild: Das Damwild https://forsterklaert.de/damwild https://forsterklaert.de/damwild#respond Sun, 06 Nov 2022 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3555 Bestimmt habt Ihr schon mal ein Reh oder vielleicht sogar ein Wildschwein beobachten können. Aber wie sieht es mit einem Damhirsch aus? Das ursprünglich heimische Damwild verschwand während der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren. Wieso Damwild heute trotzdem wieder bei uns zu finden ist und ob sie damit als Neozoen gelten oder nicht, klären wir in diesem Artikel.

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Bestimmt habt Ihr schon mal ein Reh oder vielleicht sogar ein Wildschwein im Wald oder auf den Feldern beobachten können. Aber wie sieht es mit einem Damhirsch aus? Das ursprünglich bei uns auf der nördlichen Halbkugel heimische Damwild (Wissenschaftlicher Name: Dama dama) verschwand während der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren. Das kalte Klima hat es bis in den wärmeren östlichen Mittelmeerraum zurückgedrängt, doch sie sind nach der Eiszeit nie wieder zurückgekehrt. Wieso Damwild heute trotzdem wieder bei uns zu finden ist und ob sie damit als Neozoen gelten oder nicht, klären wir in diesem Artikel.

So erkennt Ihr Damwild

Das Damwild ist die zweitgrößte Hirschart in unseren Wäldern. Damhirsche lassen sich mit ihren maximal 90 Kilogramm Gewicht daher eigentlich nicht mit ihrem zwei- bis dreimal größeren Verwandten, dem “König der Wälder”, verwechseln. Die Fellfarbe kann beim Damwild sehr verschieden sein. Neben der “Wildform” mit einer rötlich-braunen Grundfarbe und weißen Flecken gibt es auch schwarze und weiße Farbvarianten. Ein gutes Erkennungsmerkmal ist der schwarze Aalstrich, der über den kompletten Rücken bis zur Schwanzspitze reicht. Die männlichen Tiere tragen ein Geweih. Hirsche, die ein Jahr alt sind, bilden zunächst einfache Stangen aus, die sich mit den Jahren nach jedem Geweihabwurf weiterentwickeln. Im vollen Entwicklungsstadium formt das Geweih halbrunde, schaufelähnliche Mulden, weshalb man ausgewachsene Damhirsche auch Schaufler nennt.

Das Schaufelgeweih ist noch nicht voll ausgebildet und deutet auf einen jungen Hirsch hin.

Wusstest Du schon…?
Weißes Damwild kommt durchaus öfter vor. Deshalb ist es allerdings noch kein Albino. Albinos sind in der Natur extrem selten und neben der weißen Farbe am einfachsten an ihren roten Augen zu erkennen

Gefahr in Sicht

Damwild hat drei sehr gut ausgebildete Sinne. Es riecht, hört und sieht hervorragend. Das ist im Tierreich nicht besonders häufig. Wildschweine können beispielsweise sehr gut riechen und hören, allerdings bräuchten sie beinahe eine Brille, um nicht vor den nächsten Baum zu laufen. Trotz Bejagung ist Damwild hauptsächlich tagaktiv, weil sie sich stark auf ihre Augen verlassen. Der bevorzugte Lebensraum besteht aus parkähnlichen Landschaften mit Wäldern und Offenlandflächen, wo die Tiere weit gucken und Feinde frühzeitig erkennen können.

Dieses schwarze Stück Damwild kriegt jede Bewegung mit.

Damwild lebt teilweise in sehr großen Rudeln, getrennt nach Geschlecht. Wenn ein Feind entdeckt wurde, tritt das Damwild mit schnellen Sprüngen die Flucht an. Dabei stellt es seinen Schwanz aufrecht, damit alle anderen Rudelmitglieder die weiße Fläche am Hinterteil sehen können. Sie ist durch ihre helle Farbe extrem auffällig, weshalb sie in der Jägersprache auch als “Spiegel” bezeichnet wird. Durch sie wird allen Rudelmitgliedern signalisiert, ebenfalls die Flucht zu ergreifen

Damwild lebt in großen Rudeln nach Geschlechtern getrennt.

Mischkost für das Damwild

Bei unserem heimischen wiederkäuenden Schalenwild gibt es drei unterschiedliche Nahrungstypen. Das Reh ist ein Konzentratselektierer und ernährt sich hauptsächlich von hochwertigen Knospen oder Kräutern. Die Raufutterfresser nehmen Gräser zu sich, ähnlich wie Kühe auf einer Weide. Diese ökologische Nische hat in unseren Wäldern das Muffelwild eingenommen. Ein Mittelding bezeichnen die sogenannten Intermediärtypen, zu denen das Damwild und auch das Rotwild zählen. Sie können, stark abhängig von der Jahreszeit, von beiden Nahrungsangeboten leben. Gibt es reichlich schmackhafte Knospen junger Triebe, frische Kräuter auf einer Waldwiese oder Feldfrüchte auf dem Acker – Damwild könnte sich von allem ernähren. Und wenn es mal nichts anderes gibt, fressen sie sogar die Rinde von Bäumen. Bei sehr hohen Wilddichten führt das zu sogenannten Schälschäden, die die Bäume schädigen und teilweise sogar absterben lassen. Und wenn es keine Beutegreifer übernehmen, muss diesen Schäden durch die Jagd entgegengewirkt werden.

Muttertier mit ihrem wenige Wochen alten Kalb.

Wusstest Du schon…?
Wölfe haben die Ansiedlung von Damwild im Baltikum gänzlich verhindert und in Rumänien werden die Bestände allein durch Wölfe reguliert.

Damwild im Jahresverlauf

Das Licht der Welt erblicken Damwildkälber im Juni. Nun erfolgt eine etwa dreimonatige Säugezeit, bis die Kälber sich immer mehr von pflanzlicher Kost ernähren. Die Geweihentwicklung der Hirsche ist im August abgeschlossen und die Basthaut wird verfegt. Mitte Oktober beginnt dann die etwa zweiwöchige Paarungszeit, die man als Brunft bezeichnet. Nachdem die Revierkämpfe der Hirsche um den besten Brunftplatz abgeschlossen sind, setzen sie sich in ihre Brunftkuhle und warten auf die Ladies. Diese lassen sich von dem Hirsch anziehen, der für sie am besten duftet. Dafür urinieren die Hirsche sogar in ihre Brunftkuhle und suhlen sich darin, um noch verführerischer zu riechen. In den Wintermonaten verringert sich die Aktivität des Damwildes, um Energie zu sparen. Im April werfen die Hirsche dann ihre Geweihe ab und beginnen direkt mit der Entwicklung des neuen Geweihs. Im Juni kommen dann die Resultate der Brunftzeit zur Welt.

Wusstest Du schon…?
Durch die große Anstrengung und wenig Schlaf während der Paarungszeit verlieren Hirsche innerhalb dieser zwei Wochen bis zu 20 Kilogramm ihres Gewichts. Man bezeichnet sie dann als “abgebrunftet”.

Diesem alten Hirsch kann man die Anstrengungen der Brunft deutlich ansehen.

Kein Neubürger und schmackhaftes Fleisch

Die Römer haben das Damwild erstmalig in Westeuropa angesiedelt, um eine neue Wildart einzuführen. Das war wesentlich vor dem Jahr 1492, in dem Kolumbus die “Neue Welt” entdeckte. Alle Wildarten, die zu diesem Zeitpunkt bereits heimisch waren, gelten als einheimisch. Andere Tiere, die erst später zu uns kamen, wie zum Beispiel der Waschbär oder Marderhund, sind sogenannte Neubürger bzw. Neozoen. Im 16. Jahrhundert hat man Damwild aus Dänemark nach Deutschland importiert, woher es auch seinen Namen hat. Erstmalig als “Dänenwild” bezeichnet, wurde daraus mit den Jahren das “Damwild”.

Nur während der Brunftzeit sieht man die Hirsche zusammen mit den weiblichen Tieren.

Damwild hat man schon immer gerne in Gattern zur Wildfleischproduktion gehalten. Sie sind gut in größeren Rudeln zu halten und vergleichsweise resistent gegen Krankheiten. Und nicht zuletzt schmeckt das zarte Fleisch den meisten Menschen sehr gut. Wenn Ihr also Damwildfleisch in einem Restaurant bestellen könnt, handelt es sich oft um ein solches Gatterwild und nicht um ein wildlebendes Tier aus der Natur. Aus diesem Grund zählt das Betreiben solcher Wildgatter auch zur Landwirtschaft, genau wie bei Schweinen, Kühen und Schafen. Wenn Ihr also Damwild aus der Natur essen möchtet, meldet Euch am besten beim nächsten Forstamt oder dem Jäger bzw. der Jägerin aus Eurer Nachbarschaft.

Der Hirsch behält das heranfahrende Auto genau im Blick.

Für uns ist das Damwild eine faszinierende Wildart, die vor allem aus fotografischer Sicht besonders attraktiv ist. Aufgrund ihrer Tagaktivität kann man sie sehr gut bei bestem Licht fotografieren. Und jetzt Ihr, welche Wildart gehört zu Euren Lieblingen?

Quellen:

Hespeler, B.: Vor und nach der Jägerprüfung. Krebs Verlag

https://waidwissen.com/damwild

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Aus dem Wald in die Küche: Dumplings mit Damwildhack https://forsterklaert.de/dumplings https://forsterklaert.de/dumplings#respond Sun, 10 Apr 2022 14:53:24 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3120 sogenannte “Dumplings” für Euch zubereitet. Diese werden mit Gemüse und Hack gefüllt. In unserem Rezeptvorschlag haben wir uns für Hack vom Damwild entschieden, aber wie immer könnt Ihr dabei natürlich frei variieren. Wie Ihr die Dumplings zubereiten könnt und welche Zutaten Ihr noch benötigt, erfahrt Ihr hier.

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In diesem Artikel erwartet Euch ein neuer Rezeptvorschlag. In unserer Reihe “Aus dem Wald in die Küche” wollen wir Euch zeigen, wie Ihr Wildfleisch und andere Nahrungsmittel, die der Wald bereithält, in die alltägliche Küche integrieren könnt. Diesmal haben wir Teigtaschen, sogenannte “Dumplings” für Euch zubereitet. Diese werden mit Gemüse und Hack gefüllt. In unserem Rezeptvorschlag haben wir uns für Hack vom Damwild entschieden, aber wie immer könnt Ihr dabei natürlich frei variieren. Außerdem haben wir fertige Dumpling-Teigblätter verwendet, die wir zuvor in einem Asia Markt gekauft haben. Den Teig könnt Ihr – wenn Ihr die Zeit habt – aber natürlich auch selber zubereiten. Wie Ihr die Dumplings zubereiten könnt und welche Zutaten Ihr noch benötigt, erfahrt Ihr hier.

Für die Füllung der Dumplings haben wir uns für Damwildhack, Shiitake-Pilze, Porree und Möhre entschieden.

Dumplings aka Maultasche?

Dumpling bedeutet übersetzt ganz einfach “gefüllte Teigtasche”. In der chinesischen Küche auch besser als Jiaozi bekannt. Die japanische Version heißt Gyoza. 

Auch in anderen Ess-Kulturen gibt es Dumplings. So gibt es beispielsweise im osteuropäischen Raum sogenannte Pelmeni oder Piroggen. In Italien sind die gefüllten Teigtaschen besser bekannt als  Ravioli oder Tortellini. Auch aus der deutschen Küche kennen wir Dumplings – Maultaschen sind ein beliebtes Gericht aus dem Schwabenländle.

Welche Zutaten benötigt Ihr für die Dumplings?

  • 500 g Hackfleisch vom Damwild
  • 250 g Dumpling-Teigblätter
  • 100 g Shiitake Pilze
  • 1 Stange Porree
  • 1 Möhre
  • 1-2 Teelöffel geriebener Ingwer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 – 2 Esslöffel Sojasauce
  • etwas Speiseöl zum Anbraten
  • etwas Sesam zum Garnieren

Wie wird’s gemacht?

  • Die fertigen Teigblätter und das Hackfleisch müssen zunächst aufgetaut werden. Dazu solltet Ihr die Teigblätter ein bis zwei Stunden vor der Zubereitung aus dem Gefrierfach nehmen. Da das Fleisch einige Stunden benötigt, solltet Ihr es am besten schon am Morgen aus dem Tiefkühler nehmen.

Achtung!
Wichtig ist, dass die Teigblätter nicht mit Wasser in Kontakt kommen, da sie sonst zusammen kleben und es nahezu unmöglich ist sie ohne vollständige Zerstörung wieder auseinander zu friemeln…

  • Zunächst müsst Ihr das Gemüse, den Knoblauch und den Ingwer möglichst fein hacken. Je feiner die Zutaten, desto einfacher wird es später, Eure Teigblätter zu befüllen. Wir haben uns in diesem Rezeptvorschlag für Shiitake Pilze, Porree und Möhre entschieden, aber natürlich könnt Ihr hier wie immer auch variieren. Auch die Intensität des Knoblauchs und Ingwers könnt Ihr je nach Eurem Geschmack anpassen und entweder mehr oder weniger verwenden.

Ein kleiner Tipp
Um den Ingwer möglichst fein zu bekommen, kann man auch eine Reibe nutzen. 

  • Als nächsten Schritt erhitzt Ihr etwas Öl in einer ausreichend großen Pfanne. Dort bratet Ihr zunächst das Hackfleisch und anschließend das Gemüse an. Wenn die Gemüse-Fleisch Mischung die gewünschte Bräunung hat, gebt Ihr zuletzt den Knoblauch und den Ingwer dazu und löscht das Ganze mit etwas Sojasauce ab. Damit ist Eure Füllung vorbereitet.

Achtung
Wichtig ist beim Füllen, dass Ihr nicht zu viel verwendet, da die Dumplings ansonsten sehr schwer zu falten sind und beim Kochen zerfallen können. Versucht außerdem beim Falten der Teigblätter die Luft heraus zu drücken.  Ansonsten schwimmen die Dumplings beim Kochen im Wasser die ganze Zeit an der Oberfläche und Ihr könnt den Garzeitpunkt schwieriger bestimmen.

  • Nun werden die Teigblätter gefüllt. Am besten verwendet Ihr zwei Löffel um einen geeigneten “Haufen” auf Eure Teigblätter zu bringen. Dann benötigt Ihr etwas Wasser um damit den äußeren Rand des Teigblattes zu befeuchten. Anschließend legt Ihr die obere Hälfte auf die untere – Ihr faltet also die Teigtasche zu einem Dumpling zusammen. Versucht dabei von innen nach außen die Luft während des Faltens aus dem Dumpling heraus zu drücken. Zuletzt drückt ihr den Rand fest, der sollte durch den befeuchteten Rand nun gut zusammen kleben.
  • Wenn Ihr alle Teigblätter erfolgreich gefüllt habt – das kann am Anfang etwas schwierig sein – erhitzt Ihr etwas Wasser in einem Topf. Sobald das Wasser kocht könnt Ihr einige Dumplings hineingeben. Achtet darauf, dass es nicht zu viele sind, da sie ansonsten zusammenkleben. Nach ca. 10 Minuten sind die Dumplings gar. Wenn Ihr beim Falten die Luft erfolgreich heraus gedrückt habt, erkennt Ihr die fertig gegarten Dumplings daran, dass sie oben an der Wasseroberfläche schwimmen.
Ups, das war wohl nichts… Am Anfang ist das Falten der Dumplings gar nicht so einfach und die Ergebnisse sehen gerne mal so aus, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister.
  • Zuletzt erhitzt Ihr wieder etwas Öl in einer Pfanne und bratet die Dumplings kurz von beiden Seiten an bis sie goldbraun sind. Zum Anrichten könnt Ihr die Dumplings noch mit etwas Sesam bestreuen und zusammen mit etwas Sojasauce servieren.
  • Lasst es Euch schmecken!
Zum Schluss könnt Ihr die Dumplings noch kurz in der Pfanne anbraten und mit etwas Sesam und Sojasauce garnieren.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Nachkochen und sind gespannt auf Eure Zubereitungsergebnisse. Wir geben zu, vor allem zu Beginn ist das Falten der Teigtaschen etwas tricky, aber wir glauben fest an Eure Faltkünste – und der Aufwand lohnt sich!

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Die Jagd mit Fallen – Naturschutz oder unzeitgemäß? https://forsterklaert.de/fallenjagd https://forsterklaert.de/fallenjagd#comments Sun, 03 Apr 2022 15:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3105 unserer Vorfahren. Die Art der Fallen und die Gründe diese zu benutzen haben sich in den letzten Jahrhunderten jedoch grundlegend verändert. Die meisten wissen jedoch nicht, dass die Jagd mit Fallen heutzutage eine wichtige Rolle beim Artenschutz spielt. Wieso das der Fall ist und wozu diese Art der Jagd noch dient, erfahrt Ihr in diesem Artikel. 

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Die Fallen- oder Fangjagd ist die älteste Art des Jagens und war ein wichtiger Teil der Ernährung unserer Vorfahren. Die Art der Fallen und die Gründe diese zu benutzen haben sich in den letzten Jahrhunderten jedoch grundlegend verändert. Die meisten wissen jedoch nicht, dass die Jagd mit Fallen heutzutage eine wichtige Rolle beim Artenschutz spielt. Wieso das der Fall ist und wozu diese Art der Jagd noch dient, erfahrt Ihr in diesem Artikel. 

Wozu brauchen wir Fallen? 

Durch die Veränderungen nahezu jedes Lebensraumes durch den Menschen reicht die Lebensraumgestaltung für bedrohte Arten oftmals nicht aus. Raubwild wie Füchse, Marder oder auch Waschbären vermehren sich jedoch sehr stark. Diese so genannten Prädatoren reduzieren zum Beispiel bodenbrütende Vögel. Um diese stark gefährdeten Arten zu schützen, ist eine Reduktion der Raubtiere notwendig. 

Die Fallen sollen sich möglichst wenig von ihrer Umgebung abheben. Wenn sie auf Wildwechseln stehen, nehmen die Tiere sie oftmals als ihren neuen Weg an, gerade wenn es keinen Weg um sie herum gibt. Diese Falle steht in der Nähe eines Gewässers, um Waschbären von der geschützten und gefährdeten Gelbbauchunke fernzuhalten.

Doch nicht nur andere Tierarten, sondern auch menschliches Eigentum sind gefährdet. Gerade der fremdländische Waschbär macht als Neozoon viel Ärger. Er plündert Mülltonnen, nistet sich auf Dachböden ein und verbreitet den Waschbärspulwurm. Dieser ist ähnlich wie der Fuchsbandwurm auf den Menschen übertragbar. Während er für die Waschbären selbst oder für Überträger wie Hunde keine Gefahr darstellt, wirkt er beim Menschen tödlich und kann nicht behandelt werden.

Fallen müssen darüber hinaus nicht nur dazu dienen, die Tiere nach dem Fang zu erlegen. Gerade bei verwilderten Hauskatzen können sie dabei behilflich sein, das Wachstum der Population durch gezielte Sterilisation zu minimieren, um heimische Singvögel zu schützen. 

Doch auch die Vögel selbst kann man durch Fallen mit Sendern oder Ringen ausstatten, um ihr Zugverhalten zu untersuchen. 

Tot oder lebendig?  

Man unterscheidet zwischen zwei grundlegenden Fallentypen: Totfangfallen und Lebendfallen. Die Begriffe sind dabei so einfach zu verstehen, wie sie klingen. 

Unter Totfangfallen versteht man zumeist sogenannte Abzugseisen. Diese werden ausgelöst, sobald an dem Köder in der Falle gezogen wird. Die Falle darf nicht auf Druck auslösen. So wird gewährleistet, dass sich das Tier in der Falle mit dem Kopf an der richtigen Stelle befindet. Das Tier wird dadurch tierschutzgerecht durch einen Genickbruch erlegt. Totfangfallen muss man einmal am Tag kontrollieren und sie benötigen wichtige Schutzvorkehrungen.

Wusstest Du schon…? 
Der Name Eiabzugseisen beschreibt, wie die Fallen ausgelöst wird. Nämlich nur durch das ziehen an dem Köder – beim Marder ist dies ein Ei. 

Die Falle muss sich in einem sogenannten Fangbunker befinden. Dies ist eine Art Kasten mit einem verwinkelten Eingang. Er macht es Menschen unmöglich, durch den Eingang in die Falle hinein zu greifen und sich zu verletzen. Diese Behältnisse müssen durch einen Warnhinweis und ein Schloss gesichert sein. Darüber hinaus sorgt ein Sicherheitsauslösemechanismus dafür, dass die Falle auslöst, wenn der Deckel der Falle geöffnet wird. 

Fälschlicherweise gefangene Tiere finden in diesen Fallen jedoch ebenfalls ihr Ende. Je größer der Eingang der Falle, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Beifangs. Außerdem ist ihre Handhabung vergleichsweise gefährlich.

Der Fallenmelder ist an der Seite der Lebendfalle befestigt. Sobald sich die Außenklappen schließen, wird der Sender von dem Gerät abgezogen. Kurz darauf findet man ein Signal auf dem Handy.

Wusstest Du schon…? 
Sogenannte Fallenmelder können an die Fallen angebracht werden, damit die Inhaber:innen direkt erfahren, wenn eine Falle ausgelöst hat. Die Benachrichtigung wird einfach auf das Handy geschickt. So ist es möglich, dass die Tiere so kurz wie möglich in der Falle ausharren müssen. Sie werden dann so schnell es geht erlegt oder wieder frei gelassen. 

Sicher in der Falle?

Eine Alternative bieten die Lebendfallen. Sie müssen die Tiere unversehrt fangen, es darf also auf keine Weise verletzt werden. Diese Fallen muss man zweimal täglich kontrollieren.   

Um den Stress der gefangenen Tiere zu verringern, müssen die Lebendfallen nach dem Auslösen komplett abgedunkelt sein. Wenn kein Licht hineindringen kann, schalten die Tiere sozusagen in den Schlafmodus. Obendrein darf sich im Inneren der Falle nichts befinden, woran sich das Tier verletzen könnte. 

Um zu kontrollieren, was einem in die Falle geht, variiert die Größe des Eingangs. So passen zum Beispiel in einen 8 cm großen Einlauf nur Baum- oder Steinmarder, Nerz und Hermeline hinein. Ab 20 cm kann dagegen jedes heimische Raubwild in die Falle tappen. 

Trockenobst in einer Lebensfalle, durch das man Waschbären anlocken will. Kommt das Tier gegen das Trittbrett, löst die Falle aus.

Weitere Methoden für die Selektion bestimmter Tierarten sind Köderart, Auslösegewicht und Standort. Während der Fuchs oder Enok stinkende Köder bevorzugen, mögen Waschbären gerne etwas Süßes wie Trockenobst und Marder Eier. Wenn Fallen erst ab einem bestimmten Gewicht auslösen wie zum Beispiel die Wieselwippbrettfalle, können kleinere Individuen nicht zum Beifang werden. 

Wusstest Du schon…? 
Sogenannte Drahtkastenfallen bestehen lediglich aus einem Metallgitter. Sie sind demnach nicht abgedunkelt, bieten den Tieren keinen Schutz, jedoch Verletzungsmöglichkeiten. Sie sind durch das Jagdgesetz nicht erlaubt und tierschutzwiderrechtlich. Also: Auch wenn sie einem bei der Suche nach Fallen vorgeschlagen werden – Finger weg!

Abfangkörbe bestehen ebenfalls aus einem Drahtgeflecht. Sie sind aber dafür da, um die Tiere sicher aus der Falle ins Licht zu bekommen, um sie zu erlegen.

Wie teurer Pelz ein Abfallprodukt wird

Wie schon unsere Vorfahren kann man auch heute bei der Fallenjagd Felle gewinnen. Mit der sinkenden Nachfrage nach Pelz in Deutschland, landet das teure Produkt immer öfter im Mülleimer. Nicht alle Jäger:innen möchten den Pelz als Trophäe behalten und heute gilt ein Fellvorleger eher als Staubfänger. Anders als in unmenschlichen Pelzfarmen, in welchen Tiere in schlechter Haltung gequält werden, sind Felle bei der Fallenjagd ein unumgängliches Nebenprodukt. Damit dieses nicht in der Tonne landet, engagieren sich Organisationen wie die Fellwechsel GmbH dafür, dass der Pelz auch in den heimischen Handel kommen kann. So können die Kunden ihren weitaus ökologischeren Pelz mittels einer ID-Marke bis zum Erlegungsort zurück verfolgen.

Bei dem Kauf von Pelz kann man zum Beispiel auf das Symbol der Fellwechsel GmbH oder andere ökologische Siegel achten, welche das Tierwohl gewährleisten.  

Wusstest Du schon…? 
In nördlichen amerikanischen Bundesstaaten oder Kanada gilt der Beruf des Fallensteller – “Trapper” genannt – als sehr angesehen. Die Gewinnung von Fellen schätzt man dort, neben der Jagd, sehr. 

Diskussionsrunde zu Fallen

Es gibt viele Kritiker:innen der Fallenjagd und das hat natürlich auch seine Gründe. Es kann zum Beispiel nicht immer zu 100% gewährleistet sein, dass nicht das falsche Tier in eine Totfangfalle tappt. Nicht ohne Grund sind diese in Nordrhein-Westfalen bereits komplett verboten. Um die tierschutzgerechte Fangjagd zu unterstützen gibt es jedoch bereits viele Richtlinien. Darüber hinaus müssen alle Jäger:innen, die in Niedersachsen – aber auch in einigen anderen Bundesländern – eine Falle aufstellen wollen, einen Fallenschein besitzen. Das bedeutet, dass man einen Lehrgang besuchen muss, in welchem man die korrekte Handhabung mit diesen Geräten lernt. Desweiteren ist die Fallenjagd eines der wichtigsten Mittel, um von Raubwild gefährdete Arten zu schützen. Fallen nutzen also nicht nur “Hobby-Jäger:innen”, sondern auch Tierschützer:innen. Zusätzlich gibt es viele Regelungen für die Fangjagd, welche man im Bundesjagdgesetz festgesetzt hat. Jedes Bundesland hat darüber hinaus noch weitere und eigene Richtlinien, welche auf den Standards des Staates beruhen.     

Gibt es unter Euch Falleninhaber:innen oder Gegner:innen dieser Art der Jagd? Eure Meinung zu dem Thema würde uns sehr interessieren. Schreibt sie doch gerne in die Kommentare!  

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Neozoen – Tierische Migration https://forsterklaert.de/neozoen https://forsterklaert.de/neozoen#respond Sun, 27 Mar 2022 15:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3084 Seid Ihr schon mal einem Waschbären über den Weg gelaufen? Die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht so gering. Denn die eigentlich nachtaktiven Tiere ziehen regelmäßig durch die Straßen von Großstädten wie Berlin oder Kassel, plündern dort die Mülltonnen der Anwohner:innen und vermehren sich in rasantem Tempo. In den 1920er Jahren wurden sie für die Pelzzucht aus Nordamerika nach Deutschland gebracht und gelten damit als Neozoen. Was es damit auf sich hat und welche Probleme sich durch Neozoen für das gesamte Ökosystem ergeben können, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Seid Ihr schon mal einem Waschbären über den Weg gelaufen? Die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht so gering. Denn die eigentlich nachtaktiven Tiere ziehen regelmäßig durch die Straßen von Großstädten wie Berlin oder Kassel, plündern dort die Mülltonnen der Anwohner:innen und vermehren sich in rasantem Tempo. In den 1920er Jahren wurden sie für die Pelzzucht aus Nordamerika nach Deutschland gebracht und gelten damit als Neozoen. Was es damit auf sich hat und welche Probleme sich durch Neozoen für das gesamte Ökosystem ergeben können, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Die Renaisscance im 15. und 16. Jahrhundert war die Zeit der Entdeckungen. Hier hat Christoph Kolumbus Amerika entdeckt.

Wie kommen Neozoen zu uns?

Neozoen sind Tiere, die sich nach dem Jahr 1492 (dem Jahr der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) durch uns Menschen in Gebieten verbreitet haben, die sie ohne Hilfe nicht erreicht hätten. Das pflanzliche Pendant zu Neozoen nennt man Neophyt (mehr zu fremden Baumarten findest Du hier).

Die Verbreitungsgebiete von Tierarten unterliegen einem ständigen natürlichen Wandel. Das hängt mit Umweltbedingungen wie zum Beispiel Nahrungsverfügbarkeit oder dem Klima zusammen. Eine natürliche Verbreitung schreitet nur langsam, Stück für Stück voran. So kann sich das Ökosystem auf die Veränderungen einstellen. Das ist der wesentliche Unterschied zur menschengemachten Verbreitung von Neozoen. Wenn eine Art, die nur in Amerika vorhanden ist, plötzlich im Fluggepäck mit nach Deutschland kommt, kann das ein totales Chaos im hiesigen Ökosystem verursachen.

Wenn die Tiere als blinder Passagier mitreisen, ist das jedoch normalerweise ein Versehen. Oft überleben diese Arten nicht lange oder können sich wegen fehlender Partner nicht vermehren. Anders sieht es bei Pelzfarmen aus. Aus den häufig in Osteuropa ansässigen Betrieben ist es mehrmals zu Ausbrüchen gekommen. Viele dieser Tiere stammen aus Amerika und haben sich rasend schnell in ganz Europa ausgebreitet. So kommt es, dass Waschbär, Bisam, Mink & Co Deutschland heute als ihre Heimat bezeichnen können.

Bei der Zucht von Pelzen für beispielsweise solche Jacken können die Tiere manchmal flüchten und verbreiten sich dann ungehindert.

Bedrohung der Artenvielfalt

Manche Tiere, die wir Menschen in Deutschland ausgewildert haben, verursachen keine Probleme. Ein Beispiel hierfür ist das Muffelwild, das im 20. Jahrhundert zu jagdlichen Zwecken aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland kam. Und obwohl es ein vergleichsweise sehr großes Säugetier ist, ist es zu keinen nennenswerten Konflikten mit anderen Tierarten gekommen. Das liegt daran, dass seine Nahrung vor allem aus Gräsern besteht. Diese ökologische Nische war bis dato von keinem heimischen Tier besetzt. Deshalb tritt es nicht in Nahrungskonkurrenz zum heimischen Reh– und Rotwild.

Muffelwild hat seine Heimat auf den Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien.

Problematisch wird es dann, wenn Tiere, die sich auf unnatürliche Weise etabliert haben, in Konkurrenz mit der heimischen Fauna treten und diese verdrängt. Ab diesem Zeitpunkt gelten sie als invasive Art. Zum Beispiel hat der Mink (Amerikanischer Nerz) den heimischen Europäischen Nerz vielerorts bereits verschwinden lassen. Schlimmstenfalls führt das zu einem Aussterben der heimischen Tierart und trägt damit zum globalen Artensterben bei. Somit bedrohen Neobiota (Oberbegriff für Neozoen und Neophyten) die biologische Vielfalt.

Wusstest Du schon…?
Die sogenannte “Zehner-Regel” besagt, dass 10% aller eingeführten/eingeschleppten Arten sich unbeständig halten können. 10% davon etablieren sich dauerhaft in naturnahen Lebensräumen. Und davon wiederum gelten 10% als invasiv. Das heißt, von 1.000 eingeführten Arten ist statistisch eine Art invasiv.

Auch unter Wasser ein Problem

Nicht nur an Land, sondern besonders auch im Wasser können Arten eingeschleppt werden. Wenn man neue Kanäle baut, bieten solche Wasserstraßen vielen aquatischen Tierarten ein neues Verbreitungsgebiet. Sehr unmobile Arten wie Krebse können sich auch einfach an ein Schiff heften und als Passagier auf Expedition gehen. Ein aktuelles Beispiel unter den Fischen ist die Schwarzmundgrundel. Sie stammt aus Osteuropa und dem nahen Osten und hat in nur wenigen Jahren nahezu alle deutschen Gewässer besiedelt und steht jetzt in Konkurrenz zu vielen heimischen Fischen. Bei den heimischen Edelkrebsen zeigt sich das Ausmaß der Probleme noch deutlicher. Sie haben sowieso schon mit der Bebauung von Gewässern und deren Schadstoffbelastung zu kämpfen. Allerdings ist die größte Bedrohung für ihre Existenz die sogenannte Krebspest. Das ist eine Krankheit, die durch die Ansiedlung von amerikanischen Flusskrebsen eingeschleppt wurde.

Neozoen können eine ernsthafte Bedrohung für die globale Artenvielfalt sein.

Was tun mit den Neozoen?

Wie gehen wir also mit dem Waschbären in der Mülltonne um? Manche sagen, dass sie eigentlich schon zur heimischen Tierwelt dazugehören und man sie in Ruhe lassen sollte. Hier lässt man meistens außer Acht, welche Auswirkungen die Waschbären auf unsere heimische Tierwelt haben können. Andere Leute fordern die Ausrottung der Tiere. Das ist leichter gesagt als getan. Expert:innen sagen, dass sie Waschbären durch die Jagd in ihrem Bestand nicht reduzieren oder gar ausrotten können. 

Was würdet Ihr sagen, wie man mit dem Problem der Neozoen umgehen sollte? Einfach alles seinen Weg gehen lassen, weil man eh nichts mehr ändern kann? Oder alle Maßnahmen ergreifen, um die heimische Fauna bestmöglich zu schützen?

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Landschaftsarchitektur ohne Studium? Das kann nur der Biber! https://forsterklaert.de/biber https://forsterklaert.de/biber#comments Sun, 06 Mar 2022 16:25:43 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3031 Landschaftsarchitektur kann man an vielen Universitäten und Hochschulen in einem dreijährigen Studium erlernen. Der Eurasische Biber (Castor fiber) hat das nicht nötig. Er gestaltet seinen Lebensraum ganz nach seinen Bedürfnissen. Durch Bäume fällen, Burgen und Dämme bauen und Bäche aufstauen hat der Biber das gleiche Motto wie Pippi Langstrumpf: Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt!

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Landschaftsarchitektur kann man an vielen Universitäten und Hochschulen in einem dreijährigen Studium erlernen. Der Eurasische Biber (Castor fiber) hat das nicht nötig. Er gestaltet seinen Lebensraum ganz nach seinen Bedürfnissen. Durch Bäume fällen, Burgen und Dämme bauen und Bäche aufstauen hat der Biber das gleiche Motto wie Pippi Langstrumpf: Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Verwechslungsgefahr

Biber (links) und Nutria (rechts) sehen sich zum Verwechseln ähnlich.
Vielen Dank an Hannah Billing für die Zeichnung!

Wie sieht ein Biber überhaupt aus? Ganz oft werden sie mit den Nutria verwechselt. Diese sehr viel häufiger anzutreffenden Neozoen haben große Ähnlichkeit mit dem Biber. Doch es gibt einige Merkmale, anhand derer sich die beiden Tiere gut unterscheiden lassen. Nutria haben sichtbare Ohren, weiße Barthaare, einen runden Schwanz und sind im direkten Vergleich kleiner als Biber. Er ist ein bis zu 30 Kilogramm schweres Nagetier mit einer ganzen Reihe an praktischen und besonderen Körperteilen.

Die Biber-Kelle – nicht für Suppen geeignet

Den schuppigen Schwanz des Bibers bezeichnet man als Biberkelle. Im Wasser dient er als Steuer beim Schwimmen, an Land als Stütze beim Sitzen, als Kommunikationsmittel und nicht zuletzt als Klimaanlage. Denn durch das Eintauchen des Schwanzes in kaltes Wasser kann der Biber sich ganz einfach an heißen Tagen abkühlen.

So sieht der typische Lebensraum des Bibers aus.

Das Fell – dicker Wintermantel und praktische Schwimmweste

Mit etwa 23.000 Haaren pro cm² hat der Biber einen der dichtesten Pelze überhaupt. Das ist ein Hauptgrund für die frühere starke Bejagung der Biber. Die oberen Haare bestehen aus langen Grannen und darunter befindet sich sehr dichte Unterwolle. Zwischen diesen beiden Schichten entsteht eine Luftschicht, die gleichzeitig isolierend wirkt und als Auftrieb im Wasser dient. Dadurch ist der Biber fast schwerelos im Wasser unterwegs.

Die Zähne – eine natürliche Schleifmaschine

Besonders im Winter lassen sich Biber auch gerne mal die Rinde von Bäumen schmecken.

Die Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer des Bibers wachsen kontinuierlich ein ganzes Leben lang weiter. Die rote Farbe der Zähne kommt daher, dass sich im Zahnschmelz auf der Vorderseite Eisen befindet. Das macht die Vorderseite sehr viel härter als die Hinterseite. Dadurch werden die Zähne zu einem natürlichen Messerschärfer, wenn die harte Vorderseite des Oberkiefers gegen die weichere Hinterseite des Unterkiefers gerieben wird.

Die Lippen – Fressen unter Wasser

Biber können unter Wasser ihren Mund zum Fressen öffnen, obwohl sie keine Kiemen besitzen. Das ist so ziemlich einmalig unter Säugetieren. Möglich wird das dadurch, dass sie ihre Lippen durch eine Lücke zwischen den Schneide- und Backenzähnen zurückziehen können. Dadurch entsteht ein Vakuum und sie können fressen, ohne dass Wasser in ihren Mundraum eindringt.

Wusstest Du schon…?
Die Nager waren im Mittelalter bei Mönchen als Speise während der Fastenzeit sehr beliebt. Denn die katholische Kirche zählte den Biber wegen seines schuppigen Schwanzes nicht zu den Säugetieren, sondern zu den Fischen. Diese durfte man auch während des Fastens essen.

Wie lebt ein Biber?

Biber sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbringen sie ihre Zeit in der Biberburg. Das ist meistens ein großer Haufen aus Ästen, mit dem sie sogar ganze Bäche stauen können. Der Eingang dieser Biberburg liegt – zum Schutz vor Seeadler, Uhu und Fuchs – unter Wasser. Im Winter müssen Biber den Ein- und Ausgang immer frei von Eis halten, damit sie zwischendurch auch mal an Land gehen können, um nach Nahrung zu suchen. Die Tierchen halten nämlich keinen Winterschlaf, sondern knabbern in der kalten Jahreszeit sehr gerne an leckeren Stämmen von Weiden oder Pappeln und bringen diese damit sogar zu Fall. Während der warmen Jahreszeit bevorzugen sie jedoch Blätter, Gräser oder auch Feldfrüchte.

Hier verlässt der Biber das Wasser, wenn er sich auf Nahrungssuche begibt.

Biber werden mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif und begeben sich auf die Suche nach einem eigenen Revier. Wenn sich ein Biberpärchen gefunden hat, dann bleiben sich die beiden ein Leben lang treu. Sie bekommen bis zu 5 Junge pro Jahr, doch ein großer Teil der Jungtiere stirbt bereits früh durch Ertrinken, wenn es im Frühjahr wegen Starkregen oder Schneeschmelze zu Hochwasser und starken Strömungen kommt.

Konflikte mit uns Menschen

Im 19. Jahrhundert war der Biber in Deutschland und großen Teilen Europas nahezu ausgerottet. Ein kleiner Restbestand hat in der Mittelelbe überlebt. Dank vieler Schutzmaßnahmen und Auswilderungsprojekten hat sich die Population in den letzten Jahrzehnten jedoch erholt, sodass heute wieder etwa 25.000 Tiere an unseren Gewässern unterwegs sind. Doch auch wenn man sie heute kaum noch bejagt, sind wir Menschen immer noch für den Großteil der Todesfälle verantwortlich. Jungtiere auf der Suche nach ihrem eigenen Revier sind dazu gezwungen viele Straßen zu überqueren, wenn sie das nächste Gewässer erreichen wollen. Das führt zu vielen Unfällen. Der Straßenverkehr ist für bis zu 60 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Das ist eine sehr traurige Statistik, doch gibt es wenig, was man dagegen tun kann. Falls Ihr coole Ideen habt wie man diese Zahl reduzieren könnte, schreibt es uns in den Kommentaren!

Wusstest Du schon…?
Das “Bibergeil” ist ein öliges Sekret aus den Drüsen am Hinterkörper des Bibers. Wegen der darin enthaltenen Salicylsäure wurde es als Potenz- und Schmerzmittel verwendet. Aus diesem Grund hat man Biber früher sehr stark bejagt. Auch heute findet das Bibergeil noch Verwendung in der Homöopathie und bei der Parfümherstellung.

Land- und Forstwirtschaft

Wegen seiner Neigung ganze Bäume zu fällen, verursachen Biber bei so manchen Förster:innen einigen Unmut. Noch viel größer ist das Problem allerdings bei den Landwirt:innen. Wenn die Ackerflächen bis an die Gewässer reichen, fehlen dem Nager die natürlichen Auenlandschaften, wo er Weiden und Pappeln findet, die er als Nahrung verwenden kann. Wenn sie nicht vorhanden sind, dann weicht er auf Feldfrüchte und auch Obstbäume aus. Außerdem bauen Biber liebend gern Tunnel. Wenn ein großer Traktor über so einen Tunnel fährt, kann dieser schnell einstürzen und große Schäden anrichten. Das Aufstauen von Gewässern führt zusätzlich zu einer Vernässung des Umlandes. Ihr seht also, der Biber ist nicht unbedingt der Liebling in der Land- und Forstwirtschaft.

Kleinere Bäume werden gefällt und für den Bau der Biberburg genutzt.

Natur-/ Katastrophenschutz mit dem Biber?

Ein Lösungsansatz für die Konflikte mit der Landwirtschaft könnte sein, dass man dem Biber wieder mehr von seinem natürlichen Lebensraum zur Verfügung stellt. Dazu dürften die Landwirt:innen ihre Felder nicht mehr bis an die Gewässerufer bestellen, sondern müssten stattdessen einen Uferstreifen seiner natürlichen Entwicklung überlassen.

Biber haben auch sehr nützliche Eigenschaften für uns Menschen. Was für Landwirt:innen zum Ärgernis wird, könnte im Rahmen des Klimawandels zukünftig große Bedeutung erlangen. Denn durch seine Fähigkeit Staudämme zu bauen und damit Wasser aufzustauen, dient der Biber dem Hochwasserschutz. Große Flutwellen können damit abgefangen und verlangsamt werden. Der einzige Haken an der Sache ist, dass wir dem Biber nicht sagen können, wo er einen für uns strategisch gut platzierten Staudamm bauen soll. Potential hat die Sache aber trotzdem.

Was meint Ihr? Ist der Biber ein Tier, das nur für Probleme sorgt oder seid Ihr genauso fasziniert von diesem kleinen Landschaftsarchitekten wie wir?

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Die Zerschneidung der Wälder https://forsterklaert.de/wildbruecken https://forsterklaert.de/wildbruecken#comments Tue, 01 Feb 2022 10:31:19 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2935 Wohnraum, Städte und die dazugehörende Infrastruktur prägen unser heutiges Landschaftsbild. Als Folge zerschneiden Straßen, Felder und Städte die einst geschlossen zusammenhängenden Wälder. Viele Wildtiere und Insekten sind jedoch auf große zusammenhängende Waldgebiete angewiesen. In diesem Artikel soll es um die Hintergründe und vor allem die Auswirkungen der Zerschneidung von Wäldern gehen. Wir wollen Euch aber auch Lösungsansätze vorstellen.

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Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Bevölkerungsdichte innerhalb Europas. Viele Menschen benötigen viel Platz. Wohnraum, Städte und die dazugehörende Infrastruktur prägen unser heutiges Landschaftsbild. Als Folge zerschneiden Straßen, Felder und Städte die einst geschlossen zusammenhängenden Wälder. Viele Wildtiere und Insekten sind jedoch auf große zusammenhängende Waldgebiete angewiesen. Schneiden Straßen die Streifgebiete von Wildtieren, kommt es häufig zu Wildunfällen. Unüberwindbare Zerschneidungen der Wälder führen zu genetischer Verarmung bei den Tieren. Doch was bedeutet das überhaupt? In diesem Artikel soll es um die Hintergründe und vor allem die Auswirkungen der Zerschneidung von Wäldern gehen. Wir wollen Euch aber auch Lösungsansätze vorstellen.

Ist Deutschlands Wald nur noch ein Puzzle?

Unter Zerschneidung der Landschaft versteht man alles, das einen sonst zusammenhängenden Lebensraum zerteilt, verkleinert oder die Teilstücke voneinander isoliert. Oftmals wird dabei auch von einer sogenannten Fragmentierung gesprochen. Der ehemals große zusammenhängende Lebensraum ist dann zerschnitten. 

Zäune und Straßen zerschneiden Lebensräume und haben damit empfindlich Auswirkungen auf das Ökosystem.

Der Wald als Ökosystem ist ein riesiges Konstrukt, das wir häufig gar nicht überblicken können. Laufen wir durch den Wald, so sehen wir meist nur einen Käfer, ein Reh oder eine spezielle Pflanze. Diese Individuen sind allerdings Teil einer Gemeinschaft und einer Population. Sie sind darauf angewiesen, sich auszutauschen und sich zu bewegen. Manche Lebewesen bleiben ihr Leben lang mehr oder weniger an einem Ort. Andere wandern teils kilometerweit, um an ihre Geburtsstätte zurückzukommen, um Nachwuchs zu bekommen oder weil sie neue Reviere erkunden und besetzen wollen.

Wusstest Du schon…?
Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 10.000 Kilometer neue Straßen in Deutschland gebaut. Der Trend der Lebensraumfragmentierung hält also weiter an. Die Teilrodung des Danneröder Forstes zum Ausbau der A49 ist ein prominentes Beispiel hierfür.

Auswirkungen auf Groß und Klein

Für Vögel sind Straßen, Kanäle und Städte wenig problematisch zu überwinden. Besonders gefährdet sind aber langsame Tiere. Ein Beispiel, das jede:r kennt, ist die Krötenwanderung. Auf dem Weg zu ihrem Laichort legen die Kriechtiere weite Strecken zurück. Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren. Da sie lange brauchen um diese hinter sich zulassen, ist die Gefahr groß, dass sie überfahren werden. Das kann empfindliche Auswirkungen auf die Tierbestände haben.

Können Straßen nicht überquert werden, hat das Auswirkungen auf den Genpool der Tiere.

Ein weiteres Beispiel ist der Luchs. Luchse haben Streifgebiete von bis zu 400 Quadratkilometern. Eine Fläche die halb so groß wie Hamburg ist. Bekannte Luchsvorkommen sind der Bayerische Wald, der Pfälzerwald und der Harz. Hier findet er große zusammenhängende Wälder. Doch auch diese sind mit Straßen zerschnitten. Immer wieder wenn ein Luchs Straßen auf seinen Streifzügen überquert, läuft er Gefahr vom Auto erfasst zu werden. Dies ist in Deutschland der häufigste Grund für seinen Tod. 

Wusstest Du schon…?
In Deutschland sterben jedes Jahr bis zu 250.000 Wildtiere bei dem Versuch Straßen zu überqueren. 

Genetische Verarmung und Artenschwund

Nicht nur das Überfahren der Tiere stellt eine Gefahr dar. Können sich Lebewesen mit weniger Individuen ihrer Art verpaaren, wird der Genpool nicht aufgefrischt. Es kommt zur Inzucht. Durch Inzucht über mehrere Generationen können Krankheiten häufiger auftreten. Ein bekanntes Beispiel beim Menschen ist das Adelsgeschlecht der Habsburger. Die häufige Fortpflanzung innerhalb des Adelsgeschlechtes führte zu dem typischen Aussehen der Habsburger. Vorstehendes Kinn und Unterlippe und heruntergezogene Nase. Viel relevanter waren aber auftretende Erbkrankheit die zu Unfruchtbarkeit und erhöhter Sterblichkeit führten. Solche Erbkrankheiten breiten sich natürlich nicht nur bei Menschen sondern auch bei Tieren und anderen Lebewesen aus. Es kann zum Aussterben einer Population kommen, wenn diese Krankheiten dominieren. 

Wusstest Du schon…?
Einen ebenfalls großen Einfluss haben landwirtschaftliche Flächen. Sie machen etwa 50% der Fläche in Deutschland aus. Sie stellen zwar keine unüberwindbaren Hindernisse dar, doch sie verlängern die Wege zwischen den Lebensräumen und bieten dabei kaum Schutz.

Brücken schlagen als Problemlösung?

Von außen kaum zu erkennen. Auf dieser Wildbrücke können unzählige Arten die Lebensräume wechseln.

Um den Trend der Zerschneidung der Landschaft aufzuhalten oder zumindest abzumildern gibt es unterschiedliche Methoden. Sehr bekannt sind Wildbrücken. Diese Grünbrücken verbinden häufig zwei Waldstücke über eine Straße hinweg. So können auch flugunfähige und langsame Tiere das Hindernis überwinden. Mit Hilfe von Grünbrücken kann also eine Vernetzung der Wälder stattfinden. Das ist natürlich nicht ganz billig und kostet laut ADAC rund 3 Millionen Euro.

Für die oben genannte Krötenwanderung gibt es ebenfalls Lösungsversuche. Es werden entweder Tunnel gegraben oder Schutzzäune aufgebaut. Mit Hilfe der Schutzzäune können die Kriechtiere vor dem Überqueren in Eimern gefangen und sicher über die Straße getragen werden.

Auf dieser Wildbrücke ist kaum zu erkennen, dass unten drunter täglich tausende Autos die Straße queren.

Werden Deutschlands Puzzleteile immer kleiner?

Mit derzeit 107 Grünbrücken ist Deutschland immer noch etwas dürftig aufgestellt und die Vernetzung der Lebensräume scheint nur auf dem Papier zu geschehen. Nicht nur der Wald wird in Deutschland stark durch den Menschen beeinflusst. Auch Wasserläufe beinhalten mittlerweile unüberwindbare Hindernisse wie Wasserwerke und Turbinen. Wir Menschen tun also unser bestes, den noch vorhandenen Lebensraum von Wildtieren zu verkleinern und zu fragmentieren. Weitere Lösungsansätze gegen die Zerschneidung müssen also her. Was meint Ihr? Können wir eine weitere Ausbreitung unserer menschlichen Infrastruktur überhaupt noch aufhalten? Wird diesem Thema schon genug Gehör geschenkt? Vielleicht kennt Ihr bereits tolle Projekte oder Maßnahmen, die der Fragmentierung entgegen wirken. Wir sind gespannt auf einen Austausch mit Euch!

Quellen:

 ADAC: Grüne Brücken für Bambi und Co. ADAC Motorwelt. Heft 4, 2008. B2706E. S. 76 f.

Frantz et al. (2021): Comparative landscape genetic analyses show a Belgian motorway to be a gene flow barrier for red deer (Cervus elaphus), but not wild boars (Sus scrofa). Molecular Ecology, 21: 3445–3457

Roth, M. et al. : Ökologische und evolutionsbiologische Wirkungen der Segmentierung in Landschaften und der Zerschneidung in Habitaten:

https://www.researchgate.net/profile/Reinhard-Klenke/publication/235353858_Okologische_und_evolutionsbiologische_Wirkungen_der_Segmentierung_in_Landschaften_und_der_Zerschneidung_in_Habitaten/links/00b495153325c25aee000000/Oekologische-und-evolutionsbiologische-Wirkungen-der-Segmentierung-in-Landschaften-und-der-Zerschneidung-in-Habitaten.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/flaeche/struktur-der-flaechennutzung#die-wichtigsten-flachennutzungen

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Überwinterung – den kalten Temperaturen trotzen https://forsterklaert.de/ueberwinterung https://forsterklaert.de/ueberwinterung#respond Sat, 01 Jan 2022 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2870 seid gut in das neue Jahr gerutscht. Unser erster Artikel des neuen Jahres ist natürlich der Artikel des Monats Januar aus unserem Kalender. Während Ihr im Winter die Heizung anstellt oder den Kamin anzündet, haben es die Tiere und Pflanzen etwas schwieriger. Welche Strategien zur Überwinterung sich die verschiedenen Arten angeeignet haben, erklären wir Euch in diesem Artikel.

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Herzlich Willkommen im neuen Jahr! Wir hoffen, Ihr hattet eine besinnliche Weihnachtszeit und seid gut in das neue Jahr gerutscht. Unser erster Artikel des neuen Jahres ist natürlich der Artikel des Monats Januar aus unserem Kalender. Während Ihr im Winter die Heizung anstellt oder den Kamin anzündet, haben es die Tiere und Pflanzen etwas schwieriger. Welche Strategien zur Überwinterung sich die verschiedenen Arten angeeignet haben, erklären wir Euch in diesem Artikel.

Wusstest Du schon…?
Wenn Du noch einen Kalender für das Jahr suchst, dann schau doch gerne mal in unserem Forst Erklärt Shop vorbei. Wir haben noch ein paar auf Lager. Jeden Monat gibt es einen dazu passenden neuen Artikel und Ihr könnt beim Baumarten-Quiz mitmachen.

Schneeglöckchen sind Vorboten des Frühlings – doch bis dahin dauert es noch.

Überwinterung der Tiere

Im Laufe der Evolution hat jede Tierart eine ganz spezielle Strategie entwickelt, um unbeschadet durch den Winter zu kommen. Amphibien und Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass ihre Bewegungsfähigkeit von der Temperatur abhängig ist. Aus diesem Grund fallen sie während der kalten Jahreszeit in eine Winterstarre. Dabei werden alle Körperfunktionen fast komplett abgeschaltet. Das gilt auch für die Atmung oder den Herzschlag. Einige wechselwarme Tiere erleiden dabei auch den Kältetod, wenn die Temperatur zu tief sinkt. Ob ein Frosch zum Beispiel überlebt hat, lässt sich erst herausfinden, wenn er im Frühling wieder auftaut.

Kleinere Säugetiere wie Igel oder Murmeltier verfolgen eine andere Strategie der Überwinterung. Sie fangen schon im Herbst damit an, sich einen dicken Winterspeck anzufuttern. Zu dieser Jahreszeit ist noch reichlich Nahrung verfügbar. Wenn es dann richtig kalt wird, ziehen sie sich in ihre Behausungen zurück und halten Winterschlaf. Sie verschlafen also einfach die kalten Tage und wachen wieder auf, wenn der Frühling anbricht. Dabei senken auch sie ihre Atmung und Herzfrequenz auf ein Minimum herab.

Und wie kommen die Rehe durch den Winter?

Rehe haben im Winter ein dichtes Winterfell und fahren ihre Aktivitäten herunter.

Größere Säugetiere wie Reh- und Rotwild haben keine ganz so spezielle Herangehensweise. Sie wechseln lediglich ihr dünnes Sommerfell gegen ein dickes Winterfell zum Schutz vor der Kälte. Doch auch sie fahren ihre Aktivitäten im Winter herunter und bewegen sich möglichst wenig, um keine unnötige Energie zu verbrauchen. Deshalb ist es ganz besonders schlecht, wenn wir Menschen sie zu dieser sensiblen Jahreszeit unnötig aufschrecken und sie dadurch Energie verlieren. Aus diesem Grund sollten sich Jäger:innen auch gut überlegen, ob es wirklich notwendig ist, im Januar noch große Drückjagden zu veranstalten und alle Wildtiere in Bewegung zu versetzen. Das gleiche gilt für unachtsame Spaziergänger:innen, die ihren Hund frei laufen lassen oder Mountainbiker:innen, die abseits der Wege quer durch den Wald fahren.

Wusstest Du schon…?
Manche Säugetiere sind während der Wintermonate sogar ganz besonders aktiv. Der Fuchs hat beispielsweise im Januar und Februar Paarungszeit. Dabei legen die Tiere große Strecken zurück und sind eigentlich den ganzen Tag unterwegs. Das machen sie zu dieser ungünstigen Jahreszeit, damit ihr Nachwuchs zu der bestmöglichen Jahreszeit auf die Welt kommt. Nach etwa zwei Monaten Tragzeit erblicken die kleinen Fuchswelpen zu Beginn des Frühlings das Licht der Welt und haben optimale Überlebenschancen.

Überwinterung der Pflanzen

Laubbäume werfen im Herbst ihre Blätter ab.

Pflanzen können sich zwar kein Winterfell zulegen, aber in gewisser Weise kann man ihre Strategie zur Überwinterung mit einem Winterschlaf vergleichen. Wie Ihr alle wisst, verlieren Laubbäume im Herbst ihre Blätter. Bevor der Baum die Blätter abwirft, entzieht er ihnen alle Nährstoffe und speichert sie für schlechte Zeiten. Die abgeworfenen Blätter dienen anschließend als eine Art Decke auf dem Waldboden und verhindern oftmals Bodenfrost im unmittelbaren Stamm- und Wurzelbereich. Die meisten Nadelbäume werfen ihre Nadeln im Winter nicht ab, aber schützen sie auf andere Weise. Denn durch eine Wachsschicht, die sich über die kompletten Nadeln zieht, wird ein Einfrieren verhindert. Außerdem verbrauchen Nadeln wegen ihrer geringeren Blattoberfläche viel weniger Wasser als Laubblätter.

Wusstest Du schon…?
Einjährige Pflanzen überwintern unter der Erde, zum Beispiel als Samen. Schneeglöckchen sieht man als Vorboten des Frühlings bereits im Februar. Sie haben unterirdische Organe, in denen sie Energie für den Winter sammeln. Mehr dazu erfahrt Ihr in unserem Artikel über Frühblüher.

Den Vögeln durch den Winter helfen

Zu guter Letzt widmen wir uns den Tieren, die im Winter die Flucht ergreifen: Vögel. Bekannte Zugvögel sind zum Beispiel Weißstorch und Kranich. Sie begeben sich im Herbst auf die lange Reise in das warme Südeuropa oder sogar bis nach Afrika. Im Frühjahr kehren sie wieder zurück, um bei uns mit der Brut zu beginnen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Es gibt aber auch viele Vögel, die nicht nach Süden ziehen, sondern den Winter bei uns verbringen. Das sind sogenannte Standvögel. Zu ihnen zählen kleine Haussperlinge, Amseln und Tauben.

Singvögel haben es in der kalten Jahreszeit nicht leicht. Ihr könnt sie mit einer Fütterung ein wenig unterstützten.

Wer ihnen ein bisschen durch den Winter helfen möchte, kann eine Vogelfütterung bei sich im Garten anlegen. Das tut nicht nur den Tieren gut, sondern bietet auch spannende Beobachtungsmöglichkeiten für die ganze Familie. Der NABU veranstaltet zum Beispiel jedes Jahr die sogenannte „Stunde der Wintervögel“, bei der jede:r herzlich dazu eingeladen ist, sich eine Stunde Zeit zu nehmen und alle beobachteten Vögel zu notieren und die Daten dem NABU zukommen zu lassen. Hier gibt es mehr Infos dazu.

Habt Ihr auch eine Vogelfütterung in Eurem Garten? Welches Futter funktioniert am besten und welche Vögel konntet Ihr schon beobachten? Teilt Eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren.

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Der Forst erklärt Kalender 2022 https://forsterklaert.de/kalender22 https://forsterklaert.de/kalender22#respond Mon, 22 Nov 2021 16:01:01 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2763 Nachdem der Kalender vom letzten Jahr auf so viel Interesse gestoßen ist, dass wir nachdrucken mussten, wollen wir Euch auch für das Jahr 2022 den Wald ins Wohnzimmer bringen!

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Nachdem der Kalender vom letzten Jahr auf so viel Interesse gestoßen ist, dass wir nachdrucken mussten, wollen wir Euch auch für das Jahr 2022 den Wald ins Wohnzimmer bringen!

Rückblick 2021

Das ist der Kalender, der uns durch das vergehende Jahr begleitet hat.

Bevor wir in das nächste Jahr schauen, wollen wir kurz nochmal Revue passieren lassen, was in den letzten Monaten alles los war. Unser Projekt Forst erklärt gibt es seit mittlerweile anderthalb Jahren und zu unserem Glück wachsen wir stetig weiter. Das sehen wir zum einen daran, wie viele Leute unsere Artikel lesen oder uns auf Instagram folgen. Zum anderen aber auch daran, an was für Produktionen wir beteiligt sind. Wir waren sogar im Fernsehen! Unseren Wunsch, in eine Talkshow eingeladen zu werden, haben wir noch nicht verwirklicht. Aber wir waren im ZDF Hauptprogramm zu sehen, das zählen wir auf jeden Fall als Gewinn.

Einblick in den Kalender 2022.

Eine große Veränderung ist auch, dass unser Team weiter wächst und für Euch Artikel schreibt, Fotos knipst, Videos dreht und immer öfter auch bei Instagram vor der Kamera zu sehen ist. 

Für den Wald in Deutschland ist dieses Jahr besser gewesen als die letzten, weniger Dürreperioden und große Hitzetage. Dennoch schreitet der Klimawandel natürlich weiter voran und die Symptome sind unübersehbar. Das ist ein Grund von vielen, warum wir unsere Arbeit hier wichtig finden und gerne machen. Informationen und Wissen sind Grundlage für sinnvolle Diskussionen und Entwicklungen! 

In diesem Sinne, beantwortet uns doch in den Kommentaren: was habt Ihr dieses Jahr von Forst erklärt gelernt? Welcher Artikel ist Euch besonders im Kopf geblieben? Wir freuen uns über alle Antworten!

Im Kalender 2022

Kleine Vorschau: dieses Damwild hat Tobi für Euch, für den Kalender abgelichtet.

Wieder haben wir die unsere 12 schönsten Waldbilder zusammengesucht und hoffen, Euch einen ansprechenden und abwechslungsreichen Ausblick zu geben. Im Kalender könnt ihr einzelne Bewohner des Waldes, zum Beispiel das Damwild, aus der Nähe kennenlernen, oder aber den Blick über sanfte, bewaldete Hügel schweifen lassen. All das lassen wir natürlich nicht unkommentiert: zu jedem Bild gibt es einen kleinen Kommentar und einen Hinweis auf den dazu passenden Artikel des Monats.
Und wir haben uns nicht Lumpen lassen, es gibt auch wieder ein kleines Quiz in jedem Monat des Kalenders! Nachdem Ihr letztes Jahr 12 Holzarten erraten konntet, wandern wir dieses Jahr zu einem anderen Teil des Baumes. Welcher? Dafür müsst Ihr wohl in den Kalender schauen, sonst schummelt vorher noch jemand.

In diesem Kalender lernt Ihr jeden Monat was über den Wald, durch Artikel des Monats und das Quiz!

Shoutout an unsere Fotografen

Die Fotos im Kalender stammen dieses mal übrigens von drei Fotografen im Forst erklärt-Team. Wohl bekannt ist Jan, Mitgründer von Forst erklärt, ausgebildeter Fotograf und designierter Forst erklärt Medienmensch. Guckt Euch mehr von seinen Bildern auf seiner Website an. Seit einiger Zeit findet Ihr in den Artikeln, und jetzt auch im Kalender, immer mehr Bilder von Tobi. Er steckt als Autor, Fotograf und bei Instagram hinter diversen Artikeln. Als Student der Forstwirtschaft und passionierter Jäger hat er ein gutes Auge für die Besonderheiten im Wald und kriegt oft und gerne die großen und kleinen Tiere vor die Kamera. Viele der wunderschönen Landschaftsaufnahmen stammen von Marcel. Für das perfekte Bild steht er mit Kamera und Drohne bepackt zu jeder Tages- und Nachtzeit in der Natur. Zudem ist er auch im Digitalen zu viel zu gebrauchen und unterstützt Forst erklärt in der Website Entwicklung und im Webdesign.

Recht früh im Jahr werdet Ihr wieder auf dieses wunderschöne Foto von Marcel treffen.

Die harten Fakten

  • 14 Blatt, 12 Motive, DIN A3
  • 300 gsm Papier, 
  • gedruckt in Göttingen auf PEFC zertifiziertem Papier
  • Versand: ab 01.12.21
  • Preis 20€* zzgl. 5€ Versandkosten
  • wir pflanzen pro verkauftem Artikel einen Baum
  • limitiert!

*für Studierende, Schüler:innen und Azubis geben wir einen Rabatt von 5 Euro. Falls Ihr das nicht seid, durch Corona oder andere Gründe aber momentan weniger Geld habt, gilt dieser Rabatt auch für Euch. Nutzt dazu einfach diesen Rabattcode im Shop: Fagussylvatica. Ihr braucht uns keine Erklärung und keinen Nachweis schicken, wir vertrauen Euch, dass Ihr verantwortungsvoll mit dem Code umgeht.

Den Kalender gibt’s im neuen Forst erklärt-Shop und einen Baum im Wald pro Verkauf!

Letztes Jahr hat Felix nächtelang versucht, unser explodierendes E Mail-Postfach unter Kontrolle zu bekommen. Der arme Typ darf danach nicht mal ausschlafen, sondern wird von Hündin Ardelle geweckt, die nach seiner Aufmerksamkeit verlangt. Eine andere Lösung musste also her. Deshalb feiern wir die Premiere des brandneuen Forst erklärt-Shops!

Ardelle interessiert es nicht, ob Felix bis tief in die Nacht für Forst erklärt arbeitet.

Für jeden Artikel, den wir über den Shop verkaufen, pflanzen wir einen klimastabilen Baum bei Simon im Forstrevier. So retten wir zwar nicht die Erde, aber schaffen einen kleinen Ausgleich. Dadurch, dass wir die Bäume bei Simon pflanzen, können wir sie langfristig im Auge behalten. So haben die kleinen Pflanzen eine realistische Chance, groß zu werden und einen Beitrag für den Wald der Zukunft zu leisten. 

Wie kommt der Kalender zu Euch?

Nachdem Ihr Eure Kalender im Shop bestellt habt, verpacken wir Eure Bestellung und schicken sie per DHL auf den Weg zu Euch. Falls Ihr in Göttingen wohnt, könnt Ihr die Kalender auch abholen, mehr Infos dazu folgen. Ihr könnt Abholung im Shop auswählen.

Wenn die Kalender unter dem Weihnachtsbaum liegen sollen, bestellt frühzeitig! Wir tun unser bestes, die Bestellungen schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. Erfahrungsgemäß nimmt dieser Prozess aber einige Zeit in Anspruch und dann müssen wir auch noch auf gute Laune des Post-Gottes kurz vor Weihnachten hoffen.

Außerdem drucken wir nicht endlos viele Kalender, sondern ein begrenztes Kontingent. So wollen wir Überschuss, und damit unnötigen Müll, vermeiden. Das bedeutet für Euch, dass Ihr Euch mit der Bestellung nicht endlos viel Zeit lassen solltet.

Macht Euch dieser Teaser neugierig?

Macht der Kalender uns reich?

Nee. Schön wär’s.

Wir wollen den Kalender so günstig wie möglich anbieten, unser Anspruch ist wie immer, dass möglichst alle Zugang haben. Niemand soll wegen eines strapazierten Portemonnaies ausgeschlossen werden. Nach den anfallenden Kosten bleibt also gar nicht so viel übrig.

Das liegt auch daran, dass wir, um Lieferwege und ökologisch-ethische Bedenken klein zu halten, mit einer lokalen Druckerei zusammen arbeiten. Würden wir bei einer der riesigen online Plattformen drucken, wäre das bestimmt günstiger. Wollen wir aber nicht. Ihr sollt hinterher auch tolle Produkte in den Händen halten.

Das, was hinterher übrig bleibt, fließt wieder ins Projekt. Wir bezahlen davon die tolle Leistung der Menschen, die uns unterstützen, kaufen Equipment, zahlen Fahrtkosten zu den schönsten Wäldern Deutschlands undundund.

Die vier und das restliche Team freuen sich auf ein weiteres Jahr mit Forst erklärt.

Bis bald im Wald

Auch wenn das Jahr zu Ende geht, wir uns mit dem Verkauf und Versand der Kalender viel Arbeit aufhalsen, bleibt unsere Begeisterung für den Wald und dieses Projekt ungebrochen. Wir hoffen, Euch geht es auch so! Falls ja, kauft Euch den Kalender, lest weiter alte und neue Artikel, meldet Euch mit Fragen und Anregungen, und seid dabei, wenn es weiterhin heißt: Bis bald im Wald!

Der Beitrag Der Forst erklärt Kalender 2022 erschien zuerst auf Forst erklärt.

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