Winter Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/winter Wissen aus dem Wald Wed, 07 Aug 2024 11:35:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png Winter Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/winter 32 32 Sollen wir Wildtieren im Winter helfen? https://forsterklaert.de/winterhilfe https://forsterklaert.de/winterhilfe#comments Sun, 04 Feb 2024 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=4553 meisten Wildtiere bleiben während des kalten Winters jedoch hier. Im Normalfall benötigen sie nicht die Hilfe von uns Menschen. Manchmal kann es aber durchaus Sinn ergeben, dem einen oder anderen Tier ein bisschen unter die Arme zu greifen. Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Artikel!

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Wildtiere haben die unterschiedlichsten Überlebensstrategien, um durch den kalten Winter zu kommen. Manche machen es sich leicht und verbringen einen netten Urlaub im Süden. Die meisten Wildtiere bleiben während des kalten Winters jedoch hier. Im Normalfall benötigen sie nicht die Hilfe von uns Menschen. Manchmal kann es aber durchaus Sinn ergeben, dem einen oder anderen Tier ein bisschen unter die Arme zu greifen. Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Artikel!

Diese Tiere verschlafen den Winter

Einige Säugetiere, zum Beispiel Murmeltier, Igel oder Fledermaus, verschlafen die kalte Jahreszeit in Erdhöhlen oder anderen Rückzugsmöglichkeiten. Während des Winterschlafs nehmen die Tiere keine Nahrung zu sich. Die Atmung, der Puls und der Stoffwechsel verlangsamen sich. Igel nehmen beispielsweise nur noch 2 Atemzüge pro Minute. Und auch die Körpertemperatur sinkt stark. Während des Winterschlafs zehren die Tiere von ihren Fettreserven, die sie sich während des Sommers angefressen haben. Im nächsten Frühling bringen sie dann häufig nur noch halb so viel auf die Waage wie im Herbst zuvor. Wenn man Winterschläfer während ihres Schlafes stört und aufweckt, fährt der Stoffwechsel wieder hoch und die Tiere verbrauchen viel Energie. Das kann dazu führen, dass sie verhungern. Die Winterruhe ist eine abgeschwächte Form des Winterschlafs. Die Tiere fahren ihren Stoffwechsel ebenfalls herunter, aber wachen immer mal wieder auf und bewegen sich. Zu ihnen gehören beispielsweise Eichhörnchen und Waschbär.

Igel verschlafen den Winter gerne in großen Laubhaufen bei Euch im Garten.

Wusstest Du schon…?
Murmeltiere verschlafen einen Großteil ihres Lebens. Bis zu 9 Monate können sie unter der Erde in ihren Höhlen verbringen. Auch sie reduzieren ihre Herz- und Atemfrequenz. Zusätzlich haben sie eine besondere Überlebensstrategie entwickelt. Sie betreiben sozialen Winterschlaf. Bis zu 20 Tiere kuscheln sich in einem Bau aneinander. Dadurch erhöht sich vor allem die Überlebensrate der Jungtiere, die in ihrem ersten Winter noch keine großen Fettreserven besitzen.

Zu Eis erstarrt

In eine Winterstarre bzw. Kältestarre verfallen wechselwarme Tiere. Zu ihnen gehören Amphibien und Reptilien. Im Gegensatz zu gleichwarmen Säugetieren können Amphibien und Reptilien sich nicht aktiv dazu entscheiden, jetzt schlafen zu gehen. Ihre Körpertemperatur ist abhängig von der Außentemperatur. Sinkt sie unter ein bestimmtes Minimum, können die Tiere sich nicht mehr bewegen. Auch ihre Körperfunktionen reduzieren sich auf das absolut Notwendige. Dadurch wird gewährleistet, dass sie nicht aus Versehen während zu kalter Temperaturen aus der Kältestarre erwachen und dann erfrieren. Mehr zum Thema Überwinterungsstrategien könnt ihr in unserem Artikel nachlesen.

Frösche verharren in einer Winterstarre am Grund von Gewässern. Sie können über ihre Haut atmen.

Wusstest Du schon…?
Frösche weisen während der Winterstarre keine Hirnaktivität auf und es laufen auch überhaupt keine Körperfunktionen. Bei zu kalten Temperaturen erleiden die Tiere einen sogenannten Kältetod. Ob Frösche tatsächlich tot sind, kann man erst herausfinden, wenn sie im Frühling wieder auftauen.

Füttern in Notzeiten

Jäger:innen haben die gesetzliche Verpflichtung, Wildtiere in Notzeiten zu füttern. Im Winter fahren viele Säugetiere, zum Beispiel Reh- und Rotwild, ihren Stoffwechsel herunter. Um Kräfte zu sparen, versuchen sie sich möglichst wenig zu bewegen. Deswegen kann es schon mal vorkommen, dass Ihr auf Eurem Spaziergang einem Reh besonders nahe kommt. Sie flüchten nur, wenn es absolut notwendig ist. Das heißt aber nicht, dass ihr ihnen näherkommen solltet. Spaziergängerinnen und Mountainbiker erhöhen den Stresslevel der Tiere. Mehr dazu in diesem Artikel. Zu dieser Jahreszeit finden sie ohnehin kaum Nahrung.

Aber wenn eine Notzeit eintritt und es den Tieren praktisch unmöglich macht etwas zu fressen, müssen Jäger:innen Fütterungen anlegen. Diese Pflicht geht mit der im Bundesjagdgesetz festgelegten Hege einher. Die Jagdbehörde ruft eine Notzeit offiziell aus. Während dieser Zeit darf man nicht jagen. Neben hoher Schneelage kann das auch während einer langen Dürreperiode im Sommer oder bei Überflutungen geschehen, so wie es kürzlich in einigen Teilen Niedersachsens der Fall war. Davon abzugrenzen ist die sogenannte Ablenkfütterung. Diese soll Wildtiere von einem bestimmten Platz fernhalten (ablenken). So kann man beispielsweise Wildschäden im Mais verringern. Eine Fütterung ist nicht das gleiche wie eine Kirrung. Kirrungen sind ebenfalls Plätze, wo man Futter ausbringt. Allerdings nur in sehr geringem Maße. Sie dienen als Bejagungshilfe, indem man Wildtiere an eine bestimmte Stelle lockt.

Für unsere Vierbeiner bedeutet Schnee Spaß und Action. Sie werden ja täglich gefüttert.

Eine Frage der Ethik

Das Beste, was wir für Tiere in der freien Natur tun können, ist, sie in Ruhe zu lassen. Oder? Diese Annahme beruht auf einer verzerrten Wahrnehmung, wie Wildtiere tatsächlich leben. Oft ist es eine romantisierte Vorstellung von einer heilen Welt, in der wir Menschen keine Rolle spielen. Eigentlich kämpfen fast alle Wildtiere ab dem Tag ihrer Geburt gegen ums Überleben. Dabei geht es beispielsweise um Nahrung, Wasser, Krankheiten oder Konkurrenz mit Artgenossen. Das alles sind sogenannte natürliche Regulationsmechanismen. Jede Tierart hat sich darauf angepasst, zum Beispiel indem sie jedes Jahr viele Jungtiere gebären. Wenn aus dem 6-köpfigen Wurf eines Fuchses nur 1 Welpe das Erwachsenenalter erreicht, ist das schon ausreichend für den Erhalt dieser Tierart.

Der Winter bringt mit besonders kalten Nächten und wenig Nahrung einen ähnlichen Regulationsmechanismus. Es gehört zur Natur, dass Wildtiere während des Winters sterben. Das ist Teil der natürlichen Selektion: “Nur die Stärksten überleben”. Sollten wir also Vogelfutter ausbringen und Nistkästen aufhängen? Ein wahres Dilemma, über das man sich Gedanken machen muss. Wenn wir einer Tierart helfen, hat das auch immer Auswirkungen auf andere Arten. Nichtsdestotrotz ist ein wenig Hilfe für die Tiere, die durch uns Menschen sowieso einen Nachteil haben, aus unserer Sicht nicht verwerflich. Allein aus dem Grund, dass es so viele Katzenliebhaber unter uns gibt, geht die Zahl der Vogelverluste in die Millionen. Da ist ein bisschen Vogelfutter das Mindeste, was wir im Ausgleich tun können.

Vogelhäuschen mit Futter helfen vielen Singvögeln durch die kalte Jahreszeit. Und Ihr habt immer was zu beobachten, wenn Ihr aus dem Fenster schaut.

Den Garten im Winter tierfreundlich gestalten

Wenn Ihr den Tieren bei Euch daheim ein wenig helfen wollt, geben wir Euch jetzt ein paar Tipps.

  1. Habt Ihr Laubbäume im Garten? Dann entsorgt die Blätter nicht, sondern macht einen schön großen Laubhaufen in einer ruhigen Ecke. Hier halten Igel gerne Winterschlaf.
  2. Ihr alle habt bestimmt schon vom Insektensterben gehört. Wollt Ihr den kleinen Tierchen unter die Arme greifen, dann könnt Ihr Insektenhotels im Garten oder auf dem Balkon aufstellen. Das ist übrigens auch ein schönes Projekt mit euren Kindern. Eine Bauanleitung findet Ihr Hier.
  3. Auch Vögel haben es schwer. Für sie könnt Ihr Vogelhäuschen aufstellen (Achtung: Außerhalb der Reichweite von Katzen), Nistkästen aufhängen und Vogelfutter ausbringen. Und schon habt Ihr den ganzen Tag etwas zu beobachten!
  4. Marienkäfer überwintern gerne in den Ritzen von Fensterkästen. Es ist für manche vielleicht zuerst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Aber eigentlich stören sie doch nicht, oder? Dann lasst sie bis zum nächsten Frühling einfach dort.
  5. Vielleicht hast Du ja sogar auch einen Obstbaum im Garten stehen. Wenn dort im Winter noch einige Früchte am Baum hängen und nicht alle im Kuchen gelandet sind, hast du eine natürliche kleine Fütterung für diverse Singvögel.

Noch mehr zum Thema Insektenhotels und Gartenvielfalt könnt ihr in unseren Artikeln nachlesen.

Insektenhotels bieten Bienen und anderen Arten eine Überwinterungsmöglichkeit.

Nistkasten bauen leicht gemacht

Nistkästen für Vögel zu bauen ist gar nicht schwer und ein Spaß für die ganze Familie. Ihr benötigt lediglich eine Säge, ein paar Schrauben inkl. passendem Schraubendreher und Holzbretter. Beim Holz müsst Ihr darauf achten, dass es witterungsbeständig ist und nicht nach dem ersten Regenschauer anfängt zu gammeln. Wir haben ein 18mm dickes Massivholzbrett verwendet.

Um einen Nistkasten zu bauen, benötigt Ihr nicht viel Werkzeug.

Schritt 1: Messen und Sägen

Überlegt Euch, welche Form der Nistkasten haben soll. Anschließend zeichnet Ihr die benötigten Teile mit einem Stift auf das Holz auf und sägt sie aus. Für das Bodenteil solltet Ihr kleine Löcher bohren, damit Wasser abfließen kann und eine Belüftung stattfindet.

Schritt 2: Schrauben

Wenn alle  Teile ausgesägt sind und ihr euch nicht vermessen habt, könnt ihr jetzt damit beginnen, die Bretter zusammenzuschrauben. Für ein optimales Ergebnis bohrt ihr die Löcher zuerst vor und schraubt dann die Schraube rein.

Nach und nach werden die Bretter zusammengeschraubt. Zum Glück vergeben Vögel keinen Schönheitspreis.

Schritt 3: Aufhängen an geeigneter Stelle

Wenn alles zusammengebaut ist und nicht wieder auseinander fällt, könnt Ihr Euren Nistkasten jetzt aufhängen. Bei der Wahl einer geeigneten Stelle gibt es ein paar Dinge zu beachten. Schaut, dass der Nistkasten außerhalb der Reichweite von Katzen hängt. Außerdem sollte der Nistkasten an einer etwas geschützten Stelle, zum Beispiel einer Hauswand, angebracht werden. Das Einflugloch zeigt am besten in die entgegengesetzte Richtung der Wetterseite. Bei uns in Deutschland kommt das Wetter meistens aus West/Süd-West.

Habt Ihr noch mehr Ideen, wie Ihr Tieren das Leben im Winter erleichtern könnt? Schreibt Eure Tipps gerne in die Kommentare!

Quellen:

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/tiere-helfen-winter-herbst-igel-voegel-insekten-100.html

https://www.plantura.garden/gartentiere/gartentiere-im-winter

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/02722.html

https://www.jagd-bayern.de/jagd-wild-wald/jagdpraxis/wildfuetterung/

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Jahreszeiten im Wald https://forsterklaert.de/jahreszeiten https://forsterklaert.de/jahreszeiten#comments Fri, 30 Sep 2022 22:01:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3434 Wenn wir aufmerksam durch unsere Wälder streifen, dann sehen wir auch ohne Blick auf den Kalender, welche Jahreszeit gerade ist und manchmal sogar welcher Monat. Von den ersten Frühblühern bis zum ersten Laubfall im Herbst - es gibt in allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Welche Dinge im Wald Euch verraten, wann der Frühling naht und wie lange die Natur Winterschlaf hält, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Wenn wir aufmerksam durch unsere Wälder streifen, dann sehen wir auch ohne Blick auf den Kalender, welche Jahreszeit gerade ist und manchmal sogar welcher Monat. Von den ersten Frühblühern bis zum ersten Laubfall im Herbst – es gibt in allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Welche Dinge im Wald Euch verraten, wann der Frühling naht und wie lange die Natur Winterschlaf hält, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Der Frühling kommt

Nach einem langen Winter sehnen wir uns nach den ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings. Die ersten warmen Tage lassen die Natur dann nahezu explodieren. Bei einem Blick auf den Boden fallen uns schon im März  Frühblüher auf. Die ersten Blümchen sind zum Beispiel Märzenbecher oder Leberblümchen. Die kleinen Blühpflanzen nutzen die Zeit, zu der die Bäume noch keine Blätter tragen und treiben früh im Jahr aus. Sie sammeln dann in möglichst kurzer Zeit viel Energie. Wenn sich das Blätterdach schließt, ziehen sich die Blümchen in ihr unterirdisches Speicherorgan zurück und warten auf den nächsten Frühling.

Der Märzenbecher ist einer der ersten Frühblüher die Ihr im Wald entdecken könnt.

Auch ein Blick auf die Knospen verrät, dass der Frühling naht. Die Knospen, aus denen die Blätter und Triebe entspringen, sind im April schon dick und platzen bald aus allen Nähten. Sie warten nur darauf, endlich auszutreiben. Außerdem kommen im Mai unzählige Jungtiere auf die Welt. Es ist Brut- und Setzzeit. Dann liegen in den Feldern und im Wald junge Kitze versteckt. Aber auch die Vögel brüten zu dieser Zeit. Nun  solltet Ihr also unbedingt Rücksicht auf die Natur nehmen. Auch wenn das nur bedeutet, auf den Wegen zu bleiben oder den  Hund anzuleinen.

Im Frühling haben Försterinnen und Förster einiges zu tun. Zwar werden zu dieser Zeit kaum Bäume gefällt, aber dafür viele junge Bäume gepflanzt. Und die Bäume, die schon etwas älter sind, bekommen eine kleine Schönheitskur. Was es damit auf sich hat, erfahrt Ihr hier

Der Sommer ist da

Wenn alle Pflanzen ausgetrieben sind, dann beginnt das fleißige Wachsen. Die sogenannte Vegetationsperiode erstreckt sich von Mai bis September. Dann sind die Temperaturen warm genug, damit die Bäume ordentlich wachsen können. Bäume nutzen die kräftigen Sonnenstrahlen, um Photosynthese zu betreiben und Kohlenhydrate zu bilden. Mit Hilfe dieser wachsen sie in die Höhe und Breite. Wie Bäume genau wachsen, könnt Ihr hier lesen. Unter den Bäumen herrscht dann auch ein bitterer Kampf um die Ressourcen. Wer bekommt mehr Wasser, wer mehr Licht und wer holt sich die Nährstoffe aus dem Boden? Damit sind die Bäume und Pflanzen im Wald ausreichend beschäftigt. Försterinnen und Förster machen zu dieser Zeit einen kleinen Gesundheitscheck im Wald. Denn wenn die Bäume nicht grün sind oder die Krone krank aussieht, wie bei Eschen, die vom Eschentriebsterben befallen sind, dann werden sie gleich markiert, um im Winter gefällt zu werden.

Im Sommer erstrahlt der Wald in frischem Grün. Dieser kleine Waldsee ist ein Hotspot der Artenvielfalt

Im Spätsommer tauchen die ersten Pilze auf. Wir können also die letzten warmen Tage nutzen und im Wald nach essbaren Pilzen Ausschau halten. Langsam wird es aber kühler…

Herbstzeit

Wenn man abends nicht mehr lange draußen sitzen kann, es früh dunkel wird und die Nächte knackig kalt werden, dann ist der Herbst da. Mit einem Blick in die Baumkronen sehen wir allerdings auch schnell, dass es Herbst wird. Die Blätter beginnen sich langsam zu verfärben und fallen schließlich ab. Wieso das so ist, könnt Ihr hier nachlesen. Aber nicht nur die Blätter fallen hinunter. Auch viele Waldfrüchte, wie Kastanien, Eicheln und Bucheckern sind reif und fallen zu Boden. Sie sorgen entweder dafür, dass wieder viele junge Bäume heranwachsen oder das Wildschwein und Co. im Winter genug zu fressen haben.

Wusstest Du schon…?
Nadelbäume (bis auf die Lärche) werfen im Herbst ihre Nadeln nicht ab. Wieso ist das so? Im Winter ist der Boden oft gefroren und die Bäume können kein Wasser aus dem Boden nachziehen und sie würden theoretisch vertrocknen. Deshalb werfen Laubbäume ihre Blätter ab. Nadeln haben hingegen eine dicke Wachsschicht, die im Winter das Transpirieren und damit das Austrocknen verhindert. Da Nadelbäume natürlicherweise vor allem in kalten Regionen wachsen, ist dort auch die Vegetationsperiode kürzer. Damit sie keine Zeit mit dem Blattaustrieb verschwenden müssen, sondern gleich mit der Photosynthese starten können, ist ein Erhalt der Nadeln über das ganze Jahr von Vorteil.

Alle Jahre wieder lassen Laubbäume ihre Blätter fallen. Nun wisst Ihr auch wieso…

In der Herbstzeit lassen Försterinnen und Förster viele Bäume pflanzen. Über den Winter können sie dann ordentlich anwachsen und dann im Frühjahr austreiben. Außerdem zeichnen Försterinnen und Förster ihre Bestände aus. Verständlich ausgedrückt: Sie gehen durch ihre Wälder und markieren mit ihren Markiersprays die Bäume, die im Winter gefällt und verkauft werden sollen. Wenn keine Blätter an den Bäumen sind, dann können die Stämme besser betrachtet und beurteilt werden. Bei Nadelbäumen macht die Jahreszeit natürlich keinen Unterschied.

Winterruhe

Wenn die Blätter von den Bäumen sind und der Boden (leider immer seltener) von einer Schneedecke bedeckt ist, dann herrscht Winterruhe im Wald. Jedes Tier und jede Pflanze hat ihre eigene Strategie, unbeschadet durch den Winter zu kommen. So fallen Amphibien in eine Winterstarre und Eichhörnchen halten eine Winterruhe, also einen Winterschlaf mit einigen Snackpausen. Laubbäume warten auf den Laubaustrieb im Frühjahr und auch Nadelbäume haben ihr Wachstum nahezu eingestellt. 

Während der Wald im Winter ruht, haben Försterinnen und Förster jede Menge zu tun.

Auch wenn die Natur eigentlich Winterruhe hält, sind die Wintermonate die arbeitsreichsten im Jahr eines Försters und einer Försterin. Zu dieser Zeit betreiben sie die hauptsächliche Holzernte. Es gilt also die Maschinen, wie z.B ein Harvester, zu koordinieren und das Holz ohne Schäden aus dem Wald zu rücken, nach Wert und Verarbeitung zu sortieren und zu verkaufen. Und weil die Tage so kurz sind, gilt es jede helle Stunde zu nutzen. Außerdem wird zu dieser Zeit viel gejagt. Auch die großen Drückjagden werden dann durchgeführt. Simon sorgt dann auch dafür, dass in Deutschland einige Tausend Weihnachtsbäume mehr in den Wohnzimmern stehen. 

Wir hoffen, wir konnten Euch einen kleinen Überblick über den Wald in allen Jahreszeiten geben. Irgendwie haben Jahreszeiten alle etwas Besonderes, oder? Ob es die Frühlingsgefühle oder der gemütliche Herbstspaziergang sind, zu jeder Zeit tut ein Waldbesuch gut. Welche Jahreszeiten mögt Ihr am liebsten? Schreibt uns gerne einen Kommentar!

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Überwinterung – den kalten Temperaturen trotzen https://forsterklaert.de/ueberwinterung https://forsterklaert.de/ueberwinterung#respond Sat, 01 Jan 2022 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2870 seid gut in das neue Jahr gerutscht. Unser erster Artikel des neuen Jahres ist natürlich der Artikel des Monats Januar aus unserem Kalender. Während Ihr im Winter die Heizung anstellt oder den Kamin anzündet, haben es die Tiere und Pflanzen etwas schwieriger. Welche Strategien zur Überwinterung sich die verschiedenen Arten angeeignet haben, erklären wir Euch in diesem Artikel.

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Herzlich Willkommen im neuen Jahr! Wir hoffen, Ihr hattet eine besinnliche Weihnachtszeit und seid gut in das neue Jahr gerutscht. Unser erster Artikel des neuen Jahres ist natürlich der Artikel des Monats Januar aus unserem Kalender. Während Ihr im Winter die Heizung anstellt oder den Kamin anzündet, haben es die Tiere und Pflanzen etwas schwieriger. Welche Strategien zur Überwinterung sich die verschiedenen Arten angeeignet haben, erklären wir Euch in diesem Artikel.

Wusstest Du schon…?
Wenn Du noch einen Kalender für das Jahr uchst, dann schau doch gerne mal in unserem Forst Erklärt Shop vorbei. Wir haben noch ein paar auf Lager. Jeden Monat gibt es einen dazu passenden neuen Artikel und Ihr könnt beim Baumarten-Quiz mitmachen.

Schneeglöckchen sind Vorboten des Frühlings – doch bis dahin dauert es noch.

Überwinterung der Tiere

Im Laufe der Evolution hat jede Tierart eine ganz spezielle Strategie entwickelt, um unbeschadet durch den Winter zu kommen. Amphibien und Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass ihre Bewegungsfähigkeit von der Temperatur abhängig ist. Aus diesem Grund fallen sie während der kalten Jahreszeit in eine Winterstarre. Dabei werden alle Körperfunktionen fast komplett abgeschaltet. Das gilt auch für die Atmung oder den Herzschlag. Einige wechselwarme Tiere erleiden dabei auch den Kältetod, wenn die Temperatur zu tief sinkt. Ob ein Frosch zum Beispiel überlebt hat, lässt sich erst herausfinden, wenn er im Frühling wieder auftaut.

Kleinere Säugetiere wie Igel oder Murmeltier verfolgen eine andere Strategie der Überwinterung. Sie fangen schon im Herbst damit an, sich einen dicken Winterspeck anzufuttern. Zu dieser Jahreszeit ist noch reichlich Nahrung verfügbar. Wenn es dann richtig kalt wird, ziehen sie sich in ihre Behausungen zurück und halten Winterschlaf. Sie verschlafen also einfach die kalten Tage und wachen wieder auf, wenn der Frühling anbricht. Dabei senken auch sie ihre Atmung und Herzfrequenz auf ein Minimum herab.

Und wie kommen die Rehe durch den Winter?

Rehe haben im Winter ein dichtes Winterfell und fahren ihre Aktivitäten herunter.

Größere Säugetiere wie Reh- und Rotwild haben keine ganz so spezielle Herangehensweise. Sie wechseln lediglich ihr dünnes Sommerfell gegen ein dickes Winterfell zum Schutz vor der Kälte. Doch auch sie fahren ihre Aktivitäten im Winter herunter und bewegen sich möglichst wenig, um keine unnötige Energie zu verbrauchen. Deshalb ist es ganz besonders schlecht, wenn wir Menschen sie zu dieser sensiblen Jahreszeit unnötig aufschrecken und sie dadurch Energie verlieren. Aus diesem Grund sollten sich Jäger:innen auch gut überlegen, ob es wirklich notwendig ist, im Januar noch große Drückjagden zu veranstalten und alle Wildtiere in Bewegung zu versetzen. Das gleiche gilt für unachtsame Spaziergänger:innen, die ihren Hund frei laufen lassen oder Mountainbiker:innen, die abseits der Wege quer durch den Wald fahren.

Wusstest Du schon…?
Manche Säugetiere sind während der Wintermonate sogar ganz besonders aktiv. Der Fuchs hat beispielsweise im Januar und Februar Paarungszeit. Dabei legen die Tiere große Strecken zurück und sind eigentlich den ganzen Tag unterwegs. Das machen sie zu dieser ungünstigen Jahreszeit, damit ihr Nachwuchs zu der bestmöglichen Jahreszeit auf die Welt kommt. Nach etwa zwei Monaten Tragzeit erblicken die kleinen Fuchswelpen zu Beginn des Frühlings das Licht der Welt und haben optimale Überlebenschancen.

Überwinterung der Pflanzen

Laubbäume werfen im Herbst ihre Blätter ab.

Pflanzen können sich zwar kein Winterfell zulegen, aber in gewisser Weise kann man ihre Strategie zur Überwinterung mit einem Winterschlaf vergleichen. Wie Ihr alle wisst, verlieren Laubbäume im Herbst ihre Blätter. Bevor der Baum die Blätter abwirft, entzieht er ihnen alle Nährstoffe und speichert sie für schlechte Zeiten. Die abgeworfenen Blätter dienen anschließend als eine Art Decke auf dem Waldboden und verhindern oftmals Bodenfrost im unmittelbaren Stamm- und Wurzelbereich. Die meisten Nadelbäume werfen ihre Nadeln im Winter nicht ab, aber schützen sie auf andere Weise. Denn durch eine Wachsschicht, die sich über die kompletten Nadeln zieht, wird ein Einfrieren verhindert. Außerdem verbrauchen Nadeln wegen ihrer geringeren Blattoberfläche viel weniger Wasser als Laubblätter.

Wusstest Du schon…?
Einjährige Pflanzen überwintern unter der Erde, zum Beispiel als Samen. Schneeglöckchen sieht man als Vorboten des Frühlings bereits im Februar. Sie haben unterirdische Organe, in denen sie Energie für den Winter sammeln. Mehr dazu erfahrt Ihr in unserem Artikel über Frühblüher.

Den Vögeln durch den Winter helfen

Zu guter Letzt widmen wir uns den Tieren, die im Winter die Flucht ergreifen: Vögel. Bekannte Zugvögel sind zum Beispiel Weißstorch und Kranich. Sie begeben sich im Herbst auf die lange Reise in das warme Südeuropa oder sogar bis nach Afrika. Im Frühjahr kehren sie wieder zurück, um bei uns mit der Brut zu beginnen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Es gibt aber auch viele Vögel, die nicht nach Süden ziehen, sondern den Winter bei uns verbringen. Das sind sogenannte Standvögel. Zu ihnen zählen kleine Haussperlinge, Amseln und Tauben.

Singvögel haben es in der kalten Jahreszeit nicht leicht. Ihr könnt sie mit einer Fütterung ein wenig unterstützten.

Wer ihnen ein bisschen durch den Winter helfen möchte, kann eine Vogelfütterung bei sich im Garten anlegen. Das tut nicht nur den Tieren gut, sondern bietet auch spannende Beobachtungsmöglichkeiten für die ganze Familie. Der NABU veranstaltet zum Beispiel jedes Jahr die sogenannte „Stunde der Wintervögel“, bei der jede:r herzlich dazu eingeladen ist, sich eine Stunde Zeit zu nehmen und alle beobachteten Vögel zu notieren und die Daten dem NABU zukommen zu lassen. Hier gibt es mehr Infos dazu.

Habt Ihr auch eine Vogelfütterung in Eurem Garten? Welches Futter funktioniert am besten und welche Vögel konntet Ihr schon beobachten? Teilt Eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren.

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