Förster:innen haben einen abwechslungsreichen und sehr vielseitigen Beruf – genau das macht ihn für viele so spannend. Bei der Arbeit im Wald wird es nie langweilig, denn die Tätigkeiten sind so vielfältig wie der Wald selbst – oft von Jahreszeiten und Wetter beeinflusst. Viele verschiedene Aufgaben erfordern natürlich eine entsprechende Ausrüstung. Nicht verwunderlich also, dass das Auto von Revierleiter:innen oft rollendes Büro, Kleiderschrank und Werkstatt in einem ist. Was man in der Wunderkiste Forstauto alles finden kann und welche Grundausrüstung Förster:innen für die alltägliche Arbeit so brauchen, lest Ihr in diesem Artikel!
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!
Mit der richtigen Kleidung steht und fällt der Arbeitsalltag im Wald. Im Sommer sollte sie möglichst atmungsaktiv und trotz der Temperaturen lang sein, da Zecken und Mücken sonst ein leichtes Spiel haben. Auch kurze Hosen sind im Wald nicht immer eine gute Idee, Brombeerstacheln oder dichte Naturverjüngung sind nicht unbedingt angenehm. Im Winter bewährt sich vor allem atmungsaktive, wärmende Kleidung. Zwiebellook ist hier die beste Wahl, um flexibel auf wechselnde Bedingungen reagieren zu können. Ein weiterer Tipp ist, in wirklich hochwertige Kleidung zu investieren. Während Architekt:innen und Banker:innen für viel Geld teure Anzüge kaufen, sind es im Forst eben die hochwertige Regenjacke und die guten Bergschuhe, die teuer sind, aber den Arbeitsalltag deutlich angenehmer machen. Gerade die Schuhe spielen eine zentrale Rolle – sie müssen unbedingt wasserdicht sein, sicheren Halt bieten und bequem sein, da man oft den ganzen Tag auf den Beinen ist.
Ein weiterer, ganz wichtiger Punkt ist Warnkleidung und ein geeigneter Forsthelm. Gerade im laufenden Hieb, also bei der Holzernte, sind Jacken in neongelb oder neonorange und ein Helm das absolute Minimum, wenn man sich den großen Maschinen nähert. Nur so können Maschinenführer:innen sich nähernde Personen rechtzeitig erkennen und reagieren. Die Sichtbarkeit ist hier ein entscheidender Sicherheitsfaktor.
Gute Organisation ist die halbe Miete
Nicht nur für Influencer:innen, sondern auch für Förster:innen gilt: ohne Smartphone läuft hier gar nichts! Handy, Terminkalender und Notizbuch gehören zu den wichtigsten Begleitern im Arbeitsalltag und sind oft im Dauereinsatz. Man unterschätzt leicht, wie viel Arbeitszeit ein:e Förster:in am Telefon verbringt! Beim Koordinieren von mehreren Forstunternehmen, Holzkäufen, Waldbesitzenden, usw. ist eine gute Organisation das A und O für einen funktionierenden Arbeitsalltag.
Zu der technischen Ausrüstung gehört neben dem Smartphone häufig noch ein Tablet. Das nutzen die meisten Forstbetriebe mit speziellen Softwareprogrammen für die Forstwirtschaft. Solche Programme und Apps ermöglichen eine vollständige Digitalisierung des Reviers und aller Maßnahmen, was die Planung von Hieben oder die Einweisung von Forstunternehmen enorm vereinfacht. Das Tablet ersetzt dabei inzwischen oft die physische Forstbetriebskarte von früher. Ein weiterer Bereich, in dem Tablets klare Vorteile bieten, ist die Holzaufnahme, also die Erfassung des gefällten und zu verkaufenden Holzes. Maße lassen sich schnell erfassen und direkt weiterleiten. Moderne Anwendungen können sogar Polter über ein einfaches Foto davon vermessen. Ein Foto genügt, um die Holzmenge auf dem Lagerplatz zu bestimmen – das ist effektiv und spart viel Zeit im Arbeitsalltag.
Wichtiger Tipp: immer Ladekabel und/oder Powerbanks im Auto haben – der Weg ins Büro und zur nächsten Steckdose kann lang sein!
Der ständige Begleiter: Forstmarkierfarbe
Ein Gegenstand, ohne den Förster:innen nicht aus dem Auto steigen, ist die Farbdose. Das Markierungsspray gibt es in allen möglichen Neon- und Standardfarben. Es gibt neben der normalen Farbe zum Auszeichnen von zu fällenden Bäumen auch Langzeitfarbe für Grenz- oder Gassenmarkierungen, die deutlich länger sichtbar ist. Damit markiert man beispielsweise auch Habitatbäume, die unbedingt stehen bleiben sollen. Verschiedene Farben und Zeichen markieren die Bäume so, dass die Zeichen für alle, die im Forst arbeiten, verständlich sind. Falls Du Dich fragst, was all die bunten Zeichen im Wald bedeuten, schau Dir gerne dieses Video an. Neben der (semi-)permanenten Forstmarkierfarbe finden für temporäre Markierungen biologisch abbaubare Markierungsbänder Verwendung.
Wusstest Du schon…?
Das Forstmarkierungsspray gibt es neben den ganzen Neonfarben auch in braun. Scheint auf den ersten Blick nicht viel Sinn zu ergeben, braune Farbe auf meist brauner Rinde zu verwenden. Trotzdem ist braunes Markierungsspray ein echter Geheimtipp – es eignet sich nämlich super als Radiergummi! Zum Auszeichnen einfach eine Farbdose in braun mitnehmen und wenn man sich nach dem Markieren nochmal umentscheidet, kann man braun drübersprühen, die Markierung damit „wegradieren“ und so Verwirrung beim Forstunternehmen vermeiden!
Grundausrüstung zum Messen
Eine Aufgabe, die die meisten Förster:innnen regelmäßig machen, ist das Vermessen von Holz. Einzelstammweise Vermessung z.B. von Wertholz oder Langholz erfolgt mithilfe von Maßband und Kluppe. Mit der Kluppe misst man den Durchmesser der Stämme. Um die Stämme später eindeutig zuordnen zu können, werden sie in dem Zug häufig mit individuellen Nummern versehen. Das macht man mit dem sogenannten Nummernhammer. Holzpolter dagegen vermisst man mit einem Maßband und je nach Höhe des Polters mit einem Meterstab oder einer Messlatte. Ein weiterer Gegenstand, der im forstlichen Arbeitsalltag oft Verwendung findet, ist ein Kompass. Dieser sorgt z.B. dafür, dass das Rückegassensystem möglichst parallel und gleichförmig wird.
Werkzeug für alle Fälle
Obwohl ein:e Förster:in eher wenig schwere körperliche Arbeit verrichtet, gibt es dennoch Werkzeug, das in keinem Forstauto fehlen soll. Dazu gehört beispielsweise ein gutes Taschenmesser. Das ist nicht nur praktisch für die Brotzeit, sondern kann auch verwendet werden, um bei einem mit dem Borkenkäfer befallenen Baum mal einen Blick unter die Rinde werfen zu können. So kann man das Entwicklungsstadium des Käfers sehen und dann einschätzen, wie viel Zeit noch für die Aufarbeitung bleibt.
Außerdem schadet es auch als Förster:in nicht, eine kleine Motorsäge im Auto zu haben. So kann man kleinere Arbeiten gleich selbst erledigen. Besonders wichtig wird dies nach einem Sturmereignis, wenn des Öfteren Bäume über den Forststraßen liegen und den Weg versperren. Aber Achtung, Arbeiten mit der Motorsäge bitte in jedem Fall nur mit entsprechender Schnittschutzausrüstung durchführen!
Tierisch wichtige Ausrüstung
Für die Hundebesitzenden unter uns ist die allerwichtigste Ausrüstung natürlich eine stets adäquate Menge an Hundeschmeckis, die jederzeit griffbereit sein muss! Ebenso sollte immer ein Halsband am Hund und eine Leine am Mann bzw. an der Frau sein. Denn auch wenn der Hund gut hört, gerade in der Brut- und Setzzeit sollten die Förster:innen mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Hunde angeleint lassen. Im Sommer sollte jede:r Hundebesitzer:in außerdem an einen Napf und frisches Wasser für den Vierbeiner denken.
Richtet man den Blick statt auf Haustiere auf die Wildtiere, ist ein Fernglas ein sinnvoller Ausrüstungsgegenstand, nicht nur für Jäger:innen. Beispielsweise kann es den Blick in die Baumkrone erleichtern, um etwaige Kronenveränderungen an der Fichte durch den Borkenkäfer erkennen zu können. Auch Vogelnester oder Greifvogelhorste lassen sich damit sicher identifizieren, sodass man bei Bedarf geeignete Naturschutzmaßnahmen einleiten kann.

Andere Schwerpunkte, andere Must-Haves
Die Arbeit im Wald ist sehr vielseitig – und genauso unterschiedlich fällt die jeweilige Grundausstattung aus. Je nach Tätigkeitsschwerpunkt variieren die Anforderungen: ein:e Waldpädagog:in arbeitet mit ganz anderer Ausrüstung als ein:e Revierleiter:in im Staatswald oder ein:e Beratungsförster:in im Privatwald. Erzähl uns doch gerne in den Kommentaren, auf welche Basics Du bei deiner Arbeit im Wald nicht verzichten kannst!
Quellen:
Eigene Praxiserfahrungen 🙂





