Wald Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/wald Wissen aus dem Wald Mon, 02 Mar 2026 14:06:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png Wald Archive - Forst erklärt https://forsterklaert.de/tag/wald 32 32 WMADWR #21 – Arbeiten im Wald – mit Ausbilder und Forstwirtschaftsmeister Lars Busch https://forsterklaert.de/wmadwr21forstwirtschaftsmeister https://forsterklaert.de/wmadwr21forstwirtschaftsmeister#respond Thu, 04 Apr 2024 14:55:11 +0000 https://forsterklaert.de/?p=4723 In unserer 21. Podcastfolge von „Wie man aus dem Wald ruft…“ behandeln wir ein Thema, dass wir Euch eigentlich schon...

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In unserer 21. Podcastfolge von „Wie man aus dem Wald ruft…“ behandeln wir ein Thema, dass wir Euch eigentlich schon viel früher vorstellen wollten. Es geht um die Arbeit im Wald – und zwar die praktische Arbeit. Mit Lars Busch haben wir einen Forstwirtschaftsmeister als Gast, der seit über 10 Jahren schon im Wald als Forstwirt (aka „Waldarbeiter“) arbeitet und mittlerweile jungen Menschen den Beruf des Forstwirts bzw. der Forstwirtin näher bringt. Wir klären ein für alle mal was der Unterschied zwischen einem Forstwirt und einem Förster ist. Wir sprechen über die Gefahren, die die Arbeit im Wald mit sich bringt. Und Lars erklärt uns, wieso die Waldarbeit keine reine Männersache ist und Frauen in der Ausbildung herzlich willkommen sind. Außerdem erzählen Jan und Felix lustige Geschichten aus dem Waldbildungszentrum und Lars spricht darüber, wieso die Arbeit als Ausbilder so erfüllend und doch manchmal auch nervenaufreibend ist…. wir sagen nur: 16 Jährige mit einer Motorsäge in der Hand… Viel Spaß beim Zuhören.

Erzählt uns gerne, wie Ihr unseren Podcast findet, welche Gäste Ihr gerne hören würdet und welche Themen wir in den nächsten Folgen besprechen sollen. Tippt Eure Anregungen gerne einfach hier unten in die Kommentare!

Hier seht Ihr Lars und Felix in Action. Felix lernt, wie man eine Kettensäge ordentlich scharf macht.

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WMADWR #18 – Zu Besuch im Stadtwald Frankfurt https://forsterklaert.de/wmadwr18stadtwaldfrankfurt https://forsterklaert.de/wmadwr18stadtwaldfrankfurt#respond Thu, 18 Jan 2024 10:24:59 +0000 https://forsterklaert.de/?p=4478 In unserer nun schon 18. Podcastfolge sind wir zu Besuch im Stadtwald Frankfurt. Dr. Tina Baumann ist seit 2013 die...

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In unserer nun schon 18. Podcastfolge sind wir zu Besuch im Stadtwald Frankfurt. Dr. Tina Baumann ist seit 2013 die Leiterin des Stadtwaldes und erklärt uns im gemeinsamen Gespräch die Besonderheiten vom Stadtwald. Kreisende Flugzeuge, Drogenfunde und der Kampf um den Wald gegen den Flächenhunger der Stadt sind ihr “daily business”. Der Stadtwald Frankfurt gehört den Bürgerinnen und Bürgern und so wird er auch behandelt. Holzernte spielt eine sehr zurückgestellte Rolle, die Forstleute kümmern sich vor allem um die sogenannte Verkehrssicherung (kranke Bäume an Straßen fällen) und unterhalten Kilometer um Kilometer an Laufstrecken, Reitwegen und Erholungseinrichtungen. Ein Wald für die Stadt. Wir freuen uns, wenn Ihr in das spannende Gespräch reinhört:

Wir würden uns total freuen, wenn Ihr uns Feedback gebt! Schreibt uns doch, wie Ihr die Idee zum Podcast findet, welche Gäste Ihr gerne hören würdet und welche Themen wir in den nächsten Folgen besprechen sollen. Tippt Eure Anregungen gerne einfach hier unten in die Kommentare!

Aber wir haben nicht nur einen Podcast im Stadtwald Frankfurt aufgenommen. Wir waren auch zum Videodreh dort…seht selbst!

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WMADWR #10 Ein Segelboot für den Wald https://forsterklaert.de/wmadwr-10 https://forsterklaert.de/wmadwr-10#comments Wed, 01 Feb 2023 11:25:44 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3773 Endlich gibt’s mal wieder einen auf die Ohren! In unserer neuesten WMADWR-Folge haben wir uns mit Dirk Hennig getroffen. Er...

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Endlich gibt’s mal wieder einen auf die Ohren! In unserer neuesten WMADWR-Folge haben wir uns mit Dirk Hennig getroffen. Er ist Leiter des Walderlebniszentrum  Soonwald bei Landesforsten Rheinland-Pfalz und ganz nebenbei sorgt Dirk mit dafür, dass jedes Jahr tausende Jugendliche in Deutschland ein Freiwilliges Ökologisches Jahr machen können. Wir wollten eigentlich nur von ihm wissen, wieso er nicht, wie alle anderen Förster, mit einer Sprühdose durch den Wald rennt. Dirk hat uns aber erzählt, wieso die Bildungsarbeit mit Menschen und vor allem jungen Erwachsenen so bedeutsam ist, was transformative Bildungsarbeit ist und wie man auf die Idee kommt ein großes Segelschiff zu kaufen, um damit einmal im Jahr mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des FÖJs die Ostsee unsicher zu machen. Wir freuen uns, wenn Ihr einschaltet und etwas mehr über Bildung im und für den Wald erfahren wollt!

Das Segelschiff „Lovis“

Wir würden uns total freuen, wenn Ihr uns Feedback gebt! Schreibt uns doch, wie Ihr die Idee zum Podcast findet, welche Gäste Ihr gerne hören würdet und welche Themen wir in den nächsten Folgen besprechen sollen. Tippt Eure Anregungen gerne einfach hier unten in die Kommentare!

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Windenergie aus dem Wald – Kampf gegen den Klimawandel zu Lasten des Naturschutz’? https://forsterklaert.de/wind https://forsterklaert.de/wind#comments Sun, 29 May 2022 15:46:53 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3180 Ist die Windenergie im Wald eine Chance, erneuerbare Energien noch weiter voran zu bringen? Windenergieanlagen (WEA) prägen unser Landschaftsbild bereits im Offenland, doch seit einigen Jahren nimmt der Ausbau von solchen Anlagen auch im Wald zu. Der Wald alleine kann den Klimawandel nicht aufhalten - es besteht dringender Handlungsbedarf.

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Ist die Windenergie im Wald eine Chance, erneuerbare Energien noch weiter voran zu bringen? Windenergieanlagen (WEA) prägen unser Landschaftsbild bereits im Offenland, doch seit einigen Jahren nimmt der Ausbau von solchen Anlagen auch im Wald zu. Der Wald alleine kann den Klimawandel nicht aufhalten – es besteht dringender Handlungsbedarf. Der Ausbau von erneuerbaren Energien, wie beispielsweise der Windkraft, soll unter anderem dazu beitragen, menschengemachte Emissionen von Treibhausgasen zu verringern. Die neue Regierung hat es sich im Koalitionsvertrag auf den Plan geschrieben diesen Ausbau weiter voran zu bringen. Und wie kann der Ausbau mit dem Naturschutz vereinbart werden? Führen diese Anlagen nicht zu einer weiteren Zerschneidung und Zerstörung von wichtigen Lebensräumen? Alle wichtigen Informationen dazu erhaltet Ihr in diesem Artikel. 

Baum vs. Kilowatt?

Bildunterschrift: Windenergieanlagen prägen bereits im Offenland unser Landschaftsbild.

Während auf der einen Seite der Ausbau der erneuerbaren Energien voranschreiten soll, um so die Energiewende in Deutschland anzutreiben und dem Klimawandel entgegen zu wirken, steht auf der anderen Seite der notwendige Eingriff der Flächenrodung im Wald, sowie die Auswirkungen auf die Tierwelt, vor allem auf Vögel und Fledermäuse. Die Errichtung von WEA im Wald führt zu einer weiteren Zerschneidung und Zerstörung des Lebensraums Wald. Mehr Informationen zu daraus resultierenden Auswirkungen auf die Tierwelt findet Ihr in diesem spannenden Artikel. Die verlorene Fläche steht auch dem Schutz und Erhalt von Waldfläche entgegen. Auch über die wichtigen Ökosystemleistungen und den Wald als unseren wichtigsten Klimaschützer haben wir Euch bereits in einem anderen Artikel berichtet. Eine weitere Beeinträchtigung, ebenso wie im Offenland oder auf dem Wasser, sind die Lärm- und Schattenemissionen der WEA.

Während sie im Wald zwar weniger den Menschen beeinflussen, wirken sie sich aber natürlich negativ auf die Tierwelt aus. Die Anlagen und die Rotorblätter sind eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse. Im schlimmsten Fall kann es zu Kollisionen mit Vögeln kommen, teilweise Zerschneiden und Stören die Anlagen aber auch die Flugrouten oder Brutplätze bestimmter Arten. Wie viele Individuen jährlich wirklich durch Kollisionen verenden, ist nicht genau bekannt. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich deutlich höher als die Anzahl der gefundenen verendeten Tiere. 

Wusstest Du schon…?
Im Durchschnitt verbrauchen deutsche Haushalte 1.300 Kilowattstunden pro Jahr. Ein Windrad produziert im Jahr ca. 4 -7 Millionen Kilowattstunden. Ein einziges Windrad kann also 1.200 -3.000 Haushalte mit 3 Personen für ein Jahr lang versorgen. Offshore-Anlagen können sogar bis zu 60.000 Millionen Kilowattstunden erzeugen und bis zu 17.000 Haushalte ein Jahr lang versorgen.

Passiert die Energiewende in Deutschlands Wäldern?

Die Ampelkoalition strebt an, das “fossile” Zeitalter in Deutschland hinter sich zu lassen und mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien das 1,5 Grad Ziel im Kampf gegen den Klimawandel zu erreichen. Bis zum Jahr 2030 sollen 80% des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Die in Deutschland am stärksten vertretene “erneuerbare Energie” ist die Windkraft.

Wusstest Du schon…? 
Bei WEA unterscheidet man zwischen Onshore- (auf dem Land) und Offshore- (auf dem Wasser) Anlagen. In Deutschland gibt es (Stand 2021) ca. 28.000 Onshore-Windenergieanlagen mit einer  gemeinsamen Leistung von etwa 56.000 Megawatt. 

Neben Offenlandflächen werden auch Waldflächen immer attraktiver, um Windenergieanlagen zu errichten. Seit 2010 ist hier ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Während damals jede achtzehnte Windenergieanlage im Wald stand, waren es im Jahr 2016 bereits jede vierte. Doch was macht die Windenergie im Wald überhaupt so attraktiv?

Windenergieanlagen im Wald? Auch hier soll der Ausbau deutlich erhöht werden, um die Energiewende weiter voranzubringen.

Wieso werden Windkrafträder in den Wald gesetzt?

Die Standorte der Windenergieanlagen im Wald haben in den letzten Jahren zugenommen. Stand 2021 befanden sich 2.300 Anlagen im Wald und machten 11% der gesamten Leistung aus. Mehr als 90% der Anlagen in Waldgebieten liegen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Wieso weicht man von Offenlandschaften auf die Wälder aus? Die Antwort ist recht trivial: der Platz reicht in den Offenlandschaften nicht mehr aus. Vor allem waldreiche Bundesländer wie Rheinland-Pfalz oder Hessen besitzen einfach nicht genügend windhöffige Standorte in Offenlandschaften, in denen man Windenergieanlagen konfliktfrei errichten könnte. Da man einen weiteren Ausbau von WEA anstrebt, erhöht sich vermutlich auch der Anteil der Waldstandorte. Auch in waldärmeren Bundesländern wie Brandenburg gibt es bereits Anlagen im Wald.

Doch nicht alle Bundesländer machen den Weg frei für die Windenergie im Wald. In Thüringen ist seit einer Änderung des Landeswaldgesetzes die Errichtung von Windenergieanlagen nur in Offenlandschaften möglich. Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist eine Errichtung im Wald nicht möglich. In NRW und Niedersachsen es momentan nur eingeschränkt zulässig.

Wusstest Du schon…?
Windhöffigkeit bezeichnet das durchschnittliche Windaufkommen an einem Standort und ist Maßstab für die Errichtung einer Windenergieanlage an einem bestimmten Ort. 

Was macht Windenergie im Wald so attraktiv?

Die Windenergieanlagen im Wald können, ebenso wie im Offenland oder auf dem Wasser, mit Einschränkungen und Gefahren für die Tierwelt verbunden sein.

Wie schon zuvor erwähnt, führt eine Verknappung von möglichen Standorten im Offenland dazu, dass Waldstandorte immer attraktiver für die Errichtung von Windenergieanlagen werden. Erst durch den neuen technischen Fortschritt ist dies überhaupt möglich. Windräder sind heute auch viel höher als die “älteren Generationen”. Dadurch ragen sie weit über die Baumkronen hinaus und können den Wind, der weiter oben viel regelmäßiger weht, noch effizienter einfangen. Ein Vorteil von Waldstandorten ist, dass diese meist in größerer Entfernung zu Siedlungsgebieten liegen, wodurch das Konfliktpotential mit Anwohner:innen kleiner ist. Für Waldbesitzer:innen dürfte vor allem die Zahlung einer Pacht für die Flächennutzung durch das Windenergieunternehmen äußerst attraktiv sein. Diese kann eine Höhe von mehreren 10.000 Euro pro Windrad erreichen. 

Wusstest Du schon…?
Das größte Windrad steht in der Nähe von Stuttgart. Es hat eine Gesamthöhe von 246,5 Metern!

Welche Waldflächen dürfen überhaupt genutzt werden?

Für die Errichtung der WEA im Wald muss natürlich auch Wald weichen. Ungefähr 0,5 Hektar werden dafür im Schnitt benötigt.

Bei der Auswahl von Standorten für WEA im Wald soll man vor allem Waldflächen mit einem geringen naturschutzfachlichen Wert, mit möglichst großem Abstand zu Siedlungen und bereits bestehender Infrastruktur auswählen. Als naturschutzfachlich wertvoll gelten zum Beispiel besonders alte Waldbestände mit heimischen Baumarten, die viele Alt- und Habitatbäume aufweisen. Weniger wertvoll wären hingegen stark genutzte Wälder mit Reinbeständen. Außerdem soll man entstandene Freiflächen durch Sturm oder Kalamitäten für die Errichtung von WEA bevorzugen.

Als sogenannte Tabu-Gebiete gelten Naturschutzgebiete oder auch Nationalparks. Hier dürfen also keine Anlagen stehen. Standorte wie Landschaftsschutzgebiete oder FFH-Gebiete müssen zunächst überprüft werden. Auf Landschaftsschutzgebieten soll der Ausbau in Deutschland nun jedoch auch erhöht werden. Wenn ein Standort für den Bau einer WEA in Frage kommt, muss dauerhaft eine gewisse Fläche an Wald gerodet werden und für den Bau noch ein bisschen mehr, die anschließend neu bepflanzt wird. Natürlich braucht die Anlage Platz. Weiterhin muss aber auch eine Infrastruktur geschaffen werden, um die Anlage bspw. in Stand zu halten.

Wusstest Du schon…?
Im Durchschnitt werden für den Bau einer WEA im Wald ca. 0,46 Hektar Fläche dauerhaft umgewandelt. Das entspricht ungefähr der halben Fläche eines Fußballfeldes.

Wie gefährlich sind WEA für den Wald?

WEA stellen vor allem für Vogel- und Fledermausarten eine Gefahr dar. Zu einer besonders beeinträchtigten Art zählt der Rotmilan. Diese gilt als am meisten von Kollision betroffene Vogelart. Eine Studie kam außerdem zu dem Ergebnis, dass das Vorkommen von Rotmilanen mit dem Vorkommen von mehr WEA deutlich abnimmt. Mehr dazu könnt Ihr auch nochmal hier nachlesen. Auch auf die Diversität bestimmter Fledermausarten hat der Ausbau von Windenergie im Wald einen negativen Einfluss. Eine Studie im Bayerischen Wald kam zu dem Ergebnis, dass für Arten wie die gefährdete Breitflügelfledermaus, den großen Abendsegler, die Zwergfledermaus, oder die stark gefährdete Zweifarbfledermaus ein besonders hohes Risiko ausgeht. 

Die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW) entwickelte zum Schutz der Arten die sogenannten Helgoländer Papiere. Diese geben bestimmte Empfehlungen ab wie bspw. Mindestabstände von WEA zu bedeutsamen Vogelbrutplätzen oder Lebensräumen. Mehr dazu findet Ihr auch noch mal hier

Vor allem der Rotmilan gilt als besonders von WEA gefährdete Vogelart.

Wusstest Du schon…?
Die Vogelschutzwarte in Brandenburg erhebt seit 2002 Daten zu verendeten Vögeln durch Windenergieanlagen. Insgesamt 3550 Kollisionsopfer wurden zwischen 2020 und 2017 gezählt.

Ist ein Kompromiss die Lösung?

Sowohl der Erhalt von Waldflächen als Schutz- und Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten und weiteren Ökosystemleistungen, als auch der Ausbau von erneuerbaren Energien um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen, kann man als enorm wichtig ansehen. Sie kollidieren aber in einigen Aspekten stark miteinander. Was kann man tun, um für beide angestrebten Ziele einen Lösungsweg zu finden? Wie so oft ist ein Kompromiss nötig. Fraglich ist dabei, inwieweit man auf einem der beiden Gebiete Abstriche machen kann und sollte.

Besonders wichtig ist die Auswahl des Standortes der WEA. Auch wenn es etwas verrückt klingt, ist Wald nicht gleich Wald. Vor allem naturschutzfachlich wertvolle Waldflächen sollte man beim Bau von WEA vermeiden. Wichtig ist außerdem ein angemessener Abstand zu Flugrouten und Brutplätzen und die Beachtung von Brut- und Setzzeiten während der Errichtung der Anlagen. Sinnvoll könnte außerdem ein intervallartiges Abschalten der Anlagen sein. In Norwegen gibt es außerdem erste Ergebnisse aus einer Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass eine farbliche Hervorhebung der Rotorblätter die Kollisionsgefahr verringern konnte. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen.

So kann Windenergie im Wald aussehen. Die Windräder ragen weit über die Bäume hinaus.

Windenergie aus dem Wald – Ja oder Nein?

Die Windenergie im Wald ist eine große Chance für den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien. Sehr kritisch muss man allerdings auf die teilweise extremen negativen Einflüsse auf die Tier- und Pflanzenwelt gucken. Diese stehen naturschutzfachlichen Zielen entgegen. Es werden also bestimmte Regelungen und Kompromisse nötig zu sein, um den weiteren Ausbau von Windenergie im Wald voranbringen zu können. Spannend bleibt auch, ob die Bundesländer, in denen der Bau im Wald bisher nicht zulässig ist, diese Regelung beibehalten oder ob man in Zukunft auch dort WEA im Wald errichtet. Auch wenn die Windenergie und deren Ausbau im Zuge des Klimawandels eigentlich zu begrüßen wäre, steht sie den Punkten des Walderhalts und Artenschutzes teilweise konträr gegenüber.

Wir hoffen, wir konnten Euch mit diesem Artikel einen groben Überblick über die Situation der Windenergie in Deutschlands Wäldern geben. Wir würden gerne Eure Meinung zu diesem Thema wissen. Würdet Ihr einen vermehrten Ausbau von WEA im Wald begrüßen? Wie kann man den Schutz von Wäldern in Zukunft besser mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien vereinen? Schickt uns gerne Eure Ideen und Meinungen dazu!

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Unsere Bäume: Die Vogel-Kirsche (Prunus avium) https://forsterklaert.de/vogelkirsche https://forsterklaert.de/vogelkirsche#comments Sun, 08 May 2022 15:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=3161 Blüten unzähliger Obstgehölze aufgefallen, die in unserer Landschaft und in Gärten für besondere Farbtupfer sorgen. Auch im Wald könnt Ihr aktuell die weiße Blütenpracht der Vogel-Kirsche bestaunen. Was diese Baumart, außer schick auszusehen, noch so kann und wie Ihr sie sicher erkennen könnt, wollen wir Euch in unserem neuen Artikel erklären.

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Wenn Ihr momentan in Wald und Flur unterwegs seid, sind Euch sicher die wundervollen Blüten unzähliger Obstgehölze aufgefallen, die in unserer Landschaft und in Gärten für besondere Farbtupfer sorgen. Auch im Wald könnt Ihr aktuell die weiße Blütenpracht der Vogel-Kirsche bestaunen. Was diese Baumart, außer schick auszusehen, noch so kann und wie Ihr sie sicher erkennen könnt, wollen wir Euch in unserem neuen Artikel erklären. Sie bietet unter anderem vielen Tierarten eine wichtige Nektar- und Nahrungsquelle. Doch auch in der Forstwirtschaft ist die Vogel-Kirsche eine äußerst gefragte Baumart. Warum Felix ein riesiger Kirschen-Fan ist und wieso Ameisen und Kirschbäume gute Freunde sind, erfahrt Ihr, wenn Ihr weiter lest.

Kirsche ist nicht gleich Kirsche

Vielleicht kennt Ihr die Vogel-Kirsche auch unter dem Namen Wild- oder Wald-Kirsche? Der wissenschaftliche Name dieser Baumart lautet Prunus avium. Avium leitet sich dabei vom lateinischen Wort avis – Vogel ab. Bei Vögeln sind die Früchte der Kirsche eine beliebte Nahrung. Es gibt auch kultivierte Formen der Wildkirsche. Diese zeichnen sich durch größere Blätter und größere Früchte aus, die darüber hinaus auch süßer schmecken. Im Volksmund spricht man dann meist einfach von der Süßkirsche. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über fast ganz Europa. Dabei besiedelt die Art Höhen von bis zu 1.700 Metern. Die Vogel-Kirsche ist nicht besonders anspruchsvoll, das bedeutet, Ihr könnt diese Baumart in vielen verschiedenen Wäldern antreffen. Damit sie gut wächst benötigt sie jedoch frischere Böden, also Böden die genügend Wasser enthalten und nicht zu trocken sind. Die Kirsche ist außerdem eine Lichtbaumart, sie braucht also relativ viel davon, um gut wachsen zu können.

Wusstest Du schon…?
Zuchtformen der Vogel-Kirsche sind zum Beispiel die Knorpel- oder auch Herzkirsche. Deren Früchte schmecken auch deutlich süßer und sind deshalb bei uns eher als “Speise-Kirschen” beliebt.

Wie erkennt Ihr die Vogel-Kirsche?

Die Vogel-Kirsche ist anhand ihrer Rinde recht einfach zu erkennen. Ein besonders gut sichtbares Merkmal sind die farblich abgehobene Querstreifen an der Rinde. Diese werden auch als Lentizellen bezeichnet. Die Lentizellen werden bei fortschreitendem Alter der Bäume immer deutlicher und größer. Man spricht auch von der sogenannten Ringelborke. Im höheren Alter lösen sich diese Querstreifen dann teilweise etwas ab. Bei jüngeren Vogel-Kirschen ist die Rinde eher grün-gräulich gefärbt und sieht sehr glatt aus. Bei älteren Bäumen geht die Farbe meist in einen grauen und rötlichen Ton über. Vogel-Kirschen werden in der Regel 15 bis 20 Meter groß.

Wusstest Du schon…?
Lentizellen werden auch Korkwarzen genannt. Die obere Zellschicht ist dabei sozusagen aufgerissen und ermöglicht dem Baum so einen Gasaustausch mit der Umgebung. Lentizellen könnt Ihr neben der Vogel-Kirsche auch noch beim Schwarzen Holunder an der Rinde sehen.

So sieht die Kirsche aus

Zur Zeit der Blüte, etwa April bis Mai, erkennt Ihr die Vogel-Kirsche sehr gut an den weißen Blüten. Die Blätter der Vogel-Kirsche sind am rand gesägt und lang-oval geformt. Am Ende laufen sie spitz zu. Die Blattoberseite ist heller grün als die Unterseite. Zu den eindeutigsten Bestimmungsmerkmalen zählen aber natürlich die Früchte. Diese reifen etwa ab Juni/ Juli an den Bäumen und sind tief-rot, fast schwärzlich gefärbt. Die Früchte schmecken im Gegensatz zu normalen Süßkirschen aber etwas bitter.

Die Vogel-Kirsche als Nahrungsgeber

Zur Zeit der Blüte ist die Kirsche eine wichtige Nektarquelle für Bienen oder andere Insekten. Wenn die Kirsche später Früchte trägt, bietet sie außerdem Nahrung für viele Tierarten. Vor allem bei Vögeln wie Amseln oder Staren sind die Früchte sehr begehrt. Diese sorgen mit ihrem Verzehr und dem späteren Ausscheiden der Kerne gleichzeitig für die Verbreitung der Baumart. Aber auch andere Säugetiere wie Eichhörnchen, Dachse oder Füchse fressen gerne Kirschen. Aufgrund dieser ökologischen Eigenschaften ist die Kirsche bei Förster:innen eine sehr geschätzte Baumart zur Gestaltung des Waldrandes. Und ein Waldrand mit Kirschen in der Blütezeit sieht obendrein auch einfach sehr ästhetisch aus.

Wie sieht das Holz der Kirsche eigentlich aus?

Ihr erkennt das Holz an seiner rötlich-braunen Farbe. Oftmals hat das Holz auch einen leichten Grünstich, wodurch man es gut von anderen Obstgehölzen unterscheiden kann. Die Kirsche zählt als Obstholz zu sogenanntem Edellaubholz, wie beispielsweise auch Ahorne oder die Esche. Sehr beliebt ist ihr schönes Holz als Furnier- aber auch Massivholz und wird beispielsweise zur Verkleidung von Möbeln, wie Schränken oder auch Tischen genutzt. Auch im Innenausbau verwendet man die Kirsche für Parkett oder Vertäfelungen. Damit die Kirsche jedoch für diese vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten genutzt werden kann, benötigt sie ein gutes Auge von Förster:innen. Diese müssen durch waldbauliche Maßnahmen dafür sorgen, dass der Stamm des Baumes ohne Fehler – wie Löcher oder eine Krümmung – wachsen kann und später auch wirklich genutzt werden kann. Ein gut gewachsener Kirschholzstamm kann über 1000€ wert sein!

Was haben Kirschen und Ameisen miteinander zu tun?

Eine Besonderheit an den Blättern sind sogenannte Nektar-Drüsen – unter fleißigen Forststudierenden auch als extraflorale Nektarien bekannt. Diese sind rötlich gefärbt und sitzen am oberen Ende des Blattstiels. Was genau hat es damit auf sich?
Es handelt sich dabei um eine tolle Symbiose zwischen dem Kirschbaum und Ameisen. Die Nektarien enthalten Nektar. Dieser ist reich an Zuckern, enthält aber auch Aminosäuren und Proteine. Die Ameisen strömen also zum Baum, um dort an den leckeren Nektar zu gelangen. Gleichzeitig entwickeln sie ein “beschützerisches” Verhalten, denn sie wollen ihre gefundene Futterquelle natürlich ungern mit anderen Tieren teilen. Durch diese Ameisenarmee ist die Kirsche also vor Fressfeinden wie Raupen oder Fliegen besser geschützt.

An den Blattstielen der Vogel-Kirsche sind hier die kleinen rötlich gefärbten Nektarien zu erkennen.

Hat Felix einen Vogel?

Nee, eine Vogel-Kirsche! Auch Felix ist sehr begeistert vom Holz der Kirsche. Er hat sich vor kurzem aus einem Kirschbaum Bretter sägen lassen. Diese lässt er nun für 2-3 Jahre trocknen, um sich später aus den Brettern einen eigenen Schreibtisch zu bauen. Cooler Typ, oder?

Vom Kirschbaum zum Schreibtisch? Wenn Ihr mehr über den Werdegang von Felix‘ Kirschbrettern erfahren wollt, lasst es uns gerne wissen. Wir hoffen, wir konnten Euch in unserem Artikel eine weitere spannende und facettenreiche Baumart aus unseren Wäldern vorstellen. Habt Ihr in Eurer Umgebung bereits Vogel-Kirschen im Wald entdecken können oder vielleicht sogar Möbelstücke oder andere Produkte aus Kirschholz bei Euch Zuhause? Wir sind gespannt auf Euer Feedback zum Artikel und freuen uns über anregende Kommentare von Euch fleißigen Leser:innen!

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Die Zerschneidung der Wälder https://forsterklaert.de/wildbruecken https://forsterklaert.de/wildbruecken#comments Tue, 01 Feb 2022 10:31:19 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2935 Wohnraum, Städte und die dazugehörende Infrastruktur prägen unser heutiges Landschaftsbild. Als Folge zerschneiden Straßen, Felder und Städte die einst geschlossen zusammenhängenden Wälder. Viele Wildtiere und Insekten sind jedoch auf große zusammenhängende Waldgebiete angewiesen. In diesem Artikel soll es um die Hintergründe und vor allem die Auswirkungen der Zerschneidung von Wäldern gehen. Wir wollen Euch aber auch Lösungsansätze vorstellen.

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Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Bevölkerungsdichte innerhalb Europas. Viele Menschen benötigen viel Platz. Wohnraum, Städte und die dazugehörende Infrastruktur prägen unser heutiges Landschaftsbild. Als Folge zerschneiden Straßen, Felder und Städte die einst geschlossen zusammenhängenden Wälder. Viele Wildtiere und Insekten sind jedoch auf große zusammenhängende Waldgebiete angewiesen. Schneiden Straßen die Streifgebiete von Wildtieren, kommt es häufig zu Wildunfällen. Unüberwindbare Zerschneidungen der Wälder führen zu genetischer Verarmung bei den Tieren. Doch was bedeutet das überhaupt? In diesem Artikel soll es um die Hintergründe und vor allem die Auswirkungen der Zerschneidung von Wäldern gehen. Wir wollen Euch aber auch Lösungsansätze vorstellen.

Ist Deutschlands Wald nur noch ein Puzzle?

Unter Zerschneidung der Landschaft versteht man alles, das einen sonst zusammenhängenden Lebensraum zerteilt, verkleinert oder die Teilstücke voneinander isoliert. Oftmals wird dabei auch von einer sogenannten Fragmentierung gesprochen. Der ehemals große zusammenhängende Lebensraum ist dann zerschnitten. 

Zäune und Straßen zerschneiden Lebensräume und haben damit empfindlich Auswirkungen auf das Ökosystem.

Der Wald als Ökosystem ist ein riesiges Konstrukt, das wir häufig gar nicht überblicken können. Laufen wir durch den Wald, so sehen wir meist nur einen Käfer, ein Reh oder eine spezielle Pflanze. Diese Individuen sind allerdings Teil einer Gemeinschaft und einer Population. Sie sind darauf angewiesen, sich auszutauschen und sich zu bewegen. Manche Lebewesen bleiben ihr Leben lang mehr oder weniger an einem Ort. Andere wandern teils kilometerweit, um an ihre Geburtsstätte zurückzukommen, um Nachwuchs zu bekommen oder weil sie neue Reviere erkunden und besetzen wollen.

Wusstest Du schon…?
Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 10.000 Kilometer neue Straßen in Deutschland gebaut. Der Trend der Lebensraumfragmentierung hält also weiter an. Die Teilrodung des Danneröder Forstes zum Ausbau der A49 ist ein prominentes Beispiel hierfür.

Auswirkungen auf Groß und Klein

Für Vögel sind Straßen, Kanäle und Städte wenig problematisch zu überwinden. Besonders gefährdet sind aber langsame Tiere. Ein Beispiel, das jede:r kennt, ist die Krötenwanderung. Auf dem Weg zu ihrem Laichort legen die Kriechtiere weite Strecken zurück. Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren. Da sie lange brauchen um diese hinter sich zulassen, ist die Gefahr groß, dass sie überfahren werden. Das kann empfindliche Auswirkungen auf die Tierbestände haben.

Können Straßen nicht überquert werden, hat das Auswirkungen auf den Genpool der Tiere.

Ein weiteres Beispiel ist der Luchs. Luchse haben Streifgebiete von bis zu 400 Quadratkilometern. Eine Fläche die halb so groß wie Hamburg ist. Bekannte Luchsvorkommen sind der Bayerische Wald, der Pfälzerwald und der Harz. Hier findet er große zusammenhängende Wälder. Doch auch diese sind mit Straßen zerschnitten. Immer wieder wenn ein Luchs Straßen auf seinen Streifzügen überquert, läuft er Gefahr vom Auto erfasst zu werden. Dies ist in Deutschland der häufigste Grund für seinen Tod. 

Wusstest Du schon…?
In Deutschland sterben jedes Jahr bis zu 250.000 Wildtiere bei dem Versuch Straßen zu überqueren. 

Genetische Verarmung und Artenschwund

Nicht nur das Überfahren der Tiere stellt eine Gefahr dar. Können sich Lebewesen mit weniger Individuen ihrer Art verpaaren, wird der Genpool nicht aufgefrischt. Es kommt zur Inzucht. Durch Inzucht über mehrere Generationen können Krankheiten häufiger auftreten. Ein bekanntes Beispiel beim Menschen ist das Adelsgeschlecht der Habsburger. Die häufige Fortpflanzung innerhalb des Adelsgeschlechtes führte zu dem typischen Aussehen der Habsburger. Vorstehendes Kinn und Unterlippe und heruntergezogene Nase. Viel relevanter waren aber auftretende Erbkrankheit die zu Unfruchtbarkeit und erhöhter Sterblichkeit führten. Solche Erbkrankheiten breiten sich natürlich nicht nur bei Menschen sondern auch bei Tieren und anderen Lebewesen aus. Es kann zum Aussterben einer Population kommen, wenn diese Krankheiten dominieren. 

Wusstest Du schon…?
Einen ebenfalls großen Einfluss haben landwirtschaftliche Flächen. Sie machen etwa 50% der Fläche in Deutschland aus. Sie stellen zwar keine unüberwindbaren Hindernisse dar, doch sie verlängern die Wege zwischen den Lebensräumen und bieten dabei kaum Schutz.

Brücken schlagen als Problemlösung?

Von außen kaum zu erkennen. Auf dieser Wildbrücke können unzählige Arten die Lebensräume wechseln.

Um den Trend der Zerschneidung der Landschaft aufzuhalten oder zumindest abzumildern gibt es unterschiedliche Methoden. Sehr bekannt sind Wildbrücken. Diese Grünbrücken verbinden häufig zwei Waldstücke über eine Straße hinweg. So können auch flugunfähige und langsame Tiere das Hindernis überwinden. Mit Hilfe von Grünbrücken kann also eine Vernetzung der Wälder stattfinden. Das ist natürlich nicht ganz billig und kostet laut ADAC rund 3 Millionen Euro.

Für die oben genannte Krötenwanderung gibt es ebenfalls Lösungsversuche. Es werden entweder Tunnel gegraben oder Schutzzäune aufgebaut. Mit Hilfe der Schutzzäune können die Kriechtiere vor dem Überqueren in Eimern gefangen und sicher über die Straße getragen werden.

Auf dieser Wildbrücke ist kaum zu erkennen, dass unten drunter täglich tausende Autos die Straße queren.

Werden Deutschlands Puzzleteile immer kleiner?

Mit derzeit 107 Grünbrücken ist Deutschland immer noch etwas dürftig aufgestellt und die Vernetzung der Lebensräume scheint nur auf dem Papier zu geschehen. Nicht nur der Wald wird in Deutschland stark durch den Menschen beeinflusst. Auch Wasserläufe beinhalten mittlerweile unüberwindbare Hindernisse wie Wasserwerke und Turbinen. Wir Menschen tun also unser bestes, den noch vorhandenen Lebensraum von Wildtieren zu verkleinern und zu fragmentieren. Weitere Lösungsansätze gegen die Zerschneidung müssen also her. Was meint Ihr? Können wir eine weitere Ausbreitung unserer menschlichen Infrastruktur überhaupt noch aufhalten? Wird diesem Thema schon genug Gehör geschenkt? Vielleicht kennt Ihr bereits tolle Projekte oder Maßnahmen, die der Fragmentierung entgegen wirken. Wir sind gespannt auf einen Austausch mit Euch!

Quellen:

 ADAC: Grüne Brücken für Bambi und Co. ADAC Motorwelt. Heft 4, 2008. B2706E. S. 76 f.

Frantz et al. (2021): Comparative landscape genetic analyses show a Belgian motorway to be a gene flow barrier for red deer (Cervus elaphus), but not wild boars (Sus scrofa). Molecular Ecology, 21: 3445–3457

Roth, M. et al. : Ökologische und evolutionsbiologische Wirkungen der Segmentierung in Landschaften und der Zerschneidung in Habitaten:

https://www.researchgate.net/profile/Reinhard-Klenke/publication/235353858_Okologische_und_evolutionsbiologische_Wirkungen_der_Segmentierung_in_Landschaften_und_der_Zerschneidung_in_Habitaten/links/00b495153325c25aee000000/Oekologische-und-evolutionsbiologische-Wirkungen-der-Segmentierung-in-Landschaften-und-der-Zerschneidung-in-Habitaten.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/flaeche/struktur-der-flaechennutzung#die-wichtigsten-flachennutzungen

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FFH-Gebiete – Naturschutz der besonderen Art https://forsterklaert.de/ffh https://forsterklaert.de/ffh#comments Sun, 23 Jan 2022 15:37:18 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2903 Seltene Tiere und Pflanzen brauchen zumeist auch einen ganz besonderen Lebensraum. 
Doch wie schützt man diese besonderen Arten und ihre Lebensräume? Wie hält man den Menschen davon ab, diese besonderen Orte der Vielfalt zu zerstören? Die meisten von Euch denken jetzt wahrscheinlich an das Stichwort “Naturschutz”. Viele Menschen verbinden diesen mit einem Verbot der Bewirtschaftung. Es geht aber auch anders. FFH-Gebiete unterstützen den Naturschutz, die Bewirtschaftung wird aber weiterhin ermöglicht. Wie das gelingen kann und was es mit den FFH-Gebieten auf sich hat, lernt Ihr in diesem Artikel. 

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Seltene Tiere und Pflanzen brauchen zumeist auch einen ganz besonderen Lebensraum. 
Doch wie schützt man diese besonderen Arten und ihre Lebensräume? Wie hält man den Menschen davon ab, diese besonderen Orte der Vielfalt zu zerstören? Die meisten von Euch denken jetzt wahrscheinlich an das Stichwort “Naturschutz”. Viele Menschen verbinden diesen mit einem Verbot der Bewirtschaftung. Es geht aber auch anders. FFH-Gebiete unterstützen den Naturschutz, die Bewirtschaftung wird aber weiterhin ermöglicht. Wie das gelingen kann und was es mit den FFH-Gebieten auf sich hat, lernt Ihr in diesem Artikel. 

Größtes EU-weites Netz aus Schutzgebieten

“FFH” ist die Abkürzung für “Fauna-Flora-Habitate”. Diese Gebiete dienen dem Schutz gefährdeter Tiere und Pflanzen, sowie dem Erhalt besonderer Lebensräume.
Die FFH-Gebiete sind ein Teil des “Natura 2000”-Programms. Das ist ein EU-weites Netz aus Schutzgebieten, welches grenzüberschreitend und koordiniert FFH-Gebiete verbinden und schützen soll. Es ist das größte Schutzgebietsnetz weltweit und nimmt ungefähr 18,5% der EU-Landfläche ein. Klingt ganz schön kompliziert – ist es auch.  

Wesentliche Kriterien für die Auswahl eines Gebietes sind die Flächengröße, der Erhaltungszustand, die Artenausstattung und die Vernetzungsmöglichkeiten. Es muss den darin zahlreich vorkommenden Arten genug Platz bieten. Und sich in einem guten natürlichen Zustand befinden. Die Grundlage zur Auswahl solcher FFH-Gebiete sind die landesweit durchgeführten Biotopkartierungen. Bei so einer Kartierung werden vor allem die Vegetation und die standörtlichen Gegebenheiten vor Ort erfasst. Aus ihnen lassen sich dann Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie ableiten.

Ein Beispiel:
Bei einer Biotopkartierung wurden hauptsächlich Rotbuchen in der Baumschicht gefunden. Und das Anlegen mehrerer Bodenprofile (hier ein Video dazu) ergab einen kalkreichen Standort im Bergland. Dann handelt es sich um ein Biotop namens “Mesophiler Kalkbuchenwald” (kurz: WMK). Dank dieser Daten können die Naturschutzbehörden darauf schließen, dass es sich hier gleichzeitig auch um das FFH-Gebiet “Waldmeister-Buchenwald” handelt, welches mesophile Buchenwälder als Voraussetzung hat.

Manche Gebiete gelten aber auch automatisch als schützenswert, selbst wenn dort keine bedrohte Tier- oder Pflanzenart gefunden wurde. Zum Beispiel sind Moore, Sümpfe und Quellbereiche schon aufgrund ihrer besonderen Struktur und Seltenheit geschützt. Sie müssen gar nicht erst als FFH-Gebiet ausgewiesen werden. 

Auch die Pflanzen entlang von Flüssen sind anders, als an anderen Stellen im Wald. Hier wachsen wasserliebende Bäume, die auch mal im Wasser stehen können. Diese natürlichen Habitate gilt es zu schützen.

Wusstest Du schon…? 
Der Luchs gehört zu einem der Tiere, für welches FFH-Gebiete ausgewiesen werden. Sein Lebensraum reicht von 16 bis zu 246 Quadratkilometer, in Extremfällen sogar bis über 1000 Quadratkilometer. Ein FFH-Gebiet bietet ihm Schutz, doch genügt es nicht unbedingt den Ansprüchen des Luchses. Die Strecke, die er eigentlich zurücklegt, ist damit noch nicht abgedeckt.

Wie soll das funktionieren?  

In Deutschland sind 15,5% der Landfläche alleine durch das internationale Projekt “Natura 2000” geschützt. 
Derzeit gibt es dazu 385 FFH-Gebiete. Um deren Zustand zu überprüfen, soll alle 6 Jahre eine Art Inventur stattfinden. So sollen ökologische, ökonomische und soziale Interessen vereinbart werden. 
In den ausgewiesenen Gebieten herrscht ein “Verschlechterungsverbot”. Das bedeutet, dass die Grundeigentümer:innen den Zustand der Lebensräume auf dem gleichen Niveau halten müssen, wie dies bei der ersten Erfassung des Gebietes der Fall war. Eine besondere Pflanzenart muss beispielsweise ihr Vorkommen in einem zuvor festgelegten Maße halten. Durch die Bewirtschaftung, aber auch durch das Unterlassen von Maßnahmen darf sie nicht reduziert oder ausgelöscht werden. 

Darüber hinaus werden konkrete Maßnahmen durch Naturschutzprogramme festgelegt.
Die Bewirtschaftung wird dabei manchmal eingeschränkt, aber zumeist nicht verboten. Zum Beispiel dürfen nur während einer festgelegten Jahreszeit Holzerntemaßnahmen stattfinden oder manche Baumarten dürfen nicht gepflanzt werden. Einige der besonders schützenswerten Lebensräume sind sogar erst durch die Bewirtschaftung des Menschen entstanden. Ein Ende von menschlichen Eingriffen würde dann zu einer massiven Verschlechterung führen. 

Förster:innen müssen besondere Lebensräume, Tiere und Pflanzen erkennen. Ihre Arbeit schützt FFH-Flächen oder andere Naturschutzgebiete.

Menschgemachte Habitate – Der Magerrasen  

Auf kalkreichem Gestein findet man beispielsweise den Magerrasen. Seinen Namen erhielt dieser durch den fehlenden Nährstoffeintrag, zum Beispiel durch Düngung oder Bewirtschaftung. Er bietet einen besonders artenreichen Graslebensraum, welcher durch eine minimale Bewirtschaftung der Fläche entstehen konnte. So wurden die Wiesen nur einmal jährlich zur Heugewinnung gemäht oder zeitweise von den Tieren der Wanderschäfer beweidet. Wenn diese Art der Bewirtschaftung gestoppt werden würde, könnte der Boden wieder an Nährstoffen gewinnen, das Gras würde besser wachsen und die bis jetzt seltenen Arten verdrängen. Besonders die dort zahlreich vorkommenden Orchideenarten würden darunter leiden.

Doch nicht nur diese profitieren von dem besonderen Lebensraum. Ab Beginn des Frühlings sind diese speziellen Wiesen mit Leben gefüllt. Schmetterlinge, Bienen und Käfer tummeln sich an den farbenfrohen Blüten. Vögel verstecken sich in den spärlich vorkommenden Hecken und verschiedene Reptilien, wie zum Beispiel Eidechsen, wärmen sich auf den Kalksteinen. Für den Schutz dieses Biotops und seiner Bewohner beweidet man die Magerrasen bis heute kurzweilig oder mäht sie einmal im Jahr.

Dieses Gewirr aus Ästen ist ein Seeadlerhorst, also das Nest eines Seeadlers. Auch diese Tierart ist durch FFH-Richtlinien geschützt und bietet einen Grund, ein FFH-Gebiet auszuweisen. 

Menschgemachte Habitate – Die Heide

Auch die Heide ist durch Rodung und die Bewirtschaftung des Menschen entstanden. Dieser betrieb zum Beispiel nahe Lüneburg so lange Ackerbau, bis das Land unfruchtbar wurde. Da den Menschen der Dünger fehlte, überließen sie die Flächen sich selbst. So siedelten sich genügsame Pflanzen wie das Heidekraut an. Solche Flächen beweidete man zwar später durch Heidschnucken, doch der tierische Dünger reichte für die Fläche nicht aus. Als die Bauern durch fehlende Ernten ihr Land verkauften, sollte zunächst eine Aufforstung stattfinden. Der aufkommende Naturschutzgedanke der Menschen führte stattdessen zum Schutz der Heide. So sind heute auch bekannte Heidelandschaften wie die Lüneburger Heide durch die FFH-Richtlinien geschützt. Sie bieten eine außergewöhnliche Landschaft mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. 

Ohne so einen Schutz der Flächen würde der Mensch sie, wie in anderen Gebieten zu sehen, zugunsten der Landwirtschaft mit Dünger wieder fruchtbar machen und somit zerstören.

Wusstest Du schon…? 
Die Orchideen, die wir in der Gärtnerei für unsere Wohnungen kaufen, haben ihren Ursprung nicht in Deutschland, sondern im Regenwald. Dort wachsen sie zum Beispiel hoch oben an Ästen von Bäumen. Aus diesem Grund haben sie sogenannte Luftwurzeln. Diese ermöglichen es ihnen, Nährstoffe und Wasser aus der Luft aufzunehmen. Bei Eurem nächsten Besuch in einer Gärtnerei könnt Ihr ja mal auf die graugrünen Wurzeln achten, welche zumeist aus der Erde herausragen.  

FFH – Nur unnötige Auflagen oder überlebenswichtig? 

Der Verfall von Bäumen und ihr Absterben ist keinesfalls negativ. Durch die Zersetzung von Pilzen können neue Lebensräume entstehen. Höhlen im Baum oder kleine Öffnungen bieten dann ein neues zu Hause für Insekten, Käfer oder Kleintiere. 

Deutschland ist bekannt für die vielen Regeln und Richtlinien, an die man sich halten soll. Bei all diesen Paragraphen kann man ja schon mal den Überblick verlieren. Sind sie wirklich in diesem Umfang nötig? 

Verständlicherweise sind die FFH-Auflagen nicht immer kinderleicht umzusetzen. Waldbesitzer:innen dürfen nur einen geringeren Teil des Holzes ernten, wodurch der Aufwand steigt und die Erlöse sinken. Auch dürfen sie oft nicht die Bäume pflanzen, die den höchsten Ertrag einbringen oder auf dem Standort bereits vorkommen. Ohne jeglichen Eingriff des Menschen, welche Baumart würde dort wachsen? Nur diese dürfen auf FFH-Flächen wachsen. Auch wenn das bedeutet, dass die vorhandenen Bäume gefällt werden müssen. Dennoch sollte man das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. 
Die Richtlinien der EU müssten die besonderen Lebensräume und Tierarten nicht schützen, wenn dies bereits in einem angemessenen Rahmen passieren würde. 

Wusstest Du schon…? 
Moore sind wichtige FFH-Gebiete. Die verlorenen deutschen Moorflächen emittieren jährlich 44 Millionen Tonnen CO2. Diese Zahl entspricht 5% der Gesamtemission von Deutschland. 

Wie können wir FFH-Gebiete schützen?

Wie Ihr FFH Gebiete schützen könnt? Bei Eurem nächsten Besuch im Baumarkt oder in der Gärtnerei könnt Ihr Euch beispielsweise die Inhalte der Blumenerde einmal genau ansehen. Wenn Ihr der Natur einen Gefallen tun möchtet, dann greift zu der Blumenerde, die keinen Torf enthält. Das wird nämlich aus Mooren abgebaut und erhöht so den CO2-Eintrag.
Wenn Ihr noch weitere Vorschläge habt, schreibt sie gerne in die Kommentare!

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Überwinterung – den kalten Temperaturen trotzen https://forsterklaert.de/ueberwinterung https://forsterklaert.de/ueberwinterung#respond Sat, 01 Jan 2022 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2870 seid gut in das neue Jahr gerutscht. Unser erster Artikel des neuen Jahres ist natürlich der Artikel des Monats Januar aus unserem Kalender. Während Ihr im Winter die Heizung anstellt oder den Kamin anzündet, haben es die Tiere und Pflanzen etwas schwieriger. Welche Strategien zur Überwinterung sich die verschiedenen Arten angeeignet haben, erklären wir Euch in diesem Artikel.

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Herzlich Willkommen im neuen Jahr! Wir hoffen, Ihr hattet eine besinnliche Weihnachtszeit und seid gut in das neue Jahr gerutscht. Unser erster Artikel des neuen Jahres ist natürlich der Artikel des Monats Januar aus unserem Kalender. Während Ihr im Winter die Heizung anstellt oder den Kamin anzündet, haben es die Tiere und Pflanzen etwas schwieriger. Welche Strategien zur Überwinterung sich die verschiedenen Arten angeeignet haben, erklären wir Euch in diesem Artikel.

Wusstest Du schon…?
Wenn Du noch einen Kalender für das Jahr suchst, dann schau doch gerne mal in unserem Forst Erklärt Shop vorbei. Wir haben noch ein paar auf Lager. Jeden Monat gibt es einen dazu passenden neuen Artikel und Ihr könnt beim Baumarten-Quiz mitmachen.

Schneeglöckchen sind Vorboten des Frühlings – doch bis dahin dauert es noch.

Überwinterung der Tiere

Im Laufe der Evolution hat jede Tierart eine ganz spezielle Strategie entwickelt, um unbeschadet durch den Winter zu kommen. Amphibien und Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass ihre Bewegungsfähigkeit von der Temperatur abhängig ist. Aus diesem Grund fallen sie während der kalten Jahreszeit in eine Winterstarre. Dabei werden alle Körperfunktionen fast komplett abgeschaltet. Das gilt auch für die Atmung oder den Herzschlag. Einige wechselwarme Tiere erleiden dabei auch den Kältetod, wenn die Temperatur zu tief sinkt. Ob ein Frosch zum Beispiel überlebt hat, lässt sich erst herausfinden, wenn er im Frühling wieder auftaut.

Kleinere Säugetiere wie Igel oder Murmeltier verfolgen eine andere Strategie der Überwinterung. Sie fangen schon im Herbst damit an, sich einen dicken Winterspeck anzufuttern. Zu dieser Jahreszeit ist noch reichlich Nahrung verfügbar. Wenn es dann richtig kalt wird, ziehen sie sich in ihre Behausungen zurück und halten Winterschlaf. Sie verschlafen also einfach die kalten Tage und wachen wieder auf, wenn der Frühling anbricht. Dabei senken auch sie ihre Atmung und Herzfrequenz auf ein Minimum herab.

Und wie kommen die Rehe durch den Winter?

Rehe haben im Winter ein dichtes Winterfell und fahren ihre Aktivitäten herunter.

Größere Säugetiere wie Reh- und Rotwild haben keine ganz so spezielle Herangehensweise. Sie wechseln lediglich ihr dünnes Sommerfell gegen ein dickes Winterfell zum Schutz vor der Kälte. Doch auch sie fahren ihre Aktivitäten im Winter herunter und bewegen sich möglichst wenig, um keine unnötige Energie zu verbrauchen. Deshalb ist es ganz besonders schlecht, wenn wir Menschen sie zu dieser sensiblen Jahreszeit unnötig aufschrecken und sie dadurch Energie verlieren. Aus diesem Grund sollten sich Jäger:innen auch gut überlegen, ob es wirklich notwendig ist, im Januar noch große Drückjagden zu veranstalten und alle Wildtiere in Bewegung zu versetzen. Das gleiche gilt für unachtsame Spaziergänger:innen, die ihren Hund frei laufen lassen oder Mountainbiker:innen, die abseits der Wege quer durch den Wald fahren.

Wusstest Du schon…?
Manche Säugetiere sind während der Wintermonate sogar ganz besonders aktiv. Der Fuchs hat beispielsweise im Januar und Februar Paarungszeit. Dabei legen die Tiere große Strecken zurück und sind eigentlich den ganzen Tag unterwegs. Das machen sie zu dieser ungünstigen Jahreszeit, damit ihr Nachwuchs zu der bestmöglichen Jahreszeit auf die Welt kommt. Nach etwa zwei Monaten Tragzeit erblicken die kleinen Fuchswelpen zu Beginn des Frühlings das Licht der Welt und haben optimale Überlebenschancen.

Überwinterung der Pflanzen

Laubbäume werfen im Herbst ihre Blätter ab.

Pflanzen können sich zwar kein Winterfell zulegen, aber in gewisser Weise kann man ihre Strategie zur Überwinterung mit einem Winterschlaf vergleichen. Wie Ihr alle wisst, verlieren Laubbäume im Herbst ihre Blätter. Bevor der Baum die Blätter abwirft, entzieht er ihnen alle Nährstoffe und speichert sie für schlechte Zeiten. Die abgeworfenen Blätter dienen anschließend als eine Art Decke auf dem Waldboden und verhindern oftmals Bodenfrost im unmittelbaren Stamm- und Wurzelbereich. Die meisten Nadelbäume werfen ihre Nadeln im Winter nicht ab, aber schützen sie auf andere Weise. Denn durch eine Wachsschicht, die sich über die kompletten Nadeln zieht, wird ein Einfrieren verhindert. Außerdem verbrauchen Nadeln wegen ihrer geringeren Blattoberfläche viel weniger Wasser als Laubblätter.

Wusstest Du schon…?
Einjährige Pflanzen überwintern unter der Erde, zum Beispiel als Samen. Schneeglöckchen sieht man als Vorboten des Frühlings bereits im Februar. Sie haben unterirdische Organe, in denen sie Energie für den Winter sammeln. Mehr dazu erfahrt Ihr in unserem Artikel über Frühblüher.

Den Vögeln durch den Winter helfen

Zu guter Letzt widmen wir uns den Tieren, die im Winter die Flucht ergreifen: Vögel. Bekannte Zugvögel sind zum Beispiel Weißstorch und Kranich. Sie begeben sich im Herbst auf die lange Reise in das warme Südeuropa oder sogar bis nach Afrika. Im Frühjahr kehren sie wieder zurück, um bei uns mit der Brut zu beginnen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Es gibt aber auch viele Vögel, die nicht nach Süden ziehen, sondern den Winter bei uns verbringen. Das sind sogenannte Standvögel. Zu ihnen zählen kleine Haussperlinge, Amseln und Tauben.

Singvögel haben es in der kalten Jahreszeit nicht leicht. Ihr könnt sie mit einer Fütterung ein wenig unterstützten.

Wer ihnen ein bisschen durch den Winter helfen möchte, kann eine Vogelfütterung bei sich im Garten anlegen. Das tut nicht nur den Tieren gut, sondern bietet auch spannende Beobachtungsmöglichkeiten für die ganze Familie. Der NABU veranstaltet zum Beispiel jedes Jahr die sogenannte „Stunde der Wintervögel“, bei der jede:r herzlich dazu eingeladen ist, sich eine Stunde Zeit zu nehmen und alle beobachteten Vögel zu notieren und die Daten dem NABU zukommen zu lassen. Hier gibt es mehr Infos dazu.

Habt Ihr auch eine Vogelfütterung in Eurem Garten? Welches Futter funktioniert am besten und welche Vögel konntet Ihr schon beobachten? Teilt Eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren.

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Unsere Bäume – Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) https://forsterklaert.de/douglasie https://forsterklaert.de/douglasie#comments Sun, 19 Dec 2021 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2852 Die Douglasie ist eine Baumart, die wir mittlerweile immer häufiger in den Wäldern Deutschlands vorfinden. Die Douglasie gilt im Bezug auf den Klimawandel als eine neue Alternative zur Fichte. Doch wie klimastabil ist diese Baumart eigentlich? Wie kam sie überhaupt nach Deutschland und was hat Otto von Bismarck damit zu tun? All das erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Die Douglasie ist eine Baumart, die wir mittlerweile immer häufiger in den Wäldern Deutschlands vorfinden. Beispielsweise wird sie auf vielen Freiflächen gepflanzt, die durch Stürme oder den Borkenkäfer entstanden sind. Gleichzeitig findet man aber auch schon deutlich ältere Exemplare mit einem starken Stammdurchmesser. Die Douglasie gilt im Bezug auf den Klimawandel als eine neue Alternative zur Fichte. Doch wie klimastabil ist diese Baumart eigentlich? Wie kam sie überhaupt nach Deutschland und was hat Otto von Bismarck damit zu tun? All das erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Wie erkenne ich die Baumart?

Die Douglasie ist ein Nadelbaum. Die Nadeln sitzen einzeln auf den Ästen und haben zwei weiße Streifen auf der Rückseite. Sie sind relativ weich. Ein deutliches Merkmal, das sicher auf die Douglasie schließen lässt, ist der Geruch. Wenn Ihr die Nadeln knickt und in der Hand reibt, riecht es intensiv nach Orange. 

Die Zapfen sind etwa fünf bis zehn Zentimeter lang. Die Deckschuppen der Samen stehen dreizipflig aus dem Zapfen heraus. Auch das ist sehr gut zu erkennen und ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal von Zapfen anderer Nadelbäume.

Die Douglasie erkennt man an ihren weichen runden Nadeln. Beim Zerreiben duftet es intensiv nach Citrus.

Ihre Rinde wird mit dem Alter sehr grob. Mit zunehmendem Durchmesser reißt die dunkelbraune Borke auf und helle, beige Streifen werden sichtbar. Die Borke ist leicht mit der der Lärche zu verwechseln. Die Lärche hat aber lila Farbtöne im Rindenbild, die der Douglasie fehlen.
Sie erreicht in der Regel eine Höhe von bis zu 60 Metern in Deutschland. 

Wusstest Du schon… ?
Der höchste Baum in Deutschland steht in Freiburg im Breisgau und ist eine… Douglasie! Waldtraut ist 108 Jahre alt und misst etwa 67 Meter. Im Vergleich dazu ist eine ausgewachsene Buche nur halb so groß.

Wie Bismarck die Douglasie nach Deutschland brachte

Beim Zapfen der Douglasie stehen die Deckschuppen der Samen dreizipflig aus dem heraus. Ein sehr eindeutiges Erkennungsmerkmal.

Schon seit fast 150 Jahren wird die Baumart in Deutschland angebaut. Zu Zeiten von Bismarck, dem Erfinder des Herings (haha), hat man die ersten gepflanzt. Der ehemalige Reichskanzler förderte und unterstützte Erzählungen nach den Anbau.
Die Gründe für die Pflanzungen heutzutage sind vermutlich aber andere als die aus vergangenen Zeiten.

Mit dem Absterben der Fichte verlieren wir durch den Klimawandel eine wichtige Baumart, die gutes Bauholz liefert. Um aber weiterhin den nachwachsenden Rohstoff Holz im Kampf gegen den Klimawandel nutzen zu können, benötigen wir alternative Baumarten. Teilweise wird dabei nun auf nicht heimische Baumarten zurückgegriffen. Die stammen aus ganz anderen Teilen der Erde. Die Douglasie ist eigentlich an der Westküste Amerikas heimisch. Da sie aber mit Trockenheit und Wärme, in ihrer Heimat gut klar kommt, bezeichnet man sie als klimaresistent. Im Vergleich zur Fichte wächst sie deutlich schneller. Sie produziert damit auch schneller Holz bspw. für neue Häuser. Aus diesem Grund ist sie aus ökonomischer Sicht für Waldbesitzende und Förster:innen sehr attraktiv.

Wusstest Du schon…?
Es gibt verschiedene Herkünfte der Douglasie. Hierbei wird unterschieden zwischen der Inlands- und der Küstenform. In Europa pflanzte man vor allem die grüne Douglasie, auch genannt die “Küsten-Douglasie”. Sie ist besonders geeignet für das Klima unserer Wälder der Zukunft. Als graue Douglasie bezeichnet man die Inlands-Form.

Hier seht Ihr ein Klimadiagramm für die Douglasie. Mithilfe dieser Diagramme kann man sehen, welche Baumarten in Zukunft vermutlich gut oder schlecht mit den klimatischen Bedingungen zurecht komme werden. Das voraussichtliche Klima in Deutschland (rot) ist weitestgehend von der natürlichen Verbreitung (beige) der Douglasie abgedeckt. Sie wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft auch in Deutschland wachsen können.
Die Borke der Douglasie wird mit dem Alter grob und stellenweise beige.

Wofür nutzt man ihr Holz? 

Der wichtigste Grund, weswegen die Douglasie hier in Deutschland angebaut wird, ist ihr Holz. Das Kernholz ist rötlich, ähnlich wie das der Lärche. Es ist sehr belastbar und sehr dauerhaft. Es verrottet also nicht sehr schnell, wenn es Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Aus diesem Grund verbaut man es häufig auch im Außenbereich. Viele Terrassen, Gartenmöbel oder Hausverkleidungen sind mittlerweile aus Douglasie. Am wichtigsten jedoch ist der Einsatz als Bauholz. Das Holz ist nach der DIN als Bauholz zugelassen und darf für die Errichtung von Gebäuden verwendet werden.

Wusstest Du schon…?
Die Douglasie macht gerade mal 1,7 % unserer Waldfläche aus. Die Fichte macht im Vergleich (noch) 25% aus.

Was spricht gegen die Douglasie? 

Leider ist die Douglasie nicht das Allheilmittel, was sich manch ein Förster oder eine Försterin wünschen würde. Auch sie kann Opfer von Schädlingen, wie Pilzen, Käfern oder Bakterien werden. Momentan bleibt sie zwar noch verschont. Doch mit der Globalisierung steigt auch die Gefahr, dass die oben genannten Schädlinge aus ihrer Heimat importiert werden und sich hier ausbreiten. Bereits eingeführte Schädlinge wie nadelverlustverursachende Pilze, aber auch die Douglasienwolllaus gehen ihr schon jetzt an den Kragen. Auch der hier heimische Buchdrucker, besser bekannt als “der Borkenkäfer”, setzt bei besonders hohem Befallsdruck nicht nur der Fichte, sondern auch der Douglasie zu.

Auf zahlreichen Freiflächen haben Forstwirtinnen und Forstwirte die Douglasie gepflanzt. Sie soll im Wald der Zukunft weiterhin Bauholz zur Verfügung stellen.

Ein weiterer häufiger Kritikpunkt ist, dass sie in Deutschland nicht heimisch ist. Fremde Arten können das Ökosystem Wald schnell aus dem Gleichgewicht bringen und schädigen. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass heimische Tier- oder Pflanzenarten verdrängt werden. Man spricht dabei von sogenannten invasiven Arten oder auch Neobiota. Die Gewöhnliche Douglasie wurde vom Bundesamt für Naturschutz als invasiv eingestuft. Damit wird ihr das Potential zugeschrieben, dass sie bspw. andere heimische Arten verdrängen könnte und sich ungehindert ausbreitet. Hingegen vertritt der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) eine weniger scharfe Kategorisierung. Aber er stimmt den Aussagen des BfN teilweise zu. Wenn Ihr dazu noch mehr erfahren wollt, schaut gerne hier nach.

Eure Meinung

Im Punkto Baumartenwahl für klimastabile Wälder steigt die Bedeutung von nicht heimischen Arten aus anderen Teilen der Welt zunehmend. Viele von ihnen werden in Zukunft vermutlich besser mit den sich ändernden klimatischen Bedingungen zurecht kommen. Auch die Douglasie befindet sich in diesem Spannungsfeld. Ist sie eine Baumart, die die Bewirtschaftung unserer Wälder in Zukunft sichern kann? Oder stellt sie eine Gefahr für heimische Arten dar? Die Antworten werden wir wohl erst in einigen Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten kennen. Wir hoffen, Ihr konntet in diesem Artikel einiges Neues zur Douglasie erfahren. Habt Ihr welche in den Wäldern in Eurer Region? Was ist Eure Meinung zum Thema fremdländische Baumarten? Wir freuen uns über Eure Kommentare!

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Der Wald als Klimaschützer https://forsterklaert.de/klimaschuetzer-wald https://forsterklaert.de/klimaschuetzer-wald#respond Wed, 01 Dec 2021 16:30:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=2806 Der Wald spielt für Förster:innen eine sehr bedeutende Rolle. Neben den sogenannten Nutz- und Erholungsfunktionen gibt es auch noch die Schutzfunktion des Waldes. Der Wald ist ein wichtiger Klimaschützer für uns. Was genau Wälder für uns leisten und warum wir sie deshalb schützen und erhalten müssen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Der Wald spielt für Förster:innen eine sehr bedeutende Rolle. Er liefert den Rohstoff Holz und ist damit die Produktionsgrundlage im Bereich der Forstwirtschaft. Für viele Bürger:innen ist er gleichzeitig ein Ort der Erholung und Entspannung. Doch neben den sogenannten Nutz- und Erholungsfunktionen gibt es auch noch die Schutzfunktion des Waldes. Wie bedeutsam diese Funktion für uns ist, wird im Zuge des Klimawandels immer deutlicher. Wälder sind Kohlenstoffsenken und Sauerstoffproduzenten. Sie können große Städte im Sommer herunterkühlen und schützen vor Erdrutschen bei starken Regenfällen. Der Wald ist also ein wichtiger Klimaschützer für uns. Was genau Wälder für uns leisten und warum wir sie deshalb schützen und erhalten müssen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Wusstest Du schon..?
Neben diesem Artikel beschäftigt sich auch unsere „Forst erklärt – Exkursion“ auf unserem YouTube Kanal mit dem Thema Wald und Klimawandel. Schaut also gerne vorbei, wenn Ihr noch mehr Informationen dazu sehen wollt.

Wenn Holz in Form von Möbeln oder für den Bau von Häusern genutzt wird, kann es dazu beitragen, Kohlenstoff jahrzehntelang zu speichern.

Der Wald – ein Klimaschützer Multitalent

Der Wald als Kohlenstoffsenke

Weitgehend bekannt ist, dass Wälder unserer Atmosphäre CO2 entziehen und gleichzeitig Sauerstoff abgeben. Gleichzeitig wird im Holz selbst Kohlenstoff gespeichert. Beispielsweise besteht ein Buchenstamm zur Hälfte aus Kohlenstoff. Wenn Holz in Form von Möbeln, Dielen, Dachstühlen genutzt wird, kann es dazu beitragen, dass Kohlenstoff Jahrzehnte lang gespeichert wird. Gleichzeitig ersetzen Bäume Rohstoffe, deren CO2 Emissionen während der Gewinnung und Produktion deutlich höher ausfallen (bspw. Plastik oder Beton). Wenn Ihr zu diesem Thema noch mehr erfahren wollt, schaut doch gerne hier in Simons’ Artikel vorbei.

Wusstest Du schon…?
Je schwerer das Holz ist, desto mehr CO2 speichert es. Im Vergleich speichert eine Buche zum Beispiel mehr CO2 als eine Fichte, da ihre Holzdichte höher ist. Generell haben Laubbäume (ausgenommen Weichhölzer) eine höhere Holzdichte. 

Neben der Speicherung durch Nutzung kann ein im Wald verbleibender Stamm als Totholz ebenso Kohlenstoff speichern. Erst durch die vorangehende Zersetzung wird der Kohlenstoff, im Zuge eines natürlichen Prozesses, wieder in den Boden zurückgeführt. 

Der Wald und unser Wetter 

Der Wald nimmt aber nicht nur durch seine Senkung von Treibhausgasen eine bedeutende Rolle ein. Während heißer Sommertage trägt er dazu bei, dass vor allem große Städte runtergekühlt werden. Damit beeinflussen Wälder das lokale Wettergeschehen. Wenn wir im Zuge des Klimawandels mehr Hitze und Dürre erwarten, so kann der Wald dabei eine enorme Bedeutung einnehmen. Wie funktioniert diese Abkühlung? Die Blätter eines Baumes besitzen Spaltöffnungen. Über diese “Stomata” verdunsten die Blätter Wasser, welches sie aus der Wurzel aufgenommen haben. Durch die Transpiration kühlt sich der Baum selbst ab. Gleichzeitig beeinflusst er damit auch das lokale Wetter. Weltweit betrachtet tragen Wälder damit zum gesamten Erdklima bei.

Die Transpiration sorgt an heißen Sommertagen dafür, dass Städte durch umliegende Wälder herunter gekühlt werden.

Schutz des Grundwassers

Der Wald ist außerdem bedeutsam für die Grundwasserneubildung und unser Trinkwasser. Denn wo Wald steht, ist folglich auch kein landwirtschaftlicher Betrieb oder eine sonstige Industrie angesiedelt. Somit wird das Grundwasser auch nicht mit Düngemitteln, Pestiziden oder anderen schädlichen Stoffen belastet. Die Nitratgehalte im Grundwasser sind im Wald deutlich geringer als im Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wenn Ihr mehr zum Thema Wald und Wasser lesen wollt schaut auch gerne in diesem Artikel vorbei.

Wusstest Du schon…?
Auch die Baumartenzusammensetzung beeinflusst die Wasserqualität. So sind die Qualitäten in einem Laubwald besser als in einem Nadelwald. Das liegt zum Beispiel an der besseren Durchwurzelung des Bodens von Laubbäumen und deren Laubstreu. 

Schutz vor Erosion

Neben lang anhaltender Dürre werden auch andere Wetterextreme, wie beispielsweise starke Regenfälle, in Zukunft vermutlich häufiger. Auch bei diesen Szenarien helfen Wälder schlimme Katastrophen abzumildern oder gar zu verhindern. Bei starken Niederschlägen fällt der Regen zunächst auf die Krone eines Baumes. Von dort kann das Wasser entweder verdunsten oder sein Weg Richtung Boden wird zumindest verlangsamt. Auch im Boden spielt das Wurzelsystem des Baumes eine wichtige Rolle. Es wirkt bei starken Regenfällen wie ein Schwamm, speichert den Niederschlag und sorgt gleichzeitig für einen verzögerten Wasserabfluss. Außerdem schützt der Wald vor Erosionen, also vor Erdrutschen als Folge von starken Regenfällen.

Unsere Wälder haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Grundwasserneubildung und die Qualität unseres Trinkwassers.

Der Wald als “global player”

Unsere Erde ist insgesamt zu einem Drittel mit dem Klimaschützer Wald bedeckt. Das entspricht ungefähr 4 Milliarden Hektar. Vor allem Russland, Brasilien, Kanada und die USA gehören zu den waldreichsten Ländern. Sie stellen dabei einen wichtigen Lebensraum für Mensch und Tier dar. Tropische Wälder und die borealen Nadelwälder beeinflussen unser weltweites Klima maßgeblich. 

Wusstest Du schon…?
734 Tonnen Kohlenstoff werden in der lebenden Biomasse von tropischen Wäldern auf einem Hektar gespeichert. Im Vergleich dazu werden in deutschen Wäldern 113,7 Tonnen je Hektar gespeichert.

Die tropischen Regenwälder bieten einen wichtigen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig beeinflussen sie unser Weltklima und speichern Kohlenstoff in ihrer Biomasse.

Deutschland ist mit 11,4 Mio Hektar zu einem Drittel mit Wald bedeckt. Vor allem Süddeutschland ist sehr waldreich. Der pro Kopf CO2 Ausstoß liegt bei den Deutschen jährlich bei ca. 7,9 Tonnen. Wenn wir von ca. 83 Millionen Einwohner:innen in Deutschland ausgehen ergibt das pro Jahr Emissionen von 655.700.000 Mio. Tonnen CO2. Ganz schön viel, oder? Vor allem wenn man bedenkt, dass unser Wald in Deutschland der Atmosphäre “nur” 127 Mio. Tonnen CO2 im Jahr entzieht. Das ist ohne Zweifel sehr viel, doch am Ende des Tages bleiben noch sehr viele Tonnen CO2 übrig. Wir bräuchten also das 5fache an Wald in Deutschland (also fast die doppelte Fläche von Deutschland) um unseren CO2 Ausstoß zu kompensieren. Umso wichtiger ist es deshalb, dass jede:r von uns dazu beiträgt, seinen persönlichen CO2 Fußabdruck gering zu halten.

Was können wir tun?

Wie helfen wir unserem wichtigsten Klimaschützer? Jeder von uns kann dazu beitragen, dass CO2 Emissionen geringer werden. Dabei geht es vor allem darum den eigenen Lebensstil und vor allem unser Konsumverhalten zu überdenken. Desto weniger CO2 wir emittieren, desto weniger beschleunigen wir die Erderwärmung. Heißt also Fahrrad fahren wenig Fleisch und vor allem Strom sparen. Oder wie war das noch gleich?

Wusstest Du schon…?
In der Hauptstadt Estlands in Tallinn können Bürger:innen seit 2013 kostenlos mit Bus und Bahn fahren. Ein Paradebeispiel im Kampf gegen den Klimawandel?

Nein jetzt mal im Ernst. Weltweit verschwindet jährlich eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar. Doch was können wir dagegen tun? Wald wird meist gerodet, um die Fläche danach landwirtschaftlich zu nutzen. Vor allem für den Anbau von Futtermitteln oder tierische Produkte. Beispielsweise eine vegetarische Ernährung oder reduzierter Konsum von Fleisch helfen, Wälder zu schützen. Wenn man sich wirklich sicher sein will, wo das Fleisch seinen Ursprung hat, kann man zum Beispiel Landwirt:innen oder Jäger:innen aus der Umgebung kontaktieren. Dazu haben wir Euch bereits in diesem Artikel mehr erzählt. Ihr könnt weiterhin darauf achten, dass Ihr Holz oder Produkte auf Basis von Holz nutzt, die aus zertifizierten und nachhaltigen Quellen stammen. Im besten Fall sind die Produkte bereits recycelt oder recycelbar. Weiterhin macht vor allem eine langjährige Nutzung Sinn. Gerade bei Möbelstücken kann man bei guter Verarbeitung und pfleglichem Umgang sehr lange etwas von seinem Schrank, Bett oder Tisch haben. 

 Sauerstoffproduzent, Entziehung von CO2, Kohlenstoffspeicher, Luftfilter, Wasser- und Bodenschützer. Diese Eiche ist ein Paradebeispiel der Klimaschützer.

Habt Ihr Tipps, wie wir unseren Klimaschützer unterstützen können?

Ihr seht also, jede:r von uns kann mit teilweise minimalem Aufwand schon viel beitragen.

Unser Wald leistet einen enorm wichtigen Beitrag zum Schutz vor dem Klimawandel. Deshalb sollten wir unseren wichtigsten Klimaschützer schützen und erhalten und vor allem: selbst unterstützen. Versucht Ihr bereits im Alltag Euch Klima positiv oder “wald positiv” zu verhalten? Habt Ihr vielleicht noch Anregungen und Tipps für uns und andere? Wir freuen uns über Euer Feedback dazu!

Der Beitrag Der Wald als Klimaschützer erschien zuerst auf Forst erklärt.

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