Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts kam die erste Schwarznuss nach Deutschland. Heute sind sie immer noch eher selten, obwohl sich ihr Holz wirklich sehen lassen kann. Wo sie wächst, wie Ihr sie erkennt und wieso sie Eure Hände für einige Tage stark einfärben kann, erfahrt Ihr in diesem Artikel. Außerdem haben wir für Euch mit dem Förster Michael Rost gesprochen, der uns verrät, wie viel die Schwarznüsse momentan auf dem Markt bringen und wie man Wertholz mit ihr erzielen kann.

Die Schwarznuss erkennen 

Die Schwarznuss stammt ursprünglich aus Nordamerika. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im Osten des Kontinents. Erste Anbauversuche in Deutschland starteten bereits um 1900. Aus diesem Grund findet man rund um den Rhein und die Donau beeindruckende alte Schwarznüsse, durch die bereits auf deutsche Saatgutbestände für die Nuss zurückgegriffen werden kann. 

Wusstest Du schon…? 
Die Schwarznuss unterliegt nicht dem Forstsaatgutgesetz. Dieses Gesetz regelt die Ansprüche, die an das Saatgut gestellt werden, damit es als gut und somit als “Vertreibbar” gilt. Das bedeutet, dass Ihr stets die Herkunftsbestände kennen solltet, damit Ihr Euch einer guten Qualität sicher sein könnt.   

Von diesem Baum wurden Schwarznüsse geerntet. 

Die Cousine der Walnuss

Die Schwarznuss gehört zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) und ist sozusagen die Cousine unserer heimischen Walnuss. Der sommergrüne Baum kann bis zu 250 Jahre alt werden und in Deutschland eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. In seiner nordamerikanischen Heimat schafft er sogar bis zu 50 Meter! 

Im April startet die Blütezeit der Schwarznuss und zieht sich bis in den Mai. Die Blüten sind einhäusig, das heißt, dass männliche und weibliche Blüten an zwei verschiedenen Orten am selben Baum hängen. Die männlichen Blüten hängen als Kätzchen herab und das weibliche Pendant sitzt an kugeligen Ähren. Die Früchte und somit auch die Nüsse im Inneren des Fruchtfleisches der Schwarznuss werden von September bis Oktober reif, sobald sich ihre grüne Hülle gelb verfärbt. Ihr könnt sie vom Baum pflücken oder wartet einfach, bis sie von selbst herunterfallen.

An diesen jungen Blättern kann man die gefiederte Form schon gut erkennen.

Die Knospe der Schwarznuss hat ein Gesicht?

Die Blätter sind wechselständig. Das bedeutet, dass sich die gefiederten Blätter am Ast nicht gegenüberstehen, sondern abwechselnd von der Mitte abzweigen. Sie sind 30 – 60 cm lang und die Teilblättchen jedes Blattes sind am Rand gesägt sowie länglich, mit einem spitzen Ende. Auf schlau: länglich-lanzettlich. Die Oberseite der Blätter ist glänzend grün, während die Unterseite behaart und eher blau-grün wirkt. Im Herbst erstrahlen sie dann in einem auffälligen Gelb und bringen etwas Freude in die trübe Zeit.

Die Schwarznuss hat Seitenknospen, die wechselständig und somit abwechselnd entlang der Zweige vorkommen, sowie eine Terminalknospe. Die Knospen sind gräulich-braun und haben eine dichte, filzige Behaarung, die sich über die Knospenschuppen erstreckt. Direkt unter den Knospen befindet sich das sogenannte “Affengesicht”: Die große, schildförmige Blattnarbe, die an einen Affen erinnert. Die jungen Triebe sind rotbraun und haben an der Spitze die Terminalknospe. Sie ist größer als die Nebenknospen, eiförmig, etwas abgeflacht und hat eine dumpfe Spitze. 

Die dicken Knospen sitzen direkt über der Blattnarbe, die ein wenig an ein Affengesicht erinnert. 

Ist die Nuss eine gute Nuss?

Die Nüsse der Schwarznuss sind schwer zu knacken, doch der Aufwand lohnt sich. Sie schmecken intensiver als Wal- oder Haselnüsse und verwandeln Gebäck oder Eis in Delikatessen. In den USA sind sie als “Black Walnut” bereits weitläufig bekannt.

Sollte Euch nun die Neugier gepackt haben und Ihr möchtet eine Schwarznuss knacken, dann solltet Ihr vorher folgendes wissen:

Wenn Ihr Euch nicht noch tagelang als Nussknacker identifizieren lassen wollt, solltet Ihr unbedingt Handschuhe tragen. Die Schalen der Schwarznuss färben stark. Am besten gelingt das Öffnen der Nuss mit einem Hammer oder einem Schraubstock. Bei diesem Unterfangen ist eine Schutzbrille durchaus empfehlenswert. Die Schale könnt Ihr vorher runter rubbeln, entweder mit der Hand oder indem Ihr auf den Nüssen herum stampft. 

Wusstest Du schon…?
Die Schalen der Schwarznuss haben einen hohen Anteil an Gerbsäure. Sie wurden deswegen früher auch für das Gerben von Leder eingesetzt.

Die Grüne Schale der Schwarznuss verrottet nur sehr langsam, weil sie hohe Gerbsäureanteile hat.

Wo wachsen Schwarznussbäume?

Die Schwarznuss bevorzugt Standorte, an denen sie ein gutes Wasserangebot vorfindet. Auch an Auwaldstandorte, die ab und zu überfluten können, ist die Schwarznuss angepasst. Für ein hervorragendes Wachstum braucht der Baum nährstoffreiche Böden. Auch auf gut durchlüfteten Lehmböden fühlt er sich wohl. Wichtig ist dabei nur, dass er mehr als 0,8 Meter Durchwurzelungstiefe vorfindet, da er tiefgründige Standorte bevorzugt. Findet Ihr also unter einer sehr dünnen Erdschicht direkt dicke Steine, würde die Schwarznuss hier im Alter Probleme bekommen und absterben. Befinden sich kurz unter der Erdoberfläche Gesteinsmaterial oder dichte Tonschichten, leidet die Schwarznuss im Alter darunter. Obwohl sie flache Böden in der Jugend tolerieren kann, folgen im Alter zurückgehendes Wachstum, andere Gesundheitseinbußen bis hin zum Absterben der Bäume. Was hingegen kein Problem ist, ist Winterfrost: Bis zu -40 Grad kann sie trotzen. Nur Spätfröste im Frühjahr können ihr zusetzen. 

Eng nebeneinander stehen die Schwarznüsse im Pflanzbeet. 

Obwohl der Schwarznuss oft hohe Standortansprüche nachgesagt werden, wächst sie doch an vielen Orten. Die Herkunft der Nuss und die waldbauliche Herangehensweise sind deswegen ausschlaggebend für den Anbau. “In Mecklenburg-Vorpommern kommt sie durchaus auch auf mesotrophen Standorten vor”, bestätigt Förster und Nuss-Experte Michael Rost. Mesotrophe Standorte haben nur einen mittleren Nährstoffgehalt. An diesen Orten wächst sie zwar tendenziell langsamer, aber durch ihre ansonsten regen Zuwächse ist auch das gut zu ertragen. 

Wusstest Du schon…?
Bist Du auch Nussbaum-Fan und möchtest dich einbringen? Dann wäre vielleicht die Einstiegsexkursion der IG-Nuss ein Anlaufpunkt für Dich. Sie findet am 18. und 19.07.2026 auf dem Plauer Werder in Mecklenburg-Vorpommern statt. Mehr Informationen dazu findest Du hier. Auch auf der Forstvereinstagung 2026 gibt es eine Exkursion zu diesem Thema!

Vor der Saat wird sich ein Überblick verschafft.

So integriert man die Nuss in unsere heimischen Wälder

Die Schwarznuss weist ein sehr starkes Höhenwachstum auf und kann dabei mit der Esche oder der Roteiche mithalten. Aus diesem Grund kann man sie gut in Mischung mit anderen Baumarten kombinieren – perfekt für den vielfältigen, klimastabilen Wald der Zukunft. Wichtig dabei ist jedoch, dass man ihr Kronenwachstum frühzeitig fördert, indem man diesen Platz schafft. Schafft man der Schwarznuss konsequent eine freie Krone, sodass diese sich ausreichend entwickeln kann, fühlt sie sich pudelwohl – und legt Holz zu! 

Auf der Freifläche steht die Schwarznuss in einer Wuchshülle. Diese schützt die Pflanze vor Verbiss.

Moderner Anbau der schwarzen Nuss

Über 15 Jahre später ist mehr Pflanz- und Saatgut erhältlich und die Preise sind im Vergleich zu damals gesunken. Ein gängiger Pflanzverband in den Wäldern, die Michael Rost betreut, ist nun 2 mal 1 Meter Abstand zwischen den Bäumen. Doch auch im Weitverband wird gepflanzt. “Auf Freiflächen genügt auch ein Weitverband von 200 – 500 Stück auf einen Hektar”, meint Michael. “Die Naturverjüngung stockt die Lücken zwischen den Pflanzen auf – der Pflegeaufwand konzentriert sich dann auf die Schwarznüsse.”

Diese kleine Schwarznuss gedeiht bereits prächtig. 

Um die Unversehrtheit der Pflanzen zu fördern, empfiehlt sich für die Schwarznuss die Saat. Unser Schwarznuss-Profi arbeitet dabei mit 13.000 Stück pro Hektar. Sichere Anlaufstellen für Schwarznuss-Saatgut findet man beispielsweise auf der Internetseite der „Interessengemeinschaft Nuss” (IG Nuss). Die Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Förster:innen, die das Ziel verfolgen, den Anbau von Nussbaum Arten in Deutschland zu fördern. “Bei der Einbringung der Baumart in bereits bestehende Bestände, muss man den Bestand ähnlich stark auflichten, wie bei der Begründung eines Eichenbestandes. Während die Eiche in ihrer Jugend noch ein wenig Schatten ertragen könnte, ist die Schwarznuss wesentlich penibler.”, gibt Michael zu bedenken.

Wusstest Du schon…?
Es besteht das Risiko, dass Wildschweine die Nüsse ausbuddeln. Doch keine Panik: Die Tiere bringen vielleicht die Ordnung der Nüsse etwas durcheinander, aber wegfuttern können sie die Nüsse nicht. Selbst für Wildschweine ist die Schale der Nüsse zu dick und sie können diese nicht zerbeißen.  

Wichtiger Pflegeeingriff 

Um aus dem Holz der Schwarznuss die besten Gewinne zu erzielen, sollte man die Bäume oder besondere Exemplare ästen. Das heißt lediglich, dass man die unteren Äste an einem Baum peu a peu in einem jungen Stadium entfernt. Ziel dabei ist es, dass man später einen großen Teil an Holz hat, in dem wenige Äste vorkommen. Es wird dadurch wertvoller und stabiler. Als Dicke kann man sich merken: Bis zu einer Dicke von einem Bierdeckel kann man die Bäume gut asten.

Spätestens im fünften Jahr der Bäume, teilweise schon ab dem dritten Jahr, sollte die Schwarznuss eine vorauseilende Ästung erfahren. Das bedeutet, dass man nicht nur systematisch von unten nach oben die Äste des Baumes entfernt, sondern auch weiter oben gelegene Äste entfernt, sobald diese zu dick werden. Dadurch verhindert man die Entwertung der Bäume, denn Holzkäufer bevorzugen die Schwarznuss und besseren Qualitäten. Die tiefer gelegenen Äste entnimmt man dann zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn Ihr mehr über die Pflegeeingriffe bei Bäumen erfahren möchtet, wäre dieser Artikel vielleicht etwas für Euch.

Die Astung erfolgt im späten Winter. 

Schnell wachsende Schwarznuss = billiges Holz?

Grundsätzlich wächst die Schwarznuss sehr schnell. In den ersten zwanzig Jahren legt sie auf passenden Standorten 1 cm breite Jahrringe vor. Sie wird also 2 cm breiter. In die Höhe wachsen die Triebe durchschnittlich 1-2 Meter im Jahr. 

Jetzt kommt vielleicht der Gedanke auf: Wenn der Baum so schnell wächst, wird er mit recht weichem Holz wohl weniger beliebt sein. Mit Nichten! Schwarznussholz ist sehr stabil und auf dem Markt auch trotz der schnellen Wuchsleistung begehrt. 

Auf den Submissionen erzielen Schwarznussstämme deutschlandweit durchschnittliche Meistgebote von 500 – 2500 Euro. Wenn es nach Michael geht, ist die Submission sowieso der richtige Ort für die Baumart. Seiner Meinung nach wird die Schwarznuss kein Massensortiment werden. Dennoch gilt für ihn: „Willst du von deinen Erben posthum küsse, pflanze Nüsse, Nüsse, Nüsse.”

Quellen:

https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/bestandespflege/die-schwarznuss

https://www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Schwarznuss.pdf

https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/laubbaeume/artikelsammlung-zu-walnuss-schwarznuss-und-hybridnuss

https://cooketteria.blogspot.com/2012/10/die-schwarznuss-eine-kleine-anleitung.html

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https://forsterklaert.de/waldpflege