Während aktuell großflächig Nadelbäume, wie insbesondere die Fichte durch Trockenheit und durch Befall des Borkenkäfers absterben, tritt seit ein paar Jahren eine Krankheit bei der Laubbaumart Esche auf. Was es mit dieser Krankheit auf sich hat und wie Ihr diese erkennen könnt, erfahrt Ihr in dem folgenden Artikel.

Die Esche

Die Esche ist eine Laubbaumart, die natürlicherweise in ganz Deutschland vorkommt. Der Baum wird bis zu 40 Meter hoch und etwa 300 Jahre alt. Das Holz der Esche wird vielfältig, z.B. im Möbelbau, verwendet und habt Ihr eine Axt oder einen Spaten, wird der Stiel davon wahrscheinlich aus Eschenholz sein.

Das Blatt der Esche besteht aus vielen kleinen Blättern. Das nennt man gefiedert.

Woran Ihr die Esche erkennen könnt:

  • Gefiedertes Blatt – Das Blatt der Esche ist gefiedert, die einzelnen Teile des Blattes stehen sich gegenständig gegenüber.
  • Knospe – Die Esche hat eine große schwarze Knospe am Triebende.
  •  Holz – Das Holz der Esche ist oft recht hell und man erkennt es an den gelblichen Streifen oder Jahrringen im Holz.
Die Esche hat schwarze Knospen.
Das Holz der Esche

Das Eschentriebsterben

Seit Anfang der 2000er Jahre tritt auch in Deutschland das Eschentriebsterben auf. Die Krankheit wird über einen aus Ostasien stammenden Pilzerreger auf den Baum übertragen: dem sogenannten Falschen Weißen Stengelbecherchen. Dabei gelangen die Pilzsporen über die Blätter (genauer den Blattnarben) in den Baum. Folgen der Erkrankung zeigen sich an der Esche an den Blättern, den Trieben, an der Rinde und im Holz. Die Blätter verwelken und die Triebe, Zweige und Äste des Baumes sterben ab. Ein weiteres Zeichen für die Krankheit ist der Blattabfall. Die Kronen der Bäume erscheinen lückig und ohne frisches Grün. Um der Krankheit entgegenzuwirken oder den Schaden zu kompensieren, bildet die Esche Ersatztriebe („Reiterate“).

Die Krone der Esche stirbt ab.

Betroffen sind Eschen allen Alters und Dimensionen. Wenn Ihr also diese Symptome an einer Esche seht, wisst Ihr jetzt woran sie höchstwahrscheinlich leidet. Durch die Infektion mit dem Eschentriebsterben sind die Bäume geschwächt und damit anfällig für weitere Schadorganismen (diese Anfälligkeit nennt sich im Fachjargon “Prädisposition”), wie zum Beispiel Holzfäule Erreger. Die Dauer bis zum Absterben des Baumes variiert und hängt auch mit der Dimension und dem Alter des Einzelbaumes zusammen.

Maßnahmen zum Schutz der Esche

Während die meisten Eschen durch die Erkrankung absterben, zeigen wenige Einzelbäume keine Symptome oder Absterbeerscheinungen. Es wird vermutet, dass ein geringer Prozentsatz der hier wachsenden Eschen resistent gegenüber dem Erreger ist. Dazu laufen bundesweit Forschungsvorhaben, die diese Resistenz untersuchen. An Straßen, Alleen und viel belaufenen Wanderwegen werden befallene Eschen für die Verkehrssicherung entnommen. Denn durch das Absterben der Wurzeln werden die Bäume instabil und können umstürzen. Bevor es zur Entwertung des Holzes durch die Erkrankung kommt, erntet die Forstwirtschaft bundesweit einige Eschen frühzeitig, um das Holz noch zu nutzen. Vital erscheinende Eschen werden dagegen geschont und gefördert.

Schaut doch mal, ob Ihr auf eurem nächstem Waldspaziergang eine Esche entdeckt und ob Ihr die Anzeichen des Eschentriebsterbens sehen könnt.

Quellen: