Ein Kind des Ruhrgebiets ist ein eher seltener Anblick im Wald und doch bin ich regelmäßig in freier Wildbahn zu beobachten. Hier könnt Ihr herausfinden wer ich bin, wo der kleine schwarz-braune Hund herkommt und was mich zu diesem Projekt motiviert.

Wer is dat denn?

Ich bin Felix, `98 in Essen geboren und dort aufgewachsen. In meiner Kindheit saute ich meine Klamotten jedes Mal aufs Neue im kleinen moorigen Wald gegenüber unseres Reihenhauses ein. Unsere Sommer verbrachten wir mit zahlreichen Wanderungen in den Alpen. Das Entdecken von Natur und Landschaft brachte mir viel Freude und schon in meiner Jugend wurde mir ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt.

Als ich 2016 mein Abitur abschloss, war mir wie vielen jungen Menschen meiner Generation nicht klar, was einmal aus mir werden soll. Aus „Medizin studieren bei der Bundeswehr“ wurden dann zwei Praktika bei großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Eine Zeit, die mich in meiner Entscheidungsfindung weiter brachte. Ich entschied nämlich, dass ich genau das nicht machen will. Auf der Suche nach etwas Nachhaltigerem fand ich mich in Daun in der Eifel wieder, wo ich ein Praktikum in einem Forstrevier machte. Dort gefiel es mir so gut, dass ich den Beginn des Studiums kaum abwarten konnte.

Das Forststudium

Aus „Moin, ich bin Simon“, das mir der erste Mensch, dem ich an der HAWK begegnete, entgegen schmetterte und einem komisch kreativen Kapuzenträger namens Jan entwickelte sich bald eine Freundschaft. Nach einigen lustigen Abenden in der Göttinger Nauti-Bar entstanden einige spannende Projekte, so auch Forst erklärt.

Das Forstwirtschaftsstudium in Göttingen vermittelt ein modernes und naturnahes Bewirtschaften von Wäldern. Diese sollen vor allem dem Klimawandel trotzen, die Nutz- und Schutzfunktion erhalten und gleichzeitig die natürliche Ressource Holz für uns bereitstellen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, wenn man alle Aspekte unter einen Hut bringen möchte. Genau das ist es, was für mich den Reiz der zukunftsorientierten Forstwirtschaft ausmacht.

Ardelle und Felix im Harz

Neben den Pflichtmodulen erwarb ich auch das Waldpädagogikzertifikat und darf damit nach Abschluss meines Bachelors als staatlich geprüfter Waldpädagoge tätig sein.

Zum Jagdschein, den ich 2018 machte, kam auch gleich der Jagdhund. Ardelle von der Ziegenalm, eine slowakische Kopov Bracke, begleitet mich seit September 2018 auf dem Weg durch das Studium und den Wald.

Was mich motiviert

Bei meinen Besuchen in der Heimat, treffe ich auf viel Neugier und Interesse an meinem Studium und meiner „Berufung“, wenn man das so sagen darf. Immer wieder fällt mir auf, dass ich bei meinen Erklärungen, ob es dem Wald wirklich so schlecht gehe und wieso der Borkenkäfer denn so einen Schaden mache, bei Adam und Eva anfangen muss. Je weniger Berührungspunkte Menschen mit dem Wald haben, desto weniger wissen sie Bescheid. Abgesehen davon ist das Ganze auch nicht immer so einfach, wie man manchmal eben hofft. Mit Forst erklärt möchte ich für Menschen aus allen Regionen Deutschlands eine Wissensbasis schaffen und darauf aufbauend ein tiefgreifendes Verständnis für das Ökosystem Wald vermitteln. Und das soll sich eben nicht auf meinen Bekanntenkreis beschränken, sondern für alle Menschen mit dem Zugriff zum Internet passieren, aber auch durch Waldführungen, echt und in Farbe.

Felix Sahlmann