Blogbeitrag

Holz verkaufen – Tausche zwei Holz gegen ein Lehm

In einigen Artikel haben wir Euch schon erklärt, wie man den Wert von Bäumen bestimmt, welche Holzmerkmale dafür wichtig sind und wie mit Holz eigentlich Geld verdient werden kann. Aber eine Sache haben wir Euch noch nicht erklärt… Wie läuft eigentlich Holz verkaufen im echten Leben ab? Ganz so wie im Spiel Siedler klappt das nicht.

Käufer suchen 

Der Holzhandel bzw. -verkauf läuft natürlich nicht wie im Supermarkt ab. Es gibt keine zentrale Stelle, wo alle Försterinnen und Förster ihr gesamtes Holz hinbringen und zum Verkauf anbieten. Das Holz lagert nämlich im Wald am Forstweg und es müssen sich die Kunden und Verkäufer selbstständig finden. 

Ein Beispiel: Förster Felix fällt zwanzig Eichen. Die unteren Stammabschnitte sind besonders schön und astfrei. Das Holz kann super zu Massivholzdielen verarbeitet werden. Also ruft Förster Felix die Firma Eichmann GmbH an, denn die stellen Eichendielen her. Er nennt ihnen Menge und Qualität. Daraufhin schickt die Eichmann GmbH den Holzeinkäufer Eichelbert Eichmann zu Felix in den Wald. Die beiden schauen sich jeden einzelnen Stamm genau an und einigen sich auf eine Qualitätsstufe, z.B. A oder B, und den damit verbundenen Durchschnittspreis, z. B. 300 € pro Festmeter (Forstfachsprache für: Kubikmeter). Alternativ, bei solch hohen Preisen üblich, wird für jeden Stamm ein eigener Preis festgelegt. Die Stämme liegen dann auch einzeln und nebeneinander am Waldweg. Felix notiert bei dieser sogenannten Holzabnahme Stammnummern, Qualität, Volumen und Preis. Danach schreibt er oder das Forstamt eine Rechnung und die Eichmann GmbH holt das Holz mit einem LKW ab. 

In diesem Video erklären Simon und Felix Euch, wie man das Volumen von Bäumen berechnet.

Ein anderer Fall ist das sogenannte Massensortiment. Kiefernstämme z.B. sind in der Regel Massensortimente. Die Qualität ist gleichbleibend und die Mengen sehr groß. Der Preis beträgt in der Regel etwa 100 € oder weniger pro Festmeter. Da hier Käufer:in und Verkäufer:in nicht groß über Preis und Qualität diskutieren müssen, melden Verkaufende die Menge bei den Kaufenden an. Das Polter wird vermessen, also die Verkaufsmenge abgeschätzt und das Holz vom Käufer abtransportiert. 

Wusstest Du schon…?
In der Regel verkauft man Holz aus dem Wald heraus. Ganz besonders wertvolle Stämme werden aber versteigert. Dazu sammelt man diese auf einem Submissionsplatz und Interessierte können bieten. Wie so eine stille Submission abläuft, erfährst Du hier.

Verkäufer finden

Der ganze Holzverkauf kann aber auch genau andersherum ablaufen. Ein Beispiel: Die Eichmann GmbH ist auf der Suche nach Eichenholz für Massivholzdielen. Letztes Jahr hat Förster Felix ganz tolle Eichenstämme liefern können. Da muss doch noch mehr zu holen sein… Eichelbert Eichmann ruft Förster Felix an und sagt, er benötigt 100 Festmeter schönstes Eichenholz. Förster Felix überlegt kurz und sagt zu. Daraufhin lässt er Eichen mit schönen Stämmen fällen, bis die 100 Festmeter zusammen sind. Dann kommt Eichelbert Eichmann wieder zur Holzabnahme vorbei. Die Stämme werden begutachtet und Preise diskutiert. 

Kiefer ist in der Regel ein Massensortiment. Große Polter mit Hunderten Stämmen sind keine Seltenheit. Eiche dagegen wird häufig als einzelner Stamm verkauft.

Ein anderes Beispiel: Brennholzpirat Bernd ist auf der Suche nach Feuerholz für seinen Kamin. Er sucht die nächste Försterei im Internet und fährt prompt sonntagsfrüh um 8.30 Uhr auf Förster Felix’ Hof. Bernd fragt Felix, ob er ein bisschen Brennholz kaufen kann. Förster Felix bietet ihm daraufhin einen bereits geschnittenen Brennholzpolter an. Bernd ist aber ein echter Macher und will unbedingt selbst Holz sägen, denn er hat eine nagelneue Motorsäge und außerdem ist selbst sägen günstiger. Daraufhin bietet Felix ihm die Eichenkronen an, die er Eichelbert Eichmann nicht verkaufen konnte. Bernd nimmt das Angebot an. Er schneidet die Krone klein und fährt das Holz nach Hause. Felix hat die Brennholzmenge vorher abgeschätzt und schreibt Bernd daraufhin eine Rechnung. Und zack, ist wieder etwas Geld verdient. So einfach geht Holz verkaufen.

Alternative Holzhandelswege

Neben den oben beschriebenen Verkaufsarten gibt es auch noch den Weg über einen Holzhändler. Dieser kauft zum Beispiel beim Förster größere Mengen und verschiedene Holzarten ein. Der Händler oder die Händlerin verkauft das Holz dann weiter an weitere Kunden. Der Holzhandel stellt damit also eine Zwischeninstanz dar. Das ist vor allem beim Holzexport der Regelfall. Da Förster Felix keinen guten Kontakt ins Ausland hat, wo z. B. Eschen gerade sehr gefragt sind, verkauft Förster Felix einfach an einen Holzhändler, der das Holz dann weiter verkauft.

Simon, wie er Lotti und Maira erklärt, worauf es beim Holzverkauf ankommt. Vielleicht übernehmen die beiden irgendwann Simons Job.

Aber auch das Internet hat im Forst Einzug gefunden. Mittlerweile gibt es auch Apps und Plattformen, über die Brennholz verkauft wird. Ein Foto, Menge und Preis reichen aus, um das Holz über das Internet zu verkaufen. Ähnlich wie eBay Kleinanzeigen, wird das Holz dann angeboten.

Das war’s auch schon mit unserem Artikel zum Holzverkauf. Wir hoffen, Ihr konntet etwas lernen oder wir haben Euch eine neue Beschäftigung fürs Wochenende beschert: Brennholzpolter im Internet bestaunen. Bewertet gerne unsere Artikel und schreibt uns Eure Fragen zum Thema Wald. Wir freuen uns!

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