Forst erklärt https://forsterklaert.de/ Wissen aus dem Wald Sun, 11 Oct 2026 18:07:50 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.11 https://forsterklaert.de/wp-content/uploads/2020/02/cropped-FavIconForstErklaert-32x32.png Forst erklärt https://forsterklaert.de/ 32 32 WMADWR #41 – Fakten zum Wolf in Deutschland https://forsterklaert.de/wolfpodcast https://forsterklaert.de/wolfpodcast#respond Sun, 11 Oct 2026 18:06:29 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6948 Endlich haben wir uns mal an das Thema Wolf getraut. Der Wolf wird hochemotional diskutiert und genau das soll diese...

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Endlich haben wir uns mal an das Thema Wolf getraut. Der Wolf wird hochemotional diskutiert und genau das soll diese Podcastfolge nicht tun. Mit Nicole Kronauer von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. und Katharina Stenglein vom BUND NRW hat Jan Expertinnen im Podcast, die sich seit Jahren mit dem Wolf beschäftigen und wie sie selbst sagen, an einer “friedlichen Koexistenz von Mensch und Wolf” interessiert sind. 

Zuerst einmal klärt Jan die klassischen Fragen: Wie erkenne ich einen Wolf und muss ich Angst vor dem Wolf haben, woher rührt die Angst überhaupt? Spannend und gruselig zugleich: Die Geschichten vom menschenfressenden Wolf kommen aus einer Zeit, als verwundete Soldaten im Feld zurückgelassen wurden und Kinder draußen auf die Tiere der Familie aufpassen mussten. Für uns als Waldmenschen ist natürlich auch die Frage: Wie wirkt sich der Wolf auf seine Beute aus und was macht das mit dem Wald, wenn mehr Rehe und Hirsche im Magen der Wölfe verschwinden?

Um das größte Thema kommen wir natürlich nicht drum herum: Weidetiere und der Wolf. So viel sei gesagt “Herdenschutz ist Wolfsschutz”. Den Rest müsst Ihr selbst erhören…

Für einige in der Folge genannten Thesen haben Nicole und Katharina Euch Studien und wissenschaftliche Belege rausgesucht. Diese findet Ihr mit Zeitstempel des Wolfheulens hier:

Wolfsheulen Nr.ZeitstempelLinkTitel / Thema
100:11:59https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/monitoring/monitoringWolfsmonitoring in Deutschland
200:15:18https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Deutschland/Studie-Angriffe-Woelfe-Menschen-2002-2020.pdfWWF-Studie: Wolfsangriffe auf Menschen 2002–2020
300:21:41https://conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/conl.12635Wissenschaftliche Studie (Conservation Letters) zum Wolf
400:22:53https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorienKarte der Wolfsterritorien
500:27:49https://www.wolf.sachsen.de/landesprogramm-besenderung-5081.htmlBesenderungsprogramm für Wölfe in Sachsen
600:34:35https://www.forstpraxis.de/sites/forstpraxis.de/files/2023-08/schumann-e-2022-entwicklung-der-schalenwildbestande-im-flaming-unter-einfluss-des-wolfs-bache-47900183.pdfEntwicklung der Schalenwildbestände im Fläming unter Wolfseinfluss
700:41:25https://www.gzsdw.de/files/GzSdW_Wo_lfe_Dossier5_Mythen_Vs3_7_250310.pdfGzSdW-Dossier 5: Mythen über Wölfe
800:47:16https://www.gzsdw.de/files/gzsdw_wolfe_dossier3_nachbar_wolf_web_181108.pdfGzSdW-Dossier 3: Nachbar Wolf
900:52:34https://www.protectiondestroupeaux.ch/fileadmin/doc/Berichte/Studien/Schlussbericht_WolfZaun_DE_8.9.16_final.pdfSchlussbericht „WolfZaun“: Wirksamkeit von Schutzzäunen
1001:00:51https://www.dbb-wolf.de/wolfsmanagement/herdenschutz/praeventions-_und_ausgleichszahlungenPräventions- und Ausgleichszahlungen beim Herdenschutz
1101:05:28https://www.gzsdw.de/files/gzsdw_wolfe_herdenschutzfolder_4_seiter_din_lang_web_181107.pdfGzSdW-Herdenschutz-Folder
1201:09:16https://www.dbb-wolf.de/die-dbbwÜber die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes (DBBW)
1301:10:05https://www.gzsdw.de/files/Nachdruck_Wolfs_Wissen_kompakt_geandert_17_01_2026_Web_1.pdf„Wolfs-Wissen kompakt“ (GzSdW, Nachdruck 2026)
https://www.forstpraxis.de/sites/forstpraxis.de/files/2023-08/schumann-e-2022-entwicklung-der-schalenwildbestande-im-flaming-unter-einfluss-des-wolfs-bache-47900183.pdfhttps://forst.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/02_Benjamin%20Gillich.pdfhttps://www.gzsdw.de/files/gzsdw_wolfe_herdenschutzfolder_4_seiter_din_lang_web_181107.pdfWeitere Quellen, die es nicht in den Podcast geschafft haben, die wir Euch aber nicht vorenthalten wollen

Das Wolfsheulen und auch das Foto im Thumb kommen von Steffen Heiber https://www.instagram.com/wildlife_lausitz/ und zeigen einen Wolf in Brandenburg. DANKE!

Erzählt uns gerne, wie Ihr unseren Podcast findet, welche Gäste Ihr gerne hören würdet und welche Themen wir in den nächsten Folgen besprechen sollen. Tippt Eure Anregungen gerne einfach hier unten in die Kommentare! Oder wollt Ihr uns sogar selbst mal für eine Podcastfolge buchen?

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Wald auf dem Acker? Was hinter Kurzumtriebsplantagen steckt https://forsterklaert.de/kurzumtriebsplantagen https://forsterklaert.de/kurzumtriebsplantagen#respond Sun, 04 Oct 2026 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6926 Vielleicht habt Ihr sie schon einmal entdeckt: Kleine „Wälder“, die mitten auf einem Acker wachsen. Doch was steckt dahinter? Hierbei...

Der Beitrag Wald auf dem Acker? Was hinter Kurzumtriebsplantagen steckt erschien zuerst auf Forst erklärt.

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Vielleicht habt Ihr sie schon einmal entdeckt: Kleine „Wälder“, die mitten auf einem Acker wachsen. Doch was steckt dahinter? Hierbei handelt es sich um sogenannte Kurzumtriebsplantagen, auf denen schnellwachsende Baumarten stehen, aus denen später Energieholz und Hackschnitzel entstehen. Wie aus kleinen Bäumen Energie wird, wie die Ernte funktioniert und was Kurzumtriebsplantagen mit Biodiversität zu tun haben, erfahrt Ihr hier.

Junge Korbweiden (Salix viminalis) – hier wächst die Energie von morgen! 

Acker mal anders!

Auf den ersten Blick sehen Kurzumtriebsplantagen (KUP) fast wie kleine Wälder aus. Tatsächlich handelt es sich aber um ganz normale Acker, auf denen man kein Getreide oder Kartoffeln pflanzt, sondern schnell wachsende Baumarten wie Weiden und Pappeln. Meistens findet Ihr KUPs tatsächlich neben landwirtschaftlichen Flächen. Die Bäume stehen dicht an dicht in Reihen und wachsen innerhalb weniger Jahre zu einer beachtlichen Größe heran. Nach einigen Jahren werden die Bäume geerntet und überwiegend zu Hackschnitzel weiterverarbeitet. Diese wiederum kann man zur Energiegewinnung nutzen, indem man sie verbrennt. Deshalb spricht man häufig von Energieholzplantagen oder Energiewäldern. Neben Hackschnitzeln wird auch ein Teil des Holzes in der Papier-, Zellstoff- oder Holzwerkstoffindustrie verwendet.

Vor allem für Land- und Forstwirt:innen werden Kurzumtriebsplantagen immer interessanter. Denn man muss keinen eigenen Wald besitzen, um mit Holz Geld zu verdienen. KUPs machen es möglich, auf landwirtschaftlichen Flächen in kurzer Zeit große Mengen an Holz und demnach nachwachsende Biomasse zu produzieren. Vor allem im Anblick des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen wird nachhaltige Energiegewinnung, wie z.B. mit Hackschnitzel, immer wichtiger.

Wusstest Du schon…?
Auch wenn Kurzumtriebsplantagen auf den ersten Blick wie kleine Wälder aussehen, zählen sie rechtlich nicht als Wald. Die Bäume wachsen nur für wenige Jahre heran, bevor man die gesamte Fläche erntet. Dabei bleiben keine Bäume stehen. So entstehen keine typischen, dauerhaften Waldstrukturen. Deshalb gelten KUPs rechtlich als landwirtschaftliche Dauerkultur, auch wenn sie zwischen den Ernten durchaus wie ein Wald aussehen können. 

Auf der Kurzumtriebsplantage der Baumschule Dendroquant GmbH entwickeln sich die kleinen Bäume zu wertvollem Energieholz.

So wird aus einem Feld eine Kurzumtriebsplantage  

Der Anbau einer KUP beginnt auf einem ganz normalen Acker. Besonders gut eignen sich landwirtschaftliche Flächen, die ausreichend mit Wasser versorgt sind. Dort pflanzt man meist sogenannte Weiden und Pappel-Hybride, meistens Balsam-Pappel und Korbweide, die besonders schnell wachsen und für Ackerstandorte angepasst sind. 

Statt großer Bäume kommen zu Beginn kleine Stecklinge in den Boden. Ein Steckling ist eine etwa 20 bis 35 Zentimeter kleine Jungpflanze, aus der ein Baum heranwächst. Gepflanzt wird in der Regel zwischen Ende März und Anfang Juni. Das erfolgt je nach Größe der Fläche von Hand oder mit speziellen Pflanzmaschinen. Schon jetzt entscheidet sich, wie gut die Bäume später wachsen. Deshalb wählen Land- und Forstwirt:innen die Baumarten sorgfältig aus. Denn nicht jede Weide oder Pappel fühlt sich überall gleich wohl. Boden, Niederschlag und Klima müssen zum jeweiligen Baum passen. Stimmen die Bedingungen, können die jungen Bäume richtig durchstarten und reichlich Biomasse produzieren.

Ungebetene Gäste

In den ersten Monaten brauchen die kleinen Pflanzen noch etwas Aufmerksamkeit. Vor allem Unkraut kann ihnen das Leben schwer machen, wenn es um Wasser, Nährstoffe und Licht konkurriert. Deshalb kommt in dieser Anwuchsphase bei Bedarf Pflanzenschutz zum Einsatz. Sind die Bäume erst einmal kräftig genug, können sie sich weitgehend selbst behaupten. Doch auch eine KUP ist nicht vor ungebetenen Gästen sicher. Da viele Bäume einer Art dicht nebeneinander wachsen, können sich Schädlinge und Krankheiten umso schneller ausbreiten. Deshalb muss man die Plantagen regelmäßig kontrollieren. Mit der richtigen Auswahl und etwas Geduld verwandelt sich der Acker schließlich in eine kleine grüne Energiequelle.

Heranwachsende Balsam-Pappeln (Populus suaveolens) reihen sich dicht an dicht – aus kleinen Stecklingen ist inzwischen ein grüner „Energiewald“ geworden.

Wusstest Du schon…?
Einmal pflanzen, mehrfach ernten! Das ist einer der großen Vorteile von Kurzumtriebsplantagen. Nach der Ernte verschwinden die Bäume zwar vom Acker, ihre Wurzeln bleiben jedoch im Boden. Aus den sogenannten Wurzelstöcken treiben schon bald neue Triebe aus und wachsen wieder zu kräftigen Bäumen heran. 

Jetzt wird geerntet! 

Nachdem die Bäume Zeit zum Wachsen hatten, kann man sie alle zwei bis fünf Jahre ernten. Dafür eignet sich besonders der Winter: Die Bäume tragen kein Laub und lassen sich somit leichter abholzen. Doch wie erntet man eigentlich ein ganzes Feld voller Bäume? Mit reiner Muskelkraft wäre das eine ziemlich große Aufgabe. Deshalb übernehmen spezielle Maschinen die Arbeit.

Ein selbstfahrender Vollernter fährt durch die Reihen und erledigt gleich mehrere Schritte auf einmal: Er schneidet die Bäume direkt am Stamm ab, zerkleinert das Holz und produziert daraus sofort Hackschnitzel. Unter guten Bedingungen liefert eine Kurzumtriebsplantage im Durchschnitt bis zu rund 10 Tonnen Trockensubstanz pro Jahr und Hektar. Doch was bedeutet das eigentlich? Mit der Trockensubstanz ist die reine Holzmasse ohne Wasser gemeint, also eigentlich einfach nur, wenn man das Holz trocknet. 10 Tonnen – das entspricht ungefähr dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefantenbullen. Läuft es besonders gut, kann sich die Menge sogar verdoppeln. Somit können pro Hektar etwa 19 bis 26 Tonnen Kohlenstoff gespeichert werden!

Nach etwa 20 bis 30 Jahren lässt die Wuchsleistung der KUP jedoch nach. Die Bäume wachsen dann nicht mehr so kräftig und liefern weniger Ertrag. Dann endet der Lebenszyklus der Plantage und die Fläche wird wieder zurück in einen landwirtschaftlichen Acker umgewandelt. Falls Euch interessiert, wie man im Gegensatz dazu einen echten Wald erntet, könnt Ihr das gerne hier nachlesen. 

Damit zeigen KUPs, welches Potenzial in schnell wachsenden Bäumen steckt. Gerade angesichts des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen gewinnen nachwachsende Rohstoffe für die Energiegewinnung zunehmend an Bedeutung. Kurzumtriebsplantagen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten: Sie produzieren auf vergleichsweise kleiner Fläche immer wieder neue Biomasse und speichern große Mengen an Kohlenstoff.

Aus den verbliebenen Wurzelstöcken nach der Ernte treiben bereits die nächsten Pappeltriebe aus, ganz ohne Neupflanzung.

Wie sieht es mit der Biodiversität aus?

Auf den ersten Blick könnte man denken: Viele Bäume derselben Art – was soll daran schon gut für die Biodiversität sein? Eine Kurzumtriebsplantage ersetzt zwar keinen naturnahen Wald, kann aber gerade in einer intensiv genutzten Ackerlandschaft einen wichtigen ökologischen Unterschied machen. Wo vorher jedes Jahr eine andere Kultur auf dem Acker stand, wachsen plötzlich über mehrere Jahre Bäume. Der Boden bleibt länger ungestört, zwischen den Baumreihen können Gräser, Kräuter und andere Pflanzen wachsen und die Fläche bietet zusätzlichen Lebensraum für verschiedene Tiere. Gleichzeitig kommen in KUPs meist weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel zum Einsatz als im klassischen Ackerbau.

Kurzumtriebsplantagen als Trittsteine

Damit können KUPs wie kleine grüne Trittsteine in einer ansonsten stark landwirtschaftlich geprägten Landschaft wirken. Sie bringen mehr Struktur in die Landschaft, schützen den Boden vor Erosion und fördern das Bodenleben. Auch Humus kann sich im Oberboden anreichern. Allerdings gilt: KUP ist nicht gleich Naturwald. Ein naturnaher Wald bietet deutlich mehr unterschiedliche Lebensräume und Arten. Auch den höheren Wasserbedarf der schnell wachsenden Bäume sollte man im Blick behalten. Besonders in trockenen Regionen kann eine KUP deshalb an ihre Grenzen kommen.

Grüne Trittsteine in der Agrarlandschaft: KUPs bringen Struktur in großflächige Ackerlandschaften und fördern somit die Biodiversität.

Unterm Strich können KUPs die Artenvielfalt in intensiv genutzten Ackerregionen durchaus bereichern – vor allem dort, wo sie für mehr Struktur, längere Bodenruhe und weniger intensive Bewirtschaftung sorgen. Gleichzeitig liefern sie nachwachsenden Rohstoff für die Energiegewinnung und können damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Quellen:

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/nachhaltiges-wirtschaften/biooekonomie/biomasse/kup.html

https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/holz-und-markt/holzenergie/kohlenstoffspeicherung-in-kups

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzumtriebsplantage

Belau, T., 2012. Energiepflanzen: Daten für die Planung des Energiepflanzenanbaus, 2. Aufl. ed, KTBL-Datensammlung mit Internetangebot. KTBL, Darmstadt.

Döpke, K., Moschner, C.R., Hartung, E., 2018. Die ökologischen Aspekte von Kurzumtriebsplantagen – eine Literaturstudie. Landtechnik 68, 33–37.

Janssen, D.A., Fey-Wagner, C., Hofmann, M., Mu, H., HessenRohstoffe, K., 2010. Verbundvorhaben FASTWOOD: Züchtung schnellwachsender Baumarten – Teil Pappeln.

Bildnachweis: Die Bilder durften freundlicherweise auf den Flächen von Dendroquant GmbH aufgenommen werden.

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Aufgaben im Auwald https://forsterklaert.de/auwald https://forsterklaert.de/auwald#respond Sun, 27 Sep 2026 16:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6895 Ihr wart bestimmt alle schon mal im Wald spazieren, oder? Dann habt Ihr dort vielleicht einen Abstecher ins nahegelegene Auenland...

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Ihr wart bestimmt alle schon mal im Wald spazieren, oder? Dann habt Ihr dort vielleicht einen Abstecher ins nahegelegene Auenland gemacht. Moment, nein, Quatsch mit Soße! Aber Ihr könntet tatsächlich schon einmal eine heute selten gewordene und besonders schützenswerte Waldgesellschaft gesehen haben. In solchen Waldstrukturen gelten oft andere Bewirtschaftungsmaßnahmen als bei einem klassischen Forstrevier. Welche das im Auwald sind und wie man damit umgehen kann, das wollen wir Euch heute näher bringen.  

Heute geht es um Auwälder in Naturwaldreservaten. Was dort so anders ist, erfahrt Ihr in diesem Artikel. Dafür nehmen wir Euch mit in das Forstamt Pfälzer Rheinauen und dort in eines der 60 Naturwaldreservate von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Genauer gesagt geht es mit dem örtlich zuständigen Revierförster Jürgen Render und Layla Gauly, Produktleiterin Waldnaturschutz Region Süd, in das Revier Modenbach. Zwischen Eschen, Ulmen und Eichen gibt es hier einiges zu sehen und ebenso zu koordinieren. Mit all seinen Herausforderungen heißen wir Euch herzlich willkommen in der Schönheit und Vielfalt der Rheinauen. 

Der Auwald entwickelt sich wenig beeinflusst durch den Menschen. Wir müssen also abwarten, wie die Natur hier mit dem Klimawandel umgehen wird.

Was macht einen Auwald aus? 

Ein Auwald liegt immer in Flussnähe. Seine Besonderheit ist, dass er regelmäßig überschwemmt wird. Hier meist 1-2 mal im Jahr. Das bedeutet für die Bäume, die in diesem Bereich wachsen, dass sie besonders gut an eine ungewöhnliche Situation angepasst sein müssen: Unterirdisches “Stauwasser” und zugleich oberirdisches Hochwasser. Zur Überschwemmungszeit herrscht im Boden ein Sauerstoffmangel, was normalerweise dazu führt, dass die Wurzeln nicht ausreichend versorgt werden können und absterben. Das Wasser versperrt dem Sauerstoff sozusagen den Weg zu den Wurzeln. Als Baum in Deutschland wird man selten mehrere Wochen oder gar bis zu 300 Tage im Jahr von Wasser überschwemmt. Die Silberweide ist in dieser Disziplin die Königin der Auen. Diese Besonderheiten und noch mehr Pflanzen- und Tierarten, die im Auwald zu finden sind, könnt Ihr in diesem Artikel nachlesen. 

Wusstest Du schon…?
Ein kleiner neuer Flussarm des Rheins fließt heute durch einen Teil des Pfälzer Auenwalds im Naturwaldreservat “Schwarzwald”. Vor rund 30 Jahren stand auch an diesem Ort Wald. Bei einem Hochwasser entwickelte der Rhein hier damals an einem ehemals schmalen Graben solch eine Kraft, dass er einen neuen Seitenarm bildete und in seinem Verlauf seitlich immer wieder Teile des Waldes wegschwemmte. Eine kleine Insel, die heute noch im Wasser zu sehen ist, ist Zeugin, dass an dieser Stelle mehr Wald gestanden haben muss. Wahnsinn, was Wasser für eine Gewalt haben kann! Dieses Beispiel zeigt, wie die Auendynamik die Landschaft ständig verändert: Waldflächen können verschwinden, während an anderer Stelle durch die Ablagerung von Sedimenten neue Flächen entstehen. Sedimente werden durch Wasser oder Wind transportiert und sind lose aufeinander liegende organische Stoffe wie Boden, Schlamm, Kies, Steine, etc., die sich mit der Zeit durch Druck verfestigen und so eine neue Grundlage bereiten.

Wer hat den Auwald hier am Oberrhein verändert? 

Zurück in die Pfalz. Der Rhein begleitet die Menschen schon seit jeher. Aber nicht immer war es ein friedliches Zusammenleben. Seit Menschengedenken gab es entlang des Rheins immer wieder verheerende Hochwasser mit Zerstörungen von Äckern und Dörfern. Auch die Krankheit Malaria, die durch Stechmücken verbreitet wird, war in den sumpfigen Gebieten weit etabliert. Man sagt, dass es im 17. und 18. Jahrhundert “mehr Malariatote als Kriegstote gab”, wie Jürgen Render erzählt. 

Es musste eine Lösung her, wie man solche schwerwiegenden Hochwässer eindämmen kann. Johann Gottfried Tulla war in Baden Leiter des Wasser- und Straßenbaus. Er ließ den bislang in großen Schlingen natürlich mäandrierenden Lauf des Rheins mithilfe von Durchstichen begradigen. Auf deutsch: Früher schlängelte sich der Fluss natürlich durch die Landschaft. Um Überschwemmungen eindämmen zu können, durchstach man diese Schlingen (= Mäander) an ihrer engsten Stelle, sodass das Wasser statt der natürlichen Kurve, direkt geradeaus strömte. Dadurch wurde die Fließgeschwindigkeit leicht erhöht und das Wasser konnte schneller dem Hauptstrom zugeführt werden. Man hat den Fluss anschließend zusätzlich durch seitliche Dämme an seiner Ausbreitung im Hochwasserfall gehindert. 

Was die damalige Flussbegradigung bewirkte

Die ursprünglich versumpften Flächen konnten nun als Äcker für die lebensnotwendige Ernährung der Bevölkerung gewonnen werden, der Fluss war besser beschiffbar und man schützte die Bevölkerung besser vor gefährlichen regelmäßigen Hochwassern. Durch die Trockenlegung wurde auch die Verbreitung von Krankheiten durch Stechmücken reduziert. Auch heute noch müssen in solch flussnahen Gebieten gezielt wirkende biologische Wirkstoffe ausgebracht werden, damit die angrenzenden Bewohner vor übermäßigen Stechmückenplagen geschützt sind. Alle diese Maßnahmen veränderten den angrenzenden Auwald und die Region am Oberrhein bis heute. Wenn Euch Hochwasserschutz im Wald interessiert, dann schaut doch mal hier rein. 

Wusstest Du schon…?
In den Pfälzer Rheinauen gibt es immer wieder merkwürdige Hügel und Gräben. Ihre Herkunft trägt Geschichte mit sich. Sogenannte “Schluten” sind ehemalige Wassergräben, mit denen der Rhein die Landschaft gestaltet hat. Doch auch Schützengräben und Schanzen wurden hier in Kriegszeiten an der ehemaligen deutsch-französischen Frontlinie errichtet und gestalten heute die Natur. Und sowieso hält das ein- bis zweimal im Jahr auftretende Hochwasser die Gegend in Bewegung. Wenn Ihr mehr Interesse an Geschichte im Wald habt, dann guckt doch mal hier vorbei. Auch zu Bodendenkmälern haben wir einen Artikel. Den könnt Ihr hier finden.

Diese kleine Waldinsel ist das Überbleibsel eines größeren Waldstücks, welches vom Rhein mitgerissen wurde.

Viele Interessen auf kleiner Fläche

Im Auwald treffen, wie immer im Wald, viele Interessen aufeinander. Angler:innen und Erholungssuchende waren hier schon immer gerne an den Ufern, die sich durch den Auwald ziehen – auch bevor dieser als Naturwaldreservat ausgezeichnet wurde. In einem Naturwaldreservat wird weder Holz gefällt, noch Holz entnommen. Der Wald soll weitestgehend sich selbst überlassen werden und dient vorrangig der Forschung. Jagd muss allerdings auch stattfinden. Wildschweine fühlen sich zwar in den Auen sauwohl, mit übermäßiger Vermehrung richten sie allerdings auf der wasserabgewandten Seite des Deiches große Schäden in benachbarten Feldern an. Auch im Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) ist die Jagd dort sehr wichtig. Im Fokus stehen aber immer noch Prozessschutz und die Forschung. Angler:innen, Mountainbiker:innen, Erholungssuchende und Co dürfen das Gebiet nur auf wenigen offiziellen Wegen betreten. Das Verlassen der Wege ist nämlich verboten – ähnlich wie in klassischen Naturschutzgebieten deutschlandweit auch, denn… 

Wieso es für Euch in diesem Auwald schneller gefährlich wird

…..nicht zuletzt ist zu erwähnen, dass dieser Wald als Naturwaldreservat gefährlicher ist als andere, normal bewirtschaftete Wälder. Auenwälder sind sehr dynamisch, mit viel Totholz durch das Eschentriebsterben, die Ahorn-Rußrindenkrankheit oder auch wegen der alten Eichen, brüchigen Weiden und Pappeln. In einem Naturwaldreservat werden tote Äste und Bäume nicht entfernt. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit hier größer ist, dass Euch vor allem bei Sturm ein Ast auf den Kopf fallen kann oder gar ein Baum vor der Nase umkippt – im Naturwaldreservat gilt der Vorrang eben der Natur. Mehr zur sogenannten Verkehrssicherheit in Wäldern, könnt Ihr mehr in diesem Artikel lesen. In anderen voll bewirtschafteten Wäldern werden oft kleine Biotop- oder Habitatbaumgruppen ausgewiesen, um Naturschutz und Forstwirtschaft auf gleicher Fläche zu vereinen. Hier wird also kleinflächig Naturschutz integriert. 

Im Auwald hingegen wird die Natur ganzflächig unter Schutz gestellt. Zum Beispiel wurden im Auwald des Forstamtes Pfälzer Rheinauen, im Staatswald entlang des Rheins, rund 900 Hektar Wald als Naturwaldreservate ausgewiesen und unter Schutz gestellt. In diesen Flächen haben natürliche Prozesse sowie Pflanzen, Tiere und Wasser Vorrang. Doch ganz muss man auf diese besonderen Waldstrukturen nicht verzichten. Ein Besuch auf ausgewiesenen Wegen im Naturwaldreservat ist in jedem Fall möglich und empfehlenswert! Nur besser nicht bei starkem Wind oder Überflutung.

Treibholz erobert den Rhein?

Dieser Damm wird sich auf kurz- oder langfristige Sicht lösen. Das Holz darf nicht in den Hauptfluss mit Schiffsverkehr gelangen.

Eine weitere Herausforderung für eine im Prozessschutz liegende Waldfläche am Wasser ist das Treibholz. Dies hat allerdings nichts mit der Trift bei der historischen Flößerei zu tun. Im Auwald der Rheinauen kommt das Totholz durch die Überschwemmungen als “Treibholz” in Bewegung. Immer wieder lagern sich alte Holzstämme, Äste und Laub im Flussarm an. Denn die Natur schläft nie und so kann es nach einem langen Regentag, einem umgefallenem Baum oder einer weiteren unterspülten Uferkante eine Veränderung in der Natur geben.

Es kann passieren, dass sich festgesetztes Treibholz löst und den Flussarm weiter hinabtreibt. Das Treibholz sollte allerdings nicht in den Hauptstrom gelangen, denn hier beginnt der Schiffsverkehr. “Bereits ab geringen Durchmessern können Stämme und Äste eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen”, erklären Jürgen Render und Layla Gauly. Wie die Lösung ausschaut? Das wird sich noch herausstellen. Den Flussarm 24/7 beobachten, um loses Treibholz herauszusuchen, wird wohl kaum möglich sein. Drohnen könnten diese Überwachung vielleicht übernehmen. Oder man setzt ein großes Gitter ans Ende des Flussarms, um das Holz aufzufangen? Doch bei Überschwemmung würde auch dieses zu tief liegen. Offene Fragen und Zuständigkeiten, die es zu klären gilt. Doch genau “dieser ständige Wandel macht die Aufgaben und Herausforderungen im Auwald so vielfältig und interessant”, beschreiben Jürgen Render und Layla Gauly. 

Wie sieht der Wald in 100 Jahren aus?

Eine Frage, die sich Förster:innen ständig stellen und dementsprechend den Wald bewirtschaften. Und genauso ist diese Frage auch in den Pfälzer Rheinauen präsent. Denn eines ist klar: Auch hier wird der Klimawandel keinen Halt machen. Und die Esche ist bereits an vielen Orten durch das Eschentriebsterben stark reduziert worden. Auch die Ulme gibt es in Deutschland nur noch selten, da auch sie Opfer eines eingeschleppten Pilzes geworden ist. Häufiger auftretende Trockenheit und invasive Arten, also Arten, die einheimische Arten verdrängen, machen auch vor dem Auwald nicht halt.

Diese Esche ist am Absterben, was man an ihrer lichten Krone erkennen kann. Sie ist eigentlich Spezialistin im Auwald. In Zukunft wird sie von der Natur durch andere Baumarten ersetzt werden.

Doch gibt es Hoffnung in anderen Baumarten wie der Eiche, dem Feldahorn und womöglich der Schwarznuss? Diese Baumarten können zumindest gut mit einem wärmeren Klima umgehen und bilden eine kräftige Pfahlwurzel bzw. der Feldahorn ein großes Herzwurzelsystem aus. Damit erreichen sie tiefere Wasserschichten und können sich stabiler in der Erde verankern. Doch welche Kombination aus Wurzelsystem, Hitze- und Überschwemmungsverträglichkeit und natürliches Verbreitungsgebiet der Baumart es am Ende machen wird, kann keiner so genau vorhersagen. Jürgen Render rät: “Der Natur vertrauen.” 

Warum nicht einfach neue, klimaresilientere Baumarten nachpflanzen?

Ganz einfach! Weil das dem Grundsatz eines Naturwaldreservats widerspricht. Die Natur wird hier in Ruhe gelassen. Das betrifft sowohl die Holzentnahme, als auch das Einbringen neuer Arten. Die Forschung beobachtet, welche Arten sich neu ansiedeln und welche mit der Zeit verschwinden – ohne Einwirken des Menschen. Naturwaldreservate bieten damit die Möglichkeit, die natürliche bzw. ungelenkte Entwicklung von Wäldern zu beobachten und besser zu verstehen. Und letztlich die Erkenntnisse daraus wieder in die Gestaltung der bewirtschafteten Wälder künftig einfließen zu lassen.

Im Großen und Ganzen

Rückblickend wurde der Auwald immer wieder sowohl von Mensch, als auch von Natur verändert. Johann Gottfried Tulla begradigte im 19. Jahrhundert den Rhein und sorgte damit für bessere Lebensumstände der angrenzenden Gemeinden. Anschließende, weitere Begradigungen an seinen vielen Zuflüssen, oft im Zuge von Flurbereinigungsverfahren, sorgen heute allerdings für Diskussion, da durch sie das Wasser erheblich schneller fließt und damit in der heutigen Zeit Hochwasser fördert. Das Ziel ist heute nicht mehr die Entwässerung, sondern Wasserrückhalt zu fördern. Der Rhein, viele verschiedene Interessen und natürlich der Klimawandel halten die Revierleiter:innen vor Ort auf Trab. Doch gerade weil niemand weiß, wie sich der Wald entwickeln wird, bleibt das Naturwaldreservat Auwald spannend. Vielleicht macht Euch das ja auch neugierig auf das, was kommt!

Quellen:

Exkursion im Fach ,,Waldbaugrundlagen” bei Prof. Dr. Steffi Heinrichs; Vortrag und Führung von Jürgen Render und Layla Gauly (Landesforsten Rheinland-Pfalz)

Dr. Karl-Heinz Debacher: Vater Rhein – Ein anstrengender Nachbar. Online verfügbar unter https://www.naturzentrum-rheinauen.eu/natur/taubergiessen/geschichte, zuletzt geprüft am 07.06.2026.

Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten (Hg.): Naturwaldreservate. Online verfügbar unter https://www.wald.rlp.de/bewahren/naturschutz-im-wald/naturwaldreservate, zuletzt geprüft am 07.06.2026.

Rüdiger, M.; Jochen, S.: Stromregulierung des Oberrheins. Online verfügbar unter https://archiv.nationalatlas.de/wp-content/art_pdf/Band2_92-93_archiv.pdf, zuletzt geprüft am 07.06.2024.

Steffi, O.; Matthias von Hellfeld (2024): Als der Rhein über die Ufer stürzte. Hg. v. Deutschlandfunk Nova. Online verfügbar unter https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/jahrtausendhochwasser-als-der-rhein-ueber-die-ufer-stuerzte, zuletzt geprüft am 07.06.2026.

Wolfgang Falk, Tobias Mette, Marc Kühnbach, Markus Engel, Lisa Kaule (2023): Zukunftsfähig? 27 seltene und alternative Baumarten unter der Lupe. Hg. v. Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Online verfügbar unter https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/forstliche-planung/seltene-und-alternative-baumarten-unter-der-lupe, zuletzt geprüft am 07.06.2026.

https://www.kabsev.de/ , Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V., zuletzt geprüft am 14.07.2026

https://www.buergerundstaat.de/2_00/rhein.pdf#page=10 , Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg Seite 1-16, zuletzt geprüft am 17.07.2026

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WMADWR #40 – Auswilderung eines Wildtieres https://forsterklaert.de/wmadwr40gartenschlaefer https://forsterklaert.de/wmadwr40gartenschlaefer#respond Sun, 27 Sep 2026 08:37:54 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6940 Felix und Jan haben die Forst erklärt Podcast Folge mit dem schönsten Ausblick aller Zeiten aufgenommen. Mit Blick über das...

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Felix und Jan haben die Forst erklärt Podcast Folge mit dem schönsten Ausblick aller Zeiten aufgenommen. Mit Blick über das Schiefergebirge in Thüringen sprechen sie mit Anita Giermann vom BUND Thüringen über den Gartenschläfer. Der beste Freund vom Siebenschläfer ist in Thüringen und anderen Teilen Deutschlands vom Aussterben bedroht. Nun gibt es aber eine gute aber auch eine schockierende Nachricht, wie wir erfahren mussten.

Die gute Nachricht: Der BUND Thüringen hat ein Wiederansiedlungsprojekt ins Leben gerufen, um den Gartenschläfer im Thüringer Wald anzusiedeln. Dazu sollen trächtige Weibchen aus dem Schiefergebirge entnommen und die Jungtiere im Thüringer Wald ausgewildert werden. Die Waldgebiete sind zwar nur 50 km voneinander entfernt, aber scheinbar 49,5 km zu viel für den Gartenschläfer. Felix der Faulpelz kann da gut relaten. 

Nun die schockierende Nachricht: Unsere Vorfahren erschweren das Ganze, denn persistente Umweltgifte wie DDT aus den 70-Jahren lassen noch heute viele Gartenschläfer verenden. Und dagegen kann man leider wenig machen. Aber dazu mehr im Podcast.

Und als die Laune wieder besser war, gab Jan noch einen seiner lustigsten Witze über den Tisch an dem wir saßen zum Besten: Oh schaut mal ein Schiefer-Tisch. Haben die hier keine geraden Tische? Naja… der Podcast hat hoffentlich mehr Inhalt als das hier… Viel Spaß beim Zulauschen.

Und hier findet Ihr einmal die Machbarkeitsstudie: https://www.bund-thueringen.de/fileadmin/thueringen/Tiere_und_Pflanzen/Gartenschlaefer/Machbarkeitsstudie-Gartenschlaefer-Thueringen-WEB.pdf

Hier unser Video zu Trittsteinen:

Hier die Meldestelle falls Ihr mal einen Gartenschläfer entdeckt:

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Mammutbäume: Bäume der Superlative https://forsterklaert.de/mammutbaeume https://forsterklaert.de/mammutbaeume#respond Sun, 20 Sep 2026 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6893 Wer bei uns im Wald die dicken, alten Bäume besonders schön findet, sollte sich jetzt lieber warm anziehen. Heute werfen...

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Wer bei uns im Wald die dicken, alten Bäume besonders schön findet, sollte sich jetzt lieber warm anziehen. Heute werfen wir nämlich einen Blick auf zwei Baumarten, die im westlichen Teil der Vereinigten Staaten von Amerika heimisch sind. Die USA sind vor allem für eins bekannt: Alles ist größer als bei uns! Nicht nur die Hochhäuser, Autos und Tetrapacks, sondern auch einige Baumarten. Heute geht es um Mammutbäume. Alles was Ihr braucht, um diese Arten sicher zu erkennen, Baumarten, mit denen man sie verwechseln kann und viele interessante Infos bekommt Ihr in diesem Artikel. 

Das ist der Stamm eines Riesenmammutbaums (Sequoiadendron giganteum) aus einem botanischen Garten in Deutschland. Obwohl die Exemplare bei uns wesentlich kleiner sind als in den USA, sind sie im Vergleich zu unseren heimischen Baumarten sehr eindrucksvoll. 

Mehrere Mammutbaumarten?!?

Wenn wir von „Mammutbäumen“ sprechen, sind meist zwei Arten gemeint: der Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) und der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens). Was dem Namen nach wie Geschwister klingt, lässt sich zum Glück einfach auseinanderhalten. Wichtig ist auch, dass Ihr nicht unbedingt nach Kalifornien reisen müsst! Mammutbäume sind nämlich mittlerweile in vielen unserer Parkanlagen zu finden – wenn auch nicht ganz so imposant, wie auf der anderen Seite des Atlantiks. 

Und wir wären ja nicht Forst erklärt, wenn wir Euch nicht auch noch von einer weiteren Art, mit der man diese beiden Mammutbaumarten verwechseln kann, vorstellen würden.

Bestimmung: Woran erkennt man Mammutbäume?

Die Rinde (Borke) der beiden Mammutbaumarten sieht sehr ähnlich aus. Aber dafür hat schon eine der beiden mehrere Arten an Nadeln. Die Küstenmammutbäume haben nämlich zwei Formen. Weiter unten finden sich einfache Nadeln, wie man sie auch von Tannenbäumen kennt. Weiter oben in der Baumkrone, finden sich schuppenartigere, derbere, kürzere Formen von Nadeln. Der Baum baut seine Krone also nicht überall gleich, sondern passt seine Blätter an die Bedingungen in der jeweiligen Höhe an. Botanisch spricht man hier von einer höhenabhängigen Veränderung der Blatt- und Sprossform. 

Das Bild zeigt die benadelten Seitentriebe des Küstenmammutbaums (Sequoia sempervirens). Die Nadeln sind am Spross grundsätzlich spiralig angeordnet, erscheinen an den flachen Seitentrieben jedoch durch ihre Drehung zweizeilig bis kammförmig. Sie sind flach und laufen in eine deutlich spitze Spitze aus. Die Nadeln sitzen nicht an einem ausgeprägten Stiel, sondern besitzen eine herablaufende Blattbasis. Die Oberseite ist kräftig dunkelgrün und ebenfalls mit feinen Linien an Spaltöffnungen (Stomata) bedeckt, während die Unterseite heller wirkt und zwei weißliche Stomatabänder mit zahlreichen Stomata trägt.

Möglich ist es, dass die Baumkronen der Mammutbäume schon so hoch oben am Baum sitzen, dass Ihr gar nicht in den Genuss kommt, die Nadeln richtig ansehen zu können. Orientieren könnt Ihr Euch natürlich auch an der Nadelstreu, die Ihr auf dem Boden findet. 

Mammutbäume an den Nadeln erkennen

Bleiben wir für die Bestimmung noch beim Küstenmammutbaum. Verwechseln könnte man diese Art von den Nadeln her mit einer Eibe (Taxus baccata). Die Nadeln beider Arten sind von oben matt dunkelgrün und laufen spitz zu. Es lohnt sich aber ein Blick auf die Unterseite der Nadeln. Anders als bei der Eibe, deren Nadelunterseite matt-hellgrün sein kann, ist die Unterseite der Nadeln des Küstenmammutbaums weißlich mit zwei weißen Streifen.

Links im Bild zu sehen ist ein Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides). Charakteristisch ist hier, dass die einzelnen Nadelkurztriebe sich immer gegenüberliegen. Botanisch spricht man in diesem Fall von Gegenständigkeit. Im Winter werden die gesamten Kurztriebe abgeworfen. Übrig bleiben dann nur die gegenständigen Knospen. In der Mitte findet sich ein Küstenmammutbaum. Im Vergleich fällt direkt auf, dass hier keine Gegenständigkeit vorliegt. Leichter mit dem Küstenmammutbaum zu verwechseln ist die Eibe (Taxus baccata), die sich rechts im Bild befindet. Eine Eibe lässt sich gut von einem Küstenmammutbaum unterscheiden, wenn man sich die Nadelunterseiten ansieht. Bei der Eibe ist die Unterseite matt grünlich, wohingegen sie beim Küstenmammutbaum zwei weiße Stomabänder aufweisen.

Die Nadeln von Riesenmammutbäumen sind ganz leicht zu erkennen. Sie haben nämlich nichts mit den Nadeln von Weihnachtsbäumen, die wir kennen, zu tun. Bei dieser speziellen Form von Nadeln, bzw. Schuppenblättern, sprechen Expert:innen von „pfriemförmigen Nadeln“.

Wusstest Du schon…?
Der Begriff „Pfriem“ stammt von einem alten Werkzeug ab, was an diese Form erinnert hat. Mit diesem spitzen Werkzeug hat man Löcher in Materialien wie Leder gestochen.

Zu sehen sind die pfriemförmigen Nadeln eines Riesenmammutbaums (Sequoiadendron giganteum) und ein Zapfen dieser Art. Letztere sind sehr charakteristisch und wirklich gut zu erkennen.

Urweltmammutbäume – die angeheiratete Cousine 

Um die Verwirrung komplett zu machen, stellen wir Euch noch den Urweltmammutbaum vor. Diese Art wurde erst vor wenigen Jahrzehnten in einer ganz abgelegenen Region Chinas von Wissenschaftler:innen entdeckt und beschrieben. Urweltmammutbäume sehen hinsichtlich ihrer Borke ähnlich aus wie die beiden Mammutbaumarten, die wir jetzt kennen. Tatsächlich gehört der Urweltmammutbaum wissenschaftlich gesehen zur selben Unterfamilie wie der Riesen- und der Küstenmammutbaum. Der wissenschaftliche Name Metasequoia glyptostroboides lässt diese Verwandtschaft eventuell bereits an der Gattung “Metasequoia” erahnen. Auf den ersten Blick haben viele Forststudis Probleme beim Auseinanderhalten dieser ähnlichen Arten. Dabei ist es ganz einfach. Urweltmammutbäume bekommen im Winter rotbraune Nadeln, die sie abwerfen. Super bestimmen lässt sich diese Art, indem man sich die Knospen anschaut. Die sind immer gegenständig – also liegen auf beiden Seiten eines Zweiges direkt gegenüber. Riesen- und Küstenmammutbäume sind immergrün und werfen ihre Nadeln nicht jährlich ab.

Der Heimatort des Riesenmammutbaums

Das natürliche Areal des Riesenmammutbaums liegt im Landesinneren Kaliforniens in montanen Gebirgslagen. Natürlicherweise wachsen Riesenmammutbäume nicht als „Monokultur“, in der man den Wald vor lauter Mammutbäumen nicht mehr sehen kann. Stattdessen kommen sie in Mischwäldern mit vielen anderen Nadelbaumarten und auch einer Eichenart vor. Die Böden, also die Standorte, auf denen diese Mischwälder wachsen sind eher trocken. Im Sommer weisen die Böden aber trotzdem noch ausreichend viel Feuchtigkeit zum Überleben auf.

Ökologisch gesehen wächst die Art in einem sehr speziellen Fenster. An ihrem Heimatort herrschen kalte, schneereiche Winter und trockene Sommer vor. Riesenmammutbäume sind damit ein Relikt feuchterer Klimaperioden, das heute nur noch in wenigen, oft inselartig verteilten Gebirgsbeständen überlebt. Ganz anders handhaben es die Küstenmammutbäume.

Wusstest Du schon…?
Mammutbäume haben eine ganz besondere Beziehung zu Feuer. Anders als wir es von den meisten Bäumen in unseren heimischen Wäldern kennen, sind sie nämlich ziemlich feuerresistent und können sogar von einem Waldbrand profitieren. Man nennt sie daher auch Pyrophyten – und dazu haben wir Euch auch schon einen ganzen Artikel geschrieben.

Küstenmammutbäume verstecken sich im Nebel 

Der Küstenmammutbaum, auch Coast Redwood genannt, unterscheidet sich ökologisch deutlich vom Riesenmammutbaum. Beim Küstenmammutbaum handelt es sich um eine Art der kühlen, feuchten Pazifikküste. Sein natürliches Areal zieht sich als schmaler Streifen von Südwest-Oregon bis in zur Mitte Kaliforniens. Die Wälder liegen in einer Region mit milden Temperaturen, feuchten, regnerischen Wintern und trockeneren Sommern. Letztere sind allerdings durch Nebel geprägt. Dieser Nebel wirkt ganz entscheidend beim Vorkommen der Art mit. Er reduziert nämlich unter anderem die Verdunstung der Bäume, womit sie wassersparend durch den Sommer kommen. Deshalb wächst die Art fast nur im „Küstennebelgürtel“ oder weiter landeinwärts an besonders feuchten Sonderstandorten.

Wusstest Du schon…?
Nur weil Bäume Wasser durch kleine Öffnungen in ihren Blättern oder Nadeln verdunsten, können sie auch neues Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Man kann sich das vorstellen, wie bei einem Strohhalm, in dem das Wasser nach oben gesogen werden muss. Dabei ist es aber die Atmosphäre, die das Wasser nach oben saugt. Wenn die Umgebungsluft der Bäume heiß und trocken ist, dann saugt sie mehr Wasser an und die Bäume verdunsten mehr Wasser. Ist die Umgebungsluft bereits sehr feucht, wie beispielsweise bei Nebel, dann verdunsten Bäume weniger Wasser, was im Sommer durchaus Vorteile haben kann. Den Prozess des Verdunstens nennt man übrigens auch “Transpiration”.

Vermehrung ohne Bienchen und Blümchen

Spannend ist auch, dass Küstenmammutbäume zwar Nachwuchs über Zapfen mit darin enthaltenen Samen produzieren, aber auch vegetative Vermehrung betreiben können. Dabei treiben aus verborgenen Knospen des Wurzelhalses beispielsweise nach Verletzungen neue Triebe aus. Daraus können neue Baumindividuen entstehen, die komplette Klone des Ursprungsbaums sind. Für die Küstenmammutbäume ist es typisch, dass sie dadurch in Kreisformationen wachsen. Diese werden „Fairy rings“ genannt. 

Ein Blick in die Baumkronen aus dem Inneren eines “Fairy rings”. Es ist nicht genau klar, woher der Name stammt. Man kann sich aber gut vorstellen, dass diese Baumformationen das Material von Märchengeschichten sein können.

Die Spitzenreiter unter den Mammutbäumen

Ohne nach einer Boulevardpresse klingen zu wollen, lässt sich trotzdem zweifelsfrei sagen, dass unter den Bäumen die Mammutbäume den Längsten und den Dicksten aufweisen. 

Unter den Riesenmammutbäumen (Sequoiadendron giganteum) gibt es ein Exemplar mit dem Namen „General Sherman“. Trotz seiner stattlichen Höhe ist in diesem Fall das erstaunliche die „Dicke“. General Sherman hat einen Umfang von 31,1 Metern. Es braucht also etwa 20 Menschen, um diesem Baum eine Umarmung geben zu können. Um Euch noch eine bessere Vorstellung davon zu geben, wie viel das eigentlich ist: Würde man diesen Baum fällen, dann könnte man fast 11 Autos auf dem hinterbliebenen Baumstumpf parken. Auch eine Wohnung von ca. 96 qm würde Platz auf diesem Baumstumpf finden. Sein Volumen ist nicht das Ergebnis eines schnellen Wachstumsschubs, sondern einer langen Phase des Überlebens. Der Baum wird auf ein Alter von 2200 Jahren geschätzt.

Wusstest Du schon…?
Forstleute sind immer an der Dicke eines Baums interessiert, weil sie darüber das im Baum enthaltene Holzvolumen errechnen können. Dafür nimmt man an, dass der Baum die mathematische Form einer Walze hat, die sich nach oben hin verjüngt. Das kann man dann recht einfach berechnen, sobald man mit speziellen Maßbändern die Dicke eines Baums auf der genormten Höhe von 1,3 Metern gemessen hat.

Der höchste lebende Baum der Welt

Die bekannteste Vertreterin unter den Küstenmammutbäumen (Sequoia sempervirens) wird Hyperion genannt. Im Vergleich zu General Sherman handelt es sich hierbei um ein sehr schlankes Exemplar. Dieser Baum gilt allerdings mit 116,07 Metern als höchster lebender Baum der Welt. Damit ist dieses Bäumchen höher als so mancher Wolkenkratzer der Frankfurter Skyline. 

In Zeiten des Burj Khalifa (829,8 Meter) klingt das nach nicht viel. Wir reden hier aber nicht von einem Bauwerk aus Stahl, sondern von einem Meisterwerk der Natur. Wer schon mal versucht hat, einen Sangria durch einen 1 Meter langen Strohhalm zu trinken, könnte bemerkt haben, dass man hier bereits mehr arbeiten muss als bei einem gewöhnlichen Strohhalm. Wer versucht, auf einem 10 Meter-Turm zu stehen und besagtes Getränk nach oben zu transportieren, wird scheitern. Hyperion transportiert das Wasser allerdings fast 12 Zehnmetertürme hoch. Wie Bäume sowas im Detail machen, erfahrt Ihr bald in unserem Artikel „Wassertransport in Bäumen“. 

Eine Visualisierung zum besseren Verständnis der Größenverhältnisse der beiden angesprochenen Exemplare der Arten Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) (General Sherman) und Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) (Hyperion).

Über Mammutbäume hinaus

Wir hoffen, dass Euch dieser Artikel gefallen hat und möchten Euch abschließend ein paar ganz heiße Empfehlungen machen. Um direkt beim Thema Mammutbäume zu bleiben, könnt Ihr gerne in unserem Pyrophyten-Artikel noch tiefer in die Resistenz gegenüber Waldbränden am Beispiel der Riesenmammutbäume eintauchen. Abseits der Mammutbäume lohnt es sich wirklich, sich auch unseren Artikel über Linden genauer anzuschauen, da diese Baumarten auch ziemlich gut mit Trockenheit und Hitze, wie man sie nur in Städten finden kann, zurechtkommen können. Für Alle, die dann immer noch nicht gesättigt sind, möchten wir noch unseren Artikel: “Wald im Klimawandel – Day after Tomorrow” empfehlen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, vor welchen Herausforderungen Wälder im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen.

Quellen:

Barbour, M. G., Lydon, S., Borchert, M., Popper, M., Whitworth, V., & Evarts, J. (2001). Coast redwood: A natural and cultural history. Cachuma Press.

Bentrup, F.-W. (2016). Water ascent in trees and lianas: The cohesion-tension theory revisited in the wake of Otto Renner. Journal of Plant Physiology. 

Brodersen, C. R., McElrone, A. J., Choat, B., Lee, E. F., Shackel, K. A., & Matthews, M. A. (2013). In vivo visualizations of drought-induced embolism spread in Vitis vinifera. Plant Physiology. 

Dörken, V. M., & Dörken, E. (2011). Mammutbäume. Der Palmengarten, 74(2), 142–148. doi:10.21248/palmengarten.412. 

Douhovnikoff, V., & Dodd, R. S. (2007). Clonal spread in second growth stands of coast redwood, Sequoia sempervirens. In R. B. Standiford, G. Giusti, Y. Valachovic, W. J. Zielinski, & M. Furniss (Eds.), Proceedings of the Redwood Region Forest Science Symposium: What does the future hold? (Gen. Tech. Rep. PSW-GTR-194, pp. 65–72). U.S. Department of Agriculture, Forest Service, Pacific Southwest Research Station.

Guinness World Records. (n.d.). Tallest tree living. 

Koch, G. W., Sillett, S. C., Jennings, G. M., & Davis, S. D. (2004). The limits to tree height. Nature, 428, 851–854. doi:10.1038/nature02417. 

Weatherspoon, C. P. (1990). Sequoiadendron giganteum (Lindl.) Buchholz: Giant sequoia. In R. M. Burns & B. H. Honkala (Eds.), Silvics of North America: Volume 1. Conifers (Agriculture Handbook 654). U.S. Department of Agriculture, Forest Service.

Liesebach, M., & Rieckmann, C. (2021). Mammutbäume – eine Option im Klimawandel für die Forstwirtschaft in Deutschland? Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, 106, 93–107. 

National Park Service. (n.d.). Coast redwood. U.S. Department of the Interior. 

National Park Service. (n.d.). Exploring giant sequoia groves. U.S. Department of the Interior. 

National Park Service. (n.d.). General Sherman Tree. U.S. Department of the Interior. 

National Park Service. (n.d.). Giant sequoias. U.S. Department of the Interior. 

National Park Service. (n.d.). The largest trees in the world. U.S. Department of the Interior. 

Olson, D. F., Jr., Roy, D. F., & Walters, G. A. (1990). Sequoia sempervirens (D. Don) Endl.: Redwood. In R. M. Burns & B. H. Honkala (Eds.), Silvics of North America: Volume 1. Conifers (Agriculture Handbook 654). U.S. Department of Agriculture, Forest Service. 

Steudle, E. (2001). The cohesion-tension mechanism and the acquisition of water by plant roots. Annual Review of Plant Physiology and Plant Molecular Biology, 52, 847–875. 

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Die Hainbuche – Dienerin mit Aufstiegschancen?  https://forsterklaert.de/hainbuche https://forsterklaert.de/hainbuche#respond Sun, 13 Sep 2026 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6890 Hainbuche, Weißbuche oder Hagebuche – ein Baum, viele Namen! Auf den ersten Blick wirkt die Hainbuche eher unscheinbar. Doch hinter...

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Hainbuche, Weißbuche oder Hagebuche – ein Baum, viele Namen! Auf den ersten Blick wirkt die Hainbuche eher unscheinbar. Doch hinter ihr verbirgt sich eine Baumart, die angesichts des Klimawandels immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. In diesem Artikel erfahrt Ihr, warum das so ist, was es mit den vielen Namen auf sich hat und weshalb wir von ihr als Dienerin sprechen! 

Eine Besonderheit der Hainbuche: sie wächst oft mehrstämmig.

Merkmale der Hainbuche 

Die Hainbuche (Carpinus betulus) ist flächendeckend in Deutschland verbreitet. Die eher unscheinbare Baumart, die nur etwa 1,2 % der gesamten Waldfläche in Deutschland ausmacht, kommt vor allem in den hügeligen Landschaften des Tieflandes und dem Mittelgebirge vor. Häufig wird die Hainbuche mit der bei uns ebenfalls heimischen Rotbuche (Fagus sylvatica) verwechselt. Dabei sind die beiden nicht mal im Entferntesten miteinander verwandt! Während die Rotbuche zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) gehört, ist die Hainbuche Bestandteil der Birkengewächse (Betulaceae) und damit näher mit der Birke als mit der Buche verwandt. 

Damit Ihr die beiden beim nächsten Waldspaziergang besser auseinanderhalten könnt, zeigen wir Euch hier, wie man Rotbuche und Hainbuche gut voneinander unterscheiden kann. Das einfachste Merkmal, an dem man die beiden Baumarten auseinanderhalten kann, sind die Blätter. Zwar ähneln sich diese in ihrem Aussehen, jedoch hat die Rotbuche ganzrandige Blätter, während die Hainbuche doppelt gesägte Blattränder hat. Ganzrandige Blätter sind völlig glatt und haben keine Einschnitte, während gesägte Blätter spitze Vorsprünge und Einschnitte haben. Bei doppelt oder mehrfach gesägten Blättern wechseln sich große Zähne mit kleineren ab. Zudem weisen die Blätter von der Hainbuche mehr Struktur auf als die der Rotbuche. Während die Blätter der Rotbuche glatt sind, haben die der Hainbuche tiefe, sichtbare Blattadern.

Dieser Stamm ist nicht rund

Man kann Rotbuche und Hainbuche auch anhand ihrer Wuchsform unterscheiden. Während die Rotbuche meistens gerade in die Höhe wächst und einen runden Stamm hat, wächst die Hainbuche gerne spannrückig. “Häh?“, fragt Ihr Euch jetzt vielleicht. Spannrückigkeit bedeutet bei Bäumen, dass sie keinen kreisrunden, sondern einen unregelmäßigen Querschnitt besitzen. Dieser ist durch tiefe Furchen und Wülste gekennzeichnet. Zudem behält die Hainbuche in der Regel kleinere Dimensionen und wird nicht so groß wie die Rotbuche. Daneben wächst die Hainbuche deutlich unregelmäßiger. Häufig auch in mehreren Stämmen. 

Wusstest Du schon…?
…dass das Adjektiv “hanebuechen” von der Hainbuche kommt? Dies ist eine ältere Bezeichnung für derb, knorrig und grob, angelehnt an das Aussehen der Hainbuche. 

Waldbauliche Bedeutung der Hainbuche 

Wie der prozentuale Anteil der Hainbuche an der Gesamtbewaldung Deutschlands vermuten lässt, spielt die Hainbuche nicht die allergrösste waldbauliche Rolle. Sie übernimmt nur in Ausnahmefällen die Funktion als Hauptbaumart, also der Baumart, die in einem Waldstück am häufigsten vertreten und vorherrschend ist. 

Aber nur weil sie selten die Hauptbaumart ist, muss sie noch lange nicht die Dienerin sein, von der wir im Titel sprechen, oder? Gehen wir dem auf den Grund, warum sie aber oftmals als solche bezeichnet wird! Häufig wird von ihr als “dienende Baumart“ gesprochen, da sie gerne in Eichenwäldern zur Schaftreinigung und Bodenpflege genutzt wird. Wenn Förster:innen von Schaftreinigung oder Astreinigung sprechen, dann beziehen sie sich in diesem Fall auf die beschattende Eigenschaft einer Baumart. Kommt die Hainbuche beispielsweise zusammen mit Eichen vor, ist die Eiche in der Regel die vorherrschende Baumart, während die Hainbuche im Unterstand, also quasi ein Stockwerk tiefer, vorkommt. Dadurch, dass die Hainbuche nicht so hoch wird wie die Eiche, hat sie eine beschattende Wirkung auf den Stamm der Eiche. Das sorgt dafür, dass sekundäre Zweige am Eichenstamm absterben. Sekundäre Äste können entstehen, wenn der Baum unter Stress gerät.

Sie spielt in der Holzproduktion keine Rolle, dient ihr aber

Stellt Euch vor, es fegt ein gewaltiger Sturm durch den Wald und reißt einen großen Teil einer Eichenkrone zu Boden. Die Krone ist quasi der Motor eines Baumes, also der Ort, wo Photosynthese betrieben wird und der Baum somit mit Nährstoffen versorgt wird. Jetzt fehlt ihr ein Teil des Motors. Um das auszugleichen, können sich am Stamm sogenannte sekundäre Äste bilden. Die Krone braucht viele gesunde Zweige, die durch Photosynthese das Wachstum des Baumes ermöglichen. Doch aus Sicht der Holzproduktion sind Äste am Stamm unerwünscht. Insbesondere bei Eichen gilt: Je astärmer der Stamm, desto hochwertiger ist das daraus gewonnene Schnittholz, beispielsweise für Furniere. Die Hainbuche selbst spielt zwar in der Holzproduktion eine sehr untergeordnete Rolle, ist aber für die Holzproduktion anderer wertvoller Baumarten wie eben der Eiche wichtig. Eine stille Dienerin also! 

Auf diesem Foto wird die “dienende” Funktion deutlich. Ihr seht einen Eichenbestand mit unterständigen Hainbuchen, was bedeutet, dass die Hainbuchen kleiner sind als die Eichen. Sie beschatten den Stamm der Eiche, wodurch keine Äste am Stamm wachsen und das Holz dadurch qualitativ hochwertiger wird. 

Die Härteste in ganz Europa?   

Kommen wir nun zu den vielen Namen der Hainbuche und zu dem, was es mit diesen auf sich hat. Zu Beginn haben wir Euch ja bereits erläutert, dass die Hainbuche eigentlich gar keine richtige Buche ist und näher mit der Birke als mit unserer Rotbuche verwandt ist. Woher kommt dann also der Name? Handelt es sich hier um einen Fall wie bei der Erdbeere, die botanisch gesehen gar keine Beere ist? So ähnlich! 

Tatsächlich beruht der zweite Namensteil auf der optischen Ähnlichkeit mit der Rotbuche. Der Name Weißbuche hingegen spielt auf die Holzfärbung an. Hainbuchen haben sehr helles Holz, das vor allem eine hohe Dichte aufweist und extrem hart ist, weshalb es oftmals in Werkzeugteilen, für Hobelbänke, als Keilholz oder in Spielzeugen verbaut ist. Historisch wurde es vor allem in der Wagnerei und für den Bau von Mühl- und Zahnrädern verwendet. Der Name Hagebuche hingegen leitet sich vom althochdeutschen “Haganbuoche” ab, wobei “hag” Einzäunung oder Hecke bedeutet und sich auf die gute Eignung der Hainbuche als Heckenpflanze bezieht. Aufgrund ihrer Schnittfähigkeit und weil die braunen Blätter im Herbst lange an den Zweigen hängen bleiben, bietet sie langen Sichtschutz. Sie ist auch aus Biotopschutzgründen eine gute Heckenpflanze, da sie optimale Brut- und Nahrungsbedingungen für viele Heckenbrüter bietet. Ein unscheinbares, aber echtes Multitalent! 

Wusstest Du schon…?
…dass die Hainbuche eine der härtesten einheimischen Laubholzarten ist? Es ist so hart, dass ihr Holz beispielsweise für die Herstellung von Klavierschlegeln genutzt wird, welche die Töne beim Klavierspielen erzeugen. Zudem hat es auch einen ausgezeichneten Brennwert, allerdings macht das Spalten von Hainbuchenholz aufgrund der Härte mal so gar keinen Spaß! 

Gewinnerin im Klimawandel?   

Wenn Ihr Euch ein bisschen mit den Baumarten auskennt, wisst Ihr vielleicht schon, dass die Hainbuche als eine der Hoffnungsträgerinnen im Klimawandel gehandelt wird. Häufig wird in Bezug auf den Klimawandel mit ausländischen Baumarten experimentiert, die bereits jetzt in Klimaten vorkommen, in denen es deutlich wärmer ist als bei uns. Allerdings lässt sich bei diesen Baumarten nur schwer vorhersagen, ob sie tatsächlich an die Standortgegebenheiten in unseren Breiten angepasst sind. Denn es geht nicht nur um Klimafaktoren wie Temperatur und Niederschlag.

Auch das Bodensubstrat, die Höhenlage und weitere Standortfaktoren entscheiden darüber, ob sich eine Baumart bei uns wohlfühlt. Zudem besteht immer die Gefahr, dass, wenn man eine fremdländische Baumart einführt, diese Probleme mit sich bringen kann. So können eingeführte Arten potenziell invasiv sein und heimische Arten verdrängen, was wir natürlich vermeiden wollen. Aus diesen Gründen ist es lohnenswert, sich unter den heimischen Baumarten umzuschauen. Vielleicht gibt es ja eine heimische Art, die besser mit den sich ändernden Klimabedingungen zurechtkommt? 

Hat die Hainbuche Aufstiegschancen?

Genau so eine Baumart könnte die Hainbuche sein! Aufgrund ihres intensiven Herzwurzelsystems mit hoher Wurzelenergie kann sie sich gut im Boden verankern und ist besonders sturmstabil. Bezüglich ihrer Standortansprüche hat sie eine weite Amplitude und fühlt sich auf vielen Standorten wohl. Generell ist sie trockenheitstoleranter als die Rotbuche, eine wichtige Eigenschaft angesichts der im Klimawandel steigenden Temperaturen. So erträgt sie auch Tonböden, eine Bodenart, mit der viele andere Baumarten ihre Probleme haben. Gleichzeitig ist sie eine Baumart der Hartholzaue und erträgt Überflutungen. Eine echte Allrounderin also! 
Die Hainbuche kann also eine wichtige Rolle für Diversität und Stabilität unserer Wälder spielen, besonders bei Stürmen und Trockenheit. 

Was meint Ihr, hat die Hainbuche Aufstiegschancen über eine dienende Baumart hinaus? Kann sie mehr an Bedeutung gewinnen? Lasst uns gerne darüber in den Kommentaren diskutieren!

Quellen:

Hein, S. (2023) Waldbau mit Hainbuche. Lehrveranstaltung Waldbau II. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg 

Ruge, S. (2020) Baumarten Mitteleuropas. Lehrveranstaltung . Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg 

Ruge, S. (2020) Botanik. Skriptum. Lehrveranstaltung Botanik. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg 

https://www.laubblaetter.de/waldwissen-a-z/hainbuche-carpinus-betulus

waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Hainbuche.pdf 

https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/schadensmanagement/pilze-und-nematoden/hainbuchensterben-und-rindenkrebs-der-hainbuche

https://wald.fnr.de/wald/baumarten/laubbaeume/hainbuche

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10 Dinge, die wir gerne vor dem Forststudium gewusst hätten https://forsterklaert.de/ersti https://forsterklaert.de/ersti#respond Mon, 07 Sep 2026 11:59:19 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6768 Du fängst mit dem Forststudium oder einer Ausbildung an und möchtest Dich darauf vorbereiten? Du kommst vielleicht sogar aus der...

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Du fängst mit dem Forststudium oder einer Ausbildung an und möchtest Dich darauf vorbereiten? Du kommst vielleicht sogar aus der Stadt und hattest bisher noch weniger Berührung mit der Forstwirtschaft als viele Kinder vom Land? Keine Angst, so ging es den drei Forst erklärt-Gründern Felix (Essen), Jan (Münster) und Simon (Hamburg) auch. Du wirst trotzdem gut ins Studium oder in die Ausbildung starten können. Aber es hilft natürlich, ein paar Begriffe vorher schon mal gehört zu haben – und sei es nur für den Smalltalk in der O-Woche. Dafür haben wir das perfekte Starterpack für den oder die clevere Forst- Ersti. Hier findet Ihr zehn schnelle Fakten UND dann noch zehn Links zu Videos, Podcasts und Downloads, die Euch weiterhelfen können.

10 schnelle Fakten

  1. Auch wenn man mit 0 Wissen einsteigt, holt man während des Studiums schnell auf.
  2. Man kann nach dem Studium viel mehr tun, als „nur“ Förster:in werden.
  3. Nicht alle Forstleute richten ihr Leben komplett nach dem Wald aus.
  4. Ein Jagdhund macht mehr Arbeit, als es von außen scheint.
  5. Es macht wirklich Sinn, die ganzen botanischen Namen der Bäume zu kennen.
  6. Engagement in Studiengremien kann wirklich was bringen.
  7. Jede Exkursion ist ein Mehrwert.
  8. Viele Praktika machen – da lernt man logischerweise mehr über die Praxis und den Arbeitsalltag als in der FH bzw. Uni.
  9. Manche Dinge lernt man nur für die Prüfung, nicht fürs Leben.
  10. Es ist wichtiger, das große Ganze zu verstehen, als jedes Detail zu wissen.

Bevor wir über Studium oder Ausbildung reden…

…stellt sich vielleicht erstmal die Frage, was man womit werden kann. Was bringt das Studium, was die Ausbildung? Es gibt natürlich verschiedene Wege in den Wald, unterschiedliche Studiengänge und Ausbildungen (auf unserer Seite findet Ihr noch mehr dazu). Grundsätzlich gilt: Mit dem Studium kann man Förster:in werden, mit der Ausbildung Forstwirt:in. Wenn Du dazu mehr wissen möchtest, können wir diese beiden Videos als Startpunkte empfehlen.

Downloads für leichtes Auswendiglernen

In den ersten Semestern im Forststudium muss man viel auswendig lernen, alle forstlich relevanten Tiere und Pflanzen. Die Pflanzen bzw. die Bäume sollte man anhand verschiedener Details erkennen können: Natürlich am Holz, im Winter aber auch an den geschlossenen Knospen. Die meisten Unis oder Hochschulen stellen dafür Fotos zur Verfügung. Es soll aber niemand Angst bekommen, dass die Knospe in der Prüfung nicht exakt so aussieht wie die auf dem einen Foto. Deshalb haben wir Gratis-Downloads für Dich! Einmal von den Furnieren und einmal von den Knospen.

Welcher Ersti erkennt dieses Holz?

Für einen einfachen Einstieg in die Artenkenntnis können wir unsere Artenporträts empfehlen. Wir haben schon unzählige Artikel über die meisten heimischen bzw. forstlich relevanten (Baum-)Arten geschrieben, in denen wir die Erkennungsmerkmale und die wichtigsten Eigenschaften aufzählen. Dabei verzichten wir aber so gut es eben geht auf hochgestochene oder allzu fachliche Sprache.

Wenn Du noch was Handfestes brauchst oder etwas, dass Du Dir unters Kopfkissen legen kannst, können wir für den Einstieg in die Forstwelt auch unser Buch empfehlen (kannst Du dann sogar von der Steuer absetzen).

Unser Podcast: Wie man aus dem Wald ruft…

Unser Podcast funktioniert, wie diese eine Radio-Werbung früher immer behauptet hat: Geht ins Ohr, bleibt im Kopf. Ganz ohne selbst lesen zu müssen. Expert:innen aus den unterschiedlichsten Feldern sind zu Gast und teilen Ihre Erfahrungen so, dass man sie sich entspannt bei einer Gassi-Runde oder im Zug zum Studienort anhören kann. Wir hatten auch schon Leute zu Gast, die vielleicht demnächst im Hörsaal vor Dir stehen werden! Frau Ammer zum Beispiel unterrichtet Bodenkunde an der Universität Göttingen, die Folge mit ihr zu den verborgenen Schätzen im Boden können wir Dir also besonders ans Herz legen.

Grundwissen auf unserem YouTube-Kanal

Wem gehört eigentlich der Wald, warum ist er so kaputt und wie bauen wir den Wald um, damit er zukunftsfähig ist? All das sind Fragen, die man sich nicht nur als Ersti stellt. Die werden Dir auch bald gestellt, sobald Du erzählst, dass Du Forst studierst. Praktisch, wenn man da einfach mit einem YouTube-Link antworten kann, oder?

Und auch der Naturschutz kommt auf unseren Kanälen nicht zu kurz.

Mach Dir keine Sorgen

Das wichtigste bei aller Vorbereitung ist aber, dass Du Dich auf deinen nächsten Lebensabschnitt freust und Dir keine Sorgen machst! Das Forststudium macht Spaß und gerade als Ersti kannst Du super nette Leute kennenlernen. Falls Du noch mehr Fragen hast oder Dich Unsicherheiten bewegen, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass Du auf unseren Kanälen erste Antworten findest. Wir waren schließlich auch alle mal Ersti!

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Unsere Vögel – Der Schwarzspecht https://forsterklaert.de/schwarzspecht https://forsterklaert.de/schwarzspecht#respond Sun, 06 Sep 2026 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6888 Der Schwarzspecht gilt als größte Spechtart in ganz Europa. Als häufig vorkommender Vogel in unseren Wäldern können wir oft sein...

Der Beitrag Unsere Vögel – Der Schwarzspecht erschien zuerst auf Forst erklärt.

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Der Schwarzspecht gilt als größte Spechtart in ganz Europa. Als häufig vorkommender Vogel in unseren Wäldern können wir oft sein lautes Klopfen und Trommeln während eines Waldspaziergangs hören. Ein weiterer Hinweis, dass er da ist: Angelegte Höhlen an den Bäumen. Der Schwarzspecht beeindruckt außerdem durch sein auffällig schwarzes Federkleid, dem roten Scheitel und sein auffälliges Rufen. Vor allem ist er aus Naturschutzsicht eine sehr bedeutsame Art in unseren Wäldern, denn seine angelegten Höhlen werden von vielen anderen “Nachmietern” genutzt. Wo genau Ihr den Schwarzspecht entdecken könnt und wie Ihr bereits an der Höhlenform im Baum erkennt, dass hier ein Schwarzspecht wohnt, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Wie erkennt Ihr den Schwarzspecht?

Insgesamt neun heimische Spechtarten besiedeln verschiedene Waldlebensräume bei uns. Während Bunt- oder Grünspecht als Kulturfolger mittlerweile in unseren Gärten oder in Parkanlagen heimisch geworden sind, so gelten andere Spechtarten als vom Aussterben bedroht. Beispielsweise der Klein- oder Dreizehenspecht. Sie benötigen große Totholzmengen und finden mittlerweile kaum noch geeignete Lebensräume. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist der Schwarzspecht an seinem überwiegend schwarz gefärbten Gefieder zu erkennen. Auf dem Kopf hat er einen leuchtend roten Scheitel. Bei den Männchen ist der Scheitel komplett von vorne bis hinten (Schnabel bis Nacken) gefärbt, während bei den Weibchen nur der hintere Teil (Nackenbereich) rot ist. Der Schwarzspecht ist ungefähr so groß wie eine Krähe und gilt als der größte in Europa vorkommende Specht. Insgesamt ist die Körperform des Spechtes relativ schlank und der Schwanz deutlich länger als bei einer Krähe. Der Schnabel ist grauweiß und hat eine dunklere Spitze. 

Der Schwarzspecht hat nicht nur ein markantes Aussehen, auch an seiner Stimme könnt Ihr den Waldbewohner meist gut erkennen. Der Ruf klingt entweder wie ein mehrmals hintereinander langgezogenes einzelnes “Kliiih” Rufen oder während des Fluges wie ein “Krück Krück Krück” Rufen. Das Trommeln ist sehr laut und meist über große Entfernungen zu hören. 

Wusstest Du schon…?
Der Schwarzspecht gilt im Naturschutz als sogenannte Schlüsselart. Viele Tierarten sind vom Höhlenbau des Spechtes abhängig und nutzen die von ihm angelegten “Wohnungen” als Nachmieter. Dazu gehören zum Beispiel die Hohltaube, Schellente, verschiedene Eulen- und Fledermausarten, aber auch Säugetiere wie der Baummarder oder Bilche. 

Der Schwarzspecht liefert Wohnraum für alle! Hier macht es sich gerade ein Kleiber gemütlich.

Wo lebt der Schwarzspecht?

In Mitteleuropa ist der Schwarzspecht ein häufig vorkommender Vogel, der auch in kleinflächigen oder zerschnittenen Waldgebieten lebt. In Deutschland brüten ca. 50.000 Schwarzspecht Paare. Am besten zu beobachten sind sie von Februar bis März, wenn sie ihre Reviere abgrenzen und fleißig Balzgesang betreiben. Zu dieser Zeit kann man die Vögel in den Bäumen noch sehr gut sehen, da diese noch keine Blätter tragen. 

Wusstest Du schon…?
Oftmals legt der Specht mehrere Höhlen übereinander an, das bezeichnet man das als “Spechtflöte”.

Der Vogel ist als Standvogel ganzjährig bei uns zu beobachten, also auch über den Winter in Deutschland. Generell ist er sehr standorttreu und begibt sich nur in Notfällen auf Wanderungen, etwa wenn das Futter knapp wird. Im Durchschnitt ist ein Schwarzspecht-Revier um die 150 Hektar groß. Der Schwarzspecht ist eine sehr anpassungsfähige Vogelart und kann sich in vielen verschiedenen Lebensräumen erfolgreich vermehren. Als typischer Waldbewohner mag er vor allem Buchen-Laubmischwälder, am liebsten mit Fichten oder Tannen darin. Aber auch in Nadelwäldern fühlt er sich Zuhause. Die höchsten Siedlungsdichten hat der Specht in Mischwäldern, in denen er alte Buchen für die Anlage von Bruthöhlen und Nadelbäume für die Nahrungssuche eng beieinander findet.

Er mag große und alte Wälder

Wichtig ist vor allem, dass es sich um größere zusammenhängende Waldgebiete handelt und dass die Bäume alt sind. Am besten mindestens 80, besser noch 100 Jahre. Das Durchschnittsalter unserer Deutschen Wälder ist übrigens 82 Jahre. Ab diesem Alter bilden sich in diesen Wäldern vermehrt Totholz und so genannte Mikrohabitate an Bäumen, also besondere Strukturen wie Höhlen, Astabbrüche oder Risse. Ausreichend Alt- und Totholz ist sehr wichtig für einen qualitativ hochwertigen Lebensraum des Schwarzspechtes. Die glatte Rinde der Buche ermöglicht dem Specht ein einfaches Anlegen von Höhlen. Diese haben eine ovale Form und sind im Vergleich zu anderen Spechthöhlen größer, etwa 8,5 × 13 cm. Die Höhlen werden mit Holzspänen gepolstert und dann als Schlaf- aber auch als Brutplatz genutzt. Das Weibchen legt seine Eier im April dort ab, meistens zwischen drei und fünf Stück. 

Wusstest Du schon…?
Schwarzspechtpaare besitzen mehrere Höhlen. Diese “renovieren” die Paare auch regelmäßig. Der Eingang muss bspw. regelmäßig nachgearbeitet werden, damit der Baum ihn nicht wieder überwallt und es nicht reinregnet. 

Auf Futtersuche in altem Holz

Durch das Hämmern legt der Schwarzspecht auch die Nester holzbewohnender Ameisen frei. Diese frisst der Schwarzspecht am liebsten. Generell ernährt sich der schwarze Vogel vor allem von holzbewohnenden Käfern und Larven. Typisch sind auch zerlegte Wurzelstöcke. Dort sucht der Vogel nach Bockkäfer- oder Holzwespenlarven. Eine weitere Spur der Nahrungssuche des Spechtes sind längliche Löcher in abgestorbenen Fichten, um dort an die Rossameisen zu gelangen.

Wusstest Du schon…?
Das Trommeln des Spechtes besteht aus ca. 60 Einzelschlägen. Während des Trommelns schlägt der Schwarzspecht mit einer durchschnittlichen Frequenz von 17 Schlägen in der Sekunde. Wieso macht ihm das keine Kopfschmerzen? Die Stöße werden durch Knochengewebe an der Schnabelbasis abgefedert und gleichmäßig an der Ober- und Unterseite des Schnabels verteilt. Auch die Augäpfel, das Zungenbein und die Halswirbel sind anatomisch so konstruiert, dass sie das Trommeln abfedern.

Hier sieht es fast aus, als wäre die Gerüchteküche am Kochen.

Ist der Schwarzspecht gefährdet?

Der Bestandstrend des Schwarzspechtes gilt als ungefährdet und entwickelt sich langfristig positiv. Wichtig ist für ihn das Vorkommen von ausreichend Alt- und Totholz. Als Förster:in sollte ich also im Blick haben, davon genug im Wald zu belassen. Wichtig ist auch bei der Entnahme von Bäumen darauf zu achten, dass diese keine Höhlen besitzen. Diese sind gesetzlich geschützt und dürfen nicht gefällt werden. Meistens sucht sich der Specht genau die Bäume aus, die auch Förster:innen als “Z-Bäume” markieren würden. Also Bäume mit einem geraden Wuchs und ohne viele Äste. Der Specht benötigt einen guten Anflugbereich ohne Hindernisse und baut seine Höhlen meist relativ weit oben, kurz vor dem Kronenansatz des Baumes.

Meist hat der Specht auch mehrere Höhlen an Bäumen angelegt, die räumlich dicht beieinander stehen. So kann es evtl. sinnvoll sein, diesen Bereich des “Höhlenzentrums” aus der völligen Nutzung zu nehmen. Dadurch kann bspw. auch eine richtige Altholzinsel entstehen. Diese Höhlenbäume zu belassen und auch nicht zu stark frei zu stellen, kann also dazu beitragen, dass es dem Specht in unseren Wäldern auch weiterhin gut geht. In manchen Bundesländern ist der Schutz vom Schwarzspecht zudem noch weiter gesetzlich geregelt. In Schleswig-Holstein genießt der Schwarzspecht sogenannten Horstschutz. Das bedeutet, dass innerhalb eines Radius von 100 m um den Höhlenbaum keine forstwirtschaftlichen Maßnahmen oder Störungen stattfinden dürfen, die die Brut gefährden könnten. 

Der gute Vermieter in unseren Wäldern

Wir hoffen, Ihr konntet in diesem Artikel einiges Neues und Interessantes über den Schwarzspecht lernen. Er ist nicht nur unsere größte heimische Spechtart, sondern nimmt eine bedeutende Schlüsselrolle im Ökosystem unserer Wälder ein. Viele andere Arten sind von seinem Höhlenbau abhängig. So schafft er Lebensräume für zahlreiche andere Arten. Der Schwarzspecht ist also ein wichtiger Indikator für naturnahe, strukturreiche Wälder. Umso wichtiger ist es, seine Lebensräume zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften, damit er auch in Zukunft ein fester Bestandteil unserer Natur bleibt.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzspecht

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/schwarzspecht

https://www.natura2000.sachsen.de/schwarzspecht-dryocopus-martius-l-1758-23465.html

https://www.wald.rlp.de/wald/voegel/schwarzspecht

https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/schwarzspecht

Buch:

Müller, J. et al. (2024): Praxis Handbuch Naturschutz in der Waldwirtschaft, Eugen Ulmer KG, 196

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Pyrophyten: Wenn Waldbrände nicht nur Zerstörung bringen https://forsterklaert.de/pyrophyten https://forsterklaert.de/pyrophyten#respond Fri, 28 Aug 2026 12:51:37 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6885 Waldbrände sind angsteinflößend, gewaltig und oft verheerend. Wenn Feuer durch einen Wald zieht, denken wir zuerst an zerstörte Lebensräume, tote...

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Waldbrände sind angsteinflößend, gewaltig und oft verheerend. Wenn Feuer durch einen Wald zieht, denken wir zuerst an zerstörte Lebensräume, tote Tiere und einen Ausstoß an CO2, der zu Zeiten des Klimawandels erst recht kontraproduktiv ist. Diese Assoziation ist nicht falsch. Schwer vorstellbar ist für uns Menschen aber, dass Feuer in der Natur mehr als nur Zerstörung bedeutet.

Wichtiger Hinweis

So können die Folgen eines Waldbrands bei uns aussehen.

Im Laufe dieses Artikels werden wir thematisieren, dass es Ökosysteme gibt, in denen Feuer natürlicherweise auftreten und dort Störungen erzeugen, von denen ein solches Ökosystem auch langfristig profitieren kann. Das lässt sich aber nicht direkt auf Wälder in Deutschland, bzw. Wälder in unseren Breitengraden übertragen. Deshalb möchten wir explizit darauf hinweisen, dass ganz besonders Zigaretten, Batterien, Akkus, Glas- oder Plastikflaschen in der Landschaft nichts zu suchen haben. Der größte Teil unserer Waldbrände ist auf menschliches Handeln zurückzuführen und wir alle können dazu beitragen, unsere Landschaften frei von Müll zu halten und auch keine Zigaretten aus brennenden Fahrzeugen zu werfen. 

Die ökologische Bedeutung von Waldbränden

Wir kennen Waldbrände oft nur aus dem Moment der Katastrophe. Wir sehen nicht, wie nach einem Brand Nährstoffe wieder in den Kreislauf gelangen. Und wir sehen auch nicht, dass die Konkurrenz zwischen Arten reduziert wird und wir sehen nicht, dass neue Lebensräume entstehen. In der Ökologie gilt Feuer deshalb als sogenanntes Störungsereignis: ein plötzliches Ereignis, das Biomasse reduziert, Ressourcen neu verteilt und dadurch die weitere Entwicklung eines Ökosystems beeinflusst. In einigen Ökosystemen gehört es seit Millionen Jahren zur natürlichen Dynamik. Feuer wurde dadurch zu einem wichtigen Faktor in der Evolution, der auch entscheidend daran mitgewirkt hat, ob eine Pflanzenart überlebt oder nicht.

Die sogenannten Pyrophyten

Manche Pflanzenarten, die über sehr lange Zeiträume immer wieder Bränden ausgesetzt waren, entwickelten im Laufe der Evolution Eigenschaften, die ihnen halfen, zu überleben, sich schneller zu regenerieren oder sogar von Feuer zu profitieren. Sie werden auch Pyrophyten genannt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: „pyr“ bedeutet Feuer, „phyton“ Pflanze. Vereinfacht gesprochen sind Pyrophyten also „Feuerpflanzen“. Der Begriff wird in der Wissenschaft allerdings nicht immer einheitlich verwendet. Manche Arten sind tatsächlich stark feuerabhängig, andere lediglich feuerresistent. Wichtig ist dabei vor allem: Pflanzen sind nie einfach „an Feuer“ angepasst, sondern immer an ein bestimmtes Feuerregime. In der Feuerökologie beschreibt ein Feuerregime unter anderem Häufigkeit, Intensität, Jahreszeit, Ausbreitungsform und Größe von Bränden. Es macht einen enormen Unterschied, ob regelmäßig niedrig intensive Bodenfeuer durch einen lichten Wald ziehen oder ob seltene, extrem heiße Kronenfeuer ganze Wälder verschlingen.

Spannend wird es, wenn wir uns einige der Eigenschaften anschauen, welche die Evolution als Anpassung an Feuer hervorgebracht hat. Im Angebot sind hier beispielsweise eine wahnsinnig dicke Baumrinde (Borke), sogenannte serotine Zapfen, die sich erst unter Hitze öffnen und dann die Samen freigeben und solche Samen, die durch Hitze in ihrer Keimung gefördert werden.

Mammutbäume: Giganten, die mit Feuer leben

Der Stamm eines Mammutbaums im Vergleich zu umliegenden Bäumen, die winzig wirken.

Eines der eindrucksvollsten Beispiele für Pyrophyten sind die Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) Nordamerikas. Diese Bäume wachsen natürlicherweise nur an der Westflanke der Sierra Nevada in Kalifornien. Sie gehören zu den größten lebenden Organismen der Erde und können mehrere tausend Jahre alt werden. Bei uns sind sie neben den botanischen Gärten häufiger in Parkanlagen oder so manchem Privatgarten zu finden.

Wusstest Du schon…?
Ein Riesenmammutbaum mit dem eindrucksvollen Namen „General Sherman“ hat an der dicksten Stelle seiner Basis einen Stammdurchmesser von 11,1 Metern. Würde man diese Fläche als Kreis betrachten, käme man auf eine Fläche von etwa 97 Quadratmetern. Das ist größer als so manche Wohnung.

Gerade weil Riesenmammutbäume so alt und so majestätisch werden können, würde man nicht annehmen, dass sie in ihrem Leben immer wieder mit Waldbränden zu kämpfen haben und sich auch an diese angepasst haben. Darauf mussten Forschende erst stoßen. Die haben festgestellt, dass über eine lange Zeit im 20. Jahrhundert kaum junge Riesenmammutbäume nachwuchsen. Analysen von Holzproben konnten aber zeigen, dass die Populationen noch im 19. Jahrhundert zugenommen hatten. 

Problem: Zu wenig Waldbrand

Als Ursache wurde die jahrzehntelange Feuerunterdrückung erkannt. Ohne Feuer fehlten lichte Lücken, offener Mineralboden und die Reduktion von konkurrierenden Schattenbaumarten. Bei den Riesenmammutbäumen beginnt der Schutz gegen Waldbrände mit ihrer dicken Borke. Sie ist besonders bei älteren Exemplaren extrem faserig, dick und wirkt wie eine isolierende Schutzschicht. Sie enthält wenig Harz und brennt deshalb nicht so leicht wie die Rinde vieler anderer Nadelbäume. Die Borke schützt das darunterliegende Kambium, also das lebende Gewebe des Stammes, welches für die Zellteilung zuständig ist, vor tödlicher Hitze. Zusätzlich sitzen die Kronen alter Mammutbäume sehr hoch über dem Boden. Dadurch erreichen niedrigere Bodenfeuer die Nadeln und Äste großer Bäume meist nicht direkt. Auch das langfristige Absterben tieferer Äste kann dazu beitragen, dass Feuer nicht so leicht vom Boden in die Krone aufsteigen kann.

Wusstest Du schon…?
Die Borke von Riesenmammutbäumen kann mehr als 45 Zentimeter dick werden — also fast einen halben Meter. Viele ältere Mammutbäume weisen schwarze Brandnarben auf. Diese Bäume wurden zwar vom Feuer getroffen, haben es jedoch überlebt und sind weitergewachsen.

Aber Mammutbäume schützen sich nicht nur gegen Feuer — sie brauchen es auch für ihren Nachwuchs. Höhere Temperaturen fördern das Öffnen der Zapfen dieser Art, um die Samen freizugeben. Die winzigen Samen des Riesenmammutbaums keimen zudem besonders gut auf freiliegendem mineralischem Boden mit ausreichend Licht. Ohne regelmäßige Feuer kann sich die Laub-/Nadelstreu am Waldboden ansammeln und konkurrierende Pflanzen können Schatten erzeugen, was der Entwicklung direkt entgegenwirkt.

Aber Achtung: die Anpassung an Feuer bedeutet nicht automatisch, dass die durch den Klimawandel verstärkt auftretenden Waldbrände in Kalifornien gut für die Mammutbäume wären. Wenn sich Feuer durch Klimawandel, Trockenheit und Feuerunterdrückung stark verändert oder in die Baumkronen übergeht, kann selbst ein Pyrophyt überfordert werden. Der National Park Service berichtet, dass die Brände 2020 und 2021 zusammen schätzungsweise 13 bis 19 Prozent der großen Riesenmammutbäume der gesamten Sierra-Nevada-Population getötet haben könnten.

Brände in unseren Wäldern?

Nicht jeder Wald ist automatisch ein „Feuerwald“. Viele Wälder der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas waren historisch deutlich weniger von regelmäßigen Bränden geprägt als etwa boreale Kiefernwälder Skandinaviens, nordamerikanische Nadelwälder oder mediterrane Buschlandschaften. Besonders viele mitteleuropäische Laubwälder entwickelten sich eher unter feuchten Bedingungen mit seltenen natürlichen Feuerereignissen. Statt großflächiger Feuer, spielten dort oft andere Störungen wie Windwurf, kleinräumiges Absterben einzelner Bäume, Insektenbefall oder Überschwemmungen eine wichtigere Rolle für die Walddynamik. 

Deshalb können große, intensive und häufige Waldbrände bei uns problematisch sein. Wenn Feuer in Ökosystemen auftritt, die evolutionär nicht an ein solches Feuerregime angepasst sind, kann es Böden, Samenreserven im Boden und empfindliche Arten stärker schädigen. Dadurch kann die natürliche Regeneration erschwert werden und betroffene Ökosysteme können lange brauchen, um sich wieder zu erholen. Hinzu kommt, dass viele heutige Wälder durch Forstwirtschaft, Monokulturen, Entwässerung und Klimawandel ohnehin unter Stress stehen. Feuerökologie bedeutet also nicht, Waldbrände zu verharmlosen. Sie hilft vielmehr zu verstehen, warum Feuer in manchen Landschaften ein natürlicher Teil der Dynamik ist, während es in anderen Regionen deutlich stärker als außergewöhnliche Störung wirkt.

Die Frage ist also nicht: „Sind unsere Wälder Feuerwälder?“ Sondern eher: Welche heimischen oder hier vorkommenden Arten besitzen Eigenschaften, die Feuer überstehen oder nach einem Feuer profitieren können?

Die Waldkiefer: Pyrophyten unserer Wälder?

Aufgrund ihrer Rinde ist die Kiefer eine Baumart, die man wirklich gut erkennen kann.

Bei unseren Waldbäumen ist die wichtigste Art in diesem Zusammenhang die Waldkiefer (Pinus sylvestris). Zu erkennen ist diese Baumart ganz einfach an ihrer Rinde. Schaut man nach oben, fällt auf, dass ihre Rinde im oberen Stammbereich eine orange-rote Farbe annimmt.

In der Literatur wird die Waldkiefer häufig als feuerangepasste, lichtbedürftige Pionierbaumart beschrieben. Dabei sollte man jedoch genau formulieren: Die Waldkiefer ist nicht in dem Sinne feuerabhängig wie manche nordamerikanischen Kiefernarten mit streng serotonin Zapfen, die sich erst unter großer Hitze öffnen. Sie besitzt aber mehrere Merkmale, die ihr in feuergeprägten Landschaften Vorteile verschaffen: Sie braucht viel Licht, besiedelt offene Flächen schnell und ihre Samen keimen gut auf freigelegtem Mineralboden. Unter Mineralboden versteht man die erste Bodenschicht unterhalb von Laubstreu und Humusauflage. Natürlicherweise liegt der Mineralboden beispielsweise frei, wenn Bäume durch einen Sturm samt ihrer Wurzeln umgeworfen werden. Ältere Waldkiefern können schwächere Bodenfeuer überleben. Das liegt an ihrer dicken Borke im unteren Stammbereich, die sie besser vor Hitze schützt als die Borke vieler anderer heimischer Baumarten.

Die Waldkiefer passt deshalb gut in die Kategorie einer feuerbegünstigten Baumart: Sie ist nicht auf Feuer allein angewiesen, kann aber von den Strukturen profitieren, die Feuer schafft. Es verbrennt Teile der Streu- und Humusauflage, reduziert konkurrierende Bodenvegetation, setzt Asche und Nährstoffe frei und erhöht das Lichtangebot und die Bodentemperatur. Für die Waldkiefer kann das günstig sein, solange das Feuer nicht zu heiß, nicht zu langanhaltend ist und nicht in die Krone übergeht.

Warum natürliche Kiefernwälder oft anders brennen als Kiefern-Forste

Ein deutscher Kiefernforst ist oft der Inbegriff von: „den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen“. Viele Stämme stehen in Reih und Glied. Je nach Altersstufe der Bäume stehen die einzelnen Bäume auch recht nah beieinander. Solche Forste können brandgefährdet sein, weil ein Feuer leichter vom Boden in den Kronenraum übergehen kann. Hinzu kommen trockene Nadelstreu, feine abgestorbene Zweige, harzhaltige Pflanzenteile und weitere Faktoren, die eine Ausbreitung des Feuers begünstigen können.

Wenn wir von einem Forst sprechen, wird bereits sprachlich deutlich, dass es sich meist um etwas anderes handelt als um einen natürlich entstandenen Wald. Natürliche Kiefernwälder, die historisch durch Feuer geprägt sind, können dagegen teilweise eher an eine Parklandschaft erinnern: mit einzelnen Altbäumen, Baumgruppen und offenen Zwischenräumen. Das hängt unter anderem mit der Lichtbedürftigkeit der Kiefer zusammen. Junge Kiefern setzen sich unter dichtem, schattigem Kronendach nur schlecht durch. In feuergeprägten Systemen kommt hinzu, dass wiederkehrende, wenig intensive Bodenfeuer viele Sämlinge, Jungbäume, Sträucher und bodennahe Brennstoffe immer wieder reduzieren. Viele junge Bäume erreichen dadurch gar nicht erst die Kronenschicht. Übrig bleiben eher ältere, feuerresistentere Kiefern und offene Zwischenräume.

Die Borke der Wald-Kiefer: Schutzschild mit Grenzen

Anhand dieses exemplarischen Kiefernforstes kann man erahnen, wie dicht ein solcher Forst angelegt sein kann. 

Bei der Waldkiefer verändert sich die Borke mit dem Alter deutlich: Im unteren Stammbereich entsteht eine grobe, rissige Schuppenborke, während die obere Rinde dünner, glatter und auffällig orange- bis rot gefärbt ist. Diese obere Rinde wird oft Spiegelrinde genannt. Für den Brandschutz entscheidend ist aber vor allem die dicke Borke am Stammfuß. Bei Bodenfeuern trifft die Hitze zuerst den unteren Stamm, und die isolierende Borke kann das empfindliche Kambium vor tödlichen Temperaturen schützen. Studien zeigen, dass insbesondere Stammdurchmesser, Baumhöhe und Dicke der groben Borke wichtige Faktoren für die Feuerresistenz der Waldkiefer sind. Der Schutz hat jedoch Grenzen: In tiefen Borkenrissen kann Hitze stärker eindringen, und junge Kiefern mit dünner Borke sind deutlich anfälliger. Auch alte Bäume überleben nicht jedes Feuer — hohe Feuerintensität, lange Hitzeeinwirkung, Kronenbrand, Trockenstress und nachfolgender Insektenbefall können selbst große Kiefern töten. 

Über Pyrophyten hinaus

Wenn dieser Artikel Eure Neugier auf Waldökologie und Zusammenhänge von Wäldern und verschiedensten Faktoren geweckt hat – und falls Ihr neben der Waldkiefer noch andere bei uns vorkommende Nadelbaumarten sicher erkennen können möchtet, dann kommen hier ein paar ganz heiße Empfehlungen für Euch: 

Quellen:

Ellenberg, H., & Leuschner, C. (2010). *Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht* (6. Aufl.). Ulmer.

Fernandes, P. M., Vega, J. A., Jiménez, E., & Rigolot, E. (2008). Fire resistance of European pines. *Forest Ecology and Management, 256*(3), 246–255. https://doi.org/10.1016/j.foreco.2008.04.032

Goldammer, J. G., & Furyaev, V. V. (Hrsg.). (1996). *Fire in ecosystems of boreal Eurasia*. Springer. https://doi.org/10.1007/978-94-015-8737-2

Harvey, H. T., Shellhammer, H. S., & Stecker, R. E. (1980). *Giant sequoia ecology*. U.S. Department of the Interior, National Park Service.

Keeley, J. E., Pausas, J. G., Rundel, P. W., Bond, W. J., & Bradstock, R. A. (2011). Fire as an evolutionary pressure shaping plant traits. *Trends in Plant Science, 16*(8), 406–411. https://doi.org/10.1016/j.tplants.2011.04.002

Lamont, B. B., Le Maitre, D. C., Cowling, R. M., & Enright, N. J. (1991). Canopy seed storage in woody plants. *The Botanical Review, 57*(4), 277–317. https://doi.org/10.1007/BF02858770

National Park Service. (o. D.). *Giant sequoias and fire*. U.S. Department of the Interior. Abgerufen am 11. Mai 2026, von https://www.nps.gov/seki/learn/nature/giant-sequoias-and-fire.htm

Sydorenko, O., Goldammer, J. G., & Held, A. (2019). Fire resistance of Scots pine (*Pinus sylvestris* L.) in relation to bark properties and tree morphology. *Forests, 10*(11), 1020. https://doi.org/10.3390/f10111020

U.S. Forest Service. (o. D.). *Pinus sylvestris*. Fire Effects Information System (FEIS). Rocky Mountain Research Station. Abgerufen am 11. Mai 2026, von https://www.fs.usda.gov/database/feis/plants/tree/pinsyl/all.html

Wohlgemuth, T., Jentsch, A., & Seidl, R. (Hrsg.). (2019). *Störungsökologie* (UTB 5018). Haupt Verlag.

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Jagd im Jahresverlauf – Teil 1: Sommer (Juni, Juli, August) https://forsterklaert.de/jagdimsommer https://forsterklaert.de/jagdimsommer#respond Sun, 26 Jul 2026 08:00:00 +0000 https://forsterklaert.de/?p=6810 Draußen ist alles grün und üppig, die Sonne brennt vom Himmel, wir schwitzen – während wir uns im Sommer mit...

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Draußen ist alles grün und üppig, die Sonne brennt vom Himmel, wir schwitzen – während wir uns im Sommer mit Urlaub, Freibad und Grillpartys das Leben schön machen, geht es im Wald in den heißen Monaten deutlich ruhiger zu. Die großen, sattgrünen Kronen der Bäume spenden kühlenden Schatten und es riecht nach Sommer. Die Tiere im Wald lassen es langsam angehen und meiden die Hitze, indem sie ihre Aktivitäten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen. Doch was genau machen Rehe, Hirsche, Wildschweine und Co. im Sommer eigentlich? Und welche Aufgaben haben Jäger:innen in der heißen Jahreszeit? Dieser Artikel liefert Dir Antworten auf diese Fragen, also bleib dran!

Ein sanfter Moment zwischen Geiß und Kitz auf einer blühenden Sommerwiese.

Was macht das Rehwild im Sommer?

Anfang Juni bringen die Geißen, also die mehrjährigen, weiblichen Tiere, die letzten Kitze zur Welt (außerhalb Süddeutschlands nennen wir die Ricken). Die warmen Temperaturen und die Aufzucht des Nachwuchses fordern dem Rehwild im Sommer viel ab. Außerdem gibt es in den Sommermonaten ein üppiges Nahrungsangebot, sodass für das Rehwild gar nicht viel Bewegung von Nöten ist, um satt zu werden. Sie verbringen die heißen Sommertage viel lieber in ihrem Einstand, also in den dichten, schattigen Waldbereichen, wo niemand sie stört. In den kühleren Stunden abends, in der Nacht und in den Morgenstunden sind sie etwas aktiver und gehen auf Nahrungssuche. Die Rehböcke leben im Sommer territorial, also in “ihrem” Revier, das sie durch Duftmarken markieren und gegen andere Böcke verteidigen. Der Höhepunkt im Sommer ist die Paarungszeit des Rehwildes, die sogenannte Blattzeit, die Ende Juli und Anfang August stattfindet. In dieser Zeit sind die Böcke aktiv auf der Suche nach den Geißen.

Ein treibender Rehbock hinter seiner Auserwählten, kurz bevor es zur Sache geht!

Wusstest Du schon…?
Warum wird die Paarungszeit des Rehwilds eigentlich Blattzeit genannt? Der Ausdruck Blattzeit kommt von der Redensart, dass die Böcke in der zweiten Hälfte der Rehbrunft nach Geißen suchen und dann „auf’s Blatt springen“. Die Jäger:innen haben früher mithilfe eines Buchenblatts oder manchmal auch eines Grashalms die Laute einer paarungsbereiten Geiß nachgeahmt. Das findet der Bock unwiderstehlich und kommt angesprungen, um seine Geliebte zu beglücken. Auch heute noch betreibt man diese Art der Lockjagd während der Rehbrunft, allerdings gibt es dafür heute sogenannte Blatter aus Holz oder Kunststoff, mit denen man die Laute mit etwas Übung nachahmen kann.

Was machen Rotwild und Damwild im Sommer?

Anfang Juni kommen auch die Kälber des Rotwilds zur Welt. Meistens setzt ein Alttier (ein mehrjähriges, weibliches Stück Rotwild) ein Kalb, nur selten kommt es zu Zwillingsgeburten – und im Anschluss dreht sich dann alles erstmal um die Aufzucht des Nachwuchses. Das Rotwild lebt in dieser Zeit meist in geschlechtergetrennten Rudeln. Die Rothirsche gesellen sich in dieser Zeit zu Hirschrudeln zusammen und fressen sich über den Sommer Fettreserven für die bevorstehende Brunft im Herbst an.

Die Hirsche sind in dieser Zeit im Bast und bilden ihr Geweih aus. Ab Juli beginnen sie damit, den Bast zu verfegen. Das heißt, dass sie sich die samtartige Schutzhaut, die sich während der aktiven Geweihentwicklung am Geweih befindet, an jungen Bäumen abschubbern (zum Leidwesen der Förster:innen…). Auch das Rotwild ist im Sommer dämmerungs- und nachtaktiv, um Aktivität während der heißen Phase des Tages möglichst zu vermeiden. Um sich abzukühlen, nutzt das Rotwild gerne Wasserlöcher, die sogenannten Suhlen. Das Wälzen im schlammigen Wasser ist bei sommerlichen Temperaturen aber nicht nur angenehm, sondern die Schlammschicht schützt außerdem vor Mücken und Parasiten. Doppelt gut also!

Ein Rotwildkalb im Porträt.

Damhirsche hingegen suhlen sich nicht. Ansonsten hat Damwild, was das Verhalten im Sommer angeht, viele Gemeinsamkeiten mit dem Rotwild. Auch sie sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sie setzen im Frühsommer meist ein Kalb, selten auch mal zwei Kälber und sind dann mit deren Aufzucht beschäftigt. Das Damwild lebt im Sommer ebenfalls meist in geschlechtergetrennten Rudeln und während die Alttiere mit der Jungtieraufzucht beschäftigt sind, bilden die Damhirsche zu der Zeit ihr Geweih aus.

Ein Damtier mit ihrem Kalb – Mama passt auf!

Und die Sauen?

Auch die Wildschweine verbringen die Sommermonate mit der Aufzucht ihrer Jungtiere, die sogenannten Frischlinge. Dafür benötigen auch sie Ruhe und viel Nahrung. Wildschweine sind Allesfresser und fressen im Wald zum Beispiel Früchte, Würmer, Pilze, Samen, Wurzeln und kleine Tiere. Im Sommer, wenn Getreide, Mais und andere Feldfrüchte reif werden, ziehen die Tiere zum Leidwesen vieler Landwirt:innen gerne auf die Felder und schlagen sich dort den Bauch voll, wodurch sie große wirtschaftliche Schäden verursachen können. Genau wie das Rotwild nutzen auch die Wildschweine im Sommer gerne Wasserlöcher als Suhlen.

Wusstest Du schon…?
Während Wildschweine auf landwirtschaftlichen Flächen meist keine willkommenen Gäste sind, sind sie im Wald dagegen eigentlich immer gerne gesehen. Durch das sogenannte Brechen, also das Umwühlen des Waldbodens auf der Suche nach Nahrung, lockern und durchlüften die Wildschweine den Waldboden. Das bringt viele Vorteile für das Ökosystem mit sich. Zum Beispiel verbessert diese sogenannte „Bioturbation“ die Bodenstruktur und Wasseraufnahmekapazität des Bodens und sorgt außerdem für ein ideales Keimbett für die herabfallenden Samen der Bäume.

Ein junger Keiler (männliches Wildschwein), wahrscheinlich auf dem Weg, eine:n Landwirt:in zu ärgern.

… und was machen die Jäger:innen in dieser Zeit?

Nicht nur für die Wildtiere, sondern auch für Jäger:innen ist der Sommer aus jagdlicher Sicht eine eher ruhige Zeit, in der wenig aktive Jagdausübung stattfindet. Oft wird von Anfang Juni bis Mitte Juli, also bis die Blattzeit beim Rehwild beginnt, Jagdruhe gehalten, also nicht gejagt. Zu dieser Zeit ist das Wild ohnehin wenig sichtbar aufgrund von Hitze, dichter Vegetation und heruntergefahrener Aktivität. Außerdem braucht das Wild in diesen Monaten unbedingt Ruhe für die Jungtieraufzucht. Der Sommer ist also nicht die Jahreszeit, um sinnvoll zu jagen.

Aus alt mach neu! – Bau einer neuen Ansitzeinrichtung im Revier.

Die Jäger:innen haben aber in den Sommermonaten trotzdem wichtige Aufgaben. Sie kontrollieren und reparieren beispielsweise sie Ansitzeinrichtungen, um diese für die Jagd im Herbst vorzubereiten. Die Zeit im Revier wird auch genutzt, um im Blick zu haben, wie viele Tiere wo leben und wie es um die Wasserverfügbarkeit im Revier steht, was vor allem in der heißen Sommerzeit sehr wichtig ist.

Eine im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtige Aufgabe, die viele Jäger:innen im Frühsommer übernehmen, ist die Kitzrettung. Wenn die Landwirt:innen ihre Wiesen mähen wollen, verständigen sie Jäger:innen und ehrenamtliche Kitzretter:innen. Die stehen freiwillig mitten in der Nacht auf, um ganz früh morgens z.B. mit Wärmebilddrohnen die Wiesen abzusuchen, um die Kitze dort in Sicherheit zu bringen.

Ein schon etwas älteres Rehkitz.

Sobald die Brut- und Setzzeit Mitte Juli endet, fangen außerdem viele Jäger:innen an, mit ihren Hunden im Revier zu arbeiten. Sie verlegen die Jagdhundeausbildung von Haus und Garten in das Revier, um die jungen Hunde praxisnah auf die Jagdhundeprüfungen, die meistens im Herbst stattfinden, vorzubereiten.

Jagd im Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Das ist der erste Artikel einer vierteiligen Serie zum Thema Jagd im Jahresverlauf.  Wenn Dich also interessiert, was Rehe, Hirsche und Co. den Rest des Jahres so machen, dann halte gerne Ausschau nach dem nächsten Artikel! Kleiner Tipp: folge Forst erklärt auf Instagram, um keinen Artikel mehr zu verpassen 🙂

Quellen:

Happ, N. 2017. Hege und Bejagung des Schwarzwildes. – Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart, 224 S.

Hespeler, B. 2015. Hege und Jagd im Jahresverlauf: Revierpraxis von Januar bis Dezember. – BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München, 240 S.

Krebs, H. Vor und nach der Jägerprüfung. – BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München, 898 S.

Menzel, K. 2018. Jagdpraxis Reh- und Rotwild. – Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart, 335 S.

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